27. September – 12. Oktober 2013
10. – 12. Oktober: Der Baz Bus holte mich ja in Wilderness ab. Als wir abfahren wollten, kam auf einmal der Chauffer und fragte, wer ein Messer hat. Als Schweizer ist man ja fast verpflichtet, ein Schweizer Sackmesser auf sich zu tragen. Aber warum benötigte er ein Messer? Er hatte einen Anhänger am Auto angekuppelt und konnte nicht mehr rückwärts manövrieren, und brachte die Kabel nicht mehr aus der Anhänger-Kuppelung. Er fragte, ob ich nicht helfen könnte. Schliesslich bin ich ja in der Zwischenzeit zum Automech befördert worden… 🙂 Wir kuppelten dann den Anhänger ab, stiessen ihn zurück und somit konnte er dann das Auto wieder herum manövrieren. Der Bus brachte mich nach Hermanus. Diese Stadt ist sehr bekannt für die Walbeobachtung. Man sieht von September bis November jeweils Wale von der Küste aus. Dennoch buchte ich für den nächsten Morgen eine Bootstour, von wo man aus die Wale noch besser sehen sollte. Mir wurde auch gesagt, dass es zur Zeit sehr viele Wale in der Bucht habe. Nun, so viele waren dann auch wieder nicht. Ein paar Passagiere sind während der Bootsfahrt grün angelaufen… Zurück in Hermanus ging ich am Nachmittag auf eine Wanderung, um auf einer Anhöhe auf Hermanus herunter zu gucken. Das Wetter war nicht besonders gut, und deshalb die Aussicht auch nicht. Trotzdem konnte ich von weit oben Wale im indischen Ozean sichten. Ich habe dann ein paar Nahaufnahmen von Blüemlis und Tierlis gemacht. Fragt mich nun ja nicht, wie diese Spezien von Flora und Fauna heissen. In der Schule im Biologieunterricht hatte ich jeweils einen Fensterplatz… 😉 Gerne stelle ich euch ein paar Bilder auf den Blog. Mit einem Deutschen ging ich am Abend in ein uns empfohlenes Restaurant. Man riet uns dort eine Platte mit südafrikanischen Spezialitäten zu bestellen. Die Hälfte war sehr gut, der andere grössere Rest war auch nicht schlecht, aber dann kam mein Highlight, eingerollte Lammleber. Ich mag mich echt nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal sowas Scheussliches gegessen habe. Ich esse ja sonst schon nicht Lamm oder Innereien von Tieren, aber das übertraf nun wirklich alles. Man hatte das Gefühl einen Geissbock im Mund zu haben. Dem Deutschen ging es auch nicht besser… Ich hatte noch am nächsten Morgen den Geschmack im Mund, pfui-teufel! Am nächsten Tag machten wir eine Küstenwanderung. In Hermanus gibt es eigens für die Sichtung der Wale einen Walausrufer. Sobald er einen Wal sichtet, bläst er ins Horn. Ich habe gleich einen Schnupperkurs gemacht. Auf dem Bild sieht ihr nun einen schwarzen und weissen Walausrufer! 🙂 Die Küstenwanderung war sehr schön und abwechslungsreich. Wir konnten sogar ein paar Wale sehen. Am Abend holte mich der Baz Bus wieder ab, um mein letztes Stück der Garden Route zu fahren, nach Kapstadt, oder Mother City wie sie liebevoll genannt wird. Kapstadt ist dann schon wieder ein anderes Kaliber als die ländliche Küste, eine Grossstadt eben mit all den Vor- und Nachteilen. Der nächste Tag stand dann voll im Zeichen von Sehenswürdigkeiten, zwischendurch regnete es immer wieder. Kapstadt ist sehr sehenswert, und es gefällt mir hier um einiges besser als in Johannesburg. Am gleichen Tag sollte ich noch eine Info-Veranstaltung haben wegen der Safari, auf die am Sonntag Woche ging. Termin war um 17 Uhr. Es kam jedoch niemand vorbei, TIA. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich dann noch lieber einen Tag länger an der Garden Route geblieben… Ist jedoch nicht allzu schlimm. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Safari, dich mich in den Norden von Südafrika führt, in die Kalahari-Wüste.
Thema Wale: Es gibt verschiedene Wale. Wusstet ihr, dass der Delphin auch zu den Walen gehört? Der Wal ist ein immenses Tier. Ein ausgewachsener Wal hat die Grösse und das Gewicht von zehn Elefanten, verrückt. Er kann ohne weiteres bis 18 Meter Länge messen. Er frisst nur während rund vier Monaten, dann aber gewaltig. Pro Tag bis 1.5 Tonnen Futter, das er weit im südlichen Atlantik findet, rund 3000 – 4000 Kilometer weit von Südafrika weg. Wenn er wieder zurück in Südafrika ist, dann frisst er gar nichts mehr. Diese Zeit wird dann zur Paarung genutzt. Auch wenn der Wal ein riesiges Tier ist, ist er irgendwie lieblich und überhaupt nicht agressiv.
6. – 9. Oktober: Der Baz Bus war diesmal pünktlich und wir hatten auch keine Panne. So fuhr ich von 6.45 Uhr bis 13 Uhr von PE nach Knysna. Dieser Ort ist doch sehr touristisch und hat einen ganz anderen Charakter als das übliche Südafrika. Es hat einen sehr westlichen Einschlag und scheint ein sehr beliebtes Reiseziel reicher Südafrikaner zu sein. Kaum verwunderlich, denn es hat sehr viele Weisse, und Häuser. Also Häuser ist eigentlich der falsche Ausdruck, es sind Villen, von denen man nur träumen kann. Im Verhältnis zu schweizerischen Preisen, kann man diese hier geradezu für ein Schnäppchen haben. Ach ja, ich habe euch ja noch gar nicht erzählt, dass ich Billionär geworden bin… Dies in Zimbabwe-Dollar. Der Beweis ist in den Bildern ersichtlich. So habe doch glatt versucht, so eine Villa zu posten. Hat leider nicht geklappt! Der Makler hatte zu wenig Kleingeld, um mir das Rückgeld zu geben. Ja dann halt! 😉 Den Nachmittag verbrachte ich an der sogenannten Waterfront, halt eben sehr touristisch. Knysna liegt an einer Lagune, sehr schön. Am nächsten Tag habe ich ein Radl gemietet und bin zum Ein- und Ausgang der Lagune gefahren, zu den sogenannten Heads. Unterwegs habe ich auf einer Insel noch ein paar weitere Villen von aussen angeschaut. Der Ausflug war sehr schön und endlich konnte ich wieder mal Velofahren, habe dies schon ein wenig vermisst. Nur der Sattel war bickelhart… So hiess es schon fast wieder Abschied nehmen von Knysna, der Baz Bus holte mich am anderen Tag bereits wieder ab, überpünktlich! Die Reise war diesmal sehr kurz, gerade mal 45 Minuten. Wilderness hiess mein Ziel. Mein Hostel lag an einer traumhaften Lage. Auf den Bildern sieht ihr meine Aussicht, und dies gerade mal für umgerechnet CHF 13 die Nacht. Wiederum war ich in einem Mehrbettzimmer einquartiert, in einem 14-Betten Taubenschlag. Aber kaum zu glauben, ich hatte das ganze Zimmer für mich alleine! So habe ich mich gleich nach der Ankunft auf die Socken gemacht, um die Umgebung zu erkunden. Die Hostelangestellte empfahl mir, auf den Bahnschienen der Küste entlang zu laufen. Zuerst dachte ich, die sei nicht ganz bekloppt, mich auf die Bahnschienen zu schicken. Ich fragte, ob es denn nicht gefährlich sei. Sie meinte nur manchmal. Aber keine Angst, der Bahnverkehr ist eingestellt. So kam ich zu einer Grotte, welche von irgendwelchen Aussteigern benützt wird. Seit sieben Jahren wohnen diese dort, ultraalternativ ist gerade noch ein schwacher Ausdruck. Aber wirklich mit Hingabe haben sie diese Grotte zu einem Anwesen gemacht, sowas habe ich noch nie gesehen. Ich liess mir das ganze mal zeigen. Man kann dort sogar Betten zum Übernachten mieten. Ihr könnt euch selber ein Bild davon machen auf den zwei Fotos. Im Reiseführer stand noch, dass man eine 4-km lange Wanderung zur „Map of Africa“ machen kann. Die Hostelangestellte empfahl mir dies gar nicht und meinte, es sei sehr steil. Nun, einen Indianer kriegt man nicht so schnell in die Knie, habe ich mir gesagt. So lief ich der Strasse entlang, es war wirklich steil und heiss. Geschwitzt habe ich wie ein „Ankebättler“. Der Aufstieg hat sich dann aber gelohnt, eine herrliche Aussicht über das ganze Gebiet erwartete mich. Oben angekommen traf ich einen Gleitschirmspringer. Offenbar ist Wilderness ein Gleitschirmparadies. Er konnte jedoch nicht fliegen, da es zu wenig Aufwind hatte. Nach einem Schwatz mit ihm musste ich mich wieder zurück begeben, da es hier ja so früh dunkel wird. Der Gleitschirm-Nichtspringer wurde von einem Kollegen abgeholt, und nach ca. 15 Minuten Rückmarsch überholten sie mich, hielten an und fragten, ob ich mit ihnen zurückfahren möchte. Ja, doch. So konnte ich hinten aufs Pickup-Auto aufsteigen… Am nächsten Morgen lief ich in ein Natur Reservat im Garden Route National Park, bevor mich der Baz Bus am frühen Nachmittag nach Hermanus fuhr. So langsam aber sicher nähere ich mich dem Kap der guten Hoffnung.
Thema Geld: Die Währung in Südafrika ist der Rand. Gegenüber dem Schweizer Franken ist der Kurs zur Zeit sehr praktisch. Man kann ihn durch 10 teilen. Noten gibt es in der Stückelung 10, 20, 50, 100 und 200. Ihr sieht, wenn man einen grösseren Betrag in bar bezahlt, muss man ein paar Noten hervor nehmen, da ja die grösste Note gerade mal 20 CHF wert ist. Der Kurs gegenüber dem Schweizer Franken ist dieses Jahr ziemlich gefallen, gut für mich, schlecht für die Wirtschaft Südafrikas. In Botswana gibt es den Pula, in Zimbabwe ist die offizielle Währung der USD. Wegen der sehr hohen Inflation wurde der Zimbabwe Dollar abgeschafft. Er ist nur noch als Souvenir erhältlich, weshalb ich zum Billionär geworden bin. In Namibia gibt es den Namibia Dollar, der an den südafrikanischen Rand gebunden ist, d.h. 1:1. Deshalb wird es dann für mich weiterhin einfach sein, alles in CHF umzurechnen.
4. – 5. Oktober: Der Baz Bus holte uns ja in East London am 3. Oktober abends ab, hatte nur 1 1/2 Stunden Verspätung. Wir fuhren los, schon bald dachte ich, dieses Auto tönt aber komisch. Wir fuhren weiter, das Auto machte immer mehr Lärm, ich hatte das Gefühl, dass irgend etwas mit der Achse nicht stimmte. Nach etwa 2 1/2 Stunden machten wir einen Halt, und dabei blieb es. Wir fuhren nicht mehr weiter, weil auch der Chauffeur ein nicht mehr so gutes Gefühl hatte. Er liess diesmal den Abschleppdienst kommen. Ein Mann, der uns zufahren sah, meinte, wir könnten unmöglich weiter fahren, ein Achsenbruch wäre vorprogrammiert. Inzwischen wurde auch wieder ein Ersatzbus bestellt. Der Abschleppdienst kam, und es stellte sich heraus, dass es etwas anderes war. Es löste sich eine Schraube beim Rad, das dann nicht mehr ganz gerade rollte. Es hätten sich aber noch mehr Schrauben lösen können, TIA. Diesmal war nichts mit meinen Schuhbändel zu machen… 🙂 Nachdem ein Ersatzrad montiert wurde, fuhren wir mitten in der Nacht weiter. Unser Endziel, Port Elizabeth, wie schon erwähnt, kurz PE genannt, erreichten wir dann um 2 Uhr in der Früh, mit gerade mal 4 Stunden Verspätung. Es gab auch Passagiere, die dann am Morgen um 6.30 Uhr wieder parat sein mussten, weil sie gleich weiterfuhren. Ich hatte das Hostel aber schon zum Voraus für 3 Nächte gebucht. Am anderen Morgen gab es für einmal keinen Prachtstag, es regnete nämlich. Zusammen mit einer Holländerin lief ich in die Stadt, nichts besonderes, also die Stadt meine ich natürlich. 😉 Es gibt zwei schöne Gebäude, die Stadtverwaltung und die Bibliothek. Als wir weiterlaufen wollten, machte man uns klar, dass dort nur Einheimische verkehrten. Es war mitten in der Stadt mit Läden. Aber man sollte ja auch auf die Menschen hören. Selbstverständlich machten wir rechts umkehrt. Danach liefen wir wieder zurück, wobei die Holländerin unterwegs mit zwei ihr bekannten Belgierinnen weiterfuhr. Ich habe mich entschieden, euch einen Bericht auf meinen Blog zu stellen, da ich endlich wieder einmal richtigen Internet-Empfang hatte. Zudem köcherlte ich mir Teigwaren. Diese gibt es hier nicht allzu viel… Auch Regentage haben ihre guten Seiten! Am nächsten Tag habe ich mich wieder mal für eine Safari eingeschrieben, und zwar in den Addo Elephant National Park. Wie der Name bereits vermuten lässt, gibt es dort viele Elefanten, und wir bekamen auch viele zu sehen. Der Addo Elephant National Park ist der drittgrösste National Park in Südafrika. Ansonsten zeigten sich die Tiere auch nicht gerade in grossen Scharen. Aber immerhin sahen wir am Ende der Tour noch ein Löwen-Pärchen, und somit mein erster männlicher Löwe in freier Natur, natürlich nebst mir… 🙂 Auf dem Rückweg in die Stadt hielten wir noch in einer Township, ein weiteres Mal. Der Führer fragte uns, ob wir ein Smiley probieren möchten. Klar doch! Mein eigenes Smiley war dann nicht mehr so gross, als ich sah, was dies genau war. Schafskopf! Der Gentleman nickt und sagt nichts! Somit war dies meine letzte Nacht in PE, und am nächsten Tag weiter mit Baz Bus…
Thema Township: Township ist die Bezeichnung für Wohnsiedlungen, welche während der Apartheid errichtet wurden. Dort wohnte, wie es erahnen lässt, die schwarze und sonst farbige Bevölkerung. Es gibt verschiedene Townships, von relativ guten bis für unser Empfinden primitiven Hütten. Grundsätzlich hat jeder, der ein Einkommen von 0 – 3500 Rand (ca. CHF 350) Monatslohn hat, eine Hütte gratis zur Verfügung. Da allerdings die Bevölkerung in den Townships fast unkontrolliert schnell wächst, kommt man mit dem Bau nicht nach. In den Townships herrschen eigene Gesetze, da wird sozusagen Selbstjustiz ausgeübt. Die Kriminalität, Drogen, AIDS, Arbeitslosigkeit und Alkohol sind grosse Probleme in den Townships. Es gibt aber auch schöne und neuere Häuschen, in denen man Fernsehen kann. Auf der anderen Seite gibt es immer noch diese Blech- und Holzhütten, ohne Wasser- und Kanalisationsanschluss. So machen in Kapstadt immer noch ca. 15 % der Bevölkerung ihr tägliches Geschäft in einen Eimer.
30. September – 3. Oktober: Als erstes stand also Durban auf dem Programm. Die 3.5 Mio. Einwohner zählende Metropole liegt am indischen Ozean, hat den grössten Hafen Afrikas und ist berüchtigt, dass es hier gefährlich sein soll, vor allem ab dem Zeitpunkt des Eindunkelns. Zudem ist hier eine grosse indische Gemeinschaft zu Hause, eine interessante Mischung verschiedener Völker, neben den vorwiegend wohnhaften Zulus. Weisse Bevölkerung sieht man hier nicht sehr viel, diese wohnt hauptsächlich ausserhalb der Stadt. So begab ich mich zuerst zum Fussballstadion, welches die Fussball-WM 2010 beheimatete. Ein sehr schönes Stadion. Von dort ging es weiter zum indischen Markt. Die verschiedenen Düfte lagen einem schon bald in der Nase. Anschliessend ging ich zur 8 km langen Strandpromenade, ein buntes Treiben, aber den Sprung ins Wasser habe ich noch nicht gewagt. Das folgt noch. Gefährlich? Gerade wollte ein Dieb einem Inder sein Handy klauen, hat aber schlussendlich nicht geklappt. Man muss einfach auf der Hut sein. Viele Reisende lassen Durban links liegen. Ich finde, es lohnt sich einen Abstecher in diese Stadt zu machen. Am nächsten Morgen holte mich der Baz Bus um 6.45 Uhr wieder ab, um weiter süd-westlich zu fahren. 700 km fuhren wir teils der Wild Coast, mit einem Abstecher in die südlichen Drakensberge bis zu meiner nächsten Destination, East London, wird eigentlich ab 2003 offiziell Buffalo City genannt. East London ist ein Surfparadies. Bis wir da waren, mussten wir uns gedulden. So geschah, was geschehen musste. Wir hatten unterwegs eine Autopanne. Der Keilriemen war gerissen und verhedderte sich im Motor. Plötzlich kam der Fahrer zu mir und steckte sein Ohrteil der Freisprechanlage seines Handys in mein Ohr und weiste mich an, dass ich nun seinem Chef zuhören sollte. Ich verstand anfangs nicht viel, der Chef sprach mit einem indischen Akzent… Er meinte, ich soll doch meine Schuhbändel zusammen binden und diese als Keilriemen ersetzen, TIA. Nun gut, das ist soweit kein Problem, Schuhbändel oder Schnürsenkel wie diese richtig heissen, kann man ja für alles mögliche brauchen. Wir brachten jedoch schon den defekten Keilriemen nicht aus dem Motor… So wurde ein Ersatzbus für uns bestellt. Man hätte ja auch die Pannenhilfe rufen können… 3 1/2 Stunden mussten wir am Strassenrand warten. Es gibt schlimmeres. Schlussendlich kam ich um 23.30 Uhr in East London an, anstelle von 17.30 Uhr. Aber lieber spät ankommen als gar nicht! Dafür war mein Hostel direkt am Strand gelegen, ist ja auch nicht schlecht. Der nächste Tag nutzte ich, um wieder mal meine Kleider zu waschen und ein paar Einkäufe zu tätigen und endlich fand ich auch eine Poststelle. Den Nachmittag verbrachte ich am Strand: Sun, fun and nothing to do… Diesmal hat es auch mit dem Baden geklappt. East London hat mit den umliegenden Orten 1.4 Mio. Einwohner, es kommt mir jedoch wie ein Kaff vor, ist dennoch ein Stop wert. Der nächste Tag verbrachte ich nochmals am Beach bis dann der Baz Bus mich bis zur nächsten Stadt mitnahm, Port Elizabeth, kurz PE genannt. Was war unterwegs geschehen und was erwartet mich in PE? Die Auflösung folgt…
Thema Sammeltaxis: In Südafrika ist Busfahren in den Städten praktisch kein Thema. Die Bevölkerung benutzt die Sammeltaxis, auch für Überlandfahrten. Für längere Strecken gibt es auch Linienbusse. Da steht man also am Strassenrand und wartet bis eines kommt. Manchmal kommen sehr viele und manchmal keines. Und wie weiss man nun, welches Sammeltaxi man nehmen muss? Man gibt Handzeichen, z. B. wenn man in der näheren Umgebung, in der City irgendwohin gehen möchte, dann streckt man seinen Zeigfinger in die Luft und kreist. Wenn ich zum Strand fahren möchte, dann mache ich mit meiner Hand Wellenbewegungen. Sonst strecke ich einfach meine Hand heraus. Alles klar? Ja, dann bitte schön ins nächste Sammeltaxi… Ich auf jeden Fall muss noch in einen Crash-Kurs…
27. – 29. September: Nach der wunderschönen Safari, die ich erleben durfte, wurde ein neues Kapitel eingeläutet. Mit dem Baz-Bus, das ist ein Busservice für Touristen in Südafrika, die einem bei der Unterkunft abholen und bei der nächsten wieder abladen, mache ich mich auf den Weg von Jo’burg nach Kapstadt. Ich werde mir zwei Wochen Zeit nehmen, um diesen Abschnitt, via die Drakensberge, Durban und dann die ganze Küste (Garten-Route) entlang bis ans Kap der guten Hoffnung zu fahren. Ich freue mich auf die Berge aber auch auf die Küste. Die ganze Landschaft in Südafrika ist sehr vielseitig und wie bereits mehrmals erwähnt sehr schön. So wurde meine Abfahrt in Jo’burg um 8.30 Uhr bestätigt, d. h. hiess für mich ausschlafen… Der Inhaber der Unterkunft eilte dann um 7.15 Uhr zu mir und teilte mir mit, dass der Bus mich eine Stunde früher abholen würde, TIA. Man muss einfach flexibel sein, mal ist es eine Stunde früher, mal eine später, aber es funktioniert. Macht ja nichts, was ist schon eine Stunde im kommenden Jahr? Nun, ich musste dann schnell noch packen und weg war ich. Nachdem wir noch weitere Touristen in Jo’burg aufgeladen hatten, ging es Richtung Süden in die Drakensberge. Die Sonne meinte es wiederum gut mit uns, und so sahen wir vom Bus aus die schöne Landschaft. Die Berge sehen so aus wie diejenigen in Colorado/USA, so ein wenig Gran Canyon mässig. Am Mittag war ich in der Unterkunft. Ich machte mich gleich auf die Socken und erkundigte mit ein paar Reisenden die Umgebung zu Fuss. Am nächsten Tag liess ich mich mit einem Shuttle-Bus in den Nationalpark Royal Natal fahren, wo ich eine Wanderung unternahm. In diesem Nationalpark steht das Amphitheatre, das ist eine Bergkette, die so richtig majestätisch in der Landschaft steht, einmal mehr traumhaft. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Wie heisst es doch: Das Glück ist immer mit die Doofen! Mir soll’s Recht sein… 🙂 Zuhinterst im Tal gab es eine Schlucht zu sehen. Der Shuttle-Bus holte uns dann wieder ab. Eine Nacht mehr in der Massenunterkunft. Also, da trifft man auf Leute, unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Aber gerade das finde ich spannend. Da ist eine 70jährige Frau aus Australien, die jedes Jahr auf eine weite Reise geht, ein deutscher Student, der aus dem Hochbett fällt, eine Holländerin, die nicht weiss, wo sie überhaupt hinfährt usw. Am nächsten Tag musste ich bis mittags warten bis mich der Baz-Bus abholte, um nach Durban zu fahren. Durban liegt an der Küste, es soll dort eine richtig grosse indische Kolonie geben. So kann mich ja bereits auf den November und Dezember einstellen.