23. Oktober – 8. November 2013
4. – 8. November: Die halbe Nacht habe ich meinen gelöschten Fötelis nachgetrauert. Eigentlich hätte ich erwartet, dass man vor Ort die Fahnen auf Halbmast stellt, aber eben… 🙂 Schliesslich gibt es schlimmeres, wenn auch das ganze ärgerlich ist für mich. Aber vielleicht gibt es ja noch eine Lösung, und die Fotos können irgendwie gerettet werden. Und ich bin ja wirklich kein Mensch von grosser Traurigkeit, deshalb ging es am nächsten Tag auf ins nächste Abenteuer. In den vergangenen Tagen habe ich mich von der Landschaft inspirieren lassen. Findet ihr nicht auch, dass manchmal auf gewissen Hügeln Winnetou und Old Shatterhand gefehlt haben? Ich habe das auf jeden Fall so empfunden. Deshalb habe ich mir eine zweitägige Reitsafari ausgesucht, um dieses Manko wettzumachen. Zuerst dachte ich, was willst du da als alter „Löu“ auf einen Gaul sitzen… Aber ich bin ja für vieles zu haben. So wurde ich von Sam, die eine Reitschule in der näheren Umgebung von Windhoek betreibt, abgeholt. Nach einer halbstündigen Fahrt kamen wir auf der Farm an und schon kurz danach sass ich auf einem Pferd, Sulten hiess es. Dieses war mein vierbeiniger Begleiter während den nächsten zwei Tagen, und genau ein PS stark. Eine weitere Reiterin schloss sich uns an und nach kurzer Instruktion ging es auf den ersten Ritt. Zuerst Marschieren, dann Trab und nach einer halben Stunde der erste Galopp. Es war herrlich durch die unberührte Gegend zu reiten. Erst kurz zuvor gab es einen Brand, der mehrere Hektaren Land zerstörte. Wir kamen an einer Stelle vorbei, die immer noch brannte. Nach zwei Stunden gab es unterwegs ein Apero, ganz schick fand ich. Also Winnetou und Old Shatterhand hätten mich darum beneidet. Danach ritten wir zurück zur Farm. Gepfust habe ich ebenfalls dort im Guesthouse. Am nächsten Morgen musste ich um 8.30 Uhr auf der Matte stehen. Ein 5 1/2 stündiger Ausritt stand bevor. Jetzt denkt sicherlich jeder an meinen „Allerwertesten“. Um es vorwegzunehmen, so schlimm war es nicht. Ich spürte diesen schon ein wenig. Ich dachte dann, dass es am nächsten Tag schlimmer sein würde, was sich allerdings nicht bewahrheitete. Diesmal waren nur Sam und ich unterwegs. Wir ritten auf einen „Hoger“, um die herrliche Aussicht zu geniessen. Alles war unberührt, kein einziger Mensch begegnete uns. Unterwegs sahen wir viele Vögel, u.a. Schlangenadler, ein Schwarzadler, und andere Tiere wie Paviane, Kudus oder andere Antilopen. Bei einem kleineren Stausee haben wir dann unser Picknick eingenommen. So ritten wir dann wieder hinunter zur Farm, wo mich Sulten wohlbehütet wieder zurückgab. Sulten war wirklich ein liebes und für mich ein leicht zu führendes Pferd. Sam war voller Lob und brachte mich dann wieder zurück nach Windhoek. Und dort schaltete ich mal zwei Gänge hinunter, um mich etwas zu erholen, einfach mal zurücklehnen. Am Freitag steige ich dann wieder in den Bus, der mich nach Kapstadt zurückbringt. Ach ja, letztes Mal waren es ja 23 1/2 Stunden mit einem Elefantenbaby neben mir. Mal sehen, wie es freitags zu und her geht.
Thema Wasser: Das Wasser ist etwas Kostbares, vor allem hier in Afrika. Wir haben bei uns in der Schweiz ja wirklich keine Wasserprobleme. Es ist immer selbstverständlich, dass wir den Hahnen aufdrehen und dass Trinkwasser herauskommt. Hier sieht es etwas anders aus. Zuerst muss man überhaupt Wasser finden, und dann sollte dieses noch einigermassen sauber sein. Wie ihr bereits in meinen Beiträgen lesen konntet, hat es in Namibia teilweise seit 3 Jahren nicht mehr geregnet, wahnsinnig, wenn man sich das vorstellt. Namibia hat aber den Vorteil, dass es viel Grundwasser hat. So gibt es mehr als 80’000 Wasserlöcher, wo das Wasser herausgepumpt wird. Noch vor gar nicht so langer Zeit entdeckte man in Namibia ein Riesen-Grundwasserreservoir, das für die nächsten 400 Jahre reichen sollte. Zudem gibt es auch Stauseen hier, welche rund 30 % der Wasserversorgung sicherstellen. In anderen Ländern und Gebieten Afrikas sieht es jedoch weit düsterer aus. Kaum ein Tropfen Wasser ist zu finden, und wenn, dann noch verschmutzt. Dies löst Krankheiten aus, die bis zum Tod führen. Ich will jetzt aber nicht das schlimmste Szenario beschreiben. In diesem Sinne Prost und schätzen uns glücklich, dass unser Superwasser aus dem Hahn kommt.
30. Oktober – 3. November: Von Twyfelfontein ging es am Morgen weiter an die Küste Namibias. Wir passierten den Brandberg, mit 2573 m den höchsten Berg im Land. Nach weiteren abgespulten Kilometern auf Schotterstrassen erreichten wir den Atlantik in Cape Cross. Dort gibt es sehr viele Seelöwen zu besichtigen, je nach Jahreszeit können es bis 100’000 sein. Entsprechend ist der Geschmack, so dass es einem fast den „Deckel“ hebt. Weiter ging’s nach Swakapmund, schlichtweg der Touristenort an der Küste. Dieser Ort wird auch als das südlichste Ostseebad Deutschlands bezeichnet, hat also etwas. Und ich konnte wieder einmal in einem richtigen Bett schlafen, wie herrlich. Es war so richtig kuschelig, halt für einmal ohne Teddybär! 😉 Es blieb Zeit für uns, die wir frei gestalten konnten. Das heisst dann jeweils für mich, eine Waschmaschine suchen, ein paar Einkäufe tätigen, meinen Blog auf Vordermann bringen usw. Obwohl Swakapmund nicht das wirkliche Namibia repräsentiert, so ist es dennoch ein netter Ort, wo es entspannt zu und her geht. Es hat viele deutsche Touristen, viele Cafés, wo man Kuchen essen kann, Biergärten usw. Es ist auch bekannt für Meeresfrüchte und Fisch. So habe ich seit langem wieder einmal Fisch gegessen, schmeckte wunderbar. Der Atlantik hier ist nicht so warm, zur Zeit 14° C, wird auch nicht mehr viel wärmer. In Swakapmund blieben wir für zwei Nächte, ehe unsere Safari weiterging. Wir besuchten noch Walvis Bay, das ist eine Industriestadt mit dem einzigen Tiefseehafen in Namibia. Die Reise führte uns dorthin, weil es auch Flamingos zu sehen gibt. Hopp, in den Bus und weiter ging’s ins Landesinnere, hauptsächlich auf Schotterstrassen, resp. Schlotterstrassen. Da ist dann auch immer die afrikanische Massage gleich inbegriffen. So fuhren wir immer mehr in die Wüste nach Seriem. Das liegt in der Nähe von Sossusvlei, ein grandioser Ort. Aber bevor wir dort ankamen, hatten wir – wie könnte es auch anders sein – wieder mal einen platten Autoreifen. Diesmal war der linke Vorderreifen der Karre an der Reihe. Ach du grüne Scheisse, nicht schon wieder, habe ich gedacht. Aber eben, ist ja nichts neues… 🙂 Wir stellten unsere Zelte für zwei Nächte. Der liebe Gott war offenbar etwas erkältet und musste ziemlich husten, es windete nämlich die ganze Nacht hindurch, das Zelt wurde ziemlich umher geschüttelt. Am nächsten Morgen mussten wir bereits früh aufstehen. Tagwache war um 4.45 Uhr, so dass wir bei Parköffnung um 5.15 Uhr auch gleich weiterfahren konnten. Auf dem Programm stand die Besteigung der Düne 45, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Diese Düne ist die 45. Düne im Park und exakt 45 Kilometer vom Parkeingang entfernt. Aus diesem Grund ist sie auch eine grosse Touristenattraktion. Ihr hättet diese Leute sehen sollen, die auf die Düne gelaufen sind. Wie gestochene Hyänen sind sie losmarschiert. Ich habe für mich gedacht, geht nur… Nach 50 Metern im Sand habe ich dann die ersten überholt, die kurzatmig fast umgefallen sind. Zugegeben, es ist ein nicht ganz leichter Aufstieg. Im Sand läuft man einen Schritt vorwärts und gleichzeitig einen halben zurück. Nach etwa einer halben Stunde stand ich dann oben, als einer der ersten und wartete bis der Wecker die Sonne aus dem Schlaf holte. Eigentlich hatte ich mir vom Sonnenaufgang selber mehr erwartet, war nichts spezielles. Aber das Farbenspiel war einmalig. Sobald die Sonne die rötlichen Dünen anlacht, erstrahlen diese in den prallsten Farben. Hinunter ging es dann einfacher. Wir fuhren weiter nach Sossusvlei. Diejenigen, die bereits einmal dort waren, wissen wie es dort aussieht. Es ist schlichtweg der Hammer! Zum einen gibt es dort die höchste Sanddüne der Welt, mit gegenwärtig 330 Metern Höhe. Diese wächst immer mehr, weil sich durch den Wind Sand anhäuft. Zum anderen gibt es die toten Bäume, die seit 700 Jahren wie versteinert dort stehen. Dead Vlei nennt sich dieser Ort. Wir sind dann nochmals auf eine Düne gestiegen, um dieses Naturschauspiel von oben anzusehen. Es ist schlicht, aber einfach gewaltig diese Farben. Der blaue Himmel, die rötlichen Sanddünen, der helle Boden und die fast schwarzen Bäume. Auf diesen Moment hatte ich mich schon lange gefreut, einfach WOW! So fuhren wir nach dem Mittag wieder zurück in unser Camp und konnten uns etwas erholen. Am Abend wurden wir zu einem Canyon gefahren, hat mir auch sehr gut gefallen. Somit war diese Safari praktisch gelaufen. Der nächste Tag stand voll im Zeichen von Kilometern abspulen, um zurück nach Windhoek zu gelangen. In Windhoek angekommen, dachte ich, dass ich meine wirklich tollen Fotos sichern will. Ja, und dann passierte, wovor ich mich fürchtete. Ich habe eine falsche Manipulation gemacht, und schwups waren alle Fotos weg, einfach weg!! Somit kann ich euch leider die für mich schönsten Fotos der bisherigen Reise nicht zeigen, Asche auf mein Haupt! Mir standen fast die Tränen zuvorderst… Ich habe natürlich die vorherigen Fotos bis und mit Etosha NP schon gesichert.
Thema Wirtschaft: In Namibia gibt es drei grössere Wirtschaftszweige. Der grösste ist der Bergbau. Es werden vor allem Uran, Kupfer und Diamanten abgebaut. Die namibischen Diamanten sind von sehr guter Qualität. So werden 98 % der gewonnen Diamanten für Schmuck verarbeitet. Der zweit grösste Zweig ist in der Landwirtschaft mit der Fischerei zusammen zu finden. 90 % der Fische gehen in den Export. Und die drittgrösste Industrie ist bereits der Tourismus. Dieser beschert relativ viele Arbeitsplätze. Dennoch ist die offizielle Arbeitslosenquote mit 52 % sehr hoch.
25. – 29. Oktober: Hier in Namibia habe ich also meine nächste Safari gebucht. Man hat hier nicht so viele Möglichkeiten herum zu kommen. So gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man mietet ein Auto oder man macht eben eine organisierte Tour. Es gibt schon Busse, die einem von einer Stadt zur anderen bringen. Da jedoch die Sehenswürdigkeiten ausserhalb der Stadt liegen, ist man dann eben ein wenig blockiert vor Ort, wenn man kein eigenes Fahrzeug hat. So habe ich mich entschlossen, eine geführte Safari zu machen, die mich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Namibias führt. Am Morgen des 25. Oktobers hätte ich um 8 Uhr abgeholt werden sollen. Es wurde jedoch eine Stunde später. Vermutlich hatte der Fahrer die europäische Zeit bereits um eine Stunde vorgestellt… 😉 Nein, nein, ich bin mich dies ja hier gewöhnt. Wie mehrfach erwähnt ticken die Uhren hier halt einfach anders. Kaum in Windhoek abgefahren, wurden wir bereits von der Polizei angehalten. Der Fahrer überfuhr das Rotlicht. Auch hier werden dafür Bussen verteilt. Dann gab es eine Riesendiskussion wegen dem Führerschein, der auf einmal weg war… Aber nach einer halben Stunde war auch das geregelt und auf’s ging in die Wildnis. Auf der Tour sind wir für meine Verhältnisse ziemlich viele Leute, 14 an der Zahl. Am ersten Tag fuhren wir erstmals Richtung Norden. Landschaftlich habe ich auch schon interessantere Gebiete gesehen, aber es gibt ja immer etwas zu entdecken. Nach ein paar Einkäufen fuhren wir auf den ersten Campingplatz, der irgendwo im Niemandsland war, jedoch sehr idyllisch gelegen. Vor allem die Toilette und die Dusche sind ein Erlebnis (siehe Fotos). Bald schon wurden wir von einem Safari-Jeep abgeholt, der uns auf eine Pirschfahrt mitnahm. So sahen wir doch einige Tiere. Für mich gab es diesmal nicht mehr neue Tiere zu entdecken, aber es war dennoch schön. Ich finde diese Tierwelt halt einfach cool und interessant. Wir haben ein Prachtsexemplar eines Leoparden und Geparden gesehen. Ich bekam wieder mein eigenes Zelt (langsam frage ich mich, warum niemand mit mir zelten will… ;-)), was natürlich mehr Platz bedeutet. Am nächsten Tag fuhren wir dann in den Osten des Etosha-Nationalparks, ein absolutes Highlight der ganzen Reise. Dieser Nationalpark ist bekannt für die vielen Tiere. Es hat relativ viele Wasserlöcher, die man beobachten kann. Gerade wenn es trocken ist, kommen viele Tiere vorbei. Und wie ich schon geschrieben habe, hat es seit über einem Jahr in Namibia nicht mehr geregnet, beste Voraussetzungen also. Wir haben eine nachmittägliche Fahrt unternommen. Am besten schaut ihr selber, was man alles zu sehen bekam. Es ist auch für euch nichts neues dabei, aber halt doch immer wieder schön, oder?! Den folgenden Tag verbrachten wir vollumgänglich im Etosha NP, fuhren jedoch in den westlichen Teil, wo wir unsere Zelte aufschlugen. Unterwegs immer wieder wilde Tiere. Am 28.10. verliessen wir den Etosha NP, um den Westen Namibias zu erkunden. Findet ihr nicht, dass es schon lange keine Autopanne mehr gab? Keine Angst, die nächste folgte schon bald. Diesmal platzte ein Hinterreifen. Der Schaden war diesmal relativ schnell behoben, gerade mal in 30 Minuten wurde das Ersatzrad montiert. Also, ich glaube, es liegt jetzt dann wirklich an mir, dass es auf meiner Reise immer wieder Pannen gibt! Ich werde auf jeden Fall ein Bewerbungsdossier für den TCS bereitstellen, wenn ich dann wieder zu Hause bin! 🙂 So langsam aber sicher verliessen wir die doch sehr flache Gegend und die ersten Hügel erhoben sich. Wir besuchten ein Himba-Dorf. Die Himbas sind ein ursprüngliches Nomadenvolk, das normalerweise in der Wüste im Nordwesten von Namibia herumzieht. Die Frauen duschen nie, dafür streichen sie ein rötliches Pulver ein, das sie vor der Sonne und von Verunreinigungen schützen sollte. Aus hygienischen Gründen wird das Pulver jeden Tag neu eingerieben. Nie duschen? Auch das gibt es. So ist es halt auch nicht verwunderlich, dass es kein namibisches Model gibt, das für Duschdas oder Fa Werbung macht… Mit grossen Schritten näherten wir uns den Bergen von Namibia. Es ist wirklich sehr heiss hier, so gegen 40° C und auch sehr staubig. Da es eine trockene Hitze ist, hält man es gut aus. Am nächsten Tag fuhren wir für einmal nicht so weit, immer mehr in die Berge. Hier installierten wir uns für die nächste Nacht. Am späteren Nachmittag ging es noch auf eine Besichtigung von Wand- und Steingravuren in Twyfelfontein, die unter dem UNESCO-Kulturerbe stehen.
Thema Namibia: Bevor Namibia 1990 unabhängig wurde, war es unter der Führung von Südafrika gehalten. Bis 1914 war es eine deutsche Kolonie, wobei der deutsche Einfluss immer noch sichtbar ist. So sind viele Geschäfte auf Deutsch angeschrieben. Da gibt es Tischlereien, Biergärten, Bäckereien, Schlachtereien, Autohäuser usw. Deutsch spricht hier jedoch kaum noch jemand. Es soll ja hier viele ehemalige deutsche Offiziere vom zweiten Weltkrieg geben, die nach dem Zusammenbruch des deutschen Reichs emigrierten. Schon auf der Busfahrt von Kapstadt nach Windhoek ist mir aufgefallen, dass ein paar Weisse einen namibischen Pass hatten. Offiziell leben in diesem gut 2-Millionen Einwohner zählenden Land rund 60’000 Weisse.
23. – 24. Oktober: Nach der Ankunft mit dem Bus in Windhoek telefonierte ich schnell meiner Unterkunft, so dass mich jemand abholen konnte. In Windhoek blieb ich zwei Tage, bevor es weiterging auf meine nächste Zeltsafari. Es wurde mir bereits gesagt, dass es in Windhoek nicht so viel zu sehen gibt. Das ist tatsächlich so. Aber es ist bei weitem sauberer als beispielsweise in Jo’burg oder Durban. Ich machte mich also auf den Weg, eine Belgierin fragte mich, ob sie sich mir anschliessen dürfte. No problem! Auf einer Anhöhe fragte uns ein Polizist, woher wir denn kommen. Beide aus einem Schockoladenland, sie aus Belgien, ich vom Schwiizerländli. Er meinte zuerst, dass wir Deutsche waren. Also in diesem Fall zeige er uns doch gerne das Gebäude vom Ministerpräsidenten, es sei sehr schön und es werde die Geschichte Namibias in Bildern gezeigt. Nun, ich wusste schon zum voraus, dass man diesem Polizisten dann etwas geben musste, sonst hätte er es ja nicht gemacht… Aber so eine Privatführung bekommt man sicherlich nicht alle Tage offeriert. So folgten wir ihm ein kurzes Stück und hinein ging’s. Es war wirklich sehr schön und interessant, und selbstverständlich füllten wir am Ende der Privatführung seine Hand mit etwas Geld. Jeder schaut halt selber für eine Lohnerhöhung… Bei einem Glas Wein und einem herrlichen Blick auf Windhoek schaute ich der Sonne zu, wie sie schlafen ging. Und schon bald folgte ich ihr nach… Am nächsten Morgen ging ich nochmals in die Stadt, um ein paar Fotos zu machen, da ich am Vortag meinen Fotoapparat gar nicht mitgenommen habe. Im Hostel riet man mir auf gar keinen Fall, den Fotoapparat mit in die Stadt zu nehmen. Ich fühlte mich hier bei weitem viel wohler und sicherer als etwa in Jo’burg. Ich steckte dann den Fotoapparat in einen Plastiksack, um nicht allzu fest aufzufallen. Danach musste ich mein Gepäck parat machen für die 10-tägige Safari, die mich nach fast ganz Namibia bringen wird, ausser ganz in den Norden und in den Süden. Auf wen treffe ich da wohl? Ich freue mich und bin immer für neue Abenteuer bereit. Namibia ist auch bekannt für klare Sternennächte. Ich habe mir extra ein Buch gekauft, welches mir die Sternenbilder beschreibt. Leider habe ich dieses zu Hause vergessen. Falls mir jemand das Buch persönlich bringen möchte, dann nur zu. Freiwillige melden sich bitte vorgängig bei mir…
Thema Malaria: Wenn man nach Afrika reist, dann ist die Frage betreffend Malaria nicht weit weg. So ist es auch in Südafrika und Namibia der Fall. Man muss im voraus abklären, in welches Gebiet man reist, denn nicht überall ist Malaria-Zone, und um welche Jahreszeit. Auf meiner Reise kam der Krüger-Nationalpark in Südafrika und der Etosha-Nationalpark in Namibia (Reisebericht folgt noch) in Frage. Im Krüger NP war noch nicht Malaria-Zeit, in Namibia hätte sie normalerweise sein sollen. Da es jedoch seit mehr als einem Jahr nicht mehr geregnet hat, in gewissen Gebieten sogar seit drei Jahren nicht mehr, und es deshalb sehr trocken ist, sind die Malaria-Mücken nicht vorhanden. Ganz praktisch für mich… Aber was ist eigentlich Malaria? Erreger der Krankheit sind Plasmodien, die sich im menschlichen Körper einquartiert haben. Die weibliche Anopheles-Steckmücke nimmt durch einen Stich Blut eines infizierten Menschen auf und überträgt die Plasmodien durch einen Stich auf einen Gesunden. Es muss allerdings feuchtes Klima herrschen. Das kennen wir ja von Europa her auch. Ich bin froh, dass ich nicht gestochen wurde. Was kann man dagegen tun? Alle sagen dasselbe: Du musst einfach nicht gestochen werden…