Ecuador

7. – 22. August 2014

18. – 22. August 2014: Eigentlich war ich auf dem Flug von den Galapagos-Inseln nach Quito gebucht, der jedoch eine Zwischenlandung in Guayaquil machte. Da ich sowieso nach Guayaquil wollte, fragte ich am Flughafen, ob es möglich wäre, mich nur bis Guayaquil einzuchecken. Kein Problem, auf der Bordkarte stehe zwar Quito, aber ich könne gut in Guayaquil aussteigen, sie mache ein Label fürs Gepäck nur nach Guayaquil. Das hat dann auch geklappt. Fragt mich jetzt bloss nicht, wie die Fluggesellschaft eine Kontrolle haben will, wer jetzt überhaupt auf welcher Strecke an Bord ist… 🙂 Guayaquil ist die grösste Stadt in Ecuador mit über zwei Millionen Einwohnern und ist die Wirtschaftsmetropole des Landes. Sie hat bis anhin als gefährlichste Stadt Ecuadors gegolten. Ich habe mir ein Einzelzimmer in einem Hostel gegönnt, so nach einer Woche Schlafen im Sarg auf dem Schiff auf den Galapagos-Inseln… Herrlich wieder einmal kreuz und quer und diagonal im Bett liegen zu können. Das Hostel war perfekt gelegen im Stadtzentrum, alles war zu Fuss zu erreichen. Das Hostel wird von ehemaligen Flight Attendants geführt, welche natürlich sehr gut Englisch sprachen. Sie haben mir gleich eine Karte der Stadt in die Hand gedrückt und die ganze Umgebung erklärt. Zudem war das Stadtzentrum auch sicher, die Polizeipräsenz war aber auch entsprechend. Guayaquil hat mir sehr gut gefallen, ich musste allerdings wieder mal einen Stadtrundgang à la Hurry-up-Travel machen, damit ich fast alles ansehen konnte. Am nächsten Mittag stieg ich in einen Mini-Van, um nach Cuenca zu fahren. Der Mini-Van braucht drei Stunden, der normale Bus vier oder fünf Stunden, je nach Route. Von Meereshöhe ging es auf 2500 m.ü.M. In Cuenca angekommen, fragte mich eine aufblondierte Einheimische, ob ich ins gleiche Taxi steigen möchte, sie fahre auch ins Stadtzentrum. Ja, warum nicht. Es war kein offizielles Taxi, aber der Fahrer war ein älterer Papa, der mit ein paar Fahrten seine Pension aufbessert. Die blondierte Dame stieg bei ihrem Haus aus, bezahlte den üblichen Betrag von USD 1.50 und weiter ging’s. Bei der Unterkunft verlangte der Papa für mich den doppelten Preis, wie könnte es auch anders sein. Ich weiss nicht, wie oft ich mich schon auf meiner Weltreise über die Taxifahrer aufgeregt habe und noch aufregen werde. Das sind einfach Gauner, aber was soll’s? Es geht mir in erster Linie nicht um den Betrag als solches, aber ums Prinzip. Weshalb muss ich immer mehr bezahlen als alle anderen, obwohl ich doch auch fast wie ein Einheimischer aussehe? 🙂 So leiste ich halt auf diese Art und Weise Entwicklungshilfe! 🙁 Cuenca ist für mich die schönste Stadt in Ecuador, der historische Teil der Stadt steht ebenfalls unter UNESCO-Weltkulturerbe und ist im kolonialen Stil gebaut. Ich hauste bei einem älteren Ehepaar, die waren ja sowas von nett. Herzlich willkommen in der Familie… Sie haben mir natürlich auch alles auf einem Plan erklärt und eingezeichnet. Ja, Cuenca war es tatsächlich Wert, einen Stop einzulegen. Dann ging es wieder zurück nach Quito. Ich habe mich für die Luxus-Version für USD 60 entschieden, mit dem Flieger die Strecke zu absolvieren, d.h. 50 Minuten Flug anstelle von 10 Stunden Busfahrt. In Quito ging ich wieder in die gleiche Unterkunft wie als ich das erste Mal ankam, da ich ein paar Sachen dort deponierte. Am nächsten Tag war es bereits Zeit, um sich von Ecuador zu verabschieden, es folgte die Weiterreise nach Bolivien. Am Flughafen in Quito war Geduld angesagt. Vor mir standen bloss sechs Personen beim Check-In, aber es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis ich an der Reihe war. Ich weiss auch nicht, was da los war. Jeder Passagier vor mir verursachte irgendein Problem, sie mussten wieder weg, kamen dann wieder, sassen auf der Waage und warteten, oder ein Vorgesetzter musste kommen. Da hatte ich noch Glück, bei mir ging alles reibungslos, bis, ja bis ich in eine Polizeikontrolle nach dem Sicherheitscheck kam. Halt, wo kommen Sie her und wo gehen Sie hin? Was arbeiten Sie? Kommen Sie mit, ich will Ihre Tasche genauer ansehen. Dann musste ich alles auspacken. Meine Rettung waren zwei kleine Schweine, kaum zu glauben… Wie den das? Ich habe das Spiel Schweinerei mitgenommen. Für diejenigen, die es nicht kennen, geht es darum, dass man zwei kleine Schweinchen würfelt, und je nach Position der Schweinchen gibt es Punkte. Alles andere war nicht mehr interessant. Ich musste dem Polizisten das ganze Spiel erklären, und das auf Spanisch. Dann wollte er eine Runde Schweinerei spielen. Der war ganz begeistert von diesem Spiel, sowas habe er noch nie gesehen, das sei ganz originell. Wie das Spiel denn auf Spanisch heisse. Ach, Porqueria, denke ich. Aber aufgepasst, die Schweinchen dürfen sich nicht berühren, sonst gibt es eine Mierda! Am Schluss stand das halbe Polizeicorps um mich und den Schweinchen und grinste. Ich konnte dann wieder alles zusammen packen und gehen. Vielen Dank den Schweinen, ihr habt gut gegrunzt, und ich kann mich dann nach meiner Weltreise doch noch als Knecht bei einem Bauer bewerben! 🙂

Thema US-Dollar: Der US-Dollar begleitet mich nun schon fast seit einem Jahr auf meiner Weltreise. Grund genug, sich dieser Währung zu widmen. Der US-Doller ist zweifelsfrei die meistverbreitete Währung der Welt. Auf meiner bisherigen Reise war der USD die offizielle Landeswährung in Zimbabwe, natürlich in den USA, in Panama und jetzt in Ecuador. Weitere Länder oder Gebiete haben ihn als Landeswährung: Bonaire, die Britischen Jungferninseln, El Salvador, Liberia, die Marshallinseln, Mikronesien, Osttimor, Palau, Saba, Sint Eustatius und die Turks- und Caicosinseln. Der Name stammt von United States Doller, oder eben abgekürzt USD. Aufgrund der grünen Farbgestaltung der Banknoten wird der Dollar umgangssprachlich auch als „Greenback“ bezeichnet. Der USD verzeichnet einen Anteil von über 50 % an internationalen Finanztransaktionen und ist somit die weltweit meistgehandelte Währung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Britische Pfund, die damalige Leitwährung, weitgehend vom USD an den Finanzmärkten abgelöst. Einige Rohstoffe werden auf dem Weltmarkt nur in USD gehandelt, so das Erdöl. Noten gibt es in der Stückelung 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100. Der USD wird in 100 Cents unterteilt. Münzen gibt es wie folgt, die in Klammern geschriebenen Bezeichnungen sind die Namen der Münzen: 1 Cent (Penny), 5 Cents (Nickel), 10 Cents (Dime), 25 Cents (Quarter), 50 Cents (Half) und 1 Dollar (Buck). Nach dem zweiten Weltkrieg war ein USD 4,3 CHF Wert, den Tiefststand erreichte er vor genau drei Jahren als er gerade noch 72,5 Rappen Wert war. Heute ist er rund 92 Rappen Wert. Also, liebe Kinder, auf geht’s in ein US-Dollar-Land!

 

7. – 18. August 2014: Ja, Panama ging schnell vorbei, die Zeit rast an einem nur so vorbei. Ab in ein Taxi, und ein letztes Mal musste ich mir das Gejammer eines Taxifahrers anhören, wie es fast unrentabel ist, an den Flughafen zu fahren. Jeder Taxifahrer verlangt einen anderen Zuschlag, wenn man die Schnellstrasse an den Flughafen nimmt. Wenn man sie darauf anspricht, weshalb der Kollege einen tieferen Ansatz wählt, dann ist auf einmal Ruhe. Ich denke, am Zuschlag verdienen sie am meisten… Ab in den Flieger, um an mein nächstes Ziel zu gelangen, Ecuador. Dieses Land wollte ich schon lange mal besuchen, vor allem wegen den Galapagos-Inseln. In Quito auf 2850 m.ü.M. bin ich gelandet. Mit dem Taxi braucht man rund eine Stunde bis man in der Stadt ist. Auf geht’s auf eine Stadtrundfahrt. Quito ist eine schmucke Stadt, vor allem die Altstadt ist sehenswert, sie steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Am nächsten Morgen fuhr ich an den Busbahnhof, um ein Ticket nach Banos zu kaufen. Das schien ganz schön gefragt zu sein, vor dem Mittag waren bereits alle Tickets ausverkauft. Aber um 12 Uhr hatte es noch freie Plätze, kein Problem. Neben mir sass ein Kanadier, er fragte mich, ob ich Englisch oder Französisch spreche. Mais très bien, aber ich musste zuerst das linke Ohr zum rechten und umgekehrt wechseln, dann noch schnell das Trommelfell ausklopfen, und auch ich verstand seinen Québec-Akzent. 🙂 Nach gut drei Stunden Busfahrt kam ich in Banos an. Banos ist ein Wallfahrtsort, am Wochenende hat es immer viele Ecuadorianer, die dorthin gehen. Ansonsten kann man viele Sport-Aktivitäten machen. Am nächsten Morgen ging ich in ein Kaffee um zu frühstücken. Auf einmal ging der Feueralarm los. Der Chef kam mit einem Stück Karton vorbei und wedelte den Rauch weg, den meine Rühreier verursachten. Und schon ist das Problem gelöst… 🙂 Ich entschied mich, verschiedene Wasserfälle zu besuchen. Da es regnete, nahm ich den Bus. Die Wasserfälle waren wirklich schön. Als wir zurück im Ort waren, wollte die Sonne doch noch schnell vorbei zu schauen. Dies ermutigte mich, noch auf eine Wanderung zu gehen. Allerdings musste ich meine Hintern hervor nehmen, damit ich noch vor Sonnenuntergang wieder zurück war. Bei Banos liegt der noch aktive Vulkan Tungurahua. Nur eine Woche vorher spuckte er Asche und Lava in die Luft. Man muss sich auch immer vorher erkundigen, wo man hin muss, sollte der Vulkan in Ausbruch geraten. Ich ging immer weiter und weiter, leider sah ich vom Vulkan nicht sehr viel. Ich entschied mich dann umzukehren, schliesslich wollte ich kein beklopter Tourist sein, den man in der Dunkelheit suchen gehen muss. Es war Samstag-Abend, die Stadt war einmal mehr sehr besucht, jede Stunde wird in der Kathedrale eine Messe abgehalten. Vor der Kathedrale lief eine Party auf vollen Touren, der Bass liess die halbe Stadt beben. Das war ein Bild, auf der einen Seite die Kathedrale, davor eine Party-Szene. Am nächsten Morgen bestieg ich den Bus nach Quito, damit ich dann parat war für meinen Galapagos-Ausflug. Ich buchte eine Woche Galapagos auf einem 12-plätzigem Boot. Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Das Prozere um auf die Galapagos-Inseln zu fliegen, ist wie folgt: Am Flughafen muss man zuerst bei einem separaten Schalter der Galapagos-Behörden eine Einreisekarte für USD 10 kaufen gehen. Dann wird das Gepäck geröntgt und versiegelt, schliesslich wird das Gepäck eingecheckt. Bei Ankunft auf den Galapagos-Inseln muss man als erstes die Eintrittsgebühr für den Nationalpark von USD 100 bezahlen, dann bekommt man die Einreisegenehmigung und schliesslich darf man das Gepäck entgegen nehmen, nachdem der Drogenhund alle Gepäckstücke abgeschnüffelt hat. Bienvenido! Ab ging’s aufs Boot. Ich durfte eine Mikrokabine mit einer Holländerin teilen. Die Kabine war so klein, dass wir nicht zusammen in der Kabine stehen konnten, schlicht unmöglich. Wir mussten uns immer absprechen, wer nun zuerst in die Kabine steht und aufs Klo geht. Wir verstanden uns gut, so war es überhaupt kein Problem. Das Bett war ein Stockbett und kam mir wie ein Sarg vor. Ja nicht bewegen, sonst fällt man aus dem Bett, aber wohin?! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Inseln an, wo wir einerseits Landausflüge machten und andererseits ging es jeden Tag auf mindestens eine Schnorchelexpedition. Es war wunderschön, vor allem die Unterwasserwelt gefiel mir sehr gut. Wir sahen natürlich sehr viele Seelöwen, das sind ja echt lustige Tiere. Das Essen auf dem Schiff schmeckte vorzüglich. Der Zeitplan entsprach voll und ganz Hurry-up-Travel. Zwischen 6 und 7 Uhr gab es jeweils das Morgenessen und der ganze Tag war vollgeplant. Geschlafen habe ich nicht sehr viel, es schaukelte doch recht auf dem Boot. Wir hatten auch einen Reiseführer, der uns durch die Galapagos-Inseln begleitete. Allerdings verstanden wir nicht immer, was er uns mitteilen wollte, seine englischen Sätze hörten immer mittendrin auf. Auf dem Schiff waren eine ecuadorianische Familie, eine Deutsche, eine Israelin, drei Holländer, zwei Kanadierinnen und meine Wenigkeit. Es war eine lustige Truppe. Jedenfalls kann ich dieses Inselparadies sehr empfehlen, vorausgesetzt man hat nicht Platzangst in der engen Bootskabine, wobei man natürlich auch ein Luxusboot buchen kann. Von denen gibt es relativ viele und auf einmal flackerten für eine ganz kurze Zeit nochmals meine Gedanken der Millionärin auf… 😉

Thema Äquator: Da ich nun sozusagen auf dem Äquator sitze, ist dieses Mal das Thema gegeben. Der Äquator der Erde ist der auf ihrer Oberfläche angenommene Grosskreis, auf dessen Ebene (die Äquatorebene) die Erdachse senkrecht steht. Die Erdoberfläche wird von ihm in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt, woher der lat. Name „Gleichmacher“ stammt. Er ist Bezugskreis für die parallelen Kleinkreise, die zur Bemassung der Erde in Nord-Süd-Richtung mit Hilfe von Breitenkreisen verwendet werden. Er selbst hat die geographische Breite 0°. Der Schnitt der Äquatorebene der Erde mit der um die Erde gedachten Himmelskugel ist der Himmelsäquator. Die Länge des Äquatorkreises ist 40’075 km. Der Erdäquator durchquert die Kontinente Afrika, Asien (Indonesien) und Amerika (Südamerika) und die Ozeane. Inselstaaten mit Inseln beidseits des Äquators sind die Malediven im Indischen Ozean und im Pazifischen Ozean Mikronesien und einige weitere Inselgruppen. Zwei Staaten nehmen in ihrem Namen Bezug auf den Äquator: Ecuador (Buenos Dias!) und Äquatorialguinea. Beidseits des Äquators befindet sich die Klimazone der Tropen. Durch den während des ganzen Jahres hohen Sonnenstand am Äquator ist die Einstrahlung hoch und nahezu gleich bleibend. Die Folgen sind eine nahezu konstant bleibende Wolkenbildung und ein entsprechend konstantes Niederschlagsniveau.

 

 

 

 

 

Ecuador

7. – 22. August 2014

Quito – Banos – Galapagos Inseln – Guayaquil – Cuenca – Quito

 

Hauptstadt: Quito

Bevölkerung: 15,3 Mio.

Fläche: 283’561 km2

Panama

23. Juli – 6. August 2014

29. Juli – 6. August 2014: In Santa Catalina bestiegen wir den Bus, um nach Boquete zu gelangen, was mit drei Mal Busumsteigen verbunden war. Wie bereits erwähnt, darf man nicht pressiert sein, um an einen Ort zu gelangen. Das Tagesziel heisst einfach: Heute fahre ich von A nach B, wann immer auch die Busse fahren. Boquete liegt am Fusse des Vulkans Baru, der höchsten Erhebung Panamas mit rund 3800 m ü M. Unsere Unterkunft war aussen nicht angeschrieben. Zum Glück las ich vorher noch die Bewertungen des Hotels. Dort wurde eben erwähnt, dass dieses nicht angeschrieben ist. Ich glaube auch nur deshalb fanden wir die Unterkunft… Boquete ist auch bekannt für die umliegenden Kaffeeplantagen. So liessen wir es uns nicht nehmen, die Herstellung von Kaffee zu zeigen, resp. die Gewinnung und Rösterei der Kaffeebohnen. Das ist noch eine spannende Sache. Dem Kaffee habe ich diesmal mein Bericht-Thema gewidmet. Details könnt ihr daraus nehmen. Für den nächsten Morgen buchten wir eine Sonnenaufgangs-Tour auf den Vulkan Baru. Vom Gipfel kann man sowohl den atlantischen wie den pazifischen Ozean sehen, sofern das Wetter mitmacht. Es gibt zwei Möglichkeiten, um auf den Gipfel des Baru zu gelangen. Entweder man läuft rauf, was eine rund 6-stündige Wanderung, d.h. für einen Weg, bedeutet. Oder man heuert einen Fahrer mit einem dafür gemachten Jeep an, der einem hochfährt. Die Wanderung lohnt sich meines Erachtens nicht wirklich, da man während dem ganzen Aufstieg nichts ausser Bäume und Sträucher sieht, also nicht wirklich eine gute Aussicht, und dies bis zum letzten Kilometer. Oben ist es dann wirklich toll. So fuhren wir um 4.15 Uhr frühmorgens los. Also, ich muss sagen, dieser Fahrer hatte den Jeep und Weg im Griff. Das kann nicht jeder. Oben angekommen sahen wir gleich noch wie die Sonne ihren Morgenrock auszog und uns kurz, aber nur ganz kurz anlachte. Dann zogen Wolken und Nebelschwaden auf und der ganze Spuk war zu Ende. Wir sahen weder den Atlantik noch den Pazifik. Nun, das nennt man Schicksal und liegt in den Händen der Natur. Aber schon nur die Fahrt hin und zurück sind unvergesslich. Das ist Hardcore-Massage vom höchsten. Boquete ist wirklich ein schöner Ort, das Klima sehr angenehm. Zum Abschluss unserer gemeinsamen Panama-Reise wollten Patrick und ich an den atlantischen Ozean, an die Karibik fahren, um nochmals unsere Badehosen auszupacken. Bocas del Toro hiess unser Ziel. Wir bestiegen den Bus, fuhren 3 Stunden, und dann ging auf einmal gar nichts mehr. Wenige Minuten vor Almirante, wo wir ein Boot besteigen hätten sollen, um nach Bocas del Toro zu tendern, ging vor uns ein Erdrutsch runter. Er war nicht sonderlich gross, aber unmöglich zu passieren, auch zu Fuss nicht, da immer noch Erde und Steine hinunter grollten. Sollte dies ein Wink der Natur sein? Wir lassen dies die höhere Macht beurteilen… So blieb uns nichts anderes übrig, als 3 Stunden wieder zurück zu fahren nach Boquete. Zum Glück hatte unser Meieli, so nannten wir die Rezeptionistin in Boquete, noch ein Zimmer für uns für eine weitere Nacht frei. Wir änderten unseren Reiseplan, indem wir Bocas del Toro ausliessen, und einen Tag früher nach Panama-Stadt zurückkehrten. Schade, aber gegen solche Sachen kann man nichts machen. Wir mussten noch den Flug umbuchen, was in Panama ganz unbürokratisch vor sich geht. Der Flieger wurde in der Luft nach Panama-Stadt etwas durchgeschüttelt. Patrick flog schliesslich am 4. August mit einem Rucksack voller neuer Eindrücke und Erfahrungen zurück in die Schweiz. Der erlösende Seufzer, dass er Hurry-up-Travel überlebt hatte, konnte ich selbst zwischen den Wolkenkratzern in Panama-Stadt hören und fühlen! 😉 Hey, cheers Patrick for your visit! Ich wechselte die Unterkunft, um mich wieder etwas an die Backpacker-Welt zu gewöhnen, die mich in der nächsten Zeit erwarten wird. Am nächsten Tag fuhr ich nach El Valle, eine 2 1/2-stündige Fahrt mit dem Bus. Ich wollte nochmals etwas Gebirge von Panama sehen. Dort angekommen ging ich gleich auf eine Wanderung. Ich erklomm die „India Dormida“, die schlafende Indianerin, eine Gebirgsformation, die eben so aussieht. Einer Legende zufolge verliebte sich Flor del Aire (Luftblüte), die Tochter des Urracá, dem tapfersten Häuptlings Panamás, im Kampf gegen die Konquistadoren, in einen der weisshäutigen Krieger, die ihr Volk niederzwingen wollten. Yaraví, einer der tapfersten jungen Krieger ihres Stammes, der ihr seine Liebe antrug, fühlte sich durch ihre Abweisung gedemütigt und missachtet. In seiner Hoffnungslosigkeit stürzte er sich vor den Augen der Prinzessin von dem Gipfel eines Berges in den Tod. Sie wollte ihr Volk nicht verleugnen und sah den Spanier nie wieder und durchwanderte Berge und Täler und beweinte ihr Unglück. Über den vom karibischen Meer benetzten Stränden ereilte sie der Tod. Liegend, fiel ihr letzter Blick in Richtung der geliebten Berge, wo sie einst geboren wurde. Die Berge berührte diese traurige Liebesgeschichte so sehr, dass sie die Silhouette der Prinzessin nachempfanden. So entstand die India Dormida. Eigentlich wollte ich ihr nachträglich etwas Trost spenden, aber sie realisierte eben nicht, als ich über ihren Bauch marschierte. Dabei hatte ich extra Tempo-Nastücher und Bonbons aus der Schweiz dabei. Dann eben nicht! 😉 Ich wanderte noch zu zwei Wasserfällen, nichts spektakuläres, aber alleweil sehenswert. Die Rückfahrt nach Panama übertraf alle bisherigen Busfahrten. Die Musik war so laut, der Bus hüpfte wie von alleine über die Autopista. Dann meinte der Fahrer, er könnte mit einem anderen Busfahrer ein Rennen veranstalten, bis er für eine kurze Zeit eine Vollbremsung machen und Gummi lassen musste. Ou weja, mit erhobenen Fingern machten die Passagiere eine Revolte und stauchten den Fahrer zusammen. Dabei konnte ich gratis das ganze spanische Tieralbum erlernen. Ja, ein Affe ist auf Spanisch ein Mono, ein Esel ein Burro und ein Kalb ein Ternero… Ich war auf jeden Fall froh, dass wir heil in Panama ankamen. Dann hatte ich noch eine Kandidatin für den Music-Star von Panama, oder sie meinte es jedenfalls, neben mir im Bus. Sie sang zu der lauten Musik im Bus mit. Mein Urteil war, dass das Outfit der Lady, das alle roten Farben von Pink über Knallrot bis Bordeauxrot beinhaltete, in die Kategorie „Leider nein“ ging, der Gesang, nun ja, ich selber singe auch wie eine sterbende Säge, aber ich weiss es wenigstens… 😉 Die Feuchtigkeit hier in Panama um diese Jahreszeit ist schon beeindruckend, da ist die Gratis-Sauna auch gleich mitgebucht. Ich liess den letzten Tag einfach ausplampen und buchte für die letzte Nacht mit meinen gesammelten Flugmeilen ein gutes Hotel mitten in der Stadt. Adios Panama, buenos dias Ecuador.

Thema Kaffee: Dass ausgerechnet ich als Nicht-Kaffeetrinker dieses Thema ausgesucht habe, scheint etwas komisch zu sein, aber für mich nicht weniger interessant. Und so wird Kaffee hergestellt. Zuerst werden die Beeren vom Kaffeebaum gepflückt. In jeder Beere hat es zwei Samen, resp. Bohnen, die anfangs noch ziemlich schleimig sind. Dann werden Sie normalerweise an der Sonne getrocknet. Dabei wird nach guter und schlechter Qualität gesiebt. Nach dem Trocknen werden die Bohnen abgepackt und exportiert. Dann geht es ab in die Rösterei. Dort werden die Bohnen je nach Wunsch und Kaffeesorte solange geröstet bis sie die entsprechende Farbe erhalten haben, je dunkler die Bohnen sind, je länger wurden sie geröstet, und desto bitterer sind sie im Geschmack. Und zu guter letzt werden die Bohnen gemahlen und eine Tasse Kaffee kann schliesslich getrunken werden. Die beiden wichtigsten Arten von Kaffeepflanzen sind der Arabica- und Robusta-Kaffee. Über die Zubereitung des Kaffee lässt sich natürlich streiten. Ihr könnt euch etwa vorstellen, dass die Kaffeeproduzenten gar nichts von Nespresso-Kapseln und Anrührkaffee halten. Die grössten Kaffee-Anbau-Staaten sind Brasilien mit 2,7 Mio. Tonnen, Vietnam mit 1,3 Mio. Tonnen und Indonesien mit 640’000 Tonnen Kaffeebohnen. Den grössten Kaffeekonsum pro Kopf haben Finnland, gefolgt von Norwegen und Schweden. Jeder Finne konsumiert im Schnitt 3,6 Tassen Kaffee pro Tag. Wie kann man nur? Der Kaffee ist mengenmässig das viertbeliebteste Getränk der Welt, hinter Wasser, Tee und Bier. Nun, wie bereits erwähnt, habe ich nichts am Hut mit Kaffee, ausser dass man die Zukunft im Kaffeesatz sehen soll. 😉

 

22. – 29. Juli 2014: Spät Abends stiegen wir in Los Angeles in eine vollbesetzte Maschine der Copa Airlines. Noch nie gehört? Dies ist die panamaische Nationalairline. Voll ausgebucht war auch unser Gepäck… Je gut 25 Kilo zeigte die Waage am Check-in an. Hey chicos, das nächste Mal dürft ihr dann nicht mehr so viel Gepäck mitnehmen, meinte die nette Dame am Schalter mit erhobener Stimme. Si, si, claro… Und wer glaubt noch an den Osterhasen?! 😉 Die Alternative ist doch tatsächlich einen Frachtcontainer zu mieten. Gegen den Morgen gab es so etwas wie ein Morgenessen, genau war dies nicht zu definieren. Ich bin doch schon etliche Kilometer geflogen, aber ein solch ungeniessbares Brötchen hatte ich noch nie, das schlägt sogar noch das Sandwich von Air Berlin. Das müssen wohl Überreste vom Apéro-Gebäck sein, als der Panamakanal vor 100 Jahren eingeweiht wurde… In Panama-City angekommen, bestiegen wir ein Taxi, um in unser Hotel mitten in der Stadt zu fahren. Zuerst machten wir eine Siesta, da wir beide nicht wirklich schlafen konnten im Flieger. Für was ist eigentlich Panama bekannt, ausser dem Panama-Kanal und dem Panama-Hut, mögen sich ein paar Leute fragen. Die folgenden zwei Berichte sollen die Schönheiten des Landes zeigen. Wir liessen es uns nicht nehmen, den Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen in der Nähe der Stadt zu besuchen. Dort wird einem alles erklärt und gezeigt, sehr interessant. Leider war gerade kein Schiff in den Schleusen. Die Altstadt von Panama-City ist auch sehenswert. Panama-City sieht recht modern aus, hat viele Wolkenkratzer und will sich weltoffen zeigen. In unserem Hotel empfahl uns der Rezeptionist, Super-Mario, das panamaische Buffet im Hotel. Der Höhepunkt am Buffet war nicht kulinarischer Natur, sondern ein Mega-Bomber von einer Frau. Ohne jemanden angreifen zu wollen, aber sie muss wohl mehr als 100 Kilo auf die Waage gebracht haben, kugelrund, ein Mini-Jupe (!) und Waden wie ein aufgehängter Kaninchenbauch. Wie eine Kriegsfregatte steuerte sie mit ihren Highheels das Buffet an. Wehe, man kam dazwischen, da wurde man gleich abgeschossen. Hasta luego, Baby! 🙂 Am nächsten Morgen bestiegen wir einen Bus, um zur Playa Blanca an der Pazifikküste zu fahren. Dort soll es angeblich einen der schönsten Strände des ganzen Landes geben. Kaum zu glauben, aber auch das liegt bei Hurry-up-Travel drin, mal einen Tag am Strand ausspannen… 🙂 Busfahren in Panama ist ein Erlebnis. Busfahrpläne gibt es nicht wirklich, die Busse fahren dann, wann sie eben fahren. Ein Ticket kann im Voraus auch nicht gekauft werden. Da geht man einfach zur Bushaltestelle und steigt in den nächsten Bus ein. Am Hauptbusbahnhof in Panama-City gibt es mehr als 60 Bus-Perrons. Es ist bekannt dafür, dass in den Bussen laute Musik läuft, was wir bereits auf der ersten Fahrt erleben durften. Oft wird Elektro- oder Latinomusik mit vollem Bass abgespielt, dazu noch das passende Musikvideo auf einem Bildschirm. Die fahrende Disco brachte uns direkt zur Playa Blanca. Und das soll einer der schönsten Strände des Landes sein? Nun gut, die Geschmäcker sind verschieden. Es ist nicht so, dass es etwa hässlich war, aber es gibt sicherlich schöneres. Hopp in den nächsten Bus, es ist Sonntag-Morgen, eigentlich Zeit für in die Kirche… Deshalb wird wohl die Musik etwas leiser abgespielt, der Herr im Himmel muss ja schliesslich auch verstanden sein. Dreimal mussten wir umsteigen, um nach Santa Catalina zu gelangen. Heilig sind die Wellen für die Surfer und die Tiefen des Meeres für die Taucher. Es gibt dort zwei Strände, dunkelsandig, aber doch sehr dreckig, übersät mit Petflaschen und sonstigem Dreck. Vor Santa Catalina liegt der Nationalpark Coiba, ein rund 60 Kilometer vorgelagertes Inselreich. Auch dort befand sich früher ein Gefängnis. Wir charterten gleich selber ein Boot, mit einem Führer und einem Capitano. Au Backe, die Fahrt ist alles andere als eine gemütliche Schiffsfahrt mit Kuchen und Kaffee. Mit voller Wucht bretterten wir nach Coiba, schlugen x-mal auf den Wellen auf, aber der relativ weite Weg entschädigte uns voll und ganz. Es hat sehr schöne Strände, wir machten zudem zwei kleinere Wanderungen mit unserem Führer. Zwischen den 38 zu Coiba zählenden Inseln konnten wir Wale beobachten, auf dem Rückweg nach Santa Catalina begleiteten uns noch für kurze Zeit ein paar Delphine. Es war ein herrlicher Tag in diesem Nationalpark. Ganz so geschmeidig wie die Delphine bewegten wir uns zurück an Land dann nicht wirklich, aber wir gaben unser bestes. Wir hausten bei Sherlley in ihren sogenannten Cabanas. Das sind so pro Forma Studios, Cabins. Sherlley machte einen etwas verwirrten Eindruck, sie wusste nicht sehr viel über die Region, aber immerhin wo es die beste Pizza weit und breit gab. Das ist doch schon mal was! In unserem Cabin hatten wir Schlafgelegenheiten für acht Personen, aber nur drei Tassen und zwei Barhocker dazu. Fragt mich jetzt nicht, wie eine Familie zusammen Essen möchte… Eins und eins geben doch fünf, oder?! Ach nein, es sind doch sieben, sorry. 😉 Am nächsten Tag ging es dann bereits weiter in die Berge Panamas.

Thema Panama-Kanal: Der Panamakanal ist eine künstliche, etwa 82 Kilometer lange Wasserstrasse, die die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet, den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet und ihr damit die Fahrt um das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas erspart. Der 1914 eröffnete Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstrassen der Welt; etwa 14’300 Schiffe durchfahren ihn pro Jahr. Die Grösse der Schiffe ist begrenzt durch die sogenannten Panamax-Masse, das entspricht etwa einem Containerschiff mit 4’600 Frachtcontainern (TEU). Nach der Vollendung des 2007 begonnenen Ausbaus (planmässig 2015) sollen ihn Schiffe mit 12’000 TEU durchfahren können. Die Schiffe müssen für die Durchquerung des Kanals sechs Schleusen passieren. Deshalb darf ein Schiff heutzutage höchstens 294,13 m lang und 32,31 m breit sein, einen Tiefgang von 12.04 m sowie eine Höhe von maximal 57,91 m aufweisen. Die ganze Durchfahrt dauert ca. 8 – 10 Stunden und kostet je nach Fracht oder Passagiere zwischen 300’000 und 400’000 USD. Das ist das Geld alleweil Wert, da die Einsparung der Umfahrung von ganz Südamerika ca. 30 Tage beträgt. Zeit ist Geld! Die niedrigste Gebühr musste übrigens 1928 ein Schwimmer bezahlen (35 Cents), der erste Mensch, der den Panama-Kanal durchschwamm. Pro Tag können höchstens 35 – 40 Schiffe eine Passage durchführen. Dafür stehen beinahe 300 Lotsen und 36 Schlepper zur Verfügung. Der Panama-Kanal ist wirtschaftlich für das Land sehr wichtig. Das haben auch die umliegenden Länder gemerkt und haben Studien gemacht, ob es auch möglich wäre, einen zweiten Kanal, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, zu bauen. So sollen in Nicaragua noch dieses Jahr die ersten Bagger auffahren, um die geplanten Arbeiten von fünf Jahren in Angriff zu nehmen, es lebe „El Gran Canal“.