Singapur

23. – 27. Dezember 2013

23. – 27. Dezember: Frühzeitig liess ich mich an den Flughafen von Delhi fahren. Man weiss ja nie, wie lange das ganze Prozedere dauert an den indischen Flughäfen. Diesmal war ich positiv überrascht, alles ging reibungslos, ausser dass ein paar Inder einmal mehr bei der Sicherheitskontrolle drängelten, von hinten einem non-stop in die Beine stiessen oder einfach zuvorderst bei der Warteschlange hinliefen. Nun gut, im indischen Wortschatz existiert das Wort Anstand gar nicht! Es ging sogleich weiter so. Im Flieger hat eine Dame etwa 5 Handgepäckstücke mitgenommen und diese überall in die Gepäckfächer verstaut und den Gang blockiert. Die nachfolgenden Passagiere fluchten und drängelten. Erst nach etwa 5 Minuten sah ich, dass ich in der gleichen Reihe sass wie diese Dame. Ja, und das war erst der Anfang. Sie meckerte die ganze Zeit herum, wollte schon was zum Trinken bevor wir in der Luft waren. Der Sitz war auch nicht recht, und sowieso war alles nicht in Ordnung. Wohlwissend, wir flogen Singapore Airlines, eine wirklich Top-Airline. Einmal in der Luft verteilten die Flight Attendants die bestellen Spezialmenüs. Und warum bekommt dann die Dame ihr Essen nicht auch schon jetzt und muss warten? Und endlich kam unsere Reihe dran. Ich bestellte ein internationales Menü. Die Flight Attendant verwechselte offenbar das Essen und gab mir ein indisches Lammgericht. Die meisten von euch wissen, dass ich kein Lammfleisch esse, weshalb ich mir erlaubte, der Flugbegleiterin die Mahlzeit zurück zu geben. Au weja, das hätte ich lieber sein lassen. Von der netten Damen wurde ich zusammengestaucht, was mir einfalle, das sei schliesslich ein indisches Essen und könne es wenigstens meinem Sitznachbar weitergeben. Freut mich, Madame, Sie kennen zu lernen… Was sie nicht wissen konnte, war, dass sie just in diesem Moment mit ihrer Aussage den berühmten Tropfen zu viel ins volle Fass goss, der dieses zum Überlaufen brachte. Ich bin ja wirklich ein friedliebender Mensch und schon gar nicht aggressiv, aber am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie ihre Morgenklatsche bereits erhalten habe. Ich wies sie dann mal zurecht, dass sie das erstens nichts angehe, zweitens der Gentlemen neben mir ein vegetarisches Essen bestellt hatte, und drittens, dass sie dieses Essen gerne haben könne, schliesslich sei dies ein indisches Essen. Offenbar haben meine Worte ihre Wirkung nicht verfehlt, auf einmal war Ruhe, Ruhe während dem ganzen Flug, welche Wohltat! Sie ass übrigens ihre in Alufolie eingepackten und selber mitgebrachten Sandwichs… Es gibt übrigens ein Föteli, das diese Situation symbolisch nicht besser beschreiben könnte… 😉 In Singapur fuhr ich zu meinem gebuchten Hostel, das ziemlich zentral lag. Am nächsten Morgen machte ich erst einmal eine Stadtrundfahrt, um mich ein wenig zu orientieren. Die Wetterprognosen waren nicht umwerfend, Regenwolken irrten umher. So entschloss ich mich, in den empfohlenen botanischen Garten zu gehen, wo es auch den weltgrössten Orchideen-Garten zu bestaunen gab. Auf den Bildern könnt ihr gerne die schönen Orchideen anschauen. Singapur ist eine echte Weltstadt, und welch Unterschied zu Indien! Die Stadt gefiel mir sehr gut, wobei sie noch schöner wird, sobald Dunkelheit einbricht, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Und ich konnte mich frei bewegen wie ein Vogel, wie herrlich. Am nächsten Morgen ging ich aufs Riesenrad, um die Stadt von oben zu besichtigen. Beim Anstehen schupste mich jemand von hinten ein paar Mal ins Bein. Als ich mich umdrehte, stand eine in einen Sari gewickelte Frau…, nice to meet you Madam… 😉 Am Abend gibt es bei der Marina Bay eine Laser-Show, bei den sogenannten Supertrees eine Licht- und Musikshow, alles umsonst. Das liess ich mir nicht nehmen, es lohnte sich. Am dritten Tag in Singapur ging ich auf die Insel Sentosa. Dies ist eine Vergnügungsinsel. Für jeden wird etwas geboten, vom Aquapark, über die Universalstudios, Casino, Musical bis hin zu echten Badestränden, alles ist vorhanden. So kann man ohne weiteres seine freie Zeit dort verbringen so lange man will. Ach ja, es war noch Weihnachten, das habe ich beinahe vergessen. Um ehrlich zu sein, kam bei mir nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Dennoch habe ich an alle euch gedacht. Um noch etwas näher bei euch zu sein, ging ich ins Marché (Schweizer Restaurantkette) – möget mir dies verzeihen – und ass eine wirklich feine Rösti mit Spiegelei. Ich habe auch verschiedene Weihnachtsbäume bildlich eingefangen. Die Besitzerin des Hostels sagte mir bei Ankunft, dass wenn es regnet, man einfach ins nächste Shoppingcenter gehen soll… Singapur ist ein einziges Shoppingparadies. Das ist wirklich unglaublich, da steht ein Einkaufszentrum nach dem anderen. Mein Shopping beschränkte sich aufs Eye-Shopping… Und schon bald verliess ich diesen Insel- und Stadtstaat Richtung Malaysia.

Thema Strafe in Singapur: Wie ihr alle wisst, hat Singapur den Ruf der saubersten und ordentlichsten Stadt der Welt. Aber wie sieht es aus, wenn man dagegen verstösst? Vandalismus und Graffiti können Geldstrafen sowie auch Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben. Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 verboten. Die Einfuhr von Kaugummi ist verboten, ausgenommen solcher zum medizinischen Gebrauch. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Weitere Beispiele gefällig? Bitte schön: Singapur ist das einzige Land der Welt, in das Zigaretten nicht duty free eingeführt werden dürfen. Die Geldstrafe für die Einfuhr einer Stange Zigaretten beträgt das zehnfache des Preises innerhalb Singapurs (derzeit 110 SGD, folglich 1100 SGD, also rund 800 CHF). Selbst wenn man eine angebrochene Schachtel mit sich trägt, darf diese maximal 17 Zigaretten beinhalten. Nun, kümmert mich persönlich nicht gross, da ich ja Nichtraucher bin… 🙂 Oder, hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen (z. B. mit einer neonleuchtenden Weste und der Aufschrift „ORDER FOR corrective work“ den Strand säubern) werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen. Wer nach Singapur reist, hat gefälligst zu parieren!