24. Januar – 13. Februar 2014
Manila – Luzon – Palawan – Bohol – Cebu
Hauptstadt: Manila
Bevölkerung: 92.4 Mio.
Fläche: 299.764 km²
24. Januar – 13. Februar 2014
Manila – Luzon – Palawan – Bohol – Cebu
Hauptstadt: Manila
Bevölkerung: 92.4 Mio.
Fläche: 299.764 km²
27. Dezember 2013 – 24. Januar 2014
17. – 23. Januar: Am Morgen musste ich in Penang noch schnell meine sieben Sachen packen, das bestellte Taxi wartete schon und die Besitzerin der Unterkunft war bereits mit dem Taxifahrer am Dealen für einen guten Preis zum Flughafen. Es gab noch schnell eine Last-Minute-Aktion, und so musste ich ein paar Ringgits (malaysische Währung) weniger für die Taxifahrt bezahlen. Der Flug nach Borneo war sehr angenehm und dauerte rund zwei Stunden. Eigentlich sollte ich hier eine Belgierin treffen, der ich bereits in Namibia über den Weg gelaufen bin, da sie auch für ein Jahr auf Weltreise ist und gerade zur gleichen Zeit in Borneo. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie sich über alles erkundigt habe und ich nur aussuchen könne, welche Aktivitäten ich auf Borneo machen möchte. Einen Tag bevor ich ankam, schrieb sie mir, dass sie Borneo verlassen habe, da es die ganze Zeit nur geregnet habe. Nun, ich verübelte ihr das nicht, musste nun aber schnell selber organisieren, wie ich die nächsten Tage auf Borneo verbringen würde. Borneo ist eine echte Regenwald-Insel, übrigens die drittgrösste Insel der Welt. Der Süden gehört zu Indonesien, der Norden zu Malaysia, und dann gibt es ja noch den Mini-Staat Brunei. Die Schweiz hat dort eine Prinzessin, die mit dem Thronfolger von Brunei verheiratet ist, d.h. ihre Mutter ist Schweizerin. Dieser Mini-Staat ist Dank seiner Öl-Vorkommnisse ein sehr reiches Land, Steuern muss dort niemand bezahlen! Nun aber zurück nach Malaysia. Als ich in Kota Kinabalu, kurz KK genannt, ankam, war es sehr heiss und schwül, die Sonne schien. Wie heisst es doch so schön, wenn Engel reisen, dann… 😉 Als ich mein Zimmer im Hostel fand, lief mir der Schweiss nur so herunter. Ich musste mein – zugegebenerweise – viel zu schweres Gepäck vier Stockwerke hinaufschleppen. Im Zimmer war es mehr als 30° C warm. Und endlich wusste ich, warum alles dunkel war, praktisch kein Geschäft geöffnet, ja schon fast gespenstisch kam es einem vor. Im ganzen Staat Sabah war seit dem Morgen Stromausfall. Also nix mit Klimaanlage oder Ventilator, kein kühles Getränk und die letzten Eiswürfel hatten sich gerade in Wasser aufgelöst, sniff! Ich musste gleich wieder aus diesem Zimmer, dort hielt man es fast nicht aus. Also ging ich auf einen Erkundungswackel. Schliesslich wollte ich ja noch wissen, was ich alles machen konnte. In einem Reisebüro hat mir dann eine nette Dame viele Informationen gegeben, konnte jedoch nichts buchen wegen dem Stromausfall. Zu sehr später Stunde am Abend kam dann langsam der Strom wieder zurück, ein Strassenzug nach dem anderen, aber es dauerte. Ich glaube, die haben einfach alle Orang Utans zusammengetrommelt und auf ein Stromvelo gesessen und liessen diese trampeln! 🙂 Praktisch die ganze Nacht war ich wach, es war schlichtweg zu warm. Beim Schäfchen Nr. 5437 habe aber auch ich aufgegeben weiter zu zählen… 😉 Am nächsten Morgen bin ich zum Reisebüro zurückgegangen und habe zwei Ausflüge gebucht. Am gleichen Tag ging ich westwärts zum Garama-River, um eine Flussfahrt im Dschungel zu machen. Dort sahen wir ein paar Proboscis Affen, das sind diejenigen, die eine lange Nase haben (Nasenaffen). Als es dunkel wurde, sahen wir in gewissen Bäumen Glühwürmchen. Es sah fast aus als wäre es ein Weihnachtsbaum, der vor sich hin glimmert. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter. Ich ging auf ein sogenanntes Insel-Hüpfen. Vor KK liegen ein paar Inseln, und man kann von einer zur anderen per Boot fahren. Eine Wanderung auf der einen, die nächste auf einer anderen Insel und noch schnell im Meer schwimmen gehen. Am nächsten Tag fuhr ich in den Kinabalu Nationalpark. Und, diesmal musste auch ich erfahren, warum der Regenwald Regenwald heisst. Ich weiss nicht, was der liebe Gott seinen Engeln angetan hat, aber diese weinten in vollem Mass… Der Mount Kinabalu ist mit 4091 m der höchste Berg in Südostasien. Wenn nicht gerade Regenzeit ist, dann kann man diesen relativ locker erklimmen. Wir sahen jedoch nur Nebelschwaden… Dennoch war es interessant, wir besuchten den Botanischen Garten und ein Natur-Thermal-Bad. Wir bekamen auch die grösste Blüte der Pflanzenwelt der Erde zu sehen, die Rifflesie. Sie kann bis zu 1,5 m im Durchmesser gross werden und blüht nur während 7 Tagen, dann ist bereits Feierabend. Am nächsten Tag stand eine Stadtbesichtigung an. Es ist nicht übertrieben, aber an diesem Tag lief ich mehr als 20 km, etwas Fitness muss auch sein. Ich habe mir wieder mal Sachen ausgesucht, die jeweils am anderen Stadtende sind… Der Kalender zeigte mir an, dass es inzwischen der 22. Januar war. Zeit um etwas Nostalgie einzuziehen. So bestieg ich den Nostalgiezug, angeführt von einer Dampflokomotive. Ich dachte, dass man die schöne Landschaft an einem vorbei passieren lassen kann. Nun gut, die Landschaft war nicht besonderlich, es war mehr ein Zugerlebnis, dafür haben wir ein sehr feines Essen erhalten. Dann war ja noch der letzte Tag in Malaysia. Es regnete wieder einmal… Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, so konnte ich ein paar administrative Sachen erledigen. Malaysia hat mir sehr gut gefallen, es ist sehr abwechslungsreich, die Leute sind nett, sprechen gut Englisch, alles ist organisiert, es läuft einfach. Malaysia hat übrigens eine Arbeitslosenquote von gerade mal 3,2 %, ein Traumwert. Nun wartet aber ein neues Land auf mich oder eher umgekehrt, morgen geht es weiter auf die Philippinen. Ich freue mich auf neue Erlebnisse.
Thema Regenwald: Wenn man schon sozusagen im Regenwald ist, dann möchte ich dieses Thema kurz etwas näher bringen. Der tropische Regenwald ist eine Vegetationsform, die nur in immerfeuchten tropischen Klimazonen anzutreffen sind, d.h. vor allem in der Nähe des Äquators. Deshalb ist die Tageslichtdauer auch sehr konstant, die Sonne schaut täglich etwa 12 Stunden vom Himmel. Am Morgen, wenn sich bei zunehmender Sonnenstrahlung Luft und Boden rasch erwärmen, steigt das verdunstende Regenwasser als feuchtwarme Luft nach oben und es häufen sich am Himmel dichte Wolken. Am Nachmittag und abends regnen diese Wolken aus. In den Regenzeiten sind die Niederschläge besonders intensiv. Die jährliche Niederschlagsmenge ist fünf Mal höher als bei uns in Mitteleuropa. Den Regenwald nehmen wir auch optisch mit der Flora zur Kenntnis. Dabei wird diese in verschiedenen Stockwerkbauten unterschieden, d.h. von Wurzelpflanzen bis zu den ganz hohen Bäumen gibt es verschiedene Höhenniveaus der Pflanzen. Der weltweit grösste Regenwald steht in Brasilien. Wenn wir nun alles abholzen, dann kann der Regen nirgends mehr aufgenommen werden, und wir wissen was dann passiert. Also, tragen wir Sorge zu unserer Umwelt, und noch etwas, bitte den Regenschirm nicht vergessen!
9. – 16. Januar: Ach ja, ich bin in einem muslimischen Land, übrigens das einzig offizielle auf meiner Weltreise, das habe ich beinahe vergessen. Leider war die Moschee gleich hinter meiner Unterkunft, und diesem Muhezzin (gebetsschreiender Priester) hätte ich am liebsten den Kopf umgedreht. Schon zum zweiten Mal in Folge wurde ich bereits vor sechs Uhr früh aus dem Tiefschlaf gerissen. Wer zum Teufel hört um diese Zeit diesem Joggel eigentlich zu? Vermutlich niemand, sonst müsste er die Gebete nicht über die Lautsprecher laufen lassen… 😉 Allah hier, Allah da, Allah überall, bei mir jedoch nicht. 🙁 Ausgiebig war das Gebet, mind. 20 Minuten, und das ist nicht einmal übertrieben. Gerne hätte ich als Streich das Hauptkabel zu den Lautsprechern beim Minarett ausgezogen! 😉 Wie wäre es, wenn in der heutigen Zeit der modernen Kommunikation für alle Anhänger eine What’s up-Gruppe gebildet würde? Das wäre doch für alle angenehmer. Aber eben, schliesslich bin ich Gast hier und ich habe mich den Gegebenheiten anzupassen, und es gibt weitaus schlimmeres… So machte ich mich auf den Weg zum Bus, der mich nach Ipoh fuhr. Ipoh? Was ist denn das für eine Stadt? Das ist wirklich eine no-name Stadt. Im Internet habe ich ein paar schöne Bilder gesehen, und so dachte ich, dass ich doch zwischen den Cameron Highlands und der Badeinsel Langkawi einen Zwischenstopp einlegen könnte. Reisenden, denen ich unterwegs begegnet bin, meinten, es sei wirklich keine spezielle Stadt, die könne ich locker links liegen lassen. Als ich dort ankam, besorgte ich bei der Touristeninformation eine Karte. Auf sehr nette Weise wurde ich mit Karten und Prospekten eingedeckt. Und so machte ich mich auf einen auf einem Stadtplan eingezeichneten Spaziergang. Erste Station war der Bahnhof, der hier schon fast liebevoll „Taj Mahal of Ipoh“ genannt wird. Nun gut, vom Taj Mahal ist dieser Bau ziemlich weit weg, aber ich finde es einen sehr schönen Bahnhof. Dank dieses Spaziergangs konnte ich viele schöne Bauten und Monumente anschauen. Also, mir hat Ipoh gut gefallen, schaut euch doch mal selber die Bilder an. Natürlich gehörten auch ein paar Tempel zum Programm, diesmal waren es vorwiegend buddhistische. Und zum ersten Mal seit ich unterwegs bin, habe ich meinen Regenschirm aufgespannt. Ich denke, das ist doch eine gute Schönwetterausbeute, wenn ich den Regenschirm bis anhin nicht gebraucht habe, oder?! Bei einem Tempel verkaufte mir eine Frau Grünfutter. Ich verstand, dass ich dieses vor dem Buddha als Hingabe, resp. Spende hinlegen sollte. Schliesslich muss ich doch schauen, dass das „Räntzli“ vom Buddha nicht kleiner wird… 🙂 Das war ein Missverständnis, der Buddha ist nicht etwa auf Diät, nein, das Grünfutter war für die Schildkröten gedacht, die hier schon fast heilig sind. Ach du grüne Sch…, die Frau und ich haben uns dann doch noch verstanden, und so durfte ich das Grünfutter den Schildkröten über den Zaun werfen. Es schien, als hätte es geschmeckt. Per Flugzeug bin ich nach zwei Tagen nach Langkawi geflogen. Diese Insel ist die beliebteste zum Baden in Malaysia und befindet sich ganz im Norden zur Grenze nach Thailand an der Westküste. Ich kam am späteren Nachmittag an, es war ziemlich wolkig. Mein Gefühl sagte mir, dass es wieder einmal einen schönen Sonnenuntergang geben könnte. Dies traf voll zu! Am nächsten Tag mietete ich mir einen Drahtesel! Dieses Gefährt verdient auch keinen anderen Namen. Es hatte nur einen Gang, und leider liess sich der Sattel nicht verstellen, er war zu tief. Nun gut, wegen diesen paar Kilometern machte ich dann auch kein Büro auf, schliesslich wollte ich einen Teil der Insel erkunden. So fuhr ich zum Langkawi Hill und zu Wasserfällen. Ich war weit und breit der einzige Velofahrer. Aber es war es wert. Da ich immer etwas am unternehmen bin, musste ich mich noch beinahe beeilen, um in meine Badehösli zu steigen um im Meer zu schwimmen, einfach herrlich! Das wäre ja tragisch, wenn ich nicht einmal zum schwimmen kommen würde! Am nächsten Morgen buchte ich eine Bootstour, Island Hopping hiess diese. Wir besuchten drei verschiedene Inseln, war ganz schön, wenn auch sehr touristisch. Die Leute hier in Malaysia sind sehr nett. Nicht das erste Mal kommt auf einmal ein „Müeti“ daher, und gibt mir Biscuits oder Schoggi und alle wollen wissen, woher denn dieser Exot kommt? Oh, very nice country, Switzerland! Und schon gibt’s die Zusatzportion Biscuits. Oder, zwischendurch fragen mich die Leute, ob sie ein Foto mit mir machen dürften. Klar doch… Der Kalender schrieb inzwischen den 14. Januar. Per Fähre fuhr ich südwärts auf die Insel Penang. Dort bezog ich ein sehr einfaches Zimmer in der ebenfalls unter UNESCO-Weltkulturerbe stehenden Stadt George Town. Die Stadt fand ich schön, es hat hat einmal mehr viele Tempel und was ich speziell fand, ist die sogenannte Street Art. Da werden an Häusern in der Altstadt Zeichnungen mit zum Teil richtigen Gegenständen vermischt. Es stehen ein paar Bilder dazu im Blog. Mit dem Bus und der Standseilbahn bin ich auf den höchsten Punkt von Penang gefahren, eine tolle Aussicht. Zudem besuchte ich den grössten buddhistischen Tempel in Südostasien. Dieser wird gerade für das chinesische Neujahr am 31.01./01.02. herausgeputzt und dekoriert. Am Folgetag machte ich im Nationalpark eine nicht allzu anspruchsvolle Wanderung zum Turtle Beach (Schildkröten Strand), jedoch waren weit und breit keine Schildkröten zu sehen. Na klar, die kommen vor allem nachts aufs Land… Das war dann auch mein letzter Tag auf dem westlichen Teil von Malaysia. Weiter geht es auf die Insel Borneo, die im Osten von Malaysia liegt, der Dschungel wartet.
Thema längste Brücken der Welt: Penang ist mit einer 13,5 km langen Brücke mit dem Festland Malaysias verbunden. Dies ist doch schon eine recht lange Brücke, aber bei weitem nicht die längste der Welt. Seit 2008 wird im Süden von Penang eine neue Brücke gebaut, die dann 23 km lang sein wird. Wo stehen die längsten Brücken über Wasser der Welt? Als Vergleich nehme ich die Öresundbrücke, die Kopenhagen mit Malmö verbindet. Sie ist 7,8 km lang. Europarekordhalter ist jedoch Portugal mit der Vasco da Gama-Brücke mit 17,2 km. Die Plätze drei und zwei weltweit halten die USA mit der Mancha Swamp Brücke, die 36,7 km lang ist, resp. dem Lake Pontchartrain Causeway mit 38,4 km. Weltrekord hält China, mit einer 42,5 km langen Meeresbrücke. Man stellt sich vor, man könnte darauf in einer Richtung einen Marathon laufen, inkl. Dusche…
3. – 8. Januar: Noch das letzte Mal für längere Zeit ein wirklich leckeres Morgenessen in einem 5*-Hotel und dann ging es für mich frühmorgens weiter in den Dschungel. Nach ungefähr 3 Stunden Busfahrt kamen wir am Rande des Dschungels an. Mit einem sehr einfachen Motorboot, mussten wir 69 km flussaufwärts fahren, um in das Dorf Kuala Tahan im National Park Taman Negara zu gelangen. Von dort wurden wir über das Programm instruiert, da ich gleich eine Tour gebucht habe. Gewohnt habe ich in einem Hostel, sehr einfach, aber zweckmässig. Die Tour bestand darin, am Abend einen Nachtspaziergang im Dschungel zu machen, am nächsten Tag über die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt zu laufen und auf einen Aussichtshügel hinauf zu kraxeln. Am Nachmittag war noch ein Besuch in einem einheimischen Dorf geplant. Der Nachspaziergang war spannend, man musste ja nie recht, was da so auf einem zukommen würde. So viele Tiere wie erwartet haben wir dann auch wieder nicht gesehen. Dennoch entdeckten wir ein paar Spinnen, giftige und weniger giftige, eine kleine Baumschlange (ungiftig), und natürlich ein paar Insekten, Käfer und Raupen. Begleitet wurde das Ganze akustisch von Grillen. Und dann hörten wir immer diese Schauermärchen über die Blutegel, die über einem herfallen. Auf jeden Fall sah ich keinen einzigen, oder ich war zu wenig attraktiv für sie… 😉 Die Vegetation im Dschungel ist schon sehr schön. Da ragen Gräser, Büsche und Bäume hervor, einfach herrlich. Die höchsten Bäume können bis über 60 Meter hoch werden, das ist schon imposant. Der Spaziergang über die längste Fussgänger-Hängebrücke hat mir gut gefallen. Wir konnten bis ca. 40 Meter über Boden von Baumkrone zu Baumkrone laufen. Leider war die Hälfte der Hängebrücke wegen Unterhaltungsarbeiten geschlossen, und somit war ich halt doch nicht auf der längsten Hängebrücke der Welt! Sobald man innerhalb des Regenwaldes ist, wird es naturbedingt sehr feucht und warm. Da ist die Gratis-Sauna auch gleich mit dabei. Der Ort Kuala Tahan ist doch sehr touristisch, und ich denke, deshalb sieht man hier auch nicht wirklich viele Tiere. Um ehrlich zu sein, hat es mir nichts ausgemacht, wenn es nicht zu viel gekrabbelt und gezischt hat. Die Vegetation war dennoch erlebnisreich. Am liebsten hätte ich Tarzan gespielt, überall hingen Lianen herunter. Da jedoch keine Jane in Aussicht war, liess ich es dann aber sein… 😉 Nach dem Dschungeltrip ging es mit dem Boot wieder aus dem Nationalpark hinaus, diesmal brauchten wir eine Stunde weniger, da wir mit der Flussströmung fahren konnten. Am Ende der Bootsfahrt bestieg ich einen Minibus, der mich ins Hochland brachte, zu den Teeplantagen in den Cameron Highlands. Es sah genau so aus wie in Indien, diese immergrünen Teebäume sind für mich auch eine Augenweide. Wie fast überall schaute ich, dass ich auf eine Tour mitgehen konnte. Da wird man erstens herumgeführt und zweitens erfährt man auch immer einiges über Land, Leute und Produktion. Unter anderem besichtigten wir eine Teeproduktionsfirma und machten eine Wanderung im Moosregenwald, eine feuchte Angelegenheit… Die Temperaturen waren natürlich auf 1500 – 1800 m.ü.M. spürbar kälter, aber für meinen Begriff sehr angenehm.
Thema Tee: Wenn man schon in den Teeplantagen ist, dann muss ich mich doch fast dieser Pflanze, resp. diesem Getränk annähern, schliesslich bin ich ja auch ein Teetrinker. Wie wird Tee hergestellt? Als erstes werden die obersten Blätter und Knospen der Teebäume geschnitten, je nach Qualität nur gerade die obersten Blätter, in der Regel die vier letzten. Geerntet wird übrigens das ganze Jahr, alle drei Wochen werden die Bäume, resp. die Blätter geschnitten. Für alle Tees gibt es den gleichen Strauch, resp. Baum. Der Unterschied der verschiedenen Tees liegt in der Herstellung. Für den klassischen Schwarztee gibt es fünf Prozesse. Als erstes werden die Blätter angetrocknet, so dass ca. 50 % der Flüssigkeit aus den Blättern heraustritt. Dies dauert ungefähr 12 Stunden, wird meistens über Nacht gemacht. Dies nennt man Welken. Dann werden die Blätter maschinell zwischen zwei Scheiben gerollt. Damit werden die Stengel entfernt und die Blätter setzen ätherische Öle frei. Beim dritten Prozess werden die Blätter, resp. die Masse nach Qualität sortiert. Da die Blätter ätherische Öle freisetzen, gibt es nun bei der vierten Station eine chemische Reaktion, die Fermentation. Da werden die ursprünglich grünen Blätter braun, bis dunkelbraun. Dies ist dann auch die Farbe des Schwarztees (warum eigentlich Schwarztee, ist doch braun…?, wird in Ostasien als roter Tee bezeichnet!). Beim letzten Prozess wird nun die ganze Masse getrocknet, abgefüllt und verkauft. Beim Grüntee verzichtet man gewollt auf die Fermentation, deshalb bleibt die Masse grün, und man hat Grüntee. Das ist eine Kurzfassung zur Herstellung von Tee. Nun kommt natürlich noch die Geschichte mit den Aromen sowie Früchte- und Kräutertees dazu… Ja, dann mal abwarten und Tee trinken!
27. Dezember 2013 – 2. Januar 2014: In Singapur bestieg ich am Morgen den Bus, das Ticket hatte ich bereits Tage zuvor gepostet. Vom Stadtzentrum brauchten wir etwa eine Stunde bis zur Grenze. Da ging die Post ab! Etwa im Minutentakt hält ein Bus nach dem anderen. Dann müssen natürlich alle Passagiere aussteigen, um den Ausreisestempel von Singapur in den Pass zu bekommen. Wer nun meint, in Singapur sei alles top-organisiert, der kann sich auch täuschen, auf jeden Fall, wenn es um die Ausreise geht. Fünf Viertelstunden mussten wir anstehen, bis wir den Stempel kriegten. Auf einmal wurden Erinnerungen aus Afrika wach, dort brauchte ich ja auch jeweils eine Ewigkeit, um in ein anderes Land zu gelangen. Nach Erhalt des Stempels steigt man wieder in den Bus und fährt auf die malaysische Seite, dauerte sage und schreibe rund 3/4 Stunden, da es ziemlich Verkehr hatte. Wenn man drüben ist, muss man sein Gepäck nehmen und bei der malaysischen Immigration anstehen. System? Was ist das genau? Etwa der neue Brotaufstrich von der Migros? 🙂 Auf jeden Fall kennt man das hier in Südostasien nicht wirklich. Zu hunderten, ja zu tausenden pro Tag strömen Einreisende in das Gebäude vom malaysischen Zoll, von links, rechts, hinten, vorne, einfach von überall kommen die Leute mit ihrem Gepäck, und das bei über 30° C und einer ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit. Aber irgendeinmal ist man auch dran, um einen Stempel im Pass reicher, und die blauen Zehen kriegt man auch umsonst, schliesslich muss man ja irgendwo hinstehen und sein Gepäck deponieren… Dann muss man seinen Bus wieder suchen, dieser muss umparkiert werden. Nach insgesamt über drei Stunden war ich in Malaysia! Dabei wurde mir dann mitgeteilt, dass der Bus nur 20 Minuten an der Grenze auf einem wartet, sonst fährt er weiter. Nun bei einem solchen Chaos spielt die Zeit auch nicht mehr so eine grosse Rolle, und der Bus wartete auf alle Passagiere. Nach etwa drei weiteren Stunden kam ich in Malacca an, meine erste Station in Malaysia. Diese Stadt steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Es hat einen wirklich schönen historischen Stadtkern, ansonsten ist diese Stadt nichts besonderes. Speziell sind die Rikschas dort, kitschiger könnten sie nicht sein. Jedes ist mit Teddys, Hello-Kitty-Katzen oder sonstigem Klimbim geschmückt, am Abend strahlen sie mit dem Stern von Bethlehem um die Wette, und jedes hat eine Riesen-Stereoanlage, wohl das teuerste an der Rikscha. Man hat das Gefühl die Rikschas kommen hüpfend daher, so laut wird die Musik abgespielt. Die fahren einem in der ganzen Stadt umher. Ich machte noch eine Flussfahrt, die war ganz nett, vor allem kann man auch am ganzen Ufer entlang schlendern. Die Besitzerin des einfachen Hotels, wo ich hauste, war sehr nett und fuhr mich am Morgen vom 30.12. zum Busbahnhof, wo ich in einen Bus nach Kuala Lumpur einstieg. Unterwegs gab es einen Knall, aber eher einen diskreten. Meine erste Reaktion war der Griff zu meinen Schuhbändeln, das kenne ich ja aus Südafrika. Nein, diesmal brauchte es meine Schuhbändel nicht, der Reifen war alle. So fuhren wir zur nächsten Tankstelle, die zum Glück nicht weit weg war. Auf einmal eine Diskussion, ich verstand nur KL (steht für Kuala Lumpur), da sich meine malaysischen Sprachkenntnisse in Grenzen hielten… Ich fragte nach, der Fahrer deutete auf einen anderen Bus, ich solle doch in diesen einsteigen, da dieser auch nach Kuala Lumpur fahre. Noch schnell mein Gepäck nehmen, rein in den nächsten Bus, und weiter ging’s. Auf einmal hielt der Bus irgendwo. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich ging dann mal in ein modernes Gebäude, es hatte auch ein paar Schienen etwas weiter entfernt. Bei der Info teilte man mir mit, dass ich nun mit dem Zug nach Kuala Lumpur fahren könne. Sir, hier noch eine Karte, wo Sie umsteigen müssen. Dankeschön, mache ich doch! Es dauerte rund eine halbe Stunde, dann war auch ich in KL. Vom Stadtzentrum noch in einen Monorailzug und schon war ich beim Hotel. Dort habe ich mit Michu abgemacht, der ja auch auf einer Weltreise ist. Ich freute mich wirklich, Michu wieder mal zu sehen. Da wir also zusammen über die Silvestertage waren, buchten wir ein Zimmer in einem 5*-Schuppen, man gönnt sich ja sonst nichts. In Asien sind die Preise auch entsprechend humaner, und so lag dies gerade noch im Budget… 😉 Wir konnten uns natürlich über unsere Erfahrungen austauschen und einfach die Zeit zusammen geniessen. Wir erkundeten die Stadt gemeinsam, am Silvester gingen wir zu den berühmten Petronas-Towers, wo es eine Riesen-Party mit Feuerwerk gab. Während mehr als drei Stunden wurde auch ein Wasserspiel organisiert, wirklich sehr beeindruckend. Es strömten immer mehr Leute auf das Gelände, mir war auf einmal nicht mehr so wohl. Ein Gedränge, ich hoffte einfach, dass hier keine Panik ausbrechen würde. Aber es geschah zum Glück nichts. Michu hatte leider mit den Tücken seines Magens zu kämpfen, weshalb er etwas auf Sparflamme war. Es tat mir wirklich Leid für ihn, aber eben, da kann man nichts machen. Nach vier Tagen war dieses Gastspiel bereits zu Ende, ich fuhr Richtung Dschungel, Michu reiste nach Australien weiter. Adieu, Michu bis in 9 Monaten wieder! Es war wirklich toll, einen Freund auf der Reise zu treffen.
Thema Öl: Malaysia ist bei uns nicht sehr bekannt. Was weiss man schon darüber? Diejenigen, die den Sport verfolgen, wissen, dass es jährlich ein Formel 1-Rennen in Malaysia gibt. Die grösste Öl- und Gas-Förderungsfirma heisst Petronas. Dies ist die Abkürzung von Petroliam National Berhad. Die Firma befindet sich in Staatsbesitz und gehört zu den 500 grössten Unternehmen der Welt. Die bauten auch die bekannten Petronas-Towers, die ihr auf meinen Bildern sehen könnt. Es liegt auf der Hand, dass der Hauptsitz sich dort befindet. Diese Firma war ja auch der erste Partner von unserem Formel 1-Team, dem Petronas-Sauber-Team, wenn ihr euch noch erinnern mögt, von 1997 bis 2009. Die Firma betreibt auch Tankstellen im Land, im Moment gegen 900. Ein Liter Benzin kostet hier gerade mal umgerechnet 60 Rappen… Von solchen Preisen können wir in Europa nur träumen.