27. Dezember 2013 – 24. Januar 2014
Melakka – Kuala Lumpur – Taman Negara – Cameron Highlands – Ipoh – Langkawi – Penang – Kota Kinabalu (Borneo)
Hauptstadt: Kuala Lumpur
Bevölkerung: 28.34 Mio.
Fläche: 329.758 km²
27. Dezember 2013 – 24. Januar 2014
Melakka – Kuala Lumpur – Taman Negara – Cameron Highlands – Ipoh – Langkawi – Penang – Kota Kinabalu (Borneo)
Hauptstadt: Kuala Lumpur
Bevölkerung: 28.34 Mio.
Fläche: 329.758 km²
23. – 27. Dezember 2013
23. – 27. Dezember: Frühzeitig liess ich mich an den Flughafen von Delhi fahren. Man weiss ja nie, wie lange das ganze Prozedere dauert an den indischen Flughäfen. Diesmal war ich positiv überrascht, alles ging reibungslos, ausser dass ein paar Inder einmal mehr bei der Sicherheitskontrolle drängelten, von hinten einem non-stop in die Beine stiessen oder einfach zuvorderst bei der Warteschlange hinliefen. Nun gut, im indischen Wortschatz existiert das Wort Anstand gar nicht! Es ging sogleich weiter so. Im Flieger hat eine Dame etwa 5 Handgepäckstücke mitgenommen und diese überall in die Gepäckfächer verstaut und den Gang blockiert. Die nachfolgenden Passagiere fluchten und drängelten. Erst nach etwa 5 Minuten sah ich, dass ich in der gleichen Reihe sass wie diese Dame. Ja, und das war erst der Anfang. Sie meckerte die ganze Zeit herum, wollte schon was zum Trinken bevor wir in der Luft waren. Der Sitz war auch nicht recht, und sowieso war alles nicht in Ordnung. Wohlwissend, wir flogen Singapore Airlines, eine wirklich Top-Airline. Einmal in der Luft verteilten die Flight Attendants die bestellen Spezialmenüs. Und warum bekommt dann die Dame ihr Essen nicht auch schon jetzt und muss warten? Und endlich kam unsere Reihe dran. Ich bestellte ein internationales Menü. Die Flight Attendant verwechselte offenbar das Essen und gab mir ein indisches Lammgericht. Die meisten von euch wissen, dass ich kein Lammfleisch esse, weshalb ich mir erlaubte, der Flugbegleiterin die Mahlzeit zurück zu geben. Au weja, das hätte ich lieber sein lassen. Von der netten Damen wurde ich zusammengestaucht, was mir einfalle, das sei schliesslich ein indisches Essen und könne es wenigstens meinem Sitznachbar weitergeben. Freut mich, Madame, Sie kennen zu lernen… Was sie nicht wissen konnte, war, dass sie just in diesem Moment mit ihrer Aussage den berühmten Tropfen zu viel ins volle Fass goss, der dieses zum Überlaufen brachte. Ich bin ja wirklich ein friedliebender Mensch und schon gar nicht aggressiv, aber am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie ihre Morgenklatsche bereits erhalten habe. Ich wies sie dann mal zurecht, dass sie das erstens nichts angehe, zweitens der Gentlemen neben mir ein vegetarisches Essen bestellt hatte, und drittens, dass sie dieses Essen gerne haben könne, schliesslich sei dies ein indisches Essen. Offenbar haben meine Worte ihre Wirkung nicht verfehlt, auf einmal war Ruhe, Ruhe während dem ganzen Flug, welche Wohltat! Sie ass übrigens ihre in Alufolie eingepackten und selber mitgebrachten Sandwichs… Es gibt übrigens ein Föteli, das diese Situation symbolisch nicht besser beschreiben könnte… 😉 In Singapur fuhr ich zu meinem gebuchten Hostel, das ziemlich zentral lag. Am nächsten Morgen machte ich erst einmal eine Stadtrundfahrt, um mich ein wenig zu orientieren. Die Wetterprognosen waren nicht umwerfend, Regenwolken irrten umher. So entschloss ich mich, in den empfohlenen botanischen Garten zu gehen, wo es auch den weltgrössten Orchideen-Garten zu bestaunen gab. Auf den Bildern könnt ihr gerne die schönen Orchideen anschauen. Singapur ist eine echte Weltstadt, und welch Unterschied zu Indien! Die Stadt gefiel mir sehr gut, wobei sie noch schöner wird, sobald Dunkelheit einbricht, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Und ich konnte mich frei bewegen wie ein Vogel, wie herrlich. Am nächsten Morgen ging ich aufs Riesenrad, um die Stadt von oben zu besichtigen. Beim Anstehen schupste mich jemand von hinten ein paar Mal ins Bein. Als ich mich umdrehte, stand eine in einen Sari gewickelte Frau…, nice to meet you Madam… 😉 Am Abend gibt es bei der Marina Bay eine Laser-Show, bei den sogenannten Supertrees eine Licht- und Musikshow, alles umsonst. Das liess ich mir nicht nehmen, es lohnte sich. Am dritten Tag in Singapur ging ich auf die Insel Sentosa. Dies ist eine Vergnügungsinsel. Für jeden wird etwas geboten, vom Aquapark, über die Universalstudios, Casino, Musical bis hin zu echten Badestränden, alles ist vorhanden. So kann man ohne weiteres seine freie Zeit dort verbringen so lange man will. Ach ja, es war noch Weihnachten, das habe ich beinahe vergessen. Um ehrlich zu sein, kam bei mir nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Dennoch habe ich an alle euch gedacht. Um noch etwas näher bei euch zu sein, ging ich ins Marché (Schweizer Restaurantkette) – möget mir dies verzeihen – und ass eine wirklich feine Rösti mit Spiegelei. Ich habe auch verschiedene Weihnachtsbäume bildlich eingefangen. Die Besitzerin des Hostels sagte mir bei Ankunft, dass wenn es regnet, man einfach ins nächste Shoppingcenter gehen soll… Singapur ist ein einziges Shoppingparadies. Das ist wirklich unglaublich, da steht ein Einkaufszentrum nach dem anderen. Mein Shopping beschränkte sich aufs Eye-Shopping… Und schon bald verliess ich diesen Insel- und Stadtstaat Richtung Malaysia.
Thema Strafe in Singapur: Wie ihr alle wisst, hat Singapur den Ruf der saubersten und ordentlichsten Stadt der Welt. Aber wie sieht es aus, wenn man dagegen verstösst? Vandalismus und Graffiti können Geldstrafen sowie auch Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben. Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 verboten. Die Einfuhr von Kaugummi ist verboten, ausgenommen solcher zum medizinischen Gebrauch. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Weitere Beispiele gefällig? Bitte schön: Singapur ist das einzige Land der Welt, in das Zigaretten nicht duty free eingeführt werden dürfen. Die Geldstrafe für die Einfuhr einer Stange Zigaretten beträgt das zehnfache des Preises innerhalb Singapurs (derzeit 110 SGD, folglich 1100 SGD, also rund 800 CHF). Selbst wenn man eine angebrochene Schachtel mit sich trägt, darf diese maximal 17 Zigaretten beinhalten. Nun, kümmert mich persönlich nicht gross, da ich ja Nichtraucher bin… 🙂 Oder, hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen (z. B. mit einer neonleuchtenden Weste und der Aufschrift „ORDER FOR corrective work“ den Strand säubern) werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen. Wer nach Singapur reist, hat gefälligst zu parieren!
23. – 27. Dezember 2013
Bevölkerung: 5.23 Mio.
Fläche: 712,4 km²
8. – 22. Dezember 2013
16. – 22. Dezember: Am Morgen fuhren wir in Periyar in den Nationalpark, um eine Bootsfahrt zu machen. Irgendwie hat es mit der Buchung nicht geklappt, weshalb wir nicht um die gewünschte Zeit aufs Boot steigen konnten. So mussten wir halt 1 1/2 Stunden warten. Die Gegend um den See ist wirklich schön. Während der ganzen Bootsfahrt muss man jedoch die Schwimmweste tragen, kann warm werden. Am Ende des Sees sahen wir dann noch eine Elefantenherde, habe ich aus Afrika bereits etwas vermisst. Aus dem See ragen Baumstämme, es sah recht mystisch aus. Nach der Bootsfahrt fuhren wir weiter, wieder in etwas tiefere Lagen, auf Meereshöhe. Dort übernachteten wir in einer wirklich schönen Hotelanlage, welche direkt an den sogenannten Backwaters lag. Die Backwaters ist ein Seen- und Flusssystem von insgesamt 1900 km, das etwas versetzt vom Meer liegt, jedoch damit verbunden ist. Unser Fahrer holte uns am nächsten Morgen ab, um uns zu einem Hausboot zu chauffieren, das wir gebucht hatten. Das gönnten wir uns. Da kann man 24 Stunden oder länger ein solches Hausboot mieten, wo man durch die Backwaters sich fahren lassen kann. Dabei wird man ausgezeichnet verköstigt und man schläft auch darauf, ein einmaliges Erlebnis. Es ist sehr gemütlich, die Landschaft ist wunderschön, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Und endlich kann man seine Seele baumeln lassen, wobei auch auf dem Wasser die Hupe nicht fehlen darf… Entlang der Flüsse wohnen die Leute in ihren Häusern. Überall hört man Schläge. Aber was ist das? Es sind Hausfrauen, welche im Fluss stehend ihre Wäsche waschen und eben die Wäsche ausklopfen, wie im vorletzten Jahrhundert, und das ist ja nicht einmal übertrieben. Gegen den Sonnenuntergang ankert das Schiff an seinem bestimmten Platz, wo man dann die Nacht verbringt. Am nächsten Morgen fuhren wir zu unserem Abfahrtsplatz, wo uns der Fahrer abholte, und weiter ging’s ans Meer. Ganze drei Tage verbrachten wir ganz im Süden von Indien. Unterwegs meinte unser Fahrer, dass er einen Ort kenne, wo es ein sehr gutes Shake gibt. Ja, also dann, halten wir doch an. Für unseren gesunden Menschenverstand hätten wir da nicht Halt gemacht, es machte einen nicht besonders sauberen Eindruck. Ich sah mich bereits vorübergehend als bester Kunde vom Hackle-Toilettenpapier. 😉 Zum Glück traf dies nicht zu, und das Shake, ein Traum. Ich weiss nicht, wann ich in den letzten Jahren ein solch feines Shake getrunken habe. Es war gefrorene Milch, Bananen, ein Löffel Schocki-Pulver, dies wird gemixt und zuoberst noch ein paar Cashew-Nüsse. Gehaust haben wir gleich neben dem Strand in einer guten Hotelanlage in Kovalam. Kaum läuft man aus der Hotelanlage an den Strand, schreit es bereits: Hello my friend! Nein, nicht schon wieder, ich will doch endlich meine Ruhe. Liegestühle, Restaurants und sonstige Läden werden einem zum besten angepriesen… Inzwischen hatten wir ja Erfahrung sammeln können, wie man solch hahahartnäckige Typen abfertigt. Die Temperatur des Meeres war sehr warm, angeschrieben war nirgends etwas, aber ich schätzte es auf mindestens 26° C. Natürlich durfte auch die Ayurweda-Massage nicht fehlen, schliesslich ist man ja hier nicht alle Tage. Dann fuhren wir wieder nach Kochin zurück, unterwegs natürlich der Halt beim Shake-Laden. Dort werden übrigens 250 Shakes im Tag verkauft. In Kochin trennten sich dann die Wege von Nadia und mir. Am frühen Morgen bestieg ich den Flieger nach Delhi, von wo es am 23.12.2013 weitergeht oder ging (je nach Zeitpunkt des Lesens dieses Berichts), nach Singapur. Es ist/war die letzte Nacht in Indien. Und wie sieht es jetzt aus mit diesem Land? Komme ich bald zurück oder nie wieder? Ich habe keine so krasse Einstellung. Die Frage muss ich mit weder noch beantworten. Indien ist auf der einen Seite wirklich ein schönes und faszinierendes Land, hat für mich persönlich im Süden an Goodwill aufgeholt. Es ist aber auch im Norden schön mit all der Kultur. Einfach die Leute sind zum grossen Teil anstrengend und haben oft keinen Anstand. Ich nehme die positiven Eindrücke mit in meinen Rucksack, die negativen lasse ich zurück. Ich freue mich aber auf neue Erlebnisse in Singapur, wo ich die Weihnachten verbringen werde.
Thema Curry: Was wäre Indien ohne Curry? Ich kann Indien fast nicht verlassen, ohne dieser Mahlzeit einen kleinen Bericht zu widmen. Was ist eigentlich Curry genau? Curry, wörtlich Sauce, ist eine aus Indien stammende Bezeichnung für verschiedene Eintopfgerichte auf der Basis einer sämigen Sauce mit verschiedenen Gewürzen und Zugaben von Fleisch, Fisch und/oder Gemüse. Currygerichte haben sich auch ausserhalb des indischen Subkontinents durchsetzen können. Bei uns ist es ja klassisch eine gelbe Sauce, in der wir Poulet- oder Truthahnfleisch (Hähnchen oder Pute) mischen, ein paar Verrückte tun ja noch Früchte dazu… 😉 Hier in Indien sieht es ein wenig anders aus. Das ist wirklich ein Eintopf mit Gemüse und Fleisch oder Fisch, ist eher dickflüssig. Dazu isst man Reis oder Fladenbrote. Jede Region in Indien hat seine eigene Gewürzmischung (Masala), die das ganze ausmachen. Es kann ganz schön scharf sein… 🙂 Bei der Bestellung muss man halt angeben, dass man es nicht allzu scharf à la Indian-Style haben möchte, schmeckt aber sehr gut. Übrigens: In Indien kommt es niemanden in den Sinn, Früchte ins Curry zu mischen… 🙂 Einen guten Appetit!
10. – 15. Dezember: Je südlicher man in Indien reist, je wärmer und feuchter wird es. Bereits Mumbai war um ein paar Grad wärmer als noch Rajasthan. Der Hauptflughafen von Kerala liegt in Kochin. Welch andere Welt hier, sehr warm und wie erwähnt feucht und eine immergrüne Landschaft. Hier geht es noch gesitteter zu und her als in Mumbay, wobei wir uns immer noch in Indien befinden, das darf man nicht ganz vergessen. Wir hausten mitten im Stadtzentrum und nach meiner Ankunft in Indien stand ich das erste Mal in einem Supermarkt, wo man sehr vieles kaufen kann. In der Schweiz eine Selbstverständlichkeit, hier überhaupt nicht. Da wird beim Ausgang genau gezählt, ob auch alle Artikel auf dem Kassenzettel sind. Man stellt sich das bei uns vor, wenn man einen ganzen Einkaufswagen voll gepostet hat… Am ersten Abend haben wir eine Spezialität von Kerala ausprobiert, ein in Bananenblätter eingewickelter Fisch mit einem milden Curry. Hat sehr gut geschmeckt. Am nächsten Tag machten wir eine Stadtbesichtigung. Die Hauptattraktion sind die chinesischen Fischernetze, die ihr auch auf einem Bild sehen könnt. Es wurde uns gesagt, dass die Netze am Morgen tatsächlich noch zum Fischen gebraucht werden. Ehrlich gesagt zweifle ich da ein wenig. Ob da noch Fische herumschwimmen? Ich denke, dass die Netze aus touristischen Gründen beibehalten werden, zumindest in der Innenstadt. Ja, und es gab sogar eine Promenade am Meer entlang. Kerala ist voller Kokospalmen. Da gehört es sich natürlich auch, eine frische Kokosnuss auszuprobieren. Für umgerechnet 40 Rappen eine frische Kokosnuss… Man gönnt sich ja sonst nichts. Der nächste Tag war Aufbruchstag, um ins Hinterland von Kerala zu fahren, zu verschiedenen Wasserfällen. Es war wirklich schön. Übernachtet haben wir inmitten vom Niemandsland, wir waren auch die einzigen Gäste. Wir fuhren am nächsten Tag noch weiter ins Hinterland, in die Teeplantagen. Es ist schlichtweg umwerfend diese Gegend, welche zwischen 1500 und 1800 m ü.M. liegt. Die Strassenverhältnisse waren hingegen weniger umwerfend. Unterwegs hat uns der Fahrer bei einer Ayurweda-Center ausgeladen, so und jetzt gefälligst eine Ayurweda-Massage. Ja, ja, schon gut, machen wir doch, es gibt ja bei weitem schlimmeres. Ich machte eine Kopfmassage. Die Ganzkörpermassage hatte ich bereits in Form der Autofahrt… 🙂 Unser Fahrer meinte dann, dass wir noch ein Ticket für eine kulturelle Veranstaltung kaufen sollten, es lohne sich auf jeden Fall. Also kauften wir ein Ticket für am nächsten Tag. Unser Endziel hiess Munnar, ein Ort mitten in den Teeplantagen. Was denkt ihr, wachsen die Teeblätter, die ihr auch auf verschiedenen Fotos sehen könnt, auf Bäumen, Büschen oder an einer gewöhnlichen Pflanze? Es sind also Teebäume. Ein lokaler Führer fuhr mit uns am nächsten Morgen in einen Nationalpark, wo wir eine Mini-Wanderung von 3 km machten. Es war schon sehr schön auf all die Teeplantagen hinunter zu gucken. Um uns den Tee etwas näher zu bringen, besuchten wir noch das Teemuseum, war auch interessant. Ach ja, dann stand noch die ultimative kulturelle Veranstaltung an. Wir hatten Tickets in der ersten Reihe, wobei man sozusagen auf anstatt vor der kleinen Bühne gesessen wäre. Wir fragten, ob wir nicht etwas weiter hinten sitzen könnten, ein weiser Entscheid, wie sich später herausstellte. So fing das Programm an, Trommelklänge soweit das Ohr hören kann, und dann nochmals Trommelklänge mit Tschinellen. Ach du heiliger Bimbam, unsere Ohren, resp. die Trommelfelle drehten schon bald im Roten. Nach 20 Minuten hörten die Trommeln auf, welche Wohltat. Allerdings trommelten meine Ohren auch so weiter… Dann kam indische Mimik an die Reihe, einige Leute der ersten Reihe mussten auf die Bühne… Danach kamen wieder die Trommeln zum Einsatz, wobei ein in schwarz gekleideter und schreiender Geist oder was auch immer auf der Bühne hin und her wankte. Bevor sich unsere Trommelfelle in seine einzelne Bestandteile auflösten, verliessen wir die Show, welch Schande… Aber wir sassen ja praktisch zu hinterst, das die Weisheit des Tages! Unserem Fahrer war dies dann nicht so recht. Die Weiterfahrt am nächsten Morgen führte uns nach Periyar, wo es einen schönen See mit Nationalpark gab. Der Kalender schrieb inzwischen den 15. Dezember. Unterwegs hielten wir noch in einem Ayurweda-Kräutergarten an, wo Pflanzen für diese Methode angebaut werden. Die Führung war ganz interessant. Am Schluss mussten wir noch in den obligaten Laden, wo uns für jede Krankheit ein Pülverchen oder ein Öl angeboten wurde. So, und jetzt sollten wir einkaufen, schliesslich ist es sehr kostengünstig und effektiv. Ach ja, das habe ich ja auch schon gehört. Leider gab es keine Essenz für überstrapazierte Trommelfelle, schade… 🙂 Unsere Unterkunft war eigentlich ganz gut, auf jeden Fall belegt sie den ersten Platz für das feuchteste Zimmer in Indien. Als wir das Zimmer betraten roch dieses schimmlig. Die Fenster waren am Morgen auch ganz beschlagen. Nun hoffe ich, dass ich nicht zu fest grau werde! 😉
Thema Ayurweda: Sicherlich habt ihr schon alle davon gehört, Ayurweda findet auch immer mehr Anklang in Europa. Vor allem hier in Kerala ist Ayurweda sehr bekannt. Doch was das eigentlich genau? Ayurweda ist eine traditionelle Wissenschaft aus indischer Naturmedizin und ganzheitlicher Heilung, in der Naturheilmethoden, Massage und andere Therapien angewendet werden. Wie gesagt beruht das ganze auf natürliche Basis. Da werden jeweils natürliche Heilpflanzen, Pulver, Essenzen und Öle davon zur Heilung genommen. Der Vorteil ist, dass die erwähnten Heilmittel wirklich zu 100 % natürlich sind und somit keine Nebenwirkungen haben. Es gibt hier in Kerala unzählige Zentren, die diese Methode anwenden. Wenn man eine Krankheit behandeln möchte, dann muss man zuerst einen Doktor aufsuchen, der einem untersucht und dann die entsprechenden Anwendungen verschreibt. Viele Europäer kommen hierher, um sich behandeln zu lassen. Dabei muss man jedoch je nach Krankheit eine Behandlungszeit von einer bis vier Wochen einkalkulieren. Es gibt aber auch für den „normalen“ Touristen die klassische Ayurweda-Massage. Die bekannteste ist die Ganzkörper-Massage und die Sirodhara, das ist eine Kopfmassage, wo man auf dem „Schragen“ liegt und einem ein warmes Öl über die Stirne gegossen wird. Man sollte sich dann wieder wie neugeboren fühlen… Beides ist wirklich empfehlenswert.
8. – 10. Dezember: Geistig und geistlich ganz auf der Höhe verliessen wir Varanasi per Flug nach Mumbai mit einem Zwischenstopp in Delhi. Fliegen in Indien ist auch relativ erlebnisreich. Bevor man überhaupt den Flughafen betreten kann, muss man sein Flugticket zeigen. Dann ist die Frage immer, mit wie vielen Kilos man reisen darf. Auf dem Ticket steht jeweils 20 kg, aber stellt euch vor, die Regeln wurden eben erst geändert auf 15 kg… Zwischendurch kann man sein internationales Flugticket mit dem Flug nach Indien zeigen, dann ist es je nach Laune des Check-in-Agents möglich, die Limite auf 20 kg zu erhöhen. Und sonst bezahlt man Übergepäck, und manchmal sagt niemand etwas. Alles klar? Für mich nicht. Obwohl ich ja in dieser Branche gearbeitet habe, ist das ganze ein Rätsel und ich habe die Logik noch nicht herausgefunden, TII. In Mumbai wurden wir auch gleich wieder abgeholt und ab ging’s ins Hotel. Keine Ahnung wo dieses lag. Wir stiegen in ein Taxi, um nach Downtown zu fahren. Eine ganze Stunde benötigten wir dafür. Mumbai ist schon wieder ganz anders als der Norden. Es hat sogar Trottoires, keine Kühe mitten auf der Strasse, viel weniger Lärm als sonst. Bin ich überhaupt noch in Indien? 🙂 Auf alle Fälle ist Mumbai eine Riesenstadt mit 20 Mio. Einwohnern. Wir erkundigten die Innenstadt auf eigene Faust. Es geht hier schon viel westlicher zu und her als eben noch im Norden. Am nächsten Tag machten wir dann noch eine offizielle Stadtrundfahrt. Leider war am Montag die Hauptsehenswürdigkeit, eine Insel namens „Elephant Caves“ geschlossen, und so fuhren wir in einen nahegelegenen Nationalpark, wo es Höhlen zu bewundern gab. Auf einem Bild sieht ihr auch eine Spezialität aus Mumbai. Vor einem Bahnhof sieht ihr kleine Säcke, Tüten und Taschen. Das sind die sogenannten Lunch-Boxen. Wenn die Leute am Morgen zur Arbeit fahren, dann ist das Mittagessen zu Hause noch nicht parat. Wenn dann die Hausfrauen das Mittagessen um 10 Uhr fertig gekocht haben, gehen die Jungs, die dafür angestellt sind und weisse Mützen tragen, die Lunch-Boxen zu Hause per Zug abholen, bringen sie ins Stadtzentrum und von dort werden diese zum Arbeitsplatz gebracht. Am späteren Nachmittag machen die leeren Lunch-Boxen die umgekehrte Reise. So werden täglich 200’000 Lunch-Boxen verteilt, und das ohne Fehler, wie man uns versicherte. Das ist wirklich beeindruckend. Ich empfand Mumbai geradezu als angenehm, klar, es hat auch arme Viertel, die Slums, die man von weitem sieht, aber es war einfacher, sich dort herumzuschlagen als etwa in Delhi. Es hat Läden und Restaurants wie wir sie auch von Europa her kennen und die paar Sehenswürdigkeiten sind auch schön und interessant. Beim Gateway of India, das ihr auf einem Foto sehen könnt, wurden wir non-stop angesprochen, ob wir nicht bereit wären, ein paar Fotos mit Einheimischen zu machen, offenbar sahen wir wie ET oder sonst ein Wesen von einem anderen Planeten aus. Oder hatten sie uns etwa aus den letzten Bollywood-Filmen erkannt? 😉 Am zweiten Abend stiegen wir in ein Taxi. Mann-oh-mann, das Qualifying eines Formel 1 Rennens hatten wir ja schon hinter uns, nun folgte noch das Rennen selber. Musik auf voll Gas, grüne Lämpchen im Auto an, und ab ging’s, das Disco-Auto bretterte quer durch Mumbai, bei den Rotlicht-Ampeln überholte unser Fahrer einfach alle und wartete jeweils zuvorderst in Poleposition. Jedenfalls war ich froh als ich die schwarz-weiss karierte Zielflagge beim Hotel sah. Am nächsten Morgen folgte bereits der Weiterflug nach Kerala, das ist die Provinz, die im Südwesten von Indien liegt. Ach so, diesmal mussten wir das internationale Flugticket beim Check-in zeigen und konnten unsere Kilos gratis befördern lassen…
Thema Bollywood: Wenn man in Mumbai ist, kommt man fast nicht um die Bollywood-Filme herum. Das Wort Bollywood setzt sich aus den Wörtern Bombay (heute ja wieder Mumbai genannt) und Hollywood zusammen. Jährlich werden mehr als 1000 Filme produziert, mehr als in Hollywood. In den Bollywood-Filmen geht es um für uns realitätsfremde Filme, in denen singende, tanzende Liebespaare gegen die Mächte kämpfen, die sich zwischen sie stellen und die sie dann natürlich besiegen. Heutzutage buhlen neben diesen zuckersüssen, hauptsächlich für Familien gemachten Filmen auch viele von Hollywood inspirierte Thriller und Actionfilme um die Gunst der Kinogänger. Die Anzahl produzierter Filme sagt schon viel aus über diese gigantische Hindi-Filmindustrie. In der Schweiz werden ja bekanntlich viele Bollywood-Szenen, die in den Bergen abspielen, gedreht. Eigentlich würden diese Szenen in Kashmir gedreht. Da jedoch dies eine Krisenregion ist, weicht man gerne in die Schweiz aus, da es dort sehr ähnlich aussieht. Deshalb steht unser Land auch in der Gunst vieler Inder, und die vermögenden und frisch verheirateten Inder verbringen gerne ihre Flitterwochen bei uns, ganz romantisch…