13. – 20. Februar 2014
13. – 20. Februar: In Cebu fuhr ich zum Flughafen und wartete auf meinen Flug nach Hongkong. Auf einmal eine Riesenunruhe, Presse und viel Flughafenpersonal kamen zum Gate. Es war mir dann nicht so recht, dass ich so viele Personen aufhorchen liess. Nun, gut, ab einem gewissen Status gehört dies zum Alltag… 😉 Ach so, das Ganze war gar nicht wegen diesem Würstchen, das einmal um die Welt reisen will… Dann landete der Flieger aus Hongkong, eine Aufregung. Und auf wen warteten all diese Leute? Es war David Beckham… Nun gut, dieser Mann hat Klasse, das muss man ihm lassen! Ich kann wenigstens sagen, dass ich ihn gesehen habe, und ich in denselben Flieger einstieg, wie er ausgestiegen ist… In Hongkong gelandet, muss man sich wieder neu orientieren, ein Mega-Flughafen. Noch selten habe ich eine so effiziente Immigration erlebt. Kein Anstehen, keine Fragen, welcome to Hongkong! Aber aufpassen: Da bekommt man ein kleines Zettelchen, das man auf keinen Fall verlieren darf, und das man bei der Ausreise wieder zurückgeben muss. Das Gepäck hatte es allerdings nicht sehr eilig. Mehr als eine Stunde musste ich darauf warten. Erste Amtshandlung nach der Landung in einem neuen Land, d.h. nebst den menschlichen Bedürfnissen, ist jeweils einen Bacomaten suchen. Gefunden, dann zur U-Bahn und ab in die Stadt. Zweimal musste ich umsteigen, das geht ja noch. Fast eine Stunde brauchte ich bis zu meiner Unterkunft. Das Haus ist gefunden, aber wo bitte ist die Unterkunft? Angeschrieben ist gar nichts. Vor dem Gebäude warten x Männer mit indischem Einschlag, die einem eine Unterkunft oder eine gefälschte Uhr andrehen möchten. Hello my friend! Ach ja, du bist es. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass wir mal auf der Schatzalp zusammen Ziegen gehütet haben. Oder war es vielleicht auf dem Sonnenberg? Ist ja auch Wurst. Also, all die Freunde, die ich auf der ganzen Welt habe… Es ist schon fast beängstigend. 😉 Wer schon mal in Hongkong war, weiss wie es mit den Unterkünften aussieht, entweder bezahlt man eine ganze Stange Geld für ein Hotelzimmer, oder man nimmt ein billigeres, dafür bekommt man ein Mikrozimmer. Im ganzen Gebäude hat es etwa 50 Guesthouses, wie diese genannt werden. Das sind Wohnungen, aus einer werden ca. 7 Zimmer gemacht. Es hat drei Lifte, da steht man zu Spitzenzeiten 15 Minuten an, bis man den Lift benutzen kann… Ein Bett, das eigentlich für zwei gedacht wäre, reichte gerade für mich. Ihr kennt mich ja. Als der liebe Gott die langen Beine verteilt hat, war ich nicht in den vorderen Reihen anzutreffen. Ich musste jedoch diagonal im Bett liegen, damit ich mich voll ausstrecken konnte. Das „Bad“ war etwa 70 cm x 90 cm, mit Toilette, Lavabo und Dusche, also nichts für Leute mit Platzangst. Ja, und dann war das Zimmer wieder heruntergekühlt und feucht. Wow, das übertraf noch den Bus auf den Philippinen. Ich schlief mit zwei Termodecken, den Paschmina-Schal musste ich mir um den Kopf binden, und das Schaumgummi-Kissen, der reine Horror. Nach der ersten Nacht hatte ich eine Nackensperre (Äckegstabi). Die Klimaanlage liess sich leider nicht umstellen, d.h. in der ersten Nacht. Die wissen auch wie man es macht, da muss man für den ganzen Aufenthalt bar bezahlen, bevor man überhaupt das Zimmer betreten kann. Als ich das Zimmer reservierte, hatte es ziemlich gute Kritiken, weshalb ich überhaupt buchte. Ich wäre sonst umgezogen. Es war für Hongkong Verhältnisse sonst nicht sehr warm, es sollte so um die 20 °C sein, das Thermometer zeigte gerade mal 8 °C an. In Hongkong war meine Priorität, ein Visum für China zu erhalten. Ja, diese Chinesen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Als ich mich auf meine Reise vorbereitet habe, hiess es, dass es kein Problem sei, in Hongkong ein China-Visum für 60 oder 90 Tage zu erhalten. Per 1. November 2013 wurden die Visa-Vorschriften jedoch verschärft, publiziert ein Tag vorher! Zuerst hiess es, man könne überhaupt keine Visas mehr für China ausserhalb des Wohnsitzstaates beantragen. Dem ist nicht so. Beantragen kann man es nach wie vor in Hongkong. Nur dauert es vier Arbeitstage bis man weiss, ob es klappt oder nicht. Am Tag nach meiner Ankunft ging ich sofort zu einem Visabüro. Das geht ganz zackig: Hello, den Pass bitte. Einfache oder Zweifacheinreise? Gut, Formular ausfüllen. Foto, danke. Kommen Sie am Mittwoch wieder vorbei… Ja, aber… Und Adieu! Kein Platz für Fragen! In der Zwischenzeit sprang ich von Links nach Rechts, um all meine Optionen vorzubereiten, falls es mit dem Visa klappt oder eben nicht. Falls ja, dann kann ich jedoch nur für 30 Tage nach China reisen, muss dann ausreisen, und könnte dann nochmals für 30 Tage einreisen. Eigentlich hätte ich geplant, dass ich 40 Tage in China bleibe. Das ist mir persönlich zu blöd und zu teuer, schnell aus- und wieder einzureisen. Ich werde aus klimatischen Gründen vom Süden Richtung Norden reisen. Das nächste Land, in das ich ausreisen könnte, ist Südkorea. Deshalb bleibe ich halt einen Monat in China und reise dann über Seoul nach Japan für ein paar Tage. Meinen bereits gebuchten Flug aus China musste ich auch wieder annullieren. Mir blieb im Verhältnis viel Zeit in Hongkong. Es ist eine grossartige Stadt, es gäbe auch hier so viel zu entdecken. Irgendwie tat mir die Luft in der Unterkunft nicht gut, ich wurde krank, hatte Schüttelfrost, Fieber und fühlte mich kraft- und saftlos. Aus diesem Grund konnte ich leider nicht halb so viel erledigen, wie ich wollte. Es tut mir auch Leid, dass ich nicht viele Emails beantwortet habe und ich meinen Blog auf diesen Bericht warten liess. Sorry. Aber jede Anstrengung war mir zuviel. Dann endlich eine gute Nachricht. Ich erhielt das China-Visum für 30 Tage. Also, noch schnell ein Zugticket kaufen, ein Hotel reservieren, und schon bald ging es weiter. Eigentlich wollte ich noch nach Macao für eine Casino-Session, um mein Reise-Budget wieder ins Lot zu bringen. 🙂 Aber wie gesagt, mir war alles zu viel. Wer war ich? Ich kannte mich selber nicht mehr, aber es ging einfach nicht. Irgendwie lief in Hongkong alles gegen mich, oder so empfand ich es zumindest, ich lief auf dem Zahnfleisch. Das Wetter war in den 9 Tagen auch nicht berauschend, kalt und feucht, bis auf einen Tag. So, damit ist die Jammerstunde vorüber… 🙁 Diejenigen, die bereits einmal in Hongkong waren, erkennen sicherlich die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Am Freitag, 21. Februar ging es dann weiter nach China.
Thema Exklave oder Überseegebiete: Hongkong war ja lange eine britische Kronkolonie, oder ein britisches Überseegebiet, bevor es 1997 vertraglich wieder zurück an China ging. Die Briten besetzten Hongkong 1841, welches in einem Vertrag von 1843 geregelt wurde. Es war vermutlich das bekannteste Überseegebiet der Neuwelt. Macao war ja auch ein Überseegebiet, jedoch unter portugiesischer Herrschaft bis 1999. Heute bilden diese zwei Städte eine Sonderverwaltungszone (SAR) innerhalb Chinas, die eine grosse Autonomie geniessen. Es ist absurd, aber die Chinesen benötigen ein Visa, wenn sie in diese SAR einreisen wollen. Wir können ohne Visa nach Hongkong und Macau einreisen… Aber es gibt heute immer noch relativ viele Überseegebiete. Unter britischer Krone sind die wichtigsten (nicht vollständig): Gibraltar, Falklandinseln, Bermuda, britische Jungferninseln, Anguila, Kaimaninseln. Unter Frankreich stehen: Martinique, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion, Neukaledonien und französisch Polynesien. Aber auch in der Schweiz haben wir zwei Enklaven (aus der Sicht der Schweiz), resp. zwei Exklaven aus der Sicht ausländischer Staaten: Das deutsche Dorf Büsingen am Hochrhein und das italienische Campione d’Italia.