USA / Ostküste

14. – 23. September 2014

14. – 23. September 2014: Um 4.25 Uhr morgens ging mein Flieger in La Paz Richtung Washington mit einem Zwischenstop in Bogota los. In Washington war ich noch nie, weshalb ich diese Stadt auf meiner Besuchsliste der Weltreise aufführte. In Washington wurde ich von einem amerikanischen Ehepaar, das ich in Bora Bora kennenlernte, abgeholt. Das war Service. Es ging sogleich los mit der ersten Stadtbesichtigung. Das war natürlich toll, wenn einem Einheimische in einer fremden Stadt herumführen. Das Wetter war herrlich, meine Unterkunft, das Hostelling International, mitten in Downtown von D.C., wie Washington von dem Amis kurz genannt wird. So konnte ich mir bereits ein Bild von dieser für mich sehr schönen Stadt machen. Ja, Washington hat mir sogar besser gefallen als New York, alles ist viel gemächlicher, es gibt dank einem Gesetz keine Wolkenkratzer, es hat weitaus die schöneren Gebäude, interessante Museen und die National Mall (grosser grüner Park entlang der wichtigsten Bauten) kann locker mit dem Central Park in NY mithalten. Zugegeben, das Shopping und die Skyline kommen natürlich nicht an die grösste Stadt der USA heran… Washington hat viele Museen, die gratis besichtigt werden können, und die wirklich von sehr guter Qualität sind. Kurzfristig lud mich das Ehepaar zu sich nach Hause ein, um meine letzte Nacht in Washington bei ihnen zu verbringen. Am nächsten Morgen wurde ich wiederum an den Flughafen chauffiert, um das Flugzeug nach Boston zu erreichen. Boston war also meine letzte Station auf meiner Weltreise. Inzwischen bin ich seit mehr als einem Jahr unterwegs, und ich könnte noch lange weiterreisen. Auf meinem iPad habe ich eine App von wetter.com. Eigentlich war es so gedacht, dass ich jeweils übersichtlich das Wetter für die kommenden Tage anschauen kann. Und ehrlich gesagt stimmte das Wetter in über der Hälfte der Zeit meiner Weltreise überhaupt nicht. Ich machte mir sogar einen Spass daraus, meine Tätigkeiten dem Gegenteil des vorausgesagten Wetters anzupassen. So war für am Freitag Regen auf der genannten App angesagt. Ich wollte unbedingt in Richtung Süden von Boston gehen, um der schönen Küste mit dem Zug entlang zu fahren. Also kaufte ich für diesen Tag eine Fahrkarte, das Wetter hätte nicht besser sein können, strahlend blau war es… 🙂 Sogar am Vortag waren auf der App Regenwolken aufgeführt. Also, falls ich mal Lotto spielen sollte, so werde ich auf wetter.com gehen, eine bessere Zufallsquote gibt es nicht. So fuhr ich in zwei andere Bundesstaaten, nach Rhode Island, dem kleinsten Staat der USA und nach Connecticut, dem drittkleinsten Staat, wo übrigens die Frisbee-Scheibe erfunden wurde. Auch sehr bekannte Persönlichkeiten wie Mark Twain, Katharine Hepburn oder Meryl Streep stammen aus diesem Bundesstaat. Ich besuchte die zwei Orte New London in Connecticut und Providence in Rhode Island. Dieser Ausflug hat sich voll gelohnt… Boston gilt als Geheimtipp schlechthin und ist für viele die schönste Stadt der USA. Ja, Boston ist eine wirklich tolle Stadt, gefällt mir sehr gut. Sie beherbergt übrigens auch die ansehnlichste Universität der Welt, die Harvard-Universität. Bekannt sind auch die Wal-Ausflüge per Boot, wobei man über eine Stunde mit dem Schiff braucht, um Wale sehen zu können. So fuhr das Boot los, auf einmal die Durchsage, dass das Schiff einen technischen Defekt hat, und wir zurück nach Boston fahren müssen. Irgendwie schliesst sich der Kreis wieder, am Anfang meiner Weltreise hatte ich in Südafrika ja auch immer Pannen mit dem Bus, nur musste ich diesmal meine Schnürsenkel nicht zusammenbinden… 🙂 Also ging es zurück nach an den Hafen von Boston. Nachdem alle Passagiere ihre Tickets umtauschen konnten, fuhr ich mit dem nächsten Boot los. In Südafrika sah ich ja auch Wale, zum Schluss sah ich auch wieder diese riesigen Tiere. Ich verbrachte bewusst fünf Tage in Boston, ich wollte es einfach gemütlich nehmen zum Abschluss, Hurry-up-Travel muss schliesslich auch herunterfahren. Eine sehbehinderte Frau fragte mich nach dem Bahnhof. Ich begleitete sie dorthin, worauf sie mich zu einer heissen Schokolade einlud. Auf einmal fing sie an Deutsch zu sprechen. Ihre Eltern stammen aus St. Lucia in der Karibik, geboren wurde sie in London, lebte über 20 Jahre in Deutschland und wohnt seit 18 Jahren in den USA, das nennt man International. Dann ging ich zum Frisör, der Laden hiess Sportsclip Haircut. So waren überall Fernseher aufgestellt, auf denen Sportübertragungen zu sehen waren. Das war mal was anderes. Während dem Haarewaschen sass ich auf einem Massagestuhl, der wie wild vibrierte. Dann bekam ich noch Dampftücher um meinen Kopf gebunden. Moment, ich wollte einfach einen Haarschnitt. Entschuldigung, aber… Nichts da, das gehört dazu. Ich wusste gar nicht, wie es um mich geschehen war, offenbar sah ich aus als hätte ich Autostop gemacht, dermassen mitgenommen fühlte ich mich. 😉 Der Haarschnitt war auch mehr Clip als Sports, Glück gehabt, dass meine paar wenigen Haare nicht noch gleich mit einen Baseball-Schläger gestutzt wurden. Sonst noch was? Nein, Danke, das ist alles… Ich schlenderte noch dem Strand entlang, am letzten Tag versuche ich noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen und natürlich meinen Flug am späten Abend zu erwischen. Nach einem Jahr freue ich mich, wieder in meine Heimat zu kommen. Es wird noch einen Bericht folgen… Meine Lieben, bis bald! 🙂

Thema Universitäten: Nun bin ich also in der Stadt der renommiertesten Universität der Welt, der Harvard-Universität. Ja, wer es bis hierher geschafft hat, darf sich ohne weiteres als klug und intelligent bezeichnen. Dementsprechend schwierig ist es, überhaupt einen Platz an der Uni zu ergattern. Nicht einmal ganz 6 % der bewerbenden Studenten/innen schaffen es, das sagt schon alles. Trotz allem hat die Universität rund 20’000 Studierende, Kostenpunkt für jede/n Student/in USD 60’000 pro Jahr, wobei es auch hier Stipendien geben kann. In diesen Kosten ist dann aber auch alles eingeschlossen, von den Semestergebühren über das Essen und Unterkunft, dennoch ein stolzer Betrag. Die weiteren Top-Universitäten sind bekanntlich die Unis von Oxford und Cambridge in England. Auf den weiteren Plätzen folgen eine weitere Uni in Boston, das Massachusetts Institute of Technology und die Stanford Universität in der Nähe von San Francisco. Die ältesteUniversität der Welt stammt aus dem 9. Jahrhundert und liegt in Salerno/Italien. Die älteste Uni der Schweiz ist diejenige in Basel aus dem Jahre 1459. Die grösste Universität der Welt ist die Indira Ghandi National Open University mit sage und schreibe zwei Millionen Studierenden, inklusive diejenigen, die ein Fernstudium absolvieren. Universitäten (vom lateinischen universitas magistrorum et scolarium, „Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden“) sind wissenschaftliche Hochschulen mit Promotionsrecht, die der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften durch Forschung, Lehre und Studium dienen und ihren Studenten wissenschaftsbezogene Berufsqualifikationen vermitteln sollen. Meine Wissenschaft besteht aus Reisen… 🙂

USA

1. – 22. Juli 2014

Kalifornien – Arizona – Utah – Nevada

14. – 23. September 2014

Washington – Boston

 

Hauptstadt: Washington D.C.

Bevölkerung: 317,3 Mio.

Fläche: 9’629’091 km2

 

Bolivien

23. August – 14. September 2014

2. – 13. September 2014: In Potosi angekommen, bestiegen wir ein Taxi, das uns in unsere Unterkunft brachte. Wie herrlich war es, wieder einmal in warmer Umgebung zu sein und einschlafen zu können. Potosi selber ist bekannt für seine Silberminen und liegt auf 4’200 m. Von Potosi haben wir nicht viel gesehen, wir fuhren weiter in die Hauptstadt Boliviens nach Sucre. Es ist eine wirklich schöne Stadt, das Stadtzentrum ist im Kolonial-Stil gebaut und hat Charme. Wir hausten mitten in der Stadt. Die Hauptplätze in den bolivianischen Städten sehen fast immer gleich aus. In der Mitte des Platzes hat eine parkähnliche Anlage, rund um die Plätze sind die Kolonialhäuser gebaut und irgendwo steht dann noch eine Kathedrale. Meistens hat es viele Leute um den Hauptplatz, man trifft sich einfach. Wir schlenderten über die Märkte und um die Sehenswürdigkeiten. Dann buchten wir einen Flug nach Cochabamba, da wir auf eine lange Busfahrt verzichten wollten. Es gibt Nachtbusse, die auf mehrheitlich nicht asphaltierten Strassen fahren, die bolivianische Massage ist somit gleich eingeschlossen, oder wenn man tagsüber reisen möchte, dann muss man einen grossen Umweg fahren und mindestens zweimal umsteigen. Ihr sieht, manchmal ist es nicht ganz einfach, sich in Bolivien fortzubewegen. Cochabamba selber ist nichts spezielles, sie wird zwar als Gartenstadt bezeichnet, aber nun, wenn man will, sieht man schon immer etwas Garten, der Gartenzwerg auf jeden Fall war auch präsent. 🙂 Besonders stolz sind die Einwohner auf den heiligen Christus, der hoch über der Stadt zum Rechten schaut. Die Statue ist die zweitgrösste weltweit ihrer Art, sogar noch grösser als diejenige in Rio de Janeiro. Ja, wir liessen es uns nicht nehmen, die 1399 Treppen hinauf zu laufen, Espiritu Santo. Von oben hatten wir eine Aussicht über die ganze Stadt. Von Cochabamba flogen wir nach Santa Cruz de la Sierra, wie sie offiziell heisst, oder einfach Santa Cruz. Sie ist die mit knapp 1,5 Mio. Einwohnern die grösste Stadt Boliviens und liegt auf 437 m. Somit waren wir nach zwei Wochen in der Höhe wieder einmal in tieferen Lagen. Von der Stadt aus kann man die doch relativ weit entfernten Nationalparks besuchen. Wir machten jedoch nur Ausflüge in die nähere Umgebung. So gingen wir in den Güembé-Park, ein Naherholungspark mit einem Schmetterlings- und Vogelhaus, daneben hat es noch verschiedene Schwimmbecken, wo sich am Wochenende die Highsociety von Santa Cruz trifft. Auch das gibt es in Bolivien. Da lagen wir zwei also mitten in den Snobs am Sonnenbaden. Bitte entschuldigt meine etwas obszöne Ausdrucksweise, aber es geht fast nicht anders. Nach dem Motto „Arsch frisst Hose“ stolzierten die in Tangas „gehüllten“ Damen, die sich gerade beim plastischen Chirurgen ihre Lippen und Busen aufgemöbelt haben um die Schwimmbecken. Das war ein Bild, bei manchen Männern funktionierte der Gehirnbefehl „bitte Mund schliessen“ nicht mehr… 😉 Am nächsten Tag fuhren wir in einen Regionalpark, den Lomas de Arena, wo man Sanddünen bestaunen kann. Von Santa Cruz ging es weiter nach Rurrenabaque, der Hauptort des bolivianischen Amazonas. Die Ankunft mit dem Flieger ist bereits ein Erlebnis. Die Landepiste ist relativ kurz, entsprechend abrupt ist das Bremsmanöver. Einmal angekommen, warten die abfliegenden Passagiere bereits am Pistenrand im Gras. Vom Flieger geht es gleich in einen Bus, der einem direkt in die Stadt fährt. Bis dann noch jedes Gepäckstück auf dem Dach des Busses gehievt ist, vergeht doch schon noch so seine Zeit. Im Amazonas-Gebiet herrschen andere Temperaturen als noch auf dem Altiplano. Es ist feucht-heiss, tagsüber so um die 35° C. Von dort kann man Dschungel- und Sumpftouren unternehmen. Wir entschieden uns für eine Dschungeltour, wo wir doch ein paar interessante medizinische Pflanzen kennenlernen durften. Die Nächte sind fast nicht zum Aushalten, dermassen warm ist es. Ja, Bolivien bietet schon ziemlich viel, das macht es auch sehr interessant. Dann wieder der Abflug, das braucht Nerven. Man muss den Rückflug immer rückbestätigen, da weiss man nie, ob der Flughafen in Rurrenabaque geöffnet ist oder nicht. Bei schlechtem Wetter geht gar nichts auf dem Flughäfeli, wenn es mehrere Stunden regnet, dann wird alles geschlossen. Das ganze Reservierungssystem lag brach, man konnte den Flug also nicht bestätigen lassen. Wir sollten doch einfach am Morgen wieder kommen. Glück gehabt, unser Flug war aufgeführt. Am Flughafen geht man zuerst einchecken, das ist noch nichts spezielles. Ach so, Übergepäck mussten wir diesmal bezahlen, umgerechnet CHF 5 für sechs Kilo Übergepäck. Dann muss die Kreditkarte, mit der man die Buchung bezahlt hat, vorweisen. Da wird noch mit der altehrwürdigen „Ritschratsch“-Maschine ein Abdruck von der Kreditkarte genommen. Dann muss man die Flughafentaxe an einem separaten Schalter bezahlen, aber bitte nur mit schön geglätteten Noten, sonst wird man „angemöffelt“. Dann geht man zum dritten Schalter und bezahlt die Tourismus-Taxe. Sicherheitskontrolle gibt es auch, aber nur so pro Forma. Dann steigt man in den Bus, der einem auf einem Feldweg zum Pistenrand chauffiert, wo man auf das Flugzeug wartet. Just in diesem Moment begann es zu regnen. Wir durften dann wieder in den Bus steigen, damit wir nicht nass wurden. Das Flugzeug konnte landen, nun gab es aber ein organisatorisches Problem. Die ankommenden Passagiere sollten in den Bus steigen, und wir sollten ins Flugzeug einsteigen, ohne nass zu werden… ?! Also, dann wurden wir angewiesen unter den Flügel des Flugzeuges zu stehen. Das fand auch der Pilot lustig und machte mit seinem Handy ein paar Fotos. Dann stiegen die ankommenden Passagiere in den Bus, und wir konnten dann in den Flieger steigen. Die Piste war zum Glück noch nicht so nass, dass man nicht starten hätte können. Aber den Flug war in der 19 Passagiere fassenden Maschine recht unruhig. Die Piloten machten noch ein paar Selfies von sich während des Fluges, bevor wir in La Paz landeten. In Bolivien muss man immer genügend Zeit einrechnen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Das ganze ist recht unberechenbar. Wie erwähnt, weiss man nie genau, ob und wann die Flugzeuge fliegen, zudem gibt es immer wieder Proteste, ich glaube ausser im Salar de Uyuni sahen wir alle Tage irgendein Protestzug in Bolivien. In Rurrenabaque konnten die Touristen zum Beispiel auch nicht zu den Sümpfen fahren, da die Strassen blockiert wurden. In La Paz ganz angekommen, liessen wir die verbleibende Zeit einfach ausplampen. Nadine flog am 13. September wieder nach Hause, und ich hoffe, den Flieger in der Nacht auf Sonntag nach Washington zu erwischen, wo ich an der Ostküste der USA meinen letzten Abschnitt meiner Weltreise verbringen werde. Bolivien ist alleweil eine Reise wert, es gibt sehr schöne Sachen zum Anschauen, man muss einfach flexibel sein, alles mit mehr oder weniger Humor nehmen und einen Zeitpuffer einrechnen, dann kann man das farbenfrohe Andenland auch geniessen.

Thema Anden: Da ich mich inmitten der Anden befinde, möchte ich mich etwas näher diesem Gebirge widmen. Die Anden sind die längste und nach dem Himalaya die zweithöchste Gebirgskette der Erde. Sie bilden den Südteil der Amerikanischen Kordilleren, die in Mittelamerika aber orographisch unterbrochen sind. Sie erstrecken sich entlang der Westküste Südamerikas von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien und Chile auf einer Länge von 7500 km. Der höchste Berg der Anden ist der 6’962 m hohe Aconcagua in Argentinien an der Grenze zu Chile. Die höchste Erhebung Boliviens ist mit 6’542 m der Sajama, ein Vulkan. Der höchste Berg der Erde ist der Mount Everest mit 8’848 m. Die 187 höchsten Berge der Erde befinden sich allesamt in Asien. An 188. Stelle kommt der erwähnte Aconcagua. In Europa ist der höchste Berg der Elbrus im Kaukasus-Gebirge mit 5’642 m. Es ist allerdings umstritten, ob der Berg tatsächlich auf europäischen Boden steht, und nicht auf asiatischem. Ansonsten ist die höchste Erhebung in den Alpen der Mont-Blanc in Frankreich mit 4’810 m, gefolgt vom höchsten Berg in der Schweiz, der Dufourspitze mit 4’634 m. Zurück zu den Andenländern. Mit dem Begriff Andenländer wird eine Gruppe von Staaten im Westen Südamerikas bezeichnet, die Anteil am Gebirge der Anden haben. Im engeren Sinne versteht man darunter häufig jene Staaten Südamerikas, deren Territorium massgeblich von den Anden geprägt wird: Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Chile. Obwohl Argentinien und Venezuela ebenfalls Anteil an den Anden haben, werden sie normalerweise nicht als Andenländer bezeichnet, da der Anteil der Anden am Landesterritorium in diesen beiden Fällen gering ist. Also, auf geht’s in die Anden und nicht vergessen: Tief einatmen! Der Berg ruft…

 

23. August – 1. September 2014: Mein Flug von Quito nach La Paz führte über Lima, wo ich bereits meinen nächsten Besuch, Nadine, antraf. Per Zufall waren wir auf dem Anschlussflug in derselben Maschine gebucht. Um 1 Uhr früh landeten wir auf dem Flughafen in La Paz, resp. in El Alto, eine Vorortsstadt, die grösser als La Paz ist. Der Flughafen liegt auf über 4000 m ü.M., und ist damit einer der höchstgelegenen Flughäfen der Welt. Wenn man aus dem Flugzeug steigt, dann merkt man sehr wohl die sehr dünne Luft. Der Flughafen, oder wenn er diesen Namen überhaupt verdient, ist doch sehr einfach. Hopp ins nächste Taxi und herunter geht’s nach La Paz. Nadine und ich planten mal vier Tage in La Paz, um uns auf die Höhe zu akklimatisieren. Diese Zeit braucht man schon, uns ging es mehr oder weniger gut… Wir planten Ausflüge in die nähere Umgebung, so besuchten wir Valle de la Luna (Mondtal), das aussah wie ein kleinerer Canyon. Es war alleweil einen Besuch wert. Sonst schauten wir uns in der Stadt um, wo es verschiedene Märkte gibt, so zum Beispiel einen Hexenmarkt. Es gibt Leute, die fühlten sich wohl dort. Komisch, oder?! 🙂 Eigentlich wollte ich meinen von Harry Potter erhaltenen Nimbus 2000 (fliegender Besen) auf dem Markt umtauschen, da er doch schon in die Jahre gekommen ist, aber leider wollte keine Hexe ihn umtauschen… So fliege ich diesen Besen noch weiter in der Welt umher. In Bolivien gibt es verschiedene Bräuche. So wird zum Beispiel ein getrockneter Lama-Fötus gekauft und in ein neues Haus eingepflastert, dies soll ein Schutz gegen schlechte Geister und Einflüsse sein. Die Lama-Föten können auf dem Hexenmarkt gekauft werden, das sieht schon ein wenig makaber aus. Freitags sollen die Zauber und Hexereien besonders wirkungsvoll sein, im positiven wie negativen Sinn. Ansonsten ist La Paz für meinen Geschmack keine Hammerstadt, aber wir entdeckten ein Schweizer Café, das Rüeblitorte servierte, schmeckte vorzüglich, mmmhhh. Dann packten wir unsere Sachen und fuhren an den Titicacasee, nach Copacabana, um endlich der Grossstadt entfliehen zu können. Es war wirklich schön dort. Der Titicacasee ist übrigens der zweitgrösste See Südamerikas, steht an 18. Stelle weltweit und ist der am höchstgelegenen kommerziell genutzter See. Am nächsten Tag fuhren wir wieder zurück nach La Paz, um am gleichen Abend einen Bus nach Uyuni zu besteigen. Die Fahrt dauerte 11 Stunden über Nacht. Uyuni ist bekannt für seine Salzwüste, die Salar de Uyuni. Wenn man in Bolivien ist, dann ist das ein absolutes Muss. Wir buchten bereits im Vorfeld eine viertägige Jeep-Safari, aber ja nicht die warmen Kleider und einen noch wärmeren Schlafsack vergessen! Die Nächte können sehr kalt werden. Uyuni selber ist ja sowas von öde und hässlich, da braucht man eine Packung Anti-Depressiva, um nicht gleich in ein Loch zu fallen. Aber die Landschaft im Salar de Uyuni ist umwerfend. Wir buchten eine Nacht in einem Hotel, aber leider stieg die Heizung und das Wasser aus. Es war a… kalt. Das Positive ist ja, dass die Kälte einem gut konserviert. Die Oil of Olaz-Familienpackung konnte ich somit beruhigt zur Seite legen, meine Falten waren auch so geglättet… 😉 Sozusagen mit blauen Lippen warteten wir am nächsten Morgen auf unseren Fahrer Johnny. Nun gut, die südamerikanische Zeit kann etwas gummig sein, und so eine Stunde Verspätung liegt noch im Bereich der Toleranz. Im Jeep sassen nebst uns zwei nette deutsche Kerle und ein brasilianisches Ehepaar. Die Nächte verbrachten wir zweimal in einem Salz-Hotel und einmal sonst in einem Mehrbettzimmer. Ach, du meine Güte, diese Unterkünfte waren nichts anderes als reine Rheuma-Buden, kalt und feucht. Das Essen schmeckte recht gut, nur gab es am Abend immer zu wenig, was auch nicht gerade unterstützend für eine angenehme Körpertemperatur war. Wir bewegten uns auf einer Höhe zwischen 3800 und 4700 m ü.M. Aber wie gesagt, die Aussicht und die Landschaft entschädigten uns für vieles. Unterwegs hatten wir eine Autopanne. Habe ich dies auch schon auf meiner Weltreise erlebt? Nein, nein, das muss wohl eine Fata Morgana in der Wüste gewesen sein… 😉 Nach vier Tagen war der Ausflug vorbei, wir waren zurück in Uyuni. Johnny meinte wohl, er könne die verspätete Stunde vom ersten Tag kompensieren. Kurz vor Uyuni machte Johnny einen Halt und musste den Reifendruck messen. So standen wir am Strassenrand und mussten den aufgewühlten Staub von vorbeifahrenden Autos einatmen. Es gibt so Momente im Leben, wo man sich fragt: Was mache ich hier eigentlich? Die Zeit drängte, reichte aber gerade noch für unseren Bus nach Potosi. Sonst hätten wir den Nimbus 2000 nehmen müssen, zum Glück liess ich ihn nicht auf dem Hexenmarkt in La Paz zurück… 🙂

Thema dünne Luft: Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft. Das ist nichts Neues, aber was steckt eigentlich dahinter? Die Ursache liegt darin, dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe absinkt und damit auch der Sauerstoff-Partialdruck. Dies führt zu einer Verengung der Blutgefässe in der Lunge. Die Sauerstoffaufnahme in der Lunge verringert sich, es tritt eine Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) ein. Die körpereigene Atemregulation wirkt dem nicht entgegen, da sie vornehmlich auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes reagiert. Dieser steigt bei abnehmendem Luftdruck aber nicht an. Symptome der Höhenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemnot, Husten, Müdigkeit oder Schlafstörungen. Die Hauptgefahr besteht darin, dass sich durch die Blutdruckerhöhung in der Lunge und anderen Körpergeweben (z. B. dem Gehirn) Flüssigkeit ansammelt und dort Ödeme bildet. Bei ausgeprägter Höhenkrankheit können sich eben Hirn- oder Lungenödeme bilden. Dies ist auch die Haupttodesursache für die vielen Bergsteiger am Himalaya oder auch in den Anden, welche leider nicht mehr zurückkehren. Die Höhenkrankheit tritt ab einer Höhe von ca. 2500 Metern auf. Deshalb ist es wichtig, dass man sich zuerst einmal an die Höhe akklimatisiert. Jeder Mensch reagiert komplett anders, und man kann nie voraussehen, ob man nun anfällig auf die Höhenkrankheit ist oder eben nicht. Der Körper kann sich innerhalb weniger Tage in gewissem Ausmass an die Höhe anpassen, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert. Diese Anpassung wird eben als Akklimatisation bezeichnet. Auf jeden Fall sollte man genügend trinken, damit die Niere ihre Funktion auch richtig ausüben kann. Sie kann zum Teil den Effekt der Höhenlage kompensieren. Also, Prosit im Unter- und Hochland!

 

Bolivien

23. August – 14. September 2014

La Paz – Copacabana (Titicacasee) – Uyuni – Potosi – Sucre – Cochabamba – Santa Cruz – Rurrenabaque – La Paz

 

Hauptstadt: Sucre (La Paz ist Regierungssitz)

Bevölkerung: 10,1 Mio.

Fläche: 1’098’581 km2

Ecuador

7. – 22. August 2014

18. – 22. August 2014: Eigentlich war ich auf dem Flug von den Galapagos-Inseln nach Quito gebucht, der jedoch eine Zwischenlandung in Guayaquil machte. Da ich sowieso nach Guayaquil wollte, fragte ich am Flughafen, ob es möglich wäre, mich nur bis Guayaquil einzuchecken. Kein Problem, auf der Bordkarte stehe zwar Quito, aber ich könne gut in Guayaquil aussteigen, sie mache ein Label fürs Gepäck nur nach Guayaquil. Das hat dann auch geklappt. Fragt mich jetzt bloss nicht, wie die Fluggesellschaft eine Kontrolle haben will, wer jetzt überhaupt auf welcher Strecke an Bord ist… 🙂 Guayaquil ist die grösste Stadt in Ecuador mit über zwei Millionen Einwohnern und ist die Wirtschaftsmetropole des Landes. Sie hat bis anhin als gefährlichste Stadt Ecuadors gegolten. Ich habe mir ein Einzelzimmer in einem Hostel gegönnt, so nach einer Woche Schlafen im Sarg auf dem Schiff auf den Galapagos-Inseln… Herrlich wieder einmal kreuz und quer und diagonal im Bett liegen zu können. Das Hostel war perfekt gelegen im Stadtzentrum, alles war zu Fuss zu erreichen. Das Hostel wird von ehemaligen Flight Attendants geführt, welche natürlich sehr gut Englisch sprachen. Sie haben mir gleich eine Karte der Stadt in die Hand gedrückt und die ganze Umgebung erklärt. Zudem war das Stadtzentrum auch sicher, die Polizeipräsenz war aber auch entsprechend. Guayaquil hat mir sehr gut gefallen, ich musste allerdings wieder mal einen Stadtrundgang à la Hurry-up-Travel machen, damit ich fast alles ansehen konnte. Am nächsten Mittag stieg ich in einen Mini-Van, um nach Cuenca zu fahren. Der Mini-Van braucht drei Stunden, der normale Bus vier oder fünf Stunden, je nach Route. Von Meereshöhe ging es auf 2500 m.ü.M. In Cuenca angekommen, fragte mich eine aufblondierte Einheimische, ob ich ins gleiche Taxi steigen möchte, sie fahre auch ins Stadtzentrum. Ja, warum nicht. Es war kein offizielles Taxi, aber der Fahrer war ein älterer Papa, der mit ein paar Fahrten seine Pension aufbessert. Die blondierte Dame stieg bei ihrem Haus aus, bezahlte den üblichen Betrag von USD 1.50 und weiter ging’s. Bei der Unterkunft verlangte der Papa für mich den doppelten Preis, wie könnte es auch anders sein. Ich weiss nicht, wie oft ich mich schon auf meiner Weltreise über die Taxifahrer aufgeregt habe und noch aufregen werde. Das sind einfach Gauner, aber was soll’s? Es geht mir in erster Linie nicht um den Betrag als solches, aber ums Prinzip. Weshalb muss ich immer mehr bezahlen als alle anderen, obwohl ich doch auch fast wie ein Einheimischer aussehe? 🙂 So leiste ich halt auf diese Art und Weise Entwicklungshilfe! 🙁 Cuenca ist für mich die schönste Stadt in Ecuador, der historische Teil der Stadt steht ebenfalls unter UNESCO-Weltkulturerbe und ist im kolonialen Stil gebaut. Ich hauste bei einem älteren Ehepaar, die waren ja sowas von nett. Herzlich willkommen in der Familie… Sie haben mir natürlich auch alles auf einem Plan erklärt und eingezeichnet. Ja, Cuenca war es tatsächlich Wert, einen Stop einzulegen. Dann ging es wieder zurück nach Quito. Ich habe mich für die Luxus-Version für USD 60 entschieden, mit dem Flieger die Strecke zu absolvieren, d.h. 50 Minuten Flug anstelle von 10 Stunden Busfahrt. In Quito ging ich wieder in die gleiche Unterkunft wie als ich das erste Mal ankam, da ich ein paar Sachen dort deponierte. Am nächsten Tag war es bereits Zeit, um sich von Ecuador zu verabschieden, es folgte die Weiterreise nach Bolivien. Am Flughafen in Quito war Geduld angesagt. Vor mir standen bloss sechs Personen beim Check-In, aber es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis ich an der Reihe war. Ich weiss auch nicht, was da los war. Jeder Passagier vor mir verursachte irgendein Problem, sie mussten wieder weg, kamen dann wieder, sassen auf der Waage und warteten, oder ein Vorgesetzter musste kommen. Da hatte ich noch Glück, bei mir ging alles reibungslos, bis, ja bis ich in eine Polizeikontrolle nach dem Sicherheitscheck kam. Halt, wo kommen Sie her und wo gehen Sie hin? Was arbeiten Sie? Kommen Sie mit, ich will Ihre Tasche genauer ansehen. Dann musste ich alles auspacken. Meine Rettung waren zwei kleine Schweine, kaum zu glauben… Wie den das? Ich habe das Spiel Schweinerei mitgenommen. Für diejenigen, die es nicht kennen, geht es darum, dass man zwei kleine Schweinchen würfelt, und je nach Position der Schweinchen gibt es Punkte. Alles andere war nicht mehr interessant. Ich musste dem Polizisten das ganze Spiel erklären, und das auf Spanisch. Dann wollte er eine Runde Schweinerei spielen. Der war ganz begeistert von diesem Spiel, sowas habe er noch nie gesehen, das sei ganz originell. Wie das Spiel denn auf Spanisch heisse. Ach, Porqueria, denke ich. Aber aufgepasst, die Schweinchen dürfen sich nicht berühren, sonst gibt es eine Mierda! Am Schluss stand das halbe Polizeicorps um mich und den Schweinchen und grinste. Ich konnte dann wieder alles zusammen packen und gehen. Vielen Dank den Schweinen, ihr habt gut gegrunzt, und ich kann mich dann nach meiner Weltreise doch noch als Knecht bei einem Bauer bewerben! 🙂

Thema US-Dollar: Der US-Dollar begleitet mich nun schon fast seit einem Jahr auf meiner Weltreise. Grund genug, sich dieser Währung zu widmen. Der US-Doller ist zweifelsfrei die meistverbreitete Währung der Welt. Auf meiner bisherigen Reise war der USD die offizielle Landeswährung in Zimbabwe, natürlich in den USA, in Panama und jetzt in Ecuador. Weitere Länder oder Gebiete haben ihn als Landeswährung: Bonaire, die Britischen Jungferninseln, El Salvador, Liberia, die Marshallinseln, Mikronesien, Osttimor, Palau, Saba, Sint Eustatius und die Turks- und Caicosinseln. Der Name stammt von United States Doller, oder eben abgekürzt USD. Aufgrund der grünen Farbgestaltung der Banknoten wird der Dollar umgangssprachlich auch als „Greenback“ bezeichnet. Der USD verzeichnet einen Anteil von über 50 % an internationalen Finanztransaktionen und ist somit die weltweit meistgehandelte Währung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Britische Pfund, die damalige Leitwährung, weitgehend vom USD an den Finanzmärkten abgelöst. Einige Rohstoffe werden auf dem Weltmarkt nur in USD gehandelt, so das Erdöl. Noten gibt es in der Stückelung 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100. Der USD wird in 100 Cents unterteilt. Münzen gibt es wie folgt, die in Klammern geschriebenen Bezeichnungen sind die Namen der Münzen: 1 Cent (Penny), 5 Cents (Nickel), 10 Cents (Dime), 25 Cents (Quarter), 50 Cents (Half) und 1 Dollar (Buck). Nach dem zweiten Weltkrieg war ein USD 4,3 CHF Wert, den Tiefststand erreichte er vor genau drei Jahren als er gerade noch 72,5 Rappen Wert war. Heute ist er rund 92 Rappen Wert. Also, liebe Kinder, auf geht’s in ein US-Dollar-Land!

 

7. – 18. August 2014: Ja, Panama ging schnell vorbei, die Zeit rast an einem nur so vorbei. Ab in ein Taxi, und ein letztes Mal musste ich mir das Gejammer eines Taxifahrers anhören, wie es fast unrentabel ist, an den Flughafen zu fahren. Jeder Taxifahrer verlangt einen anderen Zuschlag, wenn man die Schnellstrasse an den Flughafen nimmt. Wenn man sie darauf anspricht, weshalb der Kollege einen tieferen Ansatz wählt, dann ist auf einmal Ruhe. Ich denke, am Zuschlag verdienen sie am meisten… Ab in den Flieger, um an mein nächstes Ziel zu gelangen, Ecuador. Dieses Land wollte ich schon lange mal besuchen, vor allem wegen den Galapagos-Inseln. In Quito auf 2850 m.ü.M. bin ich gelandet. Mit dem Taxi braucht man rund eine Stunde bis man in der Stadt ist. Auf geht’s auf eine Stadtrundfahrt. Quito ist eine schmucke Stadt, vor allem die Altstadt ist sehenswert, sie steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Am nächsten Morgen fuhr ich an den Busbahnhof, um ein Ticket nach Banos zu kaufen. Das schien ganz schön gefragt zu sein, vor dem Mittag waren bereits alle Tickets ausverkauft. Aber um 12 Uhr hatte es noch freie Plätze, kein Problem. Neben mir sass ein Kanadier, er fragte mich, ob ich Englisch oder Französisch spreche. Mais très bien, aber ich musste zuerst das linke Ohr zum rechten und umgekehrt wechseln, dann noch schnell das Trommelfell ausklopfen, und auch ich verstand seinen Québec-Akzent. 🙂 Nach gut drei Stunden Busfahrt kam ich in Banos an. Banos ist ein Wallfahrtsort, am Wochenende hat es immer viele Ecuadorianer, die dorthin gehen. Ansonsten kann man viele Sport-Aktivitäten machen. Am nächsten Morgen ging ich in ein Kaffee um zu frühstücken. Auf einmal ging der Feueralarm los. Der Chef kam mit einem Stück Karton vorbei und wedelte den Rauch weg, den meine Rühreier verursachten. Und schon ist das Problem gelöst… 🙂 Ich entschied mich, verschiedene Wasserfälle zu besuchen. Da es regnete, nahm ich den Bus. Die Wasserfälle waren wirklich schön. Als wir zurück im Ort waren, wollte die Sonne doch noch schnell vorbei zu schauen. Dies ermutigte mich, noch auf eine Wanderung zu gehen. Allerdings musste ich meine Hintern hervor nehmen, damit ich noch vor Sonnenuntergang wieder zurück war. Bei Banos liegt der noch aktive Vulkan Tungurahua. Nur eine Woche vorher spuckte er Asche und Lava in die Luft. Man muss sich auch immer vorher erkundigen, wo man hin muss, sollte der Vulkan in Ausbruch geraten. Ich ging immer weiter und weiter, leider sah ich vom Vulkan nicht sehr viel. Ich entschied mich dann umzukehren, schliesslich wollte ich kein beklopter Tourist sein, den man in der Dunkelheit suchen gehen muss. Es war Samstag-Abend, die Stadt war einmal mehr sehr besucht, jede Stunde wird in der Kathedrale eine Messe abgehalten. Vor der Kathedrale lief eine Party auf vollen Touren, der Bass liess die halbe Stadt beben. Das war ein Bild, auf der einen Seite die Kathedrale, davor eine Party-Szene. Am nächsten Morgen bestieg ich den Bus nach Quito, damit ich dann parat war für meinen Galapagos-Ausflug. Ich buchte eine Woche Galapagos auf einem 12-plätzigem Boot. Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Das Prozere um auf die Galapagos-Inseln zu fliegen, ist wie folgt: Am Flughafen muss man zuerst bei einem separaten Schalter der Galapagos-Behörden eine Einreisekarte für USD 10 kaufen gehen. Dann wird das Gepäck geröntgt und versiegelt, schliesslich wird das Gepäck eingecheckt. Bei Ankunft auf den Galapagos-Inseln muss man als erstes die Eintrittsgebühr für den Nationalpark von USD 100 bezahlen, dann bekommt man die Einreisegenehmigung und schliesslich darf man das Gepäck entgegen nehmen, nachdem der Drogenhund alle Gepäckstücke abgeschnüffelt hat. Bienvenido! Ab ging’s aufs Boot. Ich durfte eine Mikrokabine mit einer Holländerin teilen. Die Kabine war so klein, dass wir nicht zusammen in der Kabine stehen konnten, schlicht unmöglich. Wir mussten uns immer absprechen, wer nun zuerst in die Kabine steht und aufs Klo geht. Wir verstanden uns gut, so war es überhaupt kein Problem. Das Bett war ein Stockbett und kam mir wie ein Sarg vor. Ja nicht bewegen, sonst fällt man aus dem Bett, aber wohin?! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Inseln an, wo wir einerseits Landausflüge machten und andererseits ging es jeden Tag auf mindestens eine Schnorchelexpedition. Es war wunderschön, vor allem die Unterwasserwelt gefiel mir sehr gut. Wir sahen natürlich sehr viele Seelöwen, das sind ja echt lustige Tiere. Das Essen auf dem Schiff schmeckte vorzüglich. Der Zeitplan entsprach voll und ganz Hurry-up-Travel. Zwischen 6 und 7 Uhr gab es jeweils das Morgenessen und der ganze Tag war vollgeplant. Geschlafen habe ich nicht sehr viel, es schaukelte doch recht auf dem Boot. Wir hatten auch einen Reiseführer, der uns durch die Galapagos-Inseln begleitete. Allerdings verstanden wir nicht immer, was er uns mitteilen wollte, seine englischen Sätze hörten immer mittendrin auf. Auf dem Schiff waren eine ecuadorianische Familie, eine Deutsche, eine Israelin, drei Holländer, zwei Kanadierinnen und meine Wenigkeit. Es war eine lustige Truppe. Jedenfalls kann ich dieses Inselparadies sehr empfehlen, vorausgesetzt man hat nicht Platzangst in der engen Bootskabine, wobei man natürlich auch ein Luxusboot buchen kann. Von denen gibt es relativ viele und auf einmal flackerten für eine ganz kurze Zeit nochmals meine Gedanken der Millionärin auf… 😉

Thema Äquator: Da ich nun sozusagen auf dem Äquator sitze, ist dieses Mal das Thema gegeben. Der Äquator der Erde ist der auf ihrer Oberfläche angenommene Grosskreis, auf dessen Ebene (die Äquatorebene) die Erdachse senkrecht steht. Die Erdoberfläche wird von ihm in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt, woher der lat. Name „Gleichmacher“ stammt. Er ist Bezugskreis für die parallelen Kleinkreise, die zur Bemassung der Erde in Nord-Süd-Richtung mit Hilfe von Breitenkreisen verwendet werden. Er selbst hat die geographische Breite 0°. Der Schnitt der Äquatorebene der Erde mit der um die Erde gedachten Himmelskugel ist der Himmelsäquator. Die Länge des Äquatorkreises ist 40’075 km. Der Erdäquator durchquert die Kontinente Afrika, Asien (Indonesien) und Amerika (Südamerika) und die Ozeane. Inselstaaten mit Inseln beidseits des Äquators sind die Malediven im Indischen Ozean und im Pazifischen Ozean Mikronesien und einige weitere Inselgruppen. Zwei Staaten nehmen in ihrem Namen Bezug auf den Äquator: Ecuador (Buenos Dias!) und Äquatorialguinea. Beidseits des Äquators befindet sich die Klimazone der Tropen. Durch den während des ganzen Jahres hohen Sonnenstand am Äquator ist die Einstrahlung hoch und nahezu gleich bleibend. Die Folgen sind eine nahezu konstant bleibende Wolkenbildung und ein entsprechend konstantes Niederschlagsniveau.

 

 

 

 

 

Ecuador

7. – 22. August 2014

Quito – Banos – Galapagos Inseln – Guayaquil – Cuenca – Quito

 

Hauptstadt: Quito

Bevölkerung: 15,3 Mio.

Fläche: 283’561 km2

Panama

23. Juli – 6. August 2014

29. Juli – 6. August 2014: In Santa Catalina bestiegen wir den Bus, um nach Boquete zu gelangen, was mit drei Mal Busumsteigen verbunden war. Wie bereits erwähnt, darf man nicht pressiert sein, um an einen Ort zu gelangen. Das Tagesziel heisst einfach: Heute fahre ich von A nach B, wann immer auch die Busse fahren. Boquete liegt am Fusse des Vulkans Baru, der höchsten Erhebung Panamas mit rund 3800 m ü M. Unsere Unterkunft war aussen nicht angeschrieben. Zum Glück las ich vorher noch die Bewertungen des Hotels. Dort wurde eben erwähnt, dass dieses nicht angeschrieben ist. Ich glaube auch nur deshalb fanden wir die Unterkunft… Boquete ist auch bekannt für die umliegenden Kaffeeplantagen. So liessen wir es uns nicht nehmen, die Herstellung von Kaffee zu zeigen, resp. die Gewinnung und Rösterei der Kaffeebohnen. Das ist noch eine spannende Sache. Dem Kaffee habe ich diesmal mein Bericht-Thema gewidmet. Details könnt ihr daraus nehmen. Für den nächsten Morgen buchten wir eine Sonnenaufgangs-Tour auf den Vulkan Baru. Vom Gipfel kann man sowohl den atlantischen wie den pazifischen Ozean sehen, sofern das Wetter mitmacht. Es gibt zwei Möglichkeiten, um auf den Gipfel des Baru zu gelangen. Entweder man läuft rauf, was eine rund 6-stündige Wanderung, d.h. für einen Weg, bedeutet. Oder man heuert einen Fahrer mit einem dafür gemachten Jeep an, der einem hochfährt. Die Wanderung lohnt sich meines Erachtens nicht wirklich, da man während dem ganzen Aufstieg nichts ausser Bäume und Sträucher sieht, also nicht wirklich eine gute Aussicht, und dies bis zum letzten Kilometer. Oben ist es dann wirklich toll. So fuhren wir um 4.15 Uhr frühmorgens los. Also, ich muss sagen, dieser Fahrer hatte den Jeep und Weg im Griff. Das kann nicht jeder. Oben angekommen sahen wir gleich noch wie die Sonne ihren Morgenrock auszog und uns kurz, aber nur ganz kurz anlachte. Dann zogen Wolken und Nebelschwaden auf und der ganze Spuk war zu Ende. Wir sahen weder den Atlantik noch den Pazifik. Nun, das nennt man Schicksal und liegt in den Händen der Natur. Aber schon nur die Fahrt hin und zurück sind unvergesslich. Das ist Hardcore-Massage vom höchsten. Boquete ist wirklich ein schöner Ort, das Klima sehr angenehm. Zum Abschluss unserer gemeinsamen Panama-Reise wollten Patrick und ich an den atlantischen Ozean, an die Karibik fahren, um nochmals unsere Badehosen auszupacken. Bocas del Toro hiess unser Ziel. Wir bestiegen den Bus, fuhren 3 Stunden, und dann ging auf einmal gar nichts mehr. Wenige Minuten vor Almirante, wo wir ein Boot besteigen hätten sollen, um nach Bocas del Toro zu tendern, ging vor uns ein Erdrutsch runter. Er war nicht sonderlich gross, aber unmöglich zu passieren, auch zu Fuss nicht, da immer noch Erde und Steine hinunter grollten. Sollte dies ein Wink der Natur sein? Wir lassen dies die höhere Macht beurteilen… So blieb uns nichts anderes übrig, als 3 Stunden wieder zurück zu fahren nach Boquete. Zum Glück hatte unser Meieli, so nannten wir die Rezeptionistin in Boquete, noch ein Zimmer für uns für eine weitere Nacht frei. Wir änderten unseren Reiseplan, indem wir Bocas del Toro ausliessen, und einen Tag früher nach Panama-Stadt zurückkehrten. Schade, aber gegen solche Sachen kann man nichts machen. Wir mussten noch den Flug umbuchen, was in Panama ganz unbürokratisch vor sich geht. Der Flieger wurde in der Luft nach Panama-Stadt etwas durchgeschüttelt. Patrick flog schliesslich am 4. August mit einem Rucksack voller neuer Eindrücke und Erfahrungen zurück in die Schweiz. Der erlösende Seufzer, dass er Hurry-up-Travel überlebt hatte, konnte ich selbst zwischen den Wolkenkratzern in Panama-Stadt hören und fühlen! 😉 Hey, cheers Patrick for your visit! Ich wechselte die Unterkunft, um mich wieder etwas an die Backpacker-Welt zu gewöhnen, die mich in der nächsten Zeit erwarten wird. Am nächsten Tag fuhr ich nach El Valle, eine 2 1/2-stündige Fahrt mit dem Bus. Ich wollte nochmals etwas Gebirge von Panama sehen. Dort angekommen ging ich gleich auf eine Wanderung. Ich erklomm die „India Dormida“, die schlafende Indianerin, eine Gebirgsformation, die eben so aussieht. Einer Legende zufolge verliebte sich Flor del Aire (Luftblüte), die Tochter des Urracá, dem tapfersten Häuptlings Panamás, im Kampf gegen die Konquistadoren, in einen der weisshäutigen Krieger, die ihr Volk niederzwingen wollten. Yaraví, einer der tapfersten jungen Krieger ihres Stammes, der ihr seine Liebe antrug, fühlte sich durch ihre Abweisung gedemütigt und missachtet. In seiner Hoffnungslosigkeit stürzte er sich vor den Augen der Prinzessin von dem Gipfel eines Berges in den Tod. Sie wollte ihr Volk nicht verleugnen und sah den Spanier nie wieder und durchwanderte Berge und Täler und beweinte ihr Unglück. Über den vom karibischen Meer benetzten Stränden ereilte sie der Tod. Liegend, fiel ihr letzter Blick in Richtung der geliebten Berge, wo sie einst geboren wurde. Die Berge berührte diese traurige Liebesgeschichte so sehr, dass sie die Silhouette der Prinzessin nachempfanden. So entstand die India Dormida. Eigentlich wollte ich ihr nachträglich etwas Trost spenden, aber sie realisierte eben nicht, als ich über ihren Bauch marschierte. Dabei hatte ich extra Tempo-Nastücher und Bonbons aus der Schweiz dabei. Dann eben nicht! 😉 Ich wanderte noch zu zwei Wasserfällen, nichts spektakuläres, aber alleweil sehenswert. Die Rückfahrt nach Panama übertraf alle bisherigen Busfahrten. Die Musik war so laut, der Bus hüpfte wie von alleine über die Autopista. Dann meinte der Fahrer, er könnte mit einem anderen Busfahrer ein Rennen veranstalten, bis er für eine kurze Zeit eine Vollbremsung machen und Gummi lassen musste. Ou weja, mit erhobenen Fingern machten die Passagiere eine Revolte und stauchten den Fahrer zusammen. Dabei konnte ich gratis das ganze spanische Tieralbum erlernen. Ja, ein Affe ist auf Spanisch ein Mono, ein Esel ein Burro und ein Kalb ein Ternero… Ich war auf jeden Fall froh, dass wir heil in Panama ankamen. Dann hatte ich noch eine Kandidatin für den Music-Star von Panama, oder sie meinte es jedenfalls, neben mir im Bus. Sie sang zu der lauten Musik im Bus mit. Mein Urteil war, dass das Outfit der Lady, das alle roten Farben von Pink über Knallrot bis Bordeauxrot beinhaltete, in die Kategorie „Leider nein“ ging, der Gesang, nun ja, ich selber singe auch wie eine sterbende Säge, aber ich weiss es wenigstens… 😉 Die Feuchtigkeit hier in Panama um diese Jahreszeit ist schon beeindruckend, da ist die Gratis-Sauna auch gleich mitgebucht. Ich liess den letzten Tag einfach ausplampen und buchte für die letzte Nacht mit meinen gesammelten Flugmeilen ein gutes Hotel mitten in der Stadt. Adios Panama, buenos dias Ecuador.

Thema Kaffee: Dass ausgerechnet ich als Nicht-Kaffeetrinker dieses Thema ausgesucht habe, scheint etwas komisch zu sein, aber für mich nicht weniger interessant. Und so wird Kaffee hergestellt. Zuerst werden die Beeren vom Kaffeebaum gepflückt. In jeder Beere hat es zwei Samen, resp. Bohnen, die anfangs noch ziemlich schleimig sind. Dann werden Sie normalerweise an der Sonne getrocknet. Dabei wird nach guter und schlechter Qualität gesiebt. Nach dem Trocknen werden die Bohnen abgepackt und exportiert. Dann geht es ab in die Rösterei. Dort werden die Bohnen je nach Wunsch und Kaffeesorte solange geröstet bis sie die entsprechende Farbe erhalten haben, je dunkler die Bohnen sind, je länger wurden sie geröstet, und desto bitterer sind sie im Geschmack. Und zu guter letzt werden die Bohnen gemahlen und eine Tasse Kaffee kann schliesslich getrunken werden. Die beiden wichtigsten Arten von Kaffeepflanzen sind der Arabica- und Robusta-Kaffee. Über die Zubereitung des Kaffee lässt sich natürlich streiten. Ihr könnt euch etwa vorstellen, dass die Kaffeeproduzenten gar nichts von Nespresso-Kapseln und Anrührkaffee halten. Die grössten Kaffee-Anbau-Staaten sind Brasilien mit 2,7 Mio. Tonnen, Vietnam mit 1,3 Mio. Tonnen und Indonesien mit 640’000 Tonnen Kaffeebohnen. Den grössten Kaffeekonsum pro Kopf haben Finnland, gefolgt von Norwegen und Schweden. Jeder Finne konsumiert im Schnitt 3,6 Tassen Kaffee pro Tag. Wie kann man nur? Der Kaffee ist mengenmässig das viertbeliebteste Getränk der Welt, hinter Wasser, Tee und Bier. Nun, wie bereits erwähnt, habe ich nichts am Hut mit Kaffee, ausser dass man die Zukunft im Kaffeesatz sehen soll. 😉

 

22. – 29. Juli 2014: Spät Abends stiegen wir in Los Angeles in eine vollbesetzte Maschine der Copa Airlines. Noch nie gehört? Dies ist die panamaische Nationalairline. Voll ausgebucht war auch unser Gepäck… Je gut 25 Kilo zeigte die Waage am Check-in an. Hey chicos, das nächste Mal dürft ihr dann nicht mehr so viel Gepäck mitnehmen, meinte die nette Dame am Schalter mit erhobener Stimme. Si, si, claro… Und wer glaubt noch an den Osterhasen?! 😉 Die Alternative ist doch tatsächlich einen Frachtcontainer zu mieten. Gegen den Morgen gab es so etwas wie ein Morgenessen, genau war dies nicht zu definieren. Ich bin doch schon etliche Kilometer geflogen, aber ein solch ungeniessbares Brötchen hatte ich noch nie, das schlägt sogar noch das Sandwich von Air Berlin. Das müssen wohl Überreste vom Apéro-Gebäck sein, als der Panamakanal vor 100 Jahren eingeweiht wurde… In Panama-City angekommen, bestiegen wir ein Taxi, um in unser Hotel mitten in der Stadt zu fahren. Zuerst machten wir eine Siesta, da wir beide nicht wirklich schlafen konnten im Flieger. Für was ist eigentlich Panama bekannt, ausser dem Panama-Kanal und dem Panama-Hut, mögen sich ein paar Leute fragen. Die folgenden zwei Berichte sollen die Schönheiten des Landes zeigen. Wir liessen es uns nicht nehmen, den Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen in der Nähe der Stadt zu besuchen. Dort wird einem alles erklärt und gezeigt, sehr interessant. Leider war gerade kein Schiff in den Schleusen. Die Altstadt von Panama-City ist auch sehenswert. Panama-City sieht recht modern aus, hat viele Wolkenkratzer und will sich weltoffen zeigen. In unserem Hotel empfahl uns der Rezeptionist, Super-Mario, das panamaische Buffet im Hotel. Der Höhepunkt am Buffet war nicht kulinarischer Natur, sondern ein Mega-Bomber von einer Frau. Ohne jemanden angreifen zu wollen, aber sie muss wohl mehr als 100 Kilo auf die Waage gebracht haben, kugelrund, ein Mini-Jupe (!) und Waden wie ein aufgehängter Kaninchenbauch. Wie eine Kriegsfregatte steuerte sie mit ihren Highheels das Buffet an. Wehe, man kam dazwischen, da wurde man gleich abgeschossen. Hasta luego, Baby! 🙂 Am nächsten Morgen bestiegen wir einen Bus, um zur Playa Blanca an der Pazifikküste zu fahren. Dort soll es angeblich einen der schönsten Strände des ganzen Landes geben. Kaum zu glauben, aber auch das liegt bei Hurry-up-Travel drin, mal einen Tag am Strand ausspannen… 🙂 Busfahren in Panama ist ein Erlebnis. Busfahrpläne gibt es nicht wirklich, die Busse fahren dann, wann sie eben fahren. Ein Ticket kann im Voraus auch nicht gekauft werden. Da geht man einfach zur Bushaltestelle und steigt in den nächsten Bus ein. Am Hauptbusbahnhof in Panama-City gibt es mehr als 60 Bus-Perrons. Es ist bekannt dafür, dass in den Bussen laute Musik läuft, was wir bereits auf der ersten Fahrt erleben durften. Oft wird Elektro- oder Latinomusik mit vollem Bass abgespielt, dazu noch das passende Musikvideo auf einem Bildschirm. Die fahrende Disco brachte uns direkt zur Playa Blanca. Und das soll einer der schönsten Strände des Landes sein? Nun gut, die Geschmäcker sind verschieden. Es ist nicht so, dass es etwa hässlich war, aber es gibt sicherlich schöneres. Hopp in den nächsten Bus, es ist Sonntag-Morgen, eigentlich Zeit für in die Kirche… Deshalb wird wohl die Musik etwas leiser abgespielt, der Herr im Himmel muss ja schliesslich auch verstanden sein. Dreimal mussten wir umsteigen, um nach Santa Catalina zu gelangen. Heilig sind die Wellen für die Surfer und die Tiefen des Meeres für die Taucher. Es gibt dort zwei Strände, dunkelsandig, aber doch sehr dreckig, übersät mit Petflaschen und sonstigem Dreck. Vor Santa Catalina liegt der Nationalpark Coiba, ein rund 60 Kilometer vorgelagertes Inselreich. Auch dort befand sich früher ein Gefängnis. Wir charterten gleich selber ein Boot, mit einem Führer und einem Capitano. Au Backe, die Fahrt ist alles andere als eine gemütliche Schiffsfahrt mit Kuchen und Kaffee. Mit voller Wucht bretterten wir nach Coiba, schlugen x-mal auf den Wellen auf, aber der relativ weite Weg entschädigte uns voll und ganz. Es hat sehr schöne Strände, wir machten zudem zwei kleinere Wanderungen mit unserem Führer. Zwischen den 38 zu Coiba zählenden Inseln konnten wir Wale beobachten, auf dem Rückweg nach Santa Catalina begleiteten uns noch für kurze Zeit ein paar Delphine. Es war ein herrlicher Tag in diesem Nationalpark. Ganz so geschmeidig wie die Delphine bewegten wir uns zurück an Land dann nicht wirklich, aber wir gaben unser bestes. Wir hausten bei Sherlley in ihren sogenannten Cabanas. Das sind so pro Forma Studios, Cabins. Sherlley machte einen etwas verwirrten Eindruck, sie wusste nicht sehr viel über die Region, aber immerhin wo es die beste Pizza weit und breit gab. Das ist doch schon mal was! In unserem Cabin hatten wir Schlafgelegenheiten für acht Personen, aber nur drei Tassen und zwei Barhocker dazu. Fragt mich jetzt nicht, wie eine Familie zusammen Essen möchte… Eins und eins geben doch fünf, oder?! Ach nein, es sind doch sieben, sorry. 😉 Am nächsten Tag ging es dann bereits weiter in die Berge Panamas.

Thema Panama-Kanal: Der Panamakanal ist eine künstliche, etwa 82 Kilometer lange Wasserstrasse, die die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet, den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet und ihr damit die Fahrt um das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas erspart. Der 1914 eröffnete Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstrassen der Welt; etwa 14’300 Schiffe durchfahren ihn pro Jahr. Die Grösse der Schiffe ist begrenzt durch die sogenannten Panamax-Masse, das entspricht etwa einem Containerschiff mit 4’600 Frachtcontainern (TEU). Nach der Vollendung des 2007 begonnenen Ausbaus (planmässig 2015) sollen ihn Schiffe mit 12’000 TEU durchfahren können. Die Schiffe müssen für die Durchquerung des Kanals sechs Schleusen passieren. Deshalb darf ein Schiff heutzutage höchstens 294,13 m lang und 32,31 m breit sein, einen Tiefgang von 12.04 m sowie eine Höhe von maximal 57,91 m aufweisen. Die ganze Durchfahrt dauert ca. 8 – 10 Stunden und kostet je nach Fracht oder Passagiere zwischen 300’000 und 400’000 USD. Das ist das Geld alleweil Wert, da die Einsparung der Umfahrung von ganz Südamerika ca. 30 Tage beträgt. Zeit ist Geld! Die niedrigste Gebühr musste übrigens 1928 ein Schwimmer bezahlen (35 Cents), der erste Mensch, der den Panama-Kanal durchschwamm. Pro Tag können höchstens 35 – 40 Schiffe eine Passage durchführen. Dafür stehen beinahe 300 Lotsen und 36 Schlepper zur Verfügung. Der Panama-Kanal ist wirtschaftlich für das Land sehr wichtig. Das haben auch die umliegenden Länder gemerkt und haben Studien gemacht, ob es auch möglich wäre, einen zweiten Kanal, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, zu bauen. So sollen in Nicaragua noch dieses Jahr die ersten Bagger auffahren, um die geplanten Arbeiten von fünf Jahren in Angriff zu nehmen, es lebe „El Gran Canal“.

Panama

23. Juli – 6. August 2014

Panama City – Playa Blanca – Santa Catalina – Boquete – Bocas del Toro – Panama City

Hauptstadt: Panama City

Bevölkerung: 3,34 Mio.

Fläche: 75’517 km2

 

 

USA

1. – 22. Juli 2014

8. – 13. Juli 2014: Unsere „Zelte“ schlugen wir im Ort Mexican Hat auf, den Namen bekam dieser Ort wegen einer Steinskulptur, die wie ein mexikanischer Hut aussieht. Das Bett war weit weniger gefährlich als noch bei Jim. Dort brauchte ich als Bonsai fast ein Trampolin, um ins Bett steigen zu können, so hoch war es. 🙂 Und wenn man aus dem Bett fiel, dann hätte man glatt das Genick brechen können. Mexican Hat ist ein Kaff sondergleichen, ausgestattet mit einer Tankstelle und etwa vier Motels. Dort laufen gewisse Leute mit einer Knarre im Halfter herum, das sieht schon komisch aus, aber schliesslich befinden wir uns ja im wilden Westen. Old Shatterhand und Winnetou können also auch nicht mehr weit weg sein, so kommt es einem auf jeden Fall vor, wenn man durch diese Gegend fährt. Als Spezialität zum Essen gibt es „swinging Steaks“, also schwingende Steaks über dem Grill. Es schmeckte vorzüglich, also nur das Steak, die frisch gewärmten Bohnen aus der Büchse eher weniger. Wir fuhren immer noch weiter ostwärts, es warteten die nächsten Nationalparks auf uns. Namentlich war dies der Arches NP, ein sehr schöner Park, wo die Natur Bogen und Brücken in das Gestein schmiedete. Der nächste Park war der Goblin State Park. Der gefiel mir ganz gut, mal komplett was anderes. Die Stein- und Erdformationen sahen aus, als wären wir bei den Schlümpfen zu Besuch, so wie Pilzhäuser. Weiter ging es zum Capital Reef NP, der mir ein wenig wie eine Zusammenfassung der bereits besuchten Parks vorkam. Nun fuhren wir wieder Richtung Westen. Der nächste Höhepunkt stand vor uns, der Bryce Canyon NP. Oh je, aber der liebe Gott trank am Morgen viel zu viel Kaffee, und so musste er den ganzen Nachmittag Wasser lassen. Es regnete und regnete, der liebe Gott spielte zwischendurch auch auf der Kegelbahn, denn es donnerte und blitzte um uns herum. Am nächsten Morgen lachte aber die Sonne wieder, und so fuhren wir nochmals schnell in den Bryce Canyon, um doch noch ein Foto mit den prachtvollen Farben des Canyons abzudrücken. Beeilung bitte, wir sind mit Hurry up Travel unterwegs, der Zion NP wartet auf uns. Der wird ja als Geheimtipp gehandelt. Nun gut, er ist schön, da gibt es nichts zu rütteln, aber ich fand die anderen Parks schöner. Oder war ich bereits allzu sehr verwöhnt worden mit den anderen Parks? Wir liessen es uns nicht nehmen, an den meisten Orten eine Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Es war zum Teil sehr heiss, so um die 40° C. Der letzte Park vor Las Vegas war das Valley of Fire, natürlich auch sehr sehenswert. Dort konnten wir mal mitfühlen wie es einer Bratwurst geht, wenn sie auf den Grill gelegt wird. Nein, in meinem nächsten Leben will ich keine Bratwurst sein, viel zu heiss… Dann fuhren wir also auf den weltberühmten Strip von Las Vegas ein, und wir gewannen wieder eine Stunde Zeit, die es zwischen den Bundesstaaten Utah und Nevada gibt. Ja, diese Stadt ist schon etwas besonderes, da glitzert und leuchtet es, was das Zeug hält und das 24 Stunden lang. Kleopatra zwinkerte mit ihren Augen, wir liessen uns blenden und stiegen im Caeser’s Palace ab. Das ist eines von vielen Themenhotels in dieser Stadt der unbeschränkten Möglichkeiten, dort geht es um das römische Reich. Dieses Hotel hat gerade mal 3’960 Zimmer, ist noch nichts neben den 7’128 Zimmern im Venetian Hotel gleich um die Ecke, übrigens das grösste Hotel der Welt. Jedes Hotel hat zudem ein Casino im Erdgeschoss, da klimpert es 24 Stunden. Show hier, Show da, Show überall. Wir gingen ins Monte Carlo Hotel und sahen uns die Blue Man Group an, eine fantastische Show, wenn man Spezialeffekte mag. Das Shoppen durfte natürlich auch nicht fehlen. Butler, ja bitte, hier ist eine Tasche zum Tragen, und hier auch noch eine, und gleich kommt die nächste. Butler, hallo Butler… Wie bitte? Träumen darf man ja, der Butler bin in der Realität ich und musste natürlich die Taschen selber tragen… 😉 Ach ja, dann stand noch eine Mission auf der Traktandenliste, nämlich den Jackpot im Casino knacken. So gingen Patrick und ich an einen elektronischen Roulettetisch, nachdem wir an den einarmigen Banditen keinen Erfolg verbuchen konnten. Der Automat frass unsere Dollarnoten ganz gierig. Wir entwickelten eine Strategie, setzten immer auf die zwei gleichen Zahlen, die geraden und ungeraden Zahlen, dann wieder auf rot oder schwarz. Aber unser Einsatz schwand und schwand bis auf 2 Dollar von Patrick. Der Mindesteinsatz war jedoch 3 Dollar, Patrick zahlte den einen Dollar drauf und buchte alles auf eine bisher gesetzte Zahl, welche jedoch ein Geheimnis bleibt. Und der Herrgott stellte sein Hörgerät auf volle Lautstärke, denn er erhörte uns und siehe da, er warf die Kugel auf die berüchtigte Zahl, Volltreffer! Patrick liess sich den gesamten Gewinn gleich per Coupon auszahlen. Nun gut, ich hatte noch 10 Dollar in der Hosentasche, steckte diese in den Automaten und spielte weiter, oder meinte es zumindest. Da kam die andere Zahl, auf die wir jeweils tippten, aber offenbar hatte ich entweder nicht rechtzeitig oder stark genug auf die andere Zahl gedrückt. Somit kein Gewinn, vorerst. Dann entschied ich mich auf eine andere Zahl zu tippen. Nun hatte der Herr im Himmel auch mit mir Mitleid und liess die Kugel auf meine Zahl fallen. Jupi! Auch ich liess mir den Gewinn gleich per Coupon auszahlen. Schlussendlich schaute für mich eine schwarze Null raus, besser als ein Verlust. Am Abend gingen wir etwas Essen und Trinken. Ich nahm einen Eistee, der jedoch in den USA normalerweise nicht gesüsst ist. Eine sehr nette Serviererin fragte mich, ob ich Zucker haben möchte. Ja gerne. Nun gut, ich weiss nicht, ob sie eventuell dachte, dass ich bereits dritte Zähne hätte, welche nicht mehr so gut hafteten. Lieber mit Zucker alles anheften als mit Kukident, war das Motto. Sie brachte mir sage und schreibe 13 Zuckerbeutelchen an den Tisch. Schon nur beim Anschauen des Zuckers fielen mir fast die Füllungen aus den Zähnen, au weja. Den Beweis des Zuckers könnt ihr auf einem Foto im Blog sehen. Es leben meine Beisserchen! 😉

Thema Nationalparks in den Vereinigten Staaten: In den USA gibt es 59 offizielle Nationalparks, welche zusammen eine Gesamtfläche von 210’000 km2 haben. Der mit Abstand meist besuchte Nationalpark ist der Great-Smoky-Mountains-Nationalpark im Grenzgebiet von North Carolina und Tennessee mit über 9,2 Mio. Besuchern pro Jahr. Zum Vergleich hier zwei andere bekannte Nationalparks: Grand Canyon in Arizona mit 4,2 Mio. Besuchern oder der Everglades-Nationalpark in Florida mit einer Besucherzahl von 1,2 Mio. Der am wenigsten besuchte Nationalpark ist der Nationalpark von Amerikanisch-Samoa im Pazifik mit nicht einmal 2’000 Besuchern pro Jahr. Flächenmässig der grösste Nationalpark ist der Wrangell-St. Elias-Nationalpark in Alaska mit 44’313 km2, also etwas grösser als die Schweiz. Der kleinste ist der Hot-Springs-Nationalpark in Arkansas mit gerade mal 20 km2. Als Vergleich hier noch der Schweizer Nationalpark in Graubünden: Dieser ist 170 km2 gross, feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag und ist übrigens auch sehr empfehlenswert zum Besuchen.

 

30. Juni – 7. Juli 2014: Von Tahiti flog ich nun das letzte Mal nach Neuseeland. Inzwischen war es das vierte Mal, dass ich in das Land der Kiwis einreisen durfte. Schon fast wichtiger als mein Pass bei der Einreise waren wie immer meine Trekkingschuhe, welche den Test einmal mehr mit Bravur bestanden. Auch diesmal verlor ich wegen der Datumsgrenze einen Tag und kam sehr spät in Auckland an. Am nächsten Tag hatte ich noch einen halben Tag zur Verfügung, um in der grössten Stadt Neuseelands herum zu irren. Es ist ja schon fast unglaublich, aber ich traf doch mitten in der Stadt einen Neuseeländer, dem ich bereits in der Unterkunft in Neukaledonien über den Weg lief. Das war ja wirklich Zufall. Gegen den späteren Nachmittag fuhr ich zum Flughafen, wo ich nochmals ein Merino-T-Shirt kaufte in dem Laden, wo bereits vor drei Wochen die japanische Verkäuferin alles über die Schweiz wissen wollte. Sie war diesmal nicht da, aber offenbar hat sie ihren Arbeitskolleginnen von mir erzählt. Oh, you are the Swiss, who travels around the world?! Yes… Oh, so nice to meet you! Ach mein Gott, es ist mir dann jeweils nicht so recht, wenn ich bereits bekannt bin, aber eben… Ich musste oder durfte meine Story von A bis Z nochmals erzählen, bevor ich den pumpenvollen Flieger nach L.A. bestieg. Somit liess ich Ozeanien hinter mir, und ein neuer Kontinent wartete auf mich, Amerika!! Warten ist das nächste Stichwort. An der US-Immigration braucht es wirklich Geduld. Ein Mädchen vor mir musste sich doch gleich übergeben, welcher Empfang. Nachdem der Zollbeamte die obligaten Fragen stellte und meine Fingerabdrücke scannte, musste ich mal mein Gepäck suchen. Es kam mir fast vor wie an Ostern, aber den Hasen habe ich auch noch gefunden. Nach über zwei Stunden stand ich also am Flughafen von L.A. Ein waghalsiger und mutiger junger Mann beschloss, mit mir zusammen die nächsten fünf Wochen herumzureisen. Es war und ist natürlich immer noch Patrick, mein Nachbar aus Biel. Meine Mutter nennt uns die Jungs vom 5. Stock! Ich freute mich, dass ich für die nächste Zeit einen „Reise-Kumpel“ haben werde. Waghalsig und mutig? Nun ja, offenbar hat Patrick noch nichts von „Hurry up Travel by Raymond“ gehört, zum Glück… 🙂 Ich habe diesen Titel von anderen Leuten erhalten, welche bereits einmal mit mir unterwegs waren. Programm vom Morgen bis Abend, Pause ja, nur für Notfälle und um wieder zu Kräften zu kommen! Eine gute Kollegin hat mir nach gemeinsamen Ferien mal gefragt, ob sie nun die Rekrutenschule bestanden habe. Inzwischen ist sie zum Leutnant befördert worden… 😉 Ich wartete am entsprechenden Terminal auf Patrick, verpasste ihn jedoch prompt in der Menge der Leute. Aber wozu hat man heute Handys? Eben für solche Fälle. Schnell buchten wir einen Shuttle-Van, der uns in unsere Unterkunft brachte, nach Hollywood. Ja, klar, wir wollten ja schliesslich herausfinden, wo es dann mal unser Stern auf dem Walk of Fame zu bestaunen gibt. 🙂 Wir besuchten die Hauptsehenwürdigkeiten von L.A., Hollywood, Santa Monica und Venice Beach sowie die Universal-Studios, bevor wir unser Mietauto in Empfang nahmen. Die meisten Leute wissen es bereits, in den USA geht ohne Auto gar nichts. Patrick und ich tüftelten eine West-USA-Reise aus, die viele National Parks beinhaltete. Der erste Nationalpark war der Joshua NP. Den Namen hat dieser von den sich dort einmalig befindenden Joshua-Bäumen erhalten. Weiter ging es am 4. Juli nach Lake Havasu City, vorher noch nie gehört. Das Datum erwähne ich, weil es dem amerikanischen Nationalfeiertag entspricht. Nichts ahnend gingen wir am Abend auf eine kleine Spritzfahrt an den Lake Havasu. Wir wussten von Nichts, dass dort die Post abging. Ein solches Bild hatte ich in meinem Leben noch nie gesehen. Da ist ein Fluss, die Ufer bestehend aus Sandbänken, und dann reiht sich ein Boot nach dem andern, jedes Boot mit Musikboxen ausgestattet, aus denen die verschiedensten Musikrichtungen tönten, mal leise, mal laut, mal noch lauter. Die Stimmung war ausgelassen, viele badeten noch im Fluss und See. Nicht wenige Frauen und Männer trugen ein USA-Bikini, resp. USA-Shorts. Aber auch ein Nationalfeiertag geht mal zu Ende. Am nächsten Tag stand ein Highlight auf dem Programm, der Grand Canyon. Er ist schlichtweg DER Nationalpark in den USA. Ob es auch der schönste ist, das lasse ich offen, schliesslich ist es Geschmacksache. Schaut doch einfach die Fotos im Blog an, ihr könnt euch selber ein Bild von den Nationalparks machen. Er war für mich sehr beeindruckend, vor allem die Grösse des Parks bleibt mir in Erinnerung. Es folgte der Antelope Reserve Park und das Monument Valley. Mein Fotoapparat lief auf Hochtouren im Antelope Reserve Park, diese Farben, einfach WOW! Eine Story bleibt noch. In Page übernachteten wir in einem Bed & Breakfast, die Inhaber hiessen Jim und Verda Geiger. Diese Unterkunft ist berühmt für das Morgenessen, resp. die Pancakes, die Jim jeden Morgen zubereitet. Sie sind einfach gut, so oder so, schliesslich wird dies auch mindestens 10 Mal erwähnt, wenn man eintrifft. Die Unterkunft ist auch bekannt dafür, dass dort sehr familiäres Ambiente herrscht. Als wir ankamen, empfing uns Jim, der uns mit Infos a go-go zudeckte. Es war, als hätten wir Radio USA West angestellt, das lief und lief. Unsere Köpfe wurden immer breiter und breiter, und ich hatte schon Bedenken, dass wir gar nicht aus dem Haus kommen würden. Wir brachten auch ausländische Münzen mit, die Jim sammelt, und wir befolgten den Anfahrtsweg, den er uns noch per Email zugestellt hatte. Wir seien „good teens“, meinte er. Er zeigte uns Fotoalben von all seinen Gästen, von denen er jeweils ein Foto macht. Ja, und wir könnten noch Ausflüge bei ihm buchen und wir sollten doch ins beste Restaurant Essen gehen, das aber heute geschlossen sei und dann sollten wir noch dieses und jenes anschauen gehen, und ach ja, die Prospekte seien eigentlich kostenpflichtig, obwohl es gratis darauf stand, und wir sollten dann unbedingt… Ja, und nun müssen wir gehen, lieber Jim, „Hurry up Travel“ muss schliesslich auch seinen Verpflichtungen nachkommen… 😉 Und endlich konnten wir auf eine andere Radiofrequenz umschalten!

Thema Bundesstaaten in den USA: Wie viele Bundesstaaten gibt es nun wirklich in den USA? Sind es immer noch 50, oder doch 51 oder 52? Hier die Auflösung: Offiziell gibt es immer noch 50 Bundesstaaten in den USA. Mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776 von Grossbritannien bildeten sich die ersten 13 Bundesstaaten. Die letzten Bundesstaaten, welche von den USA aufgenommen wurden, waren Hawaii und Alaska im Jahre 1959. Keine Bundesstaaten sind Washington D.C. und Puerto Rico, welche jedoch als aussichtsreiche Kandidaten für einen Bundesstaat gelten. Der mit Abstand grösste Bundesstaat auf die Fläche bezogen ist Alaska mit 1,72 Mio. km2, der kleinste ist Rhode Island mit 4002 km2. Falls es Washington D.C. einmal schaffen wird, wird dann dieser Bundesstaat der kleinste sein, mit gerade mal 177 km2. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat ist Kalifornien mit knapp 38 Mio. Einwohnern, gefolgt von Texas und New York. Am wenigsten Leute leben in Wyoming mit nicht einmal 600’000 Einwohnern. Jeder Bundesstaat ist auf der Flagge der USA mit einem weissen Stern auf blauem Hintergrund vertreten. Die Flagge besteht zudem aus 7 roten und 6 weissen Streifen, welche zusammen die 13 Gründer-Bundesstaaten repräsentieren. Die Flagge wird auch Stars and Stripes genannt (Sterne und Streifen), offiziell heisst sie The Star-Spangled Banner (Sternenbanner).

Neukaledonien / Cook-Islands / Bora Bora (Tahiti)

8. – 30. Juni 2014

22. – 30. Juni 2014: So stand ich also frühmorgens ein weiteres Mal an der Immigration und am Zoll in Auckland. Please show me your trekking shoes. Ach ja, diese Trekking-Schuhe, die sind inzwischen schon fast zur Institution geworden. Jeder will sie sehen! 🙂 Auch diesmal sind sie sauber geputzt und somit keine Gefahr für die Neuseeländer. Was denn mit der Schweiz los war am Tag zuvor, als sie gegen Frankreich an der Fussball-WM so hoch verlor, wollte der Zöllner noch wissen. Nun ja, ich sagte ihm, dass die Schweiz zwischendurch auch grosszügig mit anderen Nationen ist, und wir manchmal den anderen den Vorzug geben! 😉 Es war natürlich noch etwas früh, um ins Zimmer der Unterkunft zu gehen, aber ich konnte mein Gepäck deponieren, und die nächsten beiden Fussball-Matchs der WM schauen. Der Regen machte auch in Auckland nicht Halt. Da die ganze Unterkunft ausgebucht war, bekam ich wiederum ein Upgrade in ein Einzelzimmer. Am nächsten Morgen um 6 Uhr war Tagwache, da ich nach Tahiti weiterreiste. Im Flugzeug sass ich neben einer tahitischen Madame, Norma hiess sie. Es war ganz lustig. Da fragte sie mich, was ich denn in Tahiti so machen werde. Ich erzählte ihr, dass ich nach Bora Bora gehen werde. Da sagte sie mir, dass sie auf Bora (Kurzform von Bora Bora) wohnt. Es kam aus, dass sie nur gerade zwei Häuser von meiner Unterkunft wohnte. Die Welt ist manchmal klein. Ich müsse dann unbedingt bei ihr vorbei schauen. Eigentlich wollte sie noch auf Tahiti, der Hauptinsel von Französisch Polynesien, eine Woche bleiben, um ihre Familie zu besuchen und ein paar Einkäufe zu tätigen. Aber wenn sie wisse, dass ich nur ein paar Tage auf Bora sei, dann buche sie gleich den Flug um, und komme früher nach Hause. Ach du meine Güte! Aber ich soll dann schon mal ihren Mann besuchen, der sei ganz nett. Puff, wenigstens ist sie verheiratet… Ich half ihr mit den Formalitäten zur Einreise und ihrem schweren Gepäck in Tahiti. Nun, gut, ich muss es ja zugeben, so ganz ohne Absichten bin ich nicht nach Bora gereist. Schliesslich hatte ich durch meinen krankheitsbedingten Aufenthalt in der Schweiz unvorhergesehene Auslagen. Und wie soll ich die wieder reinbringen? Da klügelte ich aus, dass ich doch eine mindestens 95-jährige Millionärin, wenn möglich mit einem Herzfehler, anlachen könnte. 🙂 Schliesslich ist ja Bora Bora eine der teuersten Inseln der Welt. Und zudem sollen dort angeblich die Kokosnüsse einfach so vom Himmel fallen… So sah ich bereits eine Einladung fürs Hochzeits-Apéro auf meinem Blog wedeln. Selbstverständlich wäret ihr alle eingeladen gewesen… 😉 Aber so weit ist es ja dann nicht gekommen! Und ganz so abgebrüht bin ich auch wieder nicht… 🙂 Leider hatte es am selben Abend keinen Flug nach Bora und so verbrachte ich eine Nacht in Tahiti. Dort ging ich nach Papeete Nachtessen mit einem tschechischen Paar, das in der gleichen Unterkunft hauste. Der Besitzer der Pension brachte uns in die Stadt und empfahl, dass wir bei einer sogenannten Roulotte Essen gehen sollten. Das sind fahrende Küchen, haben eine recht grosse Auswahl an Mahlzeiten und werden sehr geschätzt von den Einheimischen. Und was ist das beliebteste Essen? Steak/Frites! Ein Entrecôte mit Pommes. Aber ein Entrecôte sieht anders aus als bei uns… Ich versuchte einen frischen Fisch, der sehr gut schmeckte. Am nächsten Tag flog ich nach Bora. Neben mir sass eine Fotografin, die mir ein paar Tips von Bora gab. Am Flughafen machte ich bereits die ersten Fotos, da fragte mich meine Sitznachbarin, ob sie von mir ein Foto machen solle. Der Flughafen befindet sich auf einer separaten Insel, ein Motu, wie diese hier genannt werden, mit herrlicher Sicht auf Bora. Klar doch! Nun gut, ich weiss auch nicht genau, was diese Fotografin von Beruf ist. Der Hintergrund ist dermassen schräg, ich kann das Bild nicht einmal auf den Blog stellen, sonst läuft das Wasser noch vollständig aus! Nächste Überraschung: Alle sind gegangen, aber wo bitte ist mein Gepäck?! Ich solle doch einfach den nächsten Flug abwarten. Bien entendu! Aber auch auf diesem Flug war mein Gepäck nicht. Dépêches-toi! Dein Boot geht gleich los, sonst musst Du drei Stunden warten. Ja, ja, aber mein Gepäck! Ich suche es, und wo wohnst Du denn auf Bora? Ich rufe dich an, aber geh jetzt. Mon dieu, mon dieu, ich weiss ja, wie’s läuft… Der Traum meiner Millionärin konnte ich nun definitiv abschminken, meine „heissen“ Badehosen sollten es richten. Und nun sind diese nicht da! 😉 Am Hafen wartete Gérard, der Besitzer meiner gebuchten Pension, auf mich. Er zeigte mir die wichtigsten Sachen, erklärte mir alles und gab mir ein Paar seiner Badehosen und ein Badetuch, da ich an den etwa 5 Kilometer entfernten Strand mit dem Fahrrad gehen wollte. Wir hätten doch etwa die gleiche Konfektionsgrösse, meinte Gérard. Nun gut, jedes Auge sieht ja bekanntlich anders. Macht doch nichts, schliesslich war ich froh, dass ich überhaupt zu einem Paar Badehosen kam. Diese hatten den Vorteil, dass ich praktisch nicht pedalen musste. Es war, als hätte ich meine Segel ausgefahren, und der Wind mich an den Strand fegte, dermassen gross waren diese. 😉 Auf Bora gibt es doch tatsächlich nur einen einzigen Badestrand! Aber der ist der Hammer. Auf der Insel gibt es jeweils von mitte Juni bis mitte Juli eine Kulturveranstaltung, die Heiva, für die Einheimischen aber auch für Touristen. Perfekt, so bekam ich also doch noch die Hula Hoop-Tänzerinnen zu sehen. Übrigens kam mein Gepäck am selben Abend noch an, jupi. Mit dem Radl fuhr ich die 32 km lange Strasse rund um die Insel ab. Per Boot machte ich auch einen empfehlenswerten Ausflug. Dabei hielten wir an den schönsten Orten, konnten mit Mantas und Zitronenhaien schwimmen, es war herrlich. Allerdings hatte ich anfänglich schon Respekt vor den Haien, welche jedoch nicht so gross sind. Und selbstverständlich schaute ich am zweiten Tag beim Ehemann von Norma vorbei. C’est toi le suisse?, schrie er unter der Dusche hervor, j’arrive tout de suite. Warum ich erst heute komme und nicht bereits gestern vorbei schaute, wollte der Mann wissen. Excuse-moi! Er offerierte mir einen Drink und bedankte sich, dass ich seiner Frau geholfen habe. Wir schwatzten ein wenig. Er ist wirklich sehr nett, kommt aus Frankreich und hat einen Bruder, der in der Schweiz wohnt. Nun müsse er aber gehen, um seine Frau abzuholen, sie komme bereits heute Abend zurück… Nach zwei Tagen musste ich meine Unterkunft wechseln, da Gérard bereits vorher das Studio weitervermietete. So wechselte ich in die nächste Pension, zu Mami Gloria, wie sie überall genannt wird, gleich auf der anderen Seite des Hauses von Norma. Der Mann von Mami Gloria ist Fischer und fing am Morgen unter anderem einen roten Thun-Fisch. Eine Spezialität ist der Poisson cru, also roher Fisch. Sie lud mich gleich zum Nachtessen ein. Es ist zwar nicht so mein Ding mit dem rohen Fisch, aber mit viel Sosse schlitterte der Fisch auch meine Kehle runter. Salut Prétôt, rief Mami Gloria jeweils, als sie mich sah und lachte. Norma geht bei Mami Gloria ein und aus, wie sie will. Non, non, il s’appelle Raymond, sagte Norma. Ah non, pour moi il s’appelle Prétôt, erwiderte Mami Gloria. Hier in Tahiti duzt man sich übrigens immer. Norma erklärte mir, dass sei viel einfacher, und die Konjugation sei viel zu kompliziert. Prétôt sei übrigens ein Dessert, sehr fein, aber auch sehr aufwändig zum machen. Fragt mich aber nicht, wie diese Nachspeise aussieht und schmeckt. Es scheint, als hätten ein paar Leute die Prétôts zum fressen gern. 😉 Ja, Bora ist wirklich ein Paradies, dieses türkis-blaue Meer, ein Traum. Es gibt nicht viel dazu zu sagen, schaut euch doch einfach die Bilder an. Aber alles hat ja bekanntlich eine Ende. Nach vier Tagen Bora flog ich nach Tahiti zurück. Zum Abschied bekam ich von Norma einen Anhänger mit einer Perle, Mami Gloria schenkte mir eine Strandtasche. Das war wirklich lieb von den beiden Damen, die übrigens 62, resp. 69 Jahre alt sind, nur dass das auch erwähnt sei… 🙂 Der Mann von Mami Gloria fuhr mich freundlicherweise an den Hafen, um das Flughafen-Boot zu erreichen. Die Bremsen des Autos funktionierten schon eine Weile nicht mehr, aber er habe eine gute Handbremse. Ah! Über was ich mir überhaupt Sorgen mache!! So fuhren wir mit etwa 20 km/h zum Hafen, schliesslich könnte ja trotz allem ein Bremsmanöver erforderlich sein. Am Flughafen angekommen erschien mein Flug auf der Anzeigetafel gar nicht, interessant. Am Check-in klärte man mich dann auf, dass der Flug annulliert wurde und ich nun auf den Flug umgebucht wurde, der seit über vier Stunden Verspätung hat. Wann dieser genau abfliege, könne man mir nicht sagen, das Flugzeug sei immer noch in Papeete… Ich wollte noch schnell die nächste Unterkunft avisieren, da man mich in Tahiti erwartete, ich erreichte jedoch niemanden. Nach über zwei Stunden Warten konnte ich dann in einen Flieger steigen, der nach Papeete abhob. Als ich ankam, weit und breit niemand, der auf mich wartete. Endlich erreichte ich den Besitzer der gebuchten Lodge telefonisch. Pas de problème, j’arrive dans 15 minutes! Daraus wurden dann 30 Minuten, aber was soll’s? Ich plante am nächsten Tag einen Ausflug auf die Nachbar-Insel Moorea. Leider war das Wetter dermassen schlecht, dass ich es sein liess. Ich bin um 5.45 Uhr aufgestanden, um zu schauen, ob sich die Wolken verzogen hatten, leider nicht. So nahm ich das Kajak der Unterkunft unter den Arm und stach damit in See für über zwei Stunden. Es war herrlich, wie in einem Aquarium, alles voller Fische und Korallen. Am nächsten Tag ging dann mein Flieger zurück nach Neuseeland. Au revoir la Polynésie, à la prochaine! Fazit: Französisch Polynesien ist traumhaft schön, und mein Budget muss ich halt in Las Vegas an einem einarmigen Banditen aufbessern! 😉

Thema Perlen: Die Südsee allgemein, Tahiti besonders ist bekannt für die Perlen. Es gibt die ganze Palette von Perlen, von weiss bis dunkelgrau, alles, wobei vor allem die dunkeln Perlen berühmt sind. Preis? Nun das variiert von billig bis sehr teuer, je nach Grösse und vor allem nach Qualität der Perle. Für eine Perlenkette erster Qualität mit absolut perfekten Perlen bezahlt man schnell mal ein paar tausend Franken oder Euro. Oft werden aber die schönen Perlen, die einen kleinen Fehler haben, trotzdem verwertet, wobei die fehlerhafte Stelle dann einfach unsichtbar verarbeitet wird, z. B. wird eine kleine Schramme bei einem Fingerring einfach gegen den Ring montiert. Ich persönlich finde aber nicht nur die perfekten Perlen schön, auch die etwas unförmigen haben ihren Reiz. Wie entsteht jedoch eine Perle? Sie besteht aus Perlmutt. Perlen bilden sich in der Natur unter nicht genau geklärten Umständen. Man geht davon aus, dass für die Perlenbildung Epithelzellen der Muschel verantwortlich sind, die durch Einbohrung von Parasiten oder durch andere Verletzungen in das tiefere Mantelgewebe der Muschel verschleppt werden, wo sie eine Zyste bilden. Calciumcarbonat, das Baumaterial der Schale, wird dort abgeschieden und lagert sich Schicht um Schicht ab, wodurch schließlich eine Perle entsteht. Eine Durchschnittsperle benötigt zwei bis drei Jahre Wachstum. Die Farbe ist abhängig von der Art der Perlmuschel, ihrem Lebensraum und der Wassertemperatur.

 

14. – 22. Juni 2014: Zurück in Neuseeland musste ich zuerst wieder durch die Immigration und den Zoll. Selbstverständlich hatte ich meine Trekkingschuhe zuoberst im Gepäck, so dass ich sie nur noch schnell auspacken und zeigen konnte. Alles war paletti, und nein, ich war auf keinem Bauernhof und ich habe keine Souvenirs in Neukaledonien gekauft! Alles Gepäck nochmals durch den Röntgenapparat und ich war wieder legal in Neuseeland, aber wieder nur für eine Nacht. Diesmal war die Unterkunft sehr eng in Auckland, aber es war ja schliesslich nur für eine Übernachtung. Am nächsten Tag bestieg ich den Flieger, um auf die Cook-Islands zu reisen, eine weitere Trauminsel. Diesmal überflog ich die Datumsgrenze, das war noch so komisch. Ich flog am Sonntag ab, kam aber am Samstag an. Somit gewann ich also einen Tag, den ich dann beim Rückflug nach Neuseeland wieder verlor. Das heisst, ich bin am 15. Juni abgeflogen, aber am 14. des gleichen Monats angekommen! Die Cook-Inseln bilden einen kleinen unabhängigen Staat von ca. 15 Inseln mit einer Gesamtfläche von 242 km2, die Bevölkerungszahl beträgt ca. 20’000 Einwohner. Den Namen hat sie wegen dem Seefahrer James Cook erhalten. Wer nun denkt, dass es auf diesem Inselstaat nur schöne und mit einer „Café-au-Lait“-Haut versehenen Menschen gibt, der irrt. Ca. 75 % der Bevölkerung ist fettleibig. Mamma-Mia, die Betreiberin des Hostels, das ich ich gebucht hatte, war eine echte Kanone! Sie kam mich am Flughafen gegen Mitternacht abholen. Wow, diese Oberarme, ich hätte glatt bei einem Armdrück-Kontest einpacken können. Nicht einmal meine Oberschenkel konnten bei diesen Massen mithalten. Ich konnte auch keinen Eindruck erwecken, als ich erwähnte, dass meine Grossmutter mal die Schwingerzeitung abonniert hatte… 😉 Tisa hiess die Gute, packte mich samt Gepäck hinten ins Auto und los ging’s. Erster Halt war eine Tankstelle nach zwei Minuten. Sie müsse noch schnell Katzenfutter posten, ihre Katze sei fast am verhungern, und für sich brauche sie auch noch einen Snack. Aber gell Tisa, bitte dann der Katze nicht wieder alles wegessen! 🙂 Im Hostel hatte ich für einen guten Deal ein Einzelzimmer gebucht. Am nächsten Tag ging ich mal auf Erkundungstour, um die nähere Umgebung zu erforschen. Der Strand war nur etwa 150 Meter von der Unterkunft entfernt. Mein Gott, war das toll. Eine Lagune fast nur für sich… Die Insel ist mit dem Auto in ca. 30 Minuten umfahren. Es hat sehr schöne Strände und ist bei Tauchern und Schnorchlern sehr beliebt. Wenn man im Wasser steht, kommen gleich ein paar Fische, um Hallo zu sagen. Ich hatte eine gemütliche Woche geplant, schliesslich hätte ich mich von den vergangenen Reisen in Australien und Neuseeland erholen sollen. Es war wirklich sehr entspannt. Dennoch ging ich jeden Tag ein Stück der Insel ansehen. Auch wenn es halt fast nur Meer zu sehen gibt, so faszinierte mich die Landschaft dennoch. Schliesslich haben wir ja in der Schweiz keinen Meeranstoss. Das Landesinnere ist sehr grün und man könnte ein paar Wanderungen machen. Viele Touristen mieten entweder ein Auto oder einen Scooter, um etwas mobil zu sein. Es gibt aber auch einen Bus, resp. zwei, die jeweils die Insel in je einer Richtung umfahren. Die Lebenskosten auf den Cook-Inseln sind sehr hoch, muss doch sozusagen alles aus Neuseeland importiert werden, was ja auch nicht gerade als Billigland bekannt ist. Gemüse ist auch Mangelware, es hat einfach, was es hat. Ja, die liebe Tisa, die war ein echt faules Pflaster. Die war echt froh, wenn ihr die Arbeit nicht an den Hals sprang. Es hätte eigentlich Öffnungszeiten beim Hostel gegeben, aber Tisa kam praktisch jeden Tag verschlafen eine bis zwei Stunden später. Und geputzt wurde während dem ganzen Aufenthalt auch nie. Es war gerade noch so am Limit von der Toleranz. Toilettenpapier? Mein Gott, fast jeden Tag musste ich mit ihr argumentieren, dass sie doch genügend Toilettenpapier auffüllen sollte. Ja denkste, da sprach ich an eine Wand, zurück kam nur das Echo „Schissipapier, Schissipapier…“! 🙂 Einmal schickte sie mich in den ersten Stock des Hostels, ich solle doch dort das Toilettenpapier nehmen. Wenn ich es dort nahm, fehlte es ja dann im 1. Stock wieder. Sie meinte doch im Ernst, dass jemand das Toilettenpapier klaute. Ich glaube, die war echt ein wenig bescheuert. Als Strafe offerierte sie mir dann den Rücktransport zum Flughafen nicht mehr, ich könne ja den Bus nehmen. Yes, Madam, mache ich doch. Trotzdem hat es mir gut auf den Cook-Inseln gefallen, es hatte wirklich ein lustiges und sympathisches Völklein im Hostel, wir spielten oft mit Karten und schwatzten. Eigentlich hatte ich die paar Franzosen im Griff, bis der WM-Match Schweiz gegen Frankreich mit 2:5 verloren ging. Ui, da musste ich den „Kürzeren“ ziehen. Allez les bleus!! Selbstverständlich schauten wir den Match zum Morgenessen um 9 Uhr. Am gleichen Abend nahm ich also den Bus, um zum Flughafen zu fahren und flog um 01.45 Uhr Ortszeit am Samstag-Morgen ab, kam nach 4 1/2 Stunden in der Luft um 04.15 Uhr am Sonntag-Morgen in Auckland an. Und jetzt fragt mich jeder, warum ich eine Gedächtnis-Lücke habe…

Thema Datumsgrenze: Die Datumsgrenze verläuft zwischen den beiden Polen der Erde durch den Pazifischen Ozean in der Nähe des 180. Längengrads. Wer die Datumsgrenze passiert, kommt in eine Zone mit einem anderen Kalenderdatum: Überquert man die Datumsgrenze gegen Osten, gelangt man in den vorangegangenen, bei umgekehrter Richtung in den nächsten Kalendertag. Die Bewohner beidseits der Datumsgrenze haben nicht das gleiche Kalenderdatum. Dieses ist auf der westlichen um einen Kalendertag höher als auf der östlichen Seite. Das Datum wechselt immer (einmal) an dem Meridian (einen senkrecht auf dem Äquator stehenden und vom Nord- zum Südpol verlaufenden Halbkreis), wo es gerade 24:00/00:00 Uhr ist (Mitternachtslinie). Dieser „natürliche“ (erste) Datumswechsel wandert mit dem Gegenpunkt der Sonne einmal pro Tag um die Erde herum. Zwangsläufig muss es einen zweiten Datumswechsel geben, damit die Erde in zwei Bereiche mit dem alten (gestern bzw. heute) und dem neuen Datum (heute bzw. morgen) aufgeteilt werden kann. Dieser andere Datumswechsel findet per Konvention an der Datumsgrenze statt, die etwa am 180. Längengrad liegt. Zudem gibt es 24 Zeitzonen, die sich über die ganze Welt verteilen. Alles klar? Eigentlich logisch und doch tönt es kompliziert. Und gell, meine liebe Mäm, Osten ist dort, wo die Sonne aufgeht, und der Westen ist dort, wo sie runter geht. Und nun bitte nicht mit dem Finger vom Balkon aus gegen den Bözingenberg zeigen! 🙂

 

8. – 13. Juni 2014: Nachdem ich alle Ausfuhrformalitäten in Neuseeland erledigt hatte, stand ich in der Duty Free Zone des Flughafens von Auckland. Dort liess ich mich von einer japanischen Verkäuferin überreden, ein Merino-T-Shirt zu kaufen. Zuerst wollte sie allerdings alles über die Schweiz wissen, und ja, das sei ihr Traumland, sie wolle unbedingt mal dorthin. Sie gab einen Sondereinsatz als es dann um das Merino-T-Shirt ging, nachdem ich fast 15 Minuten einen Monolog über unser Land abhielt. Ich glaube, sie zeigte mir jedes zur Verfügung stehende T-Shirt. Und ich soll dann ja alle anprobieren, wobei das olivgrüne besonders körperbetont sei… 🙂 Ich hatte sowieso im Sinn, ein solches T-Shirt zu kaufen, die sind wirklich Klasse, aber eigentlich erst bei meiner letzten und definitiven Ausreise aus Neuseeland. Das Material besteht aus einer Schafswolle (määhhhhhh, wie könnte es auch anders sein als in Neuseeland), beisst nicht, wenn man es trägt, gibt warm, aber man schwitzt nicht darin, und es nimmt auch keinen unangenehmen Körpergeruch an. Sie haben zwar ihren Preis, aber das lohnt sich alleweil. Also, ich solle dann wieder vorbei kommen, wenn ich dann das nächste Mal am Flughafen sei, meinte die Verkäuferin. Mache ich doch, aber dann muss ein Rabatt drinliegen… Ich nahm schliesslich das dunkelbraune T-Shirt, das etwas weniger körperbetonte! In Neukaledonien angekommen, musste ich die Zollformalitäten ausfüllen. Also, hier allgemein in Ozeanien sind die scharf darauf, dass man ja nichts importieren kann, das irgendwie zu einer Seuche führen könnte. Da liegt nicht einmal ein Stück Schoggi drin, rien à faire! Meine Trekkingschuhe musste ich selbstverständlich wieder zeigen. Ob ich auf einem Bauernhof gewesen sei, fragte mich der Zöllner. Bonjour, non, non, aber ich sehe sonst aus wie Ueli der Pächter… 😉 Dabei waren die Schuhe immer noch gleich sauber. Nicht einmal einen Stempel habe ich in meinen Pass bekommen, aber schliesslich bin ich ja in ein EU-Land eingereist. Nachdem man dort französisch spricht, mutiert man fast zu einem Helden. Die Neukaledonier mögen nämlich überhaupt nicht Englisch sprechen. In Nouméa, der Hauptstadt von Neukaledonien mit immerhin fast 70’000 Einwohnern, stieg ich in der Aubèrge de la Jeunesse ab, hoch über dem Hafen gelegen. Dort war ich in einem Vierer-Zimmer. Für einmal hatte es sehr viel Platz. Die Wetterprognosen waren für die ganze Woche nicht so toll. Aber gleich der nächste Tag sollte noch einer der besten sein. Et alors?! So stand ich um 6.30 Uhr auf, um mit einem Passagier-Katamaran zur Ile des Pins zu fahren. Das soll ja eine der schönsten Inseln in der ganzen Südsee sein. Ich musste zuerst noch ein Billett kaufen. Dieses Chaos dort, unglaublich. Ich stand 20 Minuten am gleichen Ort, ohne auch nur meine Füsse einen einzigen Millimeter zu bewegen. Aber schlussendlich klappt es ja dann fast immer. Nach 2 1/2 Stunden Fahrt kam ich auf der genannten Insel an. Schon der erste Strand löste einen Seufzer bei mir aus. Ich lief die bekanntesten zwei Strände ab, ehe ich einen Drahtesel mietete. Ob das eine schlaue Idee war für meinen Hintern? Ein Herr hat mir empfohlen, dass ich unbedingt zur Foire de l’Ile des Pins gehen soll, diese findet nur einmal im Jahr an Pfingsten statt. So fuhr ich dorthin. Nun gut, auf einem Rasenplatz gab es zu Trommeleinsätzen ein paar Hula-Hop-Tänzerinnen, aber ohne Basten-Röcke und halben Kokosnüssen ;-), zu bestaunen. Dann gab es wieder eine Riesenpause, dann kam die nächste Nachwuchsgruppe. Irgend einmal hat man es auch gesehen. Dann fuhr ich wieder zurück, Fahrrad abgegeben, mein Po hat es noch so einigermassen ausgehalten, Sprung in die Lagune, und dann wieder aufs Boot. Das darf man ja nicht verpassen. Schliesslich fährt dieses nur drei Mal die Woche von und zur Ile des Pins. Ich war etwas müde und schlief ein. Mais mon Dieu, als ich aufwachte, traf mich fast der Schlag. Halb benebelt sah ich einen Arm unter dem Vordersitz hervor liegen. Ich glaubte zuerst, im CSI New Calodonia zu sein. Was macht denn dieser Arm hier?! Mir ist fast das Herz in die Hosen gefallen. Das Beweisfoto könnt ihr bei den mitgelieferten Aufnahmen sehen. Dabei ist ein Reisender vor mir einfach nur auf den Boden gelegen, hat geschlafen, und dabei ist sein Arm unter dem Sitz zu mir „gekrochen“. Somit war dieser Fall schnell gelöst… 😉 Die nächsten Tage waren wirklich nicht so schön, es regnete immer wieder, nicht so stark, aber es war halt auch nicht so angenehm. Dann wollte ich am Donnerstag einen Bus um 6.30 Uhr besteigen, um in den Norden der Insel zu fahren. Ich habe dies extra am Vortag abgeklärt. Oui, oui, Monsieur, pas de problème! Denkste, als ich am Morgen auf der Matte stand, war der Bus bereits ausverkauft, der nächste auch schon, aber derjenige gegen Mittag hatte noch freie Plätze. Die Zeit reichte leider nicht, um am selben Tag wieder zurück zu fahren. So musste ich es halt sein lassen und suchte schon früh morgens einen der Strände von Nouméa auf. Am Samstag um 8 Uhr bestieg ich dann wieder den Bus zum Flughafen. Adieu Nouvelle Calédonie, à la prochaine!

Thema französische Überseegebiete: Die französischen Überseegebiete, französisch La France d’Outre-Mer (Übersee-Frankreich), sind Teile des französischen Staatsgebiets ausserhalb Europas. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ehemalige französische Kolonien. Insgesamt leben dort ungefähr 2,65 Millionen Menschen. Zu den französischen Überseegebieten gehören: Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Französische Süd- und Antarktisgebiete, Clipperton-Insel, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Neukaledonien, Réunion, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna. Auf all diesen Inseln wird immer noch sehr am französischen Savoir-vivre festgehalten, allem voran an der französischen Sprache. Hier in der Südsee gibt es auf den Inseln von Neukaledonien, Französisch-Polynesien (Tahiti) und Wallis et Futuna den pazifischen Franken, den franc pacifique. 100 XPF entsprechen ca. einem Schweizer Franken. Die Noten sind für all die französischen Südsee-Inseln gültig, jede Insel hat aber seine eigenen Münzen. Frankreich möchte den Euro einführen, überlässt es aber den Inseln selber zu entscheiden. Es müssen jedoch alle französischen Südsee-Inseln zustimmen. Zur Zeit gibt es Widerstand in Neukaledonien.