21. Februar – 17. März 2014
21. – 27. Februar: Am Morgen packte ich meine letzten Sachen zusammen, um zum Bahnhof in Hongkong zu gehen. Ich war froh, dass ich dieses Loch von Unterkunft verlassen konnte, eigentlich hätte ich schon früher anders reagieren müssen, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer. Am Bahnhof nahm ich noch schnell ein Frühstück und schon bald fuhr der Zug nach China los. Meine erste Station in China war Guangzhou, früher als Kanton bekannt. Das ist eine zweistündige Zugfahrt von Hongkong entfernt. In Guangzhou mussten alle Passagiere die Immigration passieren. Die nette Dame am Schalter wollte mich jedoch nicht einreisen lassen. Ich sei nicht derjenige wie auf dem Pass. Ach so, wer war ich denn sonst? Nein, ich sehe nicht gleich wie auf dem Foto im Pass aus, meinte sie in Kantonesisch. Dafür gab es nur zwei Erklärungen: Entweder sah ich dermassen verschi… aus, und die letzten Tage hatten mich tatsächlich mitgenommen oder die Immigration-Beamtin ist schlichtweg ein Genie und hat doch gleich entdeckt, dass mit meinen Lockenwicklern im Jahr 2005, als ich den Pass ausstellen liess, etwas geändert wurde… 😉 Damals wickelte ich nämlich meine Haare jenen Weg ein, heute halt den anderen Weg…! Aber, dass sie das gleich gemerkt hat, Hut ab! 🙂 Nachdem ihre Vorgesetzte mich auch noch begutachtete, und ich genau so lächelte wie 2005 durfte auch ich noch nach China einreisen. Wie muss ich mir diesen Aufenthalt in China verdienen?! Auf den Philippinen lernte ich einen Chinesen aus Guangzhou kennen, der mir liebenswürdigerweise alles aufschrieb und Bilder per Email schickte, was ich alles machen sollte in seiner Heimatstadt. Er war immer noch auf den Philippinen, sonst hätte er mir die ganze Stadt gezeigt. So schrieb er mir ein chinesisches Restaurant auf, in welchem ich unbedingt, und wirklich unbedingt ein warmes Doppel-Shake mit Vanillegeschmack ausprobieren sollte, ich würde es über alles lieben! Also, ging ich dorthin. Kein Mensch sprach auch nur ein Wort Englisch. So zeigte ich auf meinem iPad die Spezialität. Oh, oh, oh! Dann wurde ich an einen Tisch mit Chinesen gesetzt. Da sass ich also, als wäre ich von einem anderen Planeten. Dann kam diese Spezialität. Es war ein warmer Pudding mit Vanillegeschmack. Doch, ich mochte es. Selbstverständlich musste ich davon ein Foto machen, um den Beweis dem Chinesen zu schicken. Das halbe Restaurant musste wegen mir lachen. Nun, gut, war mir doch Wurst, bin ja nicht alle Tage hier. Und wenn ihr dann mal ein Fondue in der Schweiz fotografiert, dann lache ich dann auch… 😉 So schaute ich mir die paar Sehenswürdigkeiten von Guangzhou an. Es war gar nicht so übel dort. Aber das Wetter… Es war grau in grau, als Abwechslung kommt ein wenig Nebel auf… So ist es halt. Anstelle von 13 Stunden Zugfahrt, entschloss ich mich, per Flugzeug nach Guilin zu fliegen, ich fühlte mich immer noch nicht so gut. Guilin ist bekannt für den Li Fluss, der sich zwischen die lieblichen Hügel, die aussehen wie der Zuckerhut in Rio, schlängelt. Muss diese Landschaft schön sein, wenn es sonnig ist… Auch hier nichts neues vom Wetter, grau, einfach grau. Aber dieses Grau gab dem ganzen einen mystischen Touch. Von Guilin flog ich dann weiter nach Chongqing. Wer noch nie in China war, kennt diese Stadt kaum. Ist ja auch unbedeutend mit gerade mal 29 Millionen Einwohnern. Irgendwo müssen ja diese 1,4 Milliarden Chinesen leben. Ich ging nach Chongqing, weil ich eine Flussfahrt auf dem Yangtze-Fluss machen wollte. Also buchte ich bei einem chinesischen Reisebüro eine Flussfahrt. Wie diese rausgekommen ist, erfährt ihr im nächsten Bericht.
Thema Bevölkerung: China hat mit 1,35 Mrd. die weltweit grösste Bevölkerung. Es ist eigentlich schon wahnsinnig, ein System aufzubauen, dass diese grosse Anzahl Einwohner im Griff hat. China verfolgt ja immer noch die Ein-Kind-Politik, wonach ein verheiratetes Paar ein Kind haben darf, sonst bezahlt man eine Kindessteuer, wenn man mehr als ein Kind hat. Offenbar soll diese Politik gelockert werden, aber nur in bestimmten Fällen. Indien folgt mit 1,1 Mrd. Einwohnern. Wie viele es tatsächlich sind, weiss wohl niemand so richtig. In Europa hat Russland am meisten Einwohner mit 112 Mio. Als grösstes westeuropäisches Land gilt Deutschland mit einer Bevölkerung von 83 Mio. Die Schweiz hat 8,1 Mio. Einwohner. Bevölkerungsmässig das kleinste Land der Welt ist Vakistanstadt mit gerade mal 800 Einwohnern. Liechtenstein hat 36’000 und liegt damit knapp vor Monaco und San Marino.