China

21. Februar – 17. März 2014

21. – 27. Februar: Am Morgen packte ich meine letzten Sachen zusammen, um zum Bahnhof in Hongkong zu gehen. Ich war froh, dass ich dieses Loch von Unterkunft verlassen konnte, eigentlich hätte ich schon früher anders reagieren müssen, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer. Am Bahnhof nahm ich noch schnell ein Frühstück und schon bald fuhr der Zug nach China los. Meine erste Station in China war Guangzhou, früher als Kanton bekannt. Das ist eine zweistündige Zugfahrt von Hongkong entfernt. In Guangzhou mussten alle Passagiere die Immigration passieren. Die nette Dame am Schalter wollte mich jedoch nicht einreisen lassen. Ich sei nicht derjenige wie auf dem Pass. Ach so, wer war ich denn sonst? Nein, ich sehe nicht gleich wie auf dem Foto im Pass aus, meinte sie in Kantonesisch. Dafür gab es nur zwei Erklärungen: Entweder sah ich dermassen verschi… aus, und die letzten Tage hatten mich tatsächlich mitgenommen oder die Immigration-Beamtin ist schlichtweg ein Genie und hat doch gleich entdeckt, dass mit meinen Lockenwicklern im Jahr 2005, als ich den Pass ausstellen liess, etwas geändert wurde… 😉 Damals wickelte ich nämlich meine Haare jenen Weg ein, heute halt den anderen Weg…! Aber, dass sie das gleich gemerkt hat, Hut ab! 🙂 Nachdem ihre Vorgesetzte mich auch noch begutachtete, und ich genau so lächelte wie 2005 durfte auch ich noch nach China einreisen. Wie muss ich mir diesen Aufenthalt in China verdienen?! Auf den Philippinen lernte ich einen Chinesen aus Guangzhou kennen, der mir liebenswürdigerweise alles aufschrieb und Bilder per Email schickte, was ich alles machen sollte in seiner Heimatstadt. Er war immer noch auf den Philippinen, sonst hätte er mir die ganze Stadt gezeigt. So schrieb er mir ein chinesisches Restaurant auf, in welchem ich unbedingt, und wirklich unbedingt ein warmes Doppel-Shake mit Vanillegeschmack ausprobieren sollte, ich würde es über alles lieben! Also, ging ich dorthin. Kein Mensch sprach auch nur ein Wort Englisch. So zeigte ich auf meinem iPad die Spezialität. Oh, oh, oh! Dann wurde ich an einen Tisch mit Chinesen gesetzt. Da sass ich also, als wäre ich von einem anderen Planeten. Dann kam diese Spezialität. Es war ein warmer Pudding mit Vanillegeschmack. Doch, ich mochte es. Selbstverständlich musste ich davon ein Foto machen, um den Beweis dem Chinesen zu schicken. Das halbe Restaurant musste wegen mir lachen. Nun, gut, war mir doch Wurst, bin ja nicht alle Tage hier. Und wenn ihr dann mal ein Fondue in der Schweiz fotografiert, dann lache ich dann auch… 😉 So schaute ich mir die paar Sehenswürdigkeiten von Guangzhou an. Es war gar nicht so übel dort. Aber das Wetter… Es war grau in grau, als Abwechslung kommt ein wenig Nebel auf… So ist es halt. Anstelle von 13 Stunden Zugfahrt, entschloss ich mich, per Flugzeug nach Guilin zu fliegen, ich fühlte mich immer noch nicht so gut. Guilin ist bekannt für den Li Fluss, der sich zwischen die lieblichen Hügel, die aussehen wie der Zuckerhut in Rio, schlängelt. Muss diese Landschaft schön sein, wenn es sonnig ist… Auch hier nichts neues vom Wetter, grau, einfach grau. Aber dieses Grau gab dem ganzen einen mystischen Touch. Von Guilin flog ich dann weiter nach Chongqing. Wer noch nie in China war, kennt diese Stadt kaum. Ist ja auch unbedeutend mit gerade mal 29 Millionen Einwohnern. Irgendwo müssen ja diese 1,4 Milliarden Chinesen leben. Ich ging nach Chongqing, weil ich eine Flussfahrt auf dem Yangtze-Fluss machen wollte. Also buchte ich bei einem chinesischen Reisebüro eine Flussfahrt. Wie diese rausgekommen ist, erfährt ihr im nächsten Bericht.

Thema Bevölkerung: China hat mit 1,35 Mrd. die weltweit grösste Bevölkerung. Es ist eigentlich schon wahnsinnig, ein System aufzubauen, dass diese grosse Anzahl Einwohner im Griff hat. China verfolgt ja immer noch die Ein-Kind-Politik, wonach ein verheiratetes Paar ein Kind haben darf, sonst bezahlt man eine Kindessteuer, wenn man mehr als ein Kind hat. Offenbar soll diese Politik gelockert werden, aber nur in bestimmten Fällen. Indien folgt mit 1,1 Mrd. Einwohnern. Wie viele es tatsächlich sind, weiss wohl niemand so richtig. In Europa hat Russland am meisten Einwohner mit 112 Mio. Als grösstes westeuropäisches Land gilt Deutschland mit einer Bevölkerung von 83 Mio. Die Schweiz hat 8,1 Mio. Einwohner. Bevölkerungsmässig das kleinste Land der Welt ist Vakistanstadt mit gerade mal 800 Einwohnern. Liechtenstein hat 36’000 und liegt damit knapp vor Monaco und San Marino.

China

20. Februar – 7. März 2014

Guangzhou – Guilin – Chongqing – Wuhan – Shanghai

Hauptstadt: Peking

Bevölkerung: 1.4 Mia.

Fläche: 9.571.302 km²

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Hongkong

13. – 20. Februar 2014

13. – 20. Februar: In Cebu fuhr ich zum Flughafen und wartete auf meinen Flug nach Hongkong. Auf einmal eine Riesenunruhe, Presse und viel Flughafenpersonal kamen zum Gate. Es war mir dann nicht so recht, dass ich so viele Personen aufhorchen liess. Nun, gut, ab einem gewissen Status gehört dies zum Alltag… 😉 Ach so, das Ganze war gar nicht wegen diesem Würstchen, das einmal um die Welt reisen will… Dann landete der Flieger aus Hongkong, eine Aufregung. Und auf wen warteten all diese Leute? Es war David Beckham… Nun gut, dieser Mann hat Klasse, das muss man ihm lassen! Ich kann wenigstens sagen, dass ich ihn gesehen habe, und ich in denselben Flieger einstieg, wie er ausgestiegen ist… In Hongkong gelandet, muss man sich wieder neu orientieren, ein Mega-Flughafen. Noch selten habe ich eine so effiziente Immigration erlebt. Kein Anstehen, keine Fragen, welcome to Hongkong! Aber aufpassen: Da bekommt man ein kleines Zettelchen, das man auf keinen Fall verlieren darf, und das man bei der Ausreise wieder zurückgeben muss. Das Gepäck hatte es allerdings nicht sehr eilig. Mehr als eine Stunde musste ich darauf warten. Erste Amtshandlung nach der Landung in einem neuen Land, d.h. nebst den menschlichen Bedürfnissen, ist jeweils einen Bacomaten suchen. Gefunden, dann zur U-Bahn und ab in die Stadt. Zweimal musste ich umsteigen, das geht ja noch. Fast eine Stunde brauchte ich bis zu meiner Unterkunft. Das Haus ist gefunden, aber wo bitte ist die Unterkunft? Angeschrieben ist gar nichts. Vor dem Gebäude warten x Männer mit indischem Einschlag, die einem eine Unterkunft oder eine gefälschte Uhr andrehen möchten. Hello my friend! Ach ja, du bist es. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass wir mal auf der Schatzalp zusammen Ziegen gehütet haben. Oder war es vielleicht auf dem Sonnenberg? Ist ja auch Wurst. Also, all die Freunde, die ich auf der ganzen Welt habe… Es ist schon fast beängstigend. 😉 Wer schon mal in Hongkong war, weiss wie es mit den Unterkünften aussieht, entweder bezahlt man eine ganze Stange Geld für ein Hotelzimmer, oder man nimmt ein billigeres, dafür bekommt man ein Mikrozimmer. Im ganzen Gebäude hat es etwa 50 Guesthouses, wie diese genannt werden. Das sind Wohnungen, aus einer werden ca. 7 Zimmer gemacht. Es hat drei Lifte, da steht man zu Spitzenzeiten 15 Minuten an, bis man den Lift benutzen kann… Ein Bett, das eigentlich für zwei gedacht wäre, reichte gerade für mich. Ihr kennt mich ja. Als der liebe Gott die langen Beine verteilt hat, war ich nicht in den vorderen Reihen anzutreffen. Ich musste jedoch diagonal im Bett liegen, damit ich mich voll ausstrecken konnte. Das „Bad“ war etwa 70 cm x 90 cm, mit Toilette, Lavabo und Dusche, also nichts für Leute mit Platzangst. Ja, und dann war das Zimmer wieder heruntergekühlt und feucht. Wow, das übertraf noch den Bus auf den Philippinen. Ich schlief mit zwei Termodecken, den Paschmina-Schal musste ich mir um den Kopf binden, und das Schaumgummi-Kissen, der reine Horror. Nach der ersten Nacht hatte ich eine Nackensperre (Äckegstabi). Die Klimaanlage liess sich leider nicht umstellen, d.h. in der ersten Nacht. Die wissen auch wie man es macht, da muss man für den ganzen Aufenthalt bar bezahlen, bevor man überhaupt das Zimmer betreten kann. Als ich das Zimmer reservierte, hatte es ziemlich gute Kritiken, weshalb ich überhaupt buchte. Ich wäre sonst umgezogen. Es war für Hongkong Verhältnisse sonst nicht sehr warm, es sollte so um die 20 °C sein, das Thermometer zeigte gerade mal 8 °C an. In Hongkong war meine Priorität, ein Visum für China zu erhalten. Ja, diese Chinesen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Als ich mich auf meine Reise vorbereitet habe, hiess es, dass es kein Problem sei, in Hongkong ein China-Visum für 60 oder 90 Tage zu erhalten. Per 1. November 2013 wurden die Visa-Vorschriften jedoch verschärft, publiziert ein Tag vorher! Zuerst hiess es, man könne überhaupt keine Visas mehr für China ausserhalb des Wohnsitzstaates beantragen. Dem ist nicht so. Beantragen kann man es nach wie vor in Hongkong. Nur dauert es vier Arbeitstage bis man weiss, ob es klappt oder nicht. Am Tag nach meiner Ankunft ging ich sofort zu einem Visabüro. Das geht ganz zackig: Hello, den Pass bitte. Einfache oder Zweifacheinreise? Gut, Formular ausfüllen. Foto, danke. Kommen Sie am Mittwoch wieder vorbei… Ja, aber… Und Adieu! Kein Platz für Fragen! In der Zwischenzeit sprang ich von Links nach Rechts, um all meine Optionen vorzubereiten, falls es mit dem Visa klappt oder eben nicht. Falls ja, dann kann ich jedoch nur für 30 Tage nach China reisen, muss dann ausreisen, und könnte dann nochmals für 30 Tage einreisen. Eigentlich hätte ich geplant, dass ich 40 Tage in China bleibe. Das ist mir persönlich zu blöd und zu teuer, schnell aus- und wieder einzureisen. Ich werde aus klimatischen Gründen vom Süden Richtung Norden reisen. Das nächste Land, in das ich ausreisen könnte, ist Südkorea. Deshalb bleibe ich halt einen Monat in China und reise dann über Seoul nach Japan für ein paar Tage. Meinen bereits gebuchten Flug aus China musste ich auch wieder annullieren. Mir blieb im Verhältnis viel Zeit in Hongkong. Es ist eine grossartige Stadt, es gäbe auch hier so viel zu entdecken. Irgendwie tat mir die Luft in der Unterkunft nicht gut, ich wurde krank, hatte Schüttelfrost, Fieber und fühlte mich kraft- und saftlos. Aus diesem Grund konnte ich leider nicht halb so viel erledigen, wie ich wollte. Es tut mir auch Leid, dass ich nicht viele Emails beantwortet habe und ich meinen Blog auf diesen Bericht warten liess. Sorry. Aber jede Anstrengung war mir zuviel. Dann endlich eine gute Nachricht. Ich erhielt das China-Visum für 30 Tage. Also, noch schnell ein Zugticket kaufen, ein Hotel reservieren, und schon bald ging es weiter. Eigentlich wollte ich noch nach Macao für eine Casino-Session, um mein Reise-Budget wieder ins Lot zu bringen. 🙂 Aber wie gesagt, mir war alles zu viel. Wer war ich? Ich kannte mich selber nicht mehr, aber es ging einfach nicht. Irgendwie lief in Hongkong alles gegen mich, oder so empfand ich es zumindest, ich lief auf dem Zahnfleisch. Das Wetter war in den 9 Tagen auch nicht berauschend, kalt und feucht, bis auf einen Tag. So, damit ist die Jammerstunde vorüber… 🙁 Diejenigen, die bereits einmal in Hongkong waren, erkennen sicherlich die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Am Freitag, 21. Februar ging es dann weiter nach China.

Thema Exklave oder Überseegebiete: Hongkong war ja lange eine britische Kronkolonie, oder ein britisches Überseegebiet, bevor es 1997 vertraglich wieder zurück an China ging. Die Briten besetzten Hongkong 1841, welches in einem Vertrag von 1843 geregelt wurde. Es war vermutlich das bekannteste Überseegebiet der Neuwelt. Macao war ja auch ein Überseegebiet, jedoch unter portugiesischer Herrschaft bis 1999. Heute bilden diese zwei Städte eine Sonderverwaltungszone (SAR) innerhalb Chinas, die eine grosse Autonomie geniessen. Es ist absurd, aber die Chinesen benötigen ein Visa, wenn sie in diese SAR einreisen wollen. Wir können ohne Visa nach Hongkong und Macau einreisen… Aber es gibt heute immer noch relativ viele Überseegebiete. Unter britischer Krone sind die wichtigsten (nicht vollständig): Gibraltar, Falklandinseln, Bermuda, britische Jungferninseln, Anguila, Kaimaninseln. Unter Frankreich stehen: Martinique, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion, Neukaledonien und französisch Polynesien. Aber auch in der Schweiz haben wir zwei Enklaven (aus der Sicht der Schweiz), resp. zwei Exklaven aus der Sicht ausländischer Staaten: Das deutsche Dorf Büsingen am Hochrhein und das italienische Campione d’Italia.

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Philippinen

24. Januar – 13. Februar 2014

4. – 12. Februar: Von der Kälte in die Kälte, auch wenn es draussen 30° C warm ist. Wie geht das? Wie bereits erwähnt, der Nachtbus von den Reisterrassen nach Manila war wieder ein Kühlschrank und der Flug auf die Insel Palawan war auch sehr heruntergekühlt. Nun, man kann es sehen wie man will, entweder bin ich ein cooler oder heisser Typ! 😉 Nein, nein, das war jetzt nur der Witz des Tages… In Palawan angekommen, wartete bereits der Hotelbus auf uns. Es war nur eine kurze Fahrt ins nahe gelegene Hotel. Endlich konnten wir uns wieder etwas aufwärmen. Dort besuchten wir am nächsten Tag den unter UNESCO-Weltkulturerbe stehende unterirische Fluss. Mit dem Bus geht es an die Westküste von Palawan, von dort mit einem Boot an die sonst unzugängliche Stelle, dann läuft man einen kurzen Weg bis man wieder in ein anderes Boot steigt, um in die gehemnisvollen Grotten hinein zu fahren. Das ganze Flusssystem ist 21 km lang, der normale Tourist darf den ersten Kilometer hineinfahren, ausgerüstet wie ein Expeditionsteilnehmer (siehe Foto). Es ist wirklich sehr schön und eindrücklich. Und all die Inseln drum herum, einfach wunderprächtig. Dann fuhren wir wieder zurück ins Hotel. Palawan ist berühmt für seine Perlen. Aber wo kann man denn diese überhaupt kaufen? Ich habe keinen einzigen Laden gesehen… Wenn man als Tourist einen Ausflug macht, dann kommen die „wilden“ Verkäufer und bieten einem Perlenketten und Ohrringe an. Da muss man aufpassen, sonst kriegt man Perlen aus der Kategorie 2. – 5. Klasse. Ich denke, die schönsten Perlen gehen eh in den Export. Am nächsten Tag haben wir einen Inselhüpf-Ausflug in der sogenannten Honda-Bay gebucht, schliesslich wollten wir auch wieder mal baden gehen. Da fährt man mit dem Boot von Insel zu Insel, es war herrlich. Das Wasser hat hier eine Qualität, zumindest optisch, ein Traum. Und auch die Strände sind sehr schön. Dieses Gebiet ist offenbar auch sehr unter den Tauchern bekannt für die schönen Riffe. Ausgerüstet mit Schnorchel und Badeschuhen machten wir ebenfalls bei einem Riff Halt, um die Unterwasserwelt etwas bestaunen zu können. Die Fische zeigten sich nur spärlich, nun gut, vor mir würde ich auch wegschwimmen. 😉 Das Wasser war für mich fast zu sanft, glatt wie ein Spiegel, dabei liebe ich doch die Wellen so… Macht nichts, Spass hat es alleweil gemacht. Ja, dann war bereits wieder Schluss mit Palawan, die nächste Insel wartete auf uns. Wir flogen zuerst nach Cebu, das ist relativ zentral gelegen auf den Philippinen. Dort sprangen wir schnell in ein Taxi, um an den Hafen zu fahren, um die nächste Fähre nach Bohol zu nehmen. Leider hat es um etwa fünf Minuten nicht geklappt, der Verkehr machte uns einen Strich durch die Rechnung. Dann warteten wir halt auf die nächste Fähre. In Bohol angekommen, ging der Kampf um ein Taxi los. X Taxifahrer buhlen um ihr bestes. Da muss man ein wenig Geduld haben, nicht gleich den ersten nehmen. Je weiter man läuft, je billiger wird es in der Regel. Nach einer halben Stunde kamen wir in unserem Hotel an, weit und breit war nicht sehr viel los. Offenbar habe ich ein Flair, Hotels zu buchen, die weit vom Schuss sind… 😉 Machte nichts, es war dafür ein sehr gutes Hotel mit einem sehr guten Restaurant. Bohol ist eine der Inseln, die im letzten Jahr ziemlich stark von den Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei uns hörte man vor allem wegen dem Taifun Haiyan vom 14. November 2013 viel. Dieser schlug hauptsächlich auf der Nachbarinsel Leyte zu. Jedoch grösseren Schaden auf Bohol verursachte das Erdbeben vom 15. Oktober im letzten Jahr. Da sah man viele Kirchen, die zu spanischen Kolonialzeiten gebaut wurden, am Boden zerstört, oder zumindest halb zerstört, aber auch Strassen und andere Bauten wurden teilweise stark beschädigt. Es tat einem Weh, dies zu sehen, aber eben, gegen Naturkatastrophen kann man nichts machen. Auf der Inseltour besuchten wir zuerst ein paar Koboldäffchen (Tarsier), das sind die kleinen Äffchen mit den grossen Augen, die sich an den Baumästen festhalten als würde gleich die Welt untergehen (siehe Foto). Dann waren die Chocolate Hills an der Reihe. Ja, als Schweizer muss man doch fast die Chocolate Hills besuchen… Aber weit und breit kein Schoggi! Mit etwas Wehmut betrachtete ich diese Hügel, und meine Gedanken waren bei meinen Zuhause gelassenen Lindor-Kugeln. 🙂 Oh, sorry, ich bin ja auf den Philippinen. Diese für mich lustigen Hügel liegen sanft in der Landschaft und werden deshalb Chocolate Hills genannt, weil im Sommer alles trocken ist und die Hügel dann mit brauner oder abgestorbener Flora bewachsen sind. Eine gute Aussicht hat man, wenn man 214 Treppen auf einen Aussichtspunkt macht. Bonjour Alex, ja ich weiss, du magst mich nur deshalb! 😉 Dann stand noch eine Flussfahrt auf dem Programm. Es war sehr schön, obwohl es geregnet hat wie aus Kübeln… Der letzte Tag auf Bohol verbrachten wir am Strand, um unsere Füsse etwas zu lüften. Dann ging es bereits wieder zurück nach Manila, wo Alex am folgenden Tag Richtung Schweiz abflog. Ich hatte noch ein kurzes Intermezzo in Cebu, bevor auch ich die Philippinen verliess. Ja, die Philippinen haben mir sehr gut gefallen. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Land, es gibt so viel zu sehen auf den verschiedenen Inseln. Die Leute sind auch sehr nett, wenn sie einem nicht gerade bestehlen. 🙁 Eines vermisse ich aber auch nicht: Die Taxifahrer. Das sind Schlitzohren sondergleichen. Da wird man fast immer über den Tisch gezogen. Sie versuchen oft, einen Fixpreis abzumachen, da fahren sie besser als wenn sie den Taxometer einstellen. Ich bin mehr als einmal wieder vor der Abfahrt aus dem Taxi gestiegen… Es ist auch vorgekommen, dass wenn man zahlt und nicht gerade das richtige Wechselgeld parat hat, die Taxifahrer das Geld nehmen und einfach abfahren, und Tschüss! Und mein Wechselgeld?! Kann ja als Spende bei der nächsten Steuererklärung abgezogen werden… 😉 Es war auch schön, Besuch aus der Schweiz zu haben, Merci Alex… Und da ich keinen Gebrauch von „Mietobjekten“ gemacht habe, konnte ich ohne grosse Worte diesen Inselstaat Richtung Hongkong verlassen… 🙂

Philippinen: Die Philippinen sind eine präsidentielle Demokratie, oder sollte es wenigstens sein. Die Philippinen wurden erst 1946 unabhängig, nachdem sie über 40 Jahre in amerikanischen Händen waren. Viele von uns mögen sich sicher noch an den Präsidenten Ferdinand Marcos erinnern, wenn nicht an ihn, dann an seine Frau Imelda. Sie war ja berühmt für ihre Schuhsammlung, welche mehr als 500 Paare beinhaltete. Ferdinand Marcos war von 1965 bis 1986 Präsident. Dies ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, er war Diktator. Es ist ja auch bekannt, dass er das Geld, das er seinem Volk gestohlen hatte, im Ausland anlegte, u.a. in der Schweiz. Von der Schweiz erhielten die Philippinen den beschlagnahmten Betrag von ca. CHF 570 Mio. wieder zurück. Im ganzen liess Marcos weit über eine Milliarde verschwinden. Er soll ja im Exil in den USA verstorben sein. Die Philippinen verweigerten allerdings, dass er sein offizielles Grab im für verstorbene Präsidenten vorgesehenen Park begraben wurde. Er soll ja tiefgefroren sein und auf einem Familiengrundstück auf den Philippinen somit gut erhalten bleiben. Ja, dann hoffen wir auf keinen Stromausfall auf den Philippinen!

 

30. Januar – 3. Februar: Am frühen Morgen machte ich mich in Angeles City auf den Weg zur Busstation, d.h. ich musste ein Tricycle nehmen. Dies ist ein Töff mit einem Seitenwagen, andere Taxis in Angeles City findet man praktisch nicht. Ich fand dies eine lustige Erfahrung, der Verkehr war am frühen Morgen auch noch nicht so schlimm. Mit dem Bus ging es also zurück nach Manila, wo ich um 13 Uhr Alex, meine frühere Arbeitskollegin bei der Stadt Biel am Flughafen in Manila abholte. Sie kommt mich für 12 Tage besuchen. Es ist doch immer schön, wenn man Besuch aus der Heimat hat. In Manila darf man nur als Passagier in den Flughafen gehen, wie in Indien. Also, musste ich draussen warten, es hatte jedoch zwei Ausgänge, 150 m voneinander entfernt. Nach Murphy’s Law kam sie natürlich beim anderen Ausgang heraus, als bei dem ich wartete. Wir haben uns dann doch noch gefunden. Alex war nicht wirklich zu beneiden, hatte ich doch ein sportliches Programm für uns vorbereitet. Sie war schon fast 24 Stunden unterwegs bis Manila, und ich hatte Tickets für den Nachtbus in den Norden zu den Reisplantagen gekauft, was sie bereits zum voraus wusste. Dennoch hatte ich in Manila ein Hotelzimmer reserviert, um doch noch schnell eine Dusche und einen Power-Nap zu nehmen, bevor wir mit dem Bus losfuhren. Die Transportmittel auf den Philippinen sind immer dermassen heruntergekühlt, da muss man immer mit langen Hosen und einer Jacke reisen, sonst friert es einem an den Hintern… 🙂 Dieser Bus brach jedoch alle Rekorde was die Kälte betrifft. Ich nahm noch zusätzlich meinen Pashmina-Schal von Indien hervor und hüllte mich so gut es ging darin ein. Die Einheimischen hatten ihre Kappen an, das war ein Bild in diesem Bus. Nun, das Positive ist, dass man in dieser Kälte gut konserviert bleibt, also keine Sorgen mit Falten im Gesicht… 😉 Und endlich weiss ich, wie sich gefrorenes Gemüse im Tiefkühler fühlen muss, konnte ich doch eine Schnupperlehre machen. Durchgefroren kamen wir in Banaue an. Dort war es ebenfalls nicht sehr warm, und wir mussten noch die nächsten Busse abwarten, bis ein gewisser Francesco ankommen sollte. Nachdem wir über 1 1/2 Stunden vergebens auf ihn warteten, wurden wir in unsere Unterkunft gefahren, welche sich am A.. der Welt befand. Dort hatten wir ein Zimmer reserviert. Welch Überraschung, es war ein Cottage auf Stelzen. Als wir todmüde dort die Türe aufmachten, schauten wir aus der Wäsche, als wäre gleich der Weltuntergang! Eine Matratze und zwei Badetücher erwarteten uns, und es war immer noch kalt! Nun gut, wir legten uns zuerst einmal hin, um etwas zu schlafen, oder jedenfalls versuchten wir es. Ach ja, da war noch Francesco, der Italiener. Er kam mit dem Töff, dreckig von oben bis unten, die nassen und dreckigen Strassen liessen nichts anderes zu. Wie kann man nur hier mit einem Töff unterwegs sein?! Wir mussten trotz Mitleid schmunzeln… Am nächsten Tag buchten wir den ersten Ausflug zu den Reisterrassen. Ohne Führer geht da gar nichts, sonst verläuft man sich. Es war wirklich schön, und am Ende des Tales nahmen wir ein Bad in den Hotsprings, eine Wanne mit warmen Wasser. Um uns tummelten viele einheimische Kinder. Danach liefen wir zurück zum Auto, das uns wieder zur Unterkunft brachte. Der nächste Tag bescherte uns eine Wanderung zum Dorf Batad, das ebenfalls mitten in den Reiseterrassen liegt. Wir mussten einen sehr steilen Weg hinunter laufen und wussten, dass es den gleichen Weg wieder zurück ging… Ich glaube, Alex hätte mich am liebsten ins Niemandsland verbannt. 😉 Nun, wir haben es auch noch geschafft! Der letzte Tag war Ruhetag, bevor es wieder mit dem Nachtbus zurück nach Manila ging. Das hiess konkret, unsere „Winterausrüstung“ montieren für die Fahrt. Der Bus war zügig unterwegs, er kam zwei Stunden vor der geplanten Ankunftszeit an, um 3 Uhr morgens. Um die Zeit bis zu unserem Weiterflug auf die Insel Palawan zu überbrücken, gingen wir in ein McDonalds und wärmten uns auf. Wie ihr sehen könnt, hat auch diese Restaurant-Kette ihre guten Seiten. Please, two McFire!

Thema Reis: Wenn man schon mitten im Reis war, dann gehört diesem Grundnahrungsmittel auch ein Thema. Die Kulturreispflanze kann bis zu 30 Halme ausbilden. Sie werden 50 bis 160 cm hoch und tragen je eine schmale überhängende Rispe, an der 80 bis 100 einblütige Ährchen (Reiskörner) sitzen können. Eine Pflanze kann damit fast 3000 Früchte tragen. Die Frucht besteht wie bei allen Getreiden aus Keimling, Mehlkörper, Aleuronschicht, Samenschale und Fruchtwand. Der Reis wird in verschiedenen Methoden angebaut: Trockenreis, Streusaatverfahren, Reisterrassen- und Nassreisanbau, wobei der letzt genannte 80% der Welternte ausmacht. Bei diesem Verfahren benötigt man für ein Kilogramm Reis zwischen 3000 und 5000 Liter Wasser! Übrigens wird in der Schweiz in der Magadinoebene der am nördlichsten angebaute Reis der Welt produziert. Der weltgrösste Reisproduzent ist China, vor Indien und Indonesien, die Philippinen folgen auf Platz 8. Für mehr als 50% der Weltbevölkerung ist der Reis das Grundnahrungsmittel, in Asien sind es rund 80%. E Guete, und übrigens, ins Curryreis gehören keine Früchte!

 

24. – 29. Januar: Am Morgen lief ich zur nahegelegenen Busstation, um den nächsten Bus zum Flughafen zu nehmen. Es waren somit meine letzten Stunden in Malaysia, ein für mich sehr schönes Land, das ich bereisen durfte. Kaum bei der Busstation angekommen regnete es bereits wieder, aber ich hatte ja Glück und kam noch vor dem Regen an. Ich buchte einen direkten Flug nach Manila mit Zest Air. Erst im Nachhinein habe ich die zum Teil vernichtenden Bewertungen über diese Airline gelesen… Aber alles hat bei mir prima geklappt. Die Landung war schon etwas hart, mich hat es fast aus dem Sitzgurt gerissen. In Manila kommt man bei einem der vier Terminals heraus und steht sozusagen auf der Strasse. Dann darf man ein Taxi nehmen. Etwas anderes existiert nicht, kein offizieller Bus, keine Bahn, einfach nur Taxis. Es stellt sich immer die Frage, um welchen Preis man als Ausländer wieder mal übers Ohr gehauen wird, wenn man in die Stadt fährt. Aber das gehört hier auf den Philippinen zur Tagesordnung! Ja, dann die Verkehrssituation in Manila… Mein Gott, Erinnerungen an Delhi kamen wieder auf. Da steht man einfach im Verkehr. Es waren eigentlich nur 15 Kilometer in mein Hostel, aber wir brauchten ca. 1 1/4 Std. Ich hauste mitten in einem guten Viertel, aber es wurde schon bald dunkel und so ging ich nicht allzu weit weg. Am nächsten Tag musste ich unbedingt Tickets für zwei Busfahrten kaufen und sonst noch ein paar Unklarheiten mit gebuchten Flügen klären. Dann blieb noch etwas Zeit, um die paar wenigen Sehenswürdigkeiten in Manila anzuschauen, wobei es auch schöne Sachen hat. Aber da tauchen wieder Strassenverkäufer auf, die einem ganz verschiedene Artikel andrehen wollen. So ein Gespräch hört sich etwa so an: Hello, möchtest du eine Uhr kaufen? Nein, Danke. Aber ich gebe dir einen guten Preis. Nein, meine Uhr funktioniert noch. Möchtest du ein iPhone kaufen? Nein, Danke, mein Handy funktioniert noch. Möchtest du ein iPad kaufen? Nein, Danke, mein iPad funktioniert noch. Viagra, Viagra! Nein, Danke, mein… Was hat er jetzt verkaufen wollen? No, thanks, it is still working… 🙂 Mit zwei Chinesen, die im gleichen Zimmer wie ich im Hostel übernachteten, bin ich am nächsten Tag noch ein paar Sachen anschauen gegangen, unter anderem den berühmten Sonnenuntergang über der Manila Bay. Es war wieder mal ein Bilderbuch-Sonnenuntergang, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Am nächsten Morgen dann wieder ein Taxi, um zur Busstation zu fahren. Wie gesagt, die Preise der Taxis variieren immer. So fuhr ich mit dem Bus nach Angeles City. Von dort aus wollte ich unbedingt den Mount Pinatubo besichtigen, ein Vulkan. Angeles City? Schon mal gehört? Dies ist eine ehemalige US-Militärbasis… Ich versuche in jedem Ort die positiven Sachen zu sehen, aber bei Angeles City muss ich eine Ausnahme machen. Wenn ihr Zugriff zum Internet und Zeit habt, diesen Ort zu googlen, dann macht das mal. Die Bilder sagen schon alles aus… Nicht weniger als 10’000 Prostituierte arbeiten dort, die Dunkelziffer ist um einiges höher. Nun könnt ihr euch vorstellen, was hier abgeht. Das Durchschnittsalter der (weissen) Männer liegt vermutlich zwischen 60 und 70 Jahren, die meisten laufen mit einem gemieteten „Bibeli“, kaum 20 Jahre alt, herum. Wenn man sich auf der Strasse aufhält, dann wird einem die Schwester, die Cousine, ja manchmal sogar die Mutter zur Miete angeboten. Es ist echt abstossend. Nun, gut, ich bin ja wegen dem Mt. Pinatubo hierher gekommen. So wollte ich gleich eine Tour dorthin buchen, alleine darf man da nicht rauf. Also, habe ich mal Geld eingepackt und den nächsten Kleinbus bestiegen. Beim Aussteigen lag mein Portmonnaie auf dem Sitz, erleichtert mit praktisch allen Noten, umgerechnet CHF 160! Nein, nicht schon wieder! In meiner Buchhaltung hat das Konto „Entwicklungshilfe“ das Budget bereits überschritten… Schlussendlich habe ich meinen Ausflug doch noch buchen können für am nächsten Tag. Um 5 Uhr morgens wurde ich bei meiner Unterkunft abgeholt. Auf dem Weg haben wir einen Amerikaner mit seinem Anhängsel aufgegabelt, sowie eine Barbesitzerin. Das Anhängsel hatte rote Hotpants und ein pinkes knappes Shirt an, die ideale Bekleidung, um einen Vulkan zu besteigen. Die Barbesitzerin war zur abgemachten Zeit noch nicht parat, vermutlich musste sie noch zuerst die gewohnte Arbeitsposition wechseln… 😉 Vor 7 Uhr muss man beim Eingang des Parks sein, nachher lassen sie keine Leute mehr rein. Es reichte gerade noch. Wir bestiegen einen Jeep, der uns durch ein Flussbett fuhr, ca. 1 1/4 Std. Da ist die philippinische Massage auch gleich inbegriffen! Danach liefen wir los. Kaum losgelaufen, wurde mir eine Cousine des Anhängels als Begleiterin angeboten, wenn wir dann wieder zurück in der Stadt sind. Ach was, die Cousine ist Fremden(ver)führerin, das ist ja wieder mal interessant! 🙂 Zurück zur Hauptsache, dem Mt. Pinatubo. Der Weg ist sehr schön zu laufen, und oben angekommen, erwartete uns eine atemberaubende Aussicht. Der Kratersee ist wirklich wunderschön, der Vulkan immer noch aktiv. Die letzte Eruption datiert im Jahre 1991, eine gewaltige Angelegenheit. Die Höhe des Berges verkürzte sich um knapp 300 m auf nun 1486 m. Damals kamen über 800 Leute ums Leben. Es wurden jedoch über 30’000 Personen im Gebiet evakuiert. Der Ausflug hat sich absolut gelohnt, auch wenn mir der Ausgangspunkt nicht gefallen hat. In Angeles City verbrachte ich noch eine Nacht länger, bevor ich wieder zurück nach Manila fuhr.

Thema Insel: Die Philippinen bilden ein richtiggehender Inselstaat mit 7107 Inseln. Was wird genau als Insel bezeichnet? Hier die Definition: Eine Insel ist eine in einem Meer oder Binnengewässer liegende, auch bei Flut über den Wasserspiegel hinausragende Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben, jedoch kein Kontinent ist. Deshalb ist nach Definition Australien keine Insel (für mich nicht wirklich logisch)! In Kanada beispielsweise wird eine Insel erst dann als Insel bezeichnet, wenn darauf ein Baum wächst. Auf der ganzen Welt gibt es 47 Inselstaaten. Flächenmässig ist der grösste Inselstaat Indonesien. Die Philippinen sind an fünfter Stelle. Der grösste Inselstaat in Europa ist Grossbritannien, gefolgt von Island und Irland. Die grössten Inseln der Welt: 1. Grönland mit 2,2 Mio. km2 (gehört zu Dänemark), 2. Papua-Neuguina mit 786’000 km2 und 3. Borneo mit 743’000 km2.

Philippinen

24. Januar – 13. Februar 2014

Manila – Luzon – Palawan – Bohol – Cebu

Hauptstadt: Manila

Bevölkerung: 92.4 Mio.

Fläche: 299.764 km²

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Malaysia

27. Dezember 2013 – 24. Januar 2014

17. – 23. Januar: Am Morgen musste ich in Penang noch schnell meine sieben Sachen packen, das bestellte Taxi wartete schon und die Besitzerin der Unterkunft war bereits mit dem Taxifahrer am Dealen für einen guten Preis zum Flughafen. Es gab noch schnell eine Last-Minute-Aktion, und so musste ich ein paar Ringgits (malaysische Währung) weniger für die Taxifahrt bezahlen. Der Flug nach Borneo war sehr angenehm und dauerte rund zwei Stunden. Eigentlich sollte ich hier eine Belgierin treffen, der ich bereits in Namibia über den Weg gelaufen bin, da sie auch für ein Jahr auf Weltreise ist und gerade zur gleichen Zeit in Borneo. Sie hat mir mitgeteilt, dass sie sich über alles erkundigt habe und ich nur aussuchen könne, welche Aktivitäten ich auf Borneo machen möchte. Einen Tag bevor ich ankam, schrieb sie mir, dass sie Borneo verlassen habe, da es die ganze Zeit nur geregnet habe. Nun, ich verübelte ihr das nicht, musste nun aber schnell selber organisieren, wie ich die nächsten Tage auf Borneo verbringen würde. Borneo ist eine echte Regenwald-Insel, übrigens die drittgrösste Insel der Welt. Der Süden gehört zu Indonesien, der Norden zu Malaysia, und dann gibt es ja noch den Mini-Staat Brunei. Die Schweiz hat dort eine Prinzessin, die mit dem Thronfolger von Brunei verheiratet ist, d.h. ihre Mutter ist Schweizerin. Dieser Mini-Staat ist Dank seiner Öl-Vorkommnisse ein sehr reiches Land, Steuern muss dort niemand bezahlen! Nun aber zurück nach Malaysia. Als ich in Kota Kinabalu, kurz KK genannt, ankam, war es sehr heiss und schwül, die Sonne schien. Wie heisst es doch so schön, wenn Engel reisen, dann… 😉 Als ich mein Zimmer im Hostel fand, lief mir der Schweiss nur so herunter. Ich musste mein – zugegebenerweise – viel zu schweres Gepäck vier Stockwerke hinaufschleppen. Im Zimmer war es mehr als 30° C warm. Und endlich wusste ich, warum alles dunkel war, praktisch kein Geschäft geöffnet, ja schon fast gespenstisch kam es einem vor. Im ganzen Staat Sabah war seit dem Morgen Stromausfall. Also nix mit Klimaanlage oder Ventilator, kein kühles Getränk und die letzten Eiswürfel hatten sich gerade in Wasser aufgelöst, sniff! Ich musste gleich wieder aus diesem Zimmer, dort hielt man es fast nicht aus. Also ging ich auf einen Erkundungswackel. Schliesslich wollte ich ja noch wissen, was ich alles machen konnte. In einem Reisebüro hat mir dann eine nette Dame viele Informationen gegeben, konnte jedoch nichts buchen wegen dem Stromausfall. Zu sehr später Stunde am Abend kam dann langsam der Strom wieder zurück, ein Strassenzug nach dem anderen, aber es dauerte. Ich glaube, die haben einfach alle Orang Utans zusammengetrommelt und auf ein Stromvelo gesessen und liessen diese trampeln! 🙂 Praktisch die ganze Nacht war ich wach, es war schlichtweg zu warm. Beim Schäfchen Nr. 5437 habe aber auch ich aufgegeben weiter zu zählen… 😉 Am nächsten Morgen bin ich zum Reisebüro zurückgegangen und habe zwei Ausflüge gebucht. Am gleichen Tag ging ich westwärts zum Garama-River, um eine Flussfahrt im Dschungel zu machen. Dort sahen wir ein paar Proboscis Affen, das sind diejenigen, die eine lange Nase haben (Nasenaffen). Als es dunkel wurde, sahen wir in gewissen Bäumen Glühwürmchen. Es sah fast aus als wäre es ein Weihnachtsbaum, der vor sich hin glimmert. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter. Ich ging auf ein sogenanntes Insel-Hüpfen. Vor KK liegen ein paar Inseln, und man kann von einer zur anderen per Boot fahren. Eine Wanderung auf der einen, die nächste auf einer anderen Insel und noch schnell im Meer schwimmen gehen. Am nächsten Tag fuhr ich in den Kinabalu Nationalpark. Und, diesmal musste auch ich erfahren, warum der Regenwald Regenwald heisst. Ich weiss nicht, was der liebe Gott seinen Engeln angetan hat, aber diese weinten in vollem Mass… Der Mount Kinabalu ist mit 4091 m der höchste Berg in Südostasien. Wenn nicht gerade Regenzeit ist, dann kann man diesen relativ locker erklimmen. Wir sahen jedoch nur Nebelschwaden… Dennoch war es interessant, wir besuchten den Botanischen Garten und ein Natur-Thermal-Bad. Wir bekamen auch die grösste Blüte der Pflanzenwelt der Erde zu sehen, die Rifflesie. Sie kann bis zu 1,5 m im Durchmesser gross werden und blüht nur während 7 Tagen, dann ist bereits Feierabend. Am nächsten Tag stand eine Stadtbesichtigung an. Es ist nicht übertrieben, aber an diesem Tag lief ich mehr als 20 km, etwas Fitness muss auch sein. Ich habe mir wieder mal Sachen ausgesucht, die jeweils am anderen Stadtende sind… Der Kalender zeigte mir an, dass es inzwischen der 22. Januar war. Zeit um etwas Nostalgie einzuziehen. So bestieg ich den Nostalgiezug, angeführt von einer Dampflokomotive. Ich dachte, dass man die schöne Landschaft an einem vorbei passieren lassen kann. Nun gut, die Landschaft war nicht besonderlich, es war mehr ein Zugerlebnis, dafür haben wir ein sehr feines Essen erhalten. Dann war ja noch der letzte Tag in Malaysia. Es regnete wieder einmal… Es hat mir jedoch nichts ausgemacht, so konnte ich ein paar administrative Sachen erledigen. Malaysia hat mir sehr gut gefallen, es ist sehr abwechslungsreich, die Leute sind nett, sprechen gut Englisch, alles ist organisiert, es läuft einfach. Malaysia hat übrigens eine Arbeitslosenquote von gerade mal 3,2 %, ein Traumwert. Nun wartet aber ein neues Land auf mich oder eher umgekehrt, morgen geht es weiter auf die Philippinen. Ich freue mich auf neue Erlebnisse.

Thema Regenwald: Wenn man schon sozusagen im Regenwald ist, dann möchte ich dieses Thema kurz etwas näher bringen. Der tropische Regenwald ist eine Vegetationsform, die nur in immerfeuchten tropischen Klimazonen anzutreffen sind, d.h. vor allem in der Nähe des Äquators. Deshalb ist die Tageslichtdauer auch sehr konstant, die Sonne schaut täglich etwa 12 Stunden vom Himmel. Am Morgen, wenn sich bei zunehmender Sonnenstrahlung Luft und Boden rasch erwärmen, steigt das verdunstende Regenwasser als feuchtwarme Luft nach oben und es häufen sich am Himmel dichte Wolken. Am Nachmittag und abends regnen diese Wolken aus. In den Regenzeiten sind die Niederschläge besonders intensiv. Die jährliche Niederschlagsmenge ist fünf Mal höher als bei uns in Mitteleuropa. Den Regenwald nehmen wir auch optisch mit der Flora zur Kenntnis. Dabei wird diese in verschiedenen Stockwerkbauten unterschieden, d.h. von Wurzelpflanzen bis zu den ganz hohen Bäumen gibt es verschiedene Höhenniveaus der Pflanzen. Der weltweit grösste Regenwald steht in Brasilien. Wenn wir nun alles abholzen, dann kann der Regen nirgends mehr aufgenommen werden, und wir wissen was dann passiert. Also, tragen wir Sorge zu unserer Umwelt, und noch etwas, bitte den Regenschirm nicht vergessen!

 

9. – 16. Januar: Ach ja, ich bin in einem muslimischen Land, übrigens das einzig offizielle auf meiner Weltreise, das habe ich beinahe vergessen. Leider war die Moschee gleich hinter meiner Unterkunft, und diesem Muhezzin (gebetsschreiender Priester) hätte ich am liebsten den Kopf umgedreht. Schon zum zweiten Mal in Folge wurde ich bereits vor sechs Uhr früh aus dem Tiefschlaf gerissen. Wer zum Teufel hört um diese Zeit diesem Joggel eigentlich zu? Vermutlich niemand, sonst müsste er die Gebete nicht über die Lautsprecher laufen lassen… 😉 Allah hier, Allah da, Allah überall, bei mir jedoch nicht. 🙁 Ausgiebig war das Gebet, mind. 20 Minuten, und das ist nicht einmal übertrieben. Gerne hätte ich als Streich das Hauptkabel zu den Lautsprechern beim Minarett ausgezogen! 😉 Wie wäre es, wenn in der heutigen Zeit der modernen Kommunikation für alle Anhänger eine What’s up-Gruppe gebildet würde? Das wäre doch für alle angenehmer. Aber eben, schliesslich bin ich Gast hier und ich habe mich den Gegebenheiten anzupassen, und es gibt weitaus schlimmeres… So machte ich mich auf den Weg zum Bus, der mich nach Ipoh fuhr. Ipoh? Was ist denn das für eine Stadt? Das ist wirklich eine no-name Stadt. Im Internet habe ich ein paar schöne Bilder gesehen, und so dachte ich, dass ich doch zwischen den Cameron Highlands und der Badeinsel Langkawi einen Zwischenstopp einlegen könnte. Reisenden, denen ich unterwegs begegnet bin, meinten, es sei wirklich keine spezielle Stadt, die könne ich locker links liegen lassen. Als ich dort ankam, besorgte ich bei der Touristeninformation eine Karte. Auf sehr nette Weise wurde ich mit Karten und Prospekten eingedeckt. Und so machte ich mich auf einen auf einem Stadtplan eingezeichneten Spaziergang. Erste Station war der Bahnhof, der hier schon fast liebevoll „Taj Mahal of Ipoh“ genannt wird. Nun gut, vom Taj Mahal ist dieser Bau ziemlich weit weg, aber ich finde es einen sehr schönen Bahnhof. Dank dieses Spaziergangs konnte ich viele schöne Bauten und Monumente anschauen. Also, mir hat Ipoh gut gefallen, schaut euch doch mal selber die Bilder an. Natürlich gehörten auch ein paar Tempel zum Programm, diesmal waren es vorwiegend buddhistische. Und zum ersten Mal seit ich unterwegs bin, habe ich meinen Regenschirm aufgespannt. Ich denke, das ist doch eine gute Schönwetterausbeute, wenn ich den Regenschirm bis anhin nicht gebraucht habe, oder?! Bei einem Tempel verkaufte mir eine Frau Grünfutter. Ich verstand, dass ich dieses vor dem Buddha als Hingabe, resp. Spende hinlegen sollte. Schliesslich muss ich doch schauen, dass das „Räntzli“ vom Buddha nicht kleiner wird… 🙂 Das war ein Missverständnis, der Buddha ist nicht etwa auf Diät, nein, das Grünfutter war für die Schildkröten gedacht, die hier schon fast heilig sind. Ach du grüne Sch…, die Frau und ich haben uns dann doch noch verstanden, und so durfte ich das Grünfutter den Schildkröten über den Zaun werfen. Es schien, als hätte es geschmeckt. Per Flugzeug bin ich nach zwei Tagen nach Langkawi geflogen. Diese Insel ist die beliebteste zum Baden in Malaysia und befindet sich ganz im Norden zur Grenze nach Thailand an der Westküste. Ich kam am späteren Nachmittag an, es war ziemlich wolkig. Mein Gefühl sagte mir, dass es wieder einmal einen schönen Sonnenuntergang geben könnte. Dies traf voll zu! Am nächsten Tag mietete ich mir einen Drahtesel! Dieses Gefährt verdient auch keinen anderen Namen. Es hatte nur einen Gang, und leider liess sich der Sattel nicht verstellen, er war zu tief. Nun gut, wegen diesen paar Kilometern machte ich dann auch kein Büro auf, schliesslich wollte ich einen Teil der Insel erkunden. So fuhr ich zum Langkawi Hill und zu Wasserfällen. Ich war weit und breit der einzige Velofahrer. Aber es war es wert. Da ich immer etwas am unternehmen bin, musste ich mich noch beinahe beeilen, um in meine Badehösli zu steigen um im Meer zu schwimmen, einfach herrlich! Das wäre ja tragisch, wenn ich nicht einmal zum schwimmen kommen würde! Am nächsten Morgen buchte ich eine Bootstour, Island Hopping hiess diese. Wir besuchten drei verschiedene Inseln, war ganz schön, wenn auch sehr touristisch. Die Leute hier in Malaysia sind sehr nett. Nicht das erste Mal kommt auf einmal ein „Müeti“ daher, und gibt mir Biscuits oder Schoggi und alle wollen wissen, woher denn dieser Exot kommt? Oh, very nice country, Switzerland! Und schon gibt’s die Zusatzportion Biscuits. Oder, zwischendurch fragen mich die Leute, ob sie ein Foto mit mir machen dürften. Klar doch… Der Kalender schrieb inzwischen den 14. Januar. Per Fähre fuhr ich südwärts auf die Insel Penang. Dort bezog ich ein sehr einfaches Zimmer in der ebenfalls unter UNESCO-Weltkulturerbe stehenden Stadt George Town. Die Stadt fand ich schön, es hat hat einmal mehr viele Tempel und was ich speziell fand, ist die sogenannte Street Art. Da werden an Häusern in der Altstadt Zeichnungen mit zum Teil richtigen Gegenständen vermischt. Es stehen ein paar Bilder dazu im Blog. Mit dem Bus und der Standseilbahn bin ich auf den höchsten Punkt von Penang gefahren, eine tolle Aussicht. Zudem besuchte ich den grössten buddhistischen Tempel in Südostasien. Dieser wird gerade für das chinesische Neujahr am 31.01./01.02. herausgeputzt und dekoriert. Am Folgetag machte ich im Nationalpark eine nicht allzu anspruchsvolle Wanderung zum Turtle Beach (Schildkröten Strand), jedoch waren weit und breit keine Schildkröten zu sehen. Na klar, die kommen vor allem nachts aufs Land… Das war dann auch mein letzter Tag auf dem westlichen Teil von Malaysia. Weiter geht es auf die Insel Borneo, die im Osten von Malaysia liegt, der Dschungel wartet.

Thema längste Brücken der Welt: Penang ist mit einer 13,5 km langen Brücke mit dem Festland Malaysias verbunden. Dies ist doch schon eine recht lange Brücke, aber bei weitem nicht die längste der Welt. Seit 2008 wird im Süden von Penang eine neue Brücke gebaut, die dann 23 km lang sein wird. Wo stehen die längsten Brücken über Wasser der Welt? Als Vergleich nehme ich die Öresundbrücke, die Kopenhagen mit Malmö verbindet. Sie ist 7,8 km lang. Europarekordhalter ist jedoch Portugal mit der Vasco da Gama-Brücke mit 17,2 km. Die Plätze drei und zwei weltweit halten die USA mit der Mancha Swamp Brücke, die 36,7 km lang ist, resp. dem Lake Pontchartrain Causeway mit 38,4 km. Weltrekord hält China, mit einer 42,5 km langen Meeresbrücke. Man stellt sich vor, man könnte darauf in einer Richtung einen Marathon laufen, inkl. Dusche…

 

3. – 8. Januar: Noch das letzte Mal für längere Zeit ein wirklich leckeres Morgenessen in einem 5*-Hotel und dann ging es für mich frühmorgens weiter in den Dschungel. Nach ungefähr 3 Stunden Busfahrt kamen wir am Rande des Dschungels an. Mit einem sehr einfachen Motorboot, mussten wir 69 km flussaufwärts fahren, um in das Dorf Kuala Tahan im National Park Taman Negara zu gelangen. Von dort wurden wir über das Programm instruiert, da ich gleich eine Tour gebucht habe. Gewohnt habe ich in einem Hostel, sehr einfach, aber zweckmässig. Die Tour bestand darin, am Abend einen Nachtspaziergang im Dschungel zu machen, am nächsten Tag über die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt zu laufen und auf einen Aussichtshügel hinauf zu kraxeln. Am Nachmittag war noch ein Besuch in einem einheimischen Dorf geplant. Der Nachspaziergang war spannend, man musste ja nie recht, was da so auf einem zukommen würde. So viele Tiere wie erwartet haben wir dann auch wieder nicht gesehen. Dennoch entdeckten wir ein paar Spinnen, giftige und weniger giftige, eine kleine Baumschlange (ungiftig), und natürlich ein paar Insekten, Käfer und Raupen. Begleitet wurde das Ganze akustisch von Grillen. Und dann hörten wir immer diese Schauermärchen über die Blutegel, die über einem herfallen. Auf jeden Fall sah ich keinen einzigen, oder ich war zu wenig attraktiv für sie… 😉 Die Vegetation im Dschungel ist schon sehr schön. Da ragen Gräser, Büsche und Bäume hervor, einfach herrlich. Die höchsten Bäume können bis über 60 Meter hoch werden, das ist schon imposant. Der Spaziergang über die längste Fussgänger-Hängebrücke hat mir gut gefallen. Wir konnten bis ca. 40 Meter über Boden von Baumkrone zu Baumkrone laufen. Leider war die Hälfte der Hängebrücke wegen Unterhaltungsarbeiten geschlossen, und somit war ich halt doch nicht auf der längsten Hängebrücke der Welt! Sobald man innerhalb des Regenwaldes ist, wird es naturbedingt sehr feucht und warm. Da ist die Gratis-Sauna auch gleich mit dabei. Der Ort Kuala Tahan ist doch sehr touristisch, und ich denke, deshalb sieht man hier auch nicht wirklich viele Tiere. Um ehrlich zu sein, hat es mir nichts ausgemacht, wenn es nicht zu viel gekrabbelt und gezischt hat. Die Vegetation war dennoch erlebnisreich. Am liebsten hätte ich Tarzan gespielt, überall hingen Lianen herunter. Da jedoch keine Jane in Aussicht war, liess ich es dann aber sein… 😉 Nach dem Dschungeltrip ging es mit dem Boot wieder aus dem Nationalpark hinaus, diesmal brauchten wir eine Stunde weniger, da wir mit der Flussströmung fahren konnten. Am Ende der Bootsfahrt bestieg ich einen Minibus, der mich ins Hochland brachte, zu den Teeplantagen in den Cameron Highlands. Es sah genau so aus wie in Indien, diese immergrünen Teebäume sind für mich auch eine Augenweide. Wie fast überall schaute ich, dass ich auf eine Tour mitgehen konnte. Da wird man erstens herumgeführt und zweitens erfährt man auch immer einiges über Land, Leute und Produktion. Unter anderem besichtigten wir eine Teeproduktionsfirma und machten eine Wanderung im Moosregenwald, eine feuchte Angelegenheit… Die Temperaturen waren natürlich auf 1500 – 1800 m.ü.M. spürbar kälter, aber für meinen Begriff sehr angenehm.

Thema Tee: Wenn man schon in den Teeplantagen ist, dann muss ich mich doch fast dieser Pflanze, resp. diesem Getränk annähern, schliesslich bin ich ja auch ein Teetrinker. Wie wird Tee hergestellt? Als erstes werden die obersten Blätter und Knospen der Teebäume geschnitten, je nach Qualität nur gerade die obersten Blätter, in der Regel die vier letzten. Geerntet wird übrigens das ganze Jahr, alle drei Wochen werden die Bäume, resp. die Blätter geschnitten. Für alle Tees gibt es den gleichen Strauch, resp. Baum. Der Unterschied der verschiedenen Tees liegt in der Herstellung. Für den klassischen Schwarztee gibt es fünf Prozesse. Als erstes werden die Blätter angetrocknet, so dass ca. 50 % der Flüssigkeit aus den Blättern heraustritt. Dies dauert ungefähr 12 Stunden, wird meistens über Nacht gemacht. Dies nennt man Welken. Dann werden die Blätter maschinell zwischen zwei Scheiben gerollt. Damit werden die Stengel entfernt und die Blätter setzen ätherische Öle frei. Beim dritten Prozess werden die Blätter, resp. die Masse nach Qualität sortiert. Da die Blätter ätherische Öle freisetzen, gibt es nun bei der vierten Station eine chemische Reaktion, die Fermentation. Da werden die ursprünglich grünen Blätter braun, bis dunkelbraun. Dies ist dann auch die Farbe des Schwarztees (warum eigentlich Schwarztee, ist doch braun…?, wird in Ostasien als roter Tee bezeichnet!). Beim letzten Prozess wird nun die ganze Masse getrocknet, abgefüllt und verkauft. Beim Grüntee verzichtet man gewollt auf die Fermentation, deshalb bleibt die Masse grün, und man hat Grüntee. Das ist eine Kurzfassung zur Herstellung von Tee. Nun kommt natürlich noch die Geschichte mit den Aromen sowie Früchte- und Kräutertees dazu… Ja, dann mal abwarten und Tee trinken!

 

27. Dezember 2013 – 2. Januar 2014: In Singapur bestieg ich am Morgen den Bus, das Ticket hatte ich bereits Tage zuvor gepostet. Vom Stadtzentrum brauchten wir etwa eine Stunde bis zur Grenze. Da ging die Post ab! Etwa im Minutentakt hält ein Bus nach dem anderen. Dann müssen natürlich alle Passagiere aussteigen, um den Ausreisestempel von Singapur in den Pass zu bekommen. Wer nun meint, in Singapur sei alles top-organisiert, der kann sich auch täuschen, auf jeden Fall, wenn es um die Ausreise geht. Fünf Viertelstunden mussten wir anstehen, bis wir den Stempel kriegten. Auf einmal wurden Erinnerungen aus Afrika wach, dort brauchte ich ja auch jeweils eine Ewigkeit, um in ein anderes Land zu gelangen. Nach Erhalt des Stempels steigt man wieder in den Bus und fährt auf die malaysische Seite, dauerte sage und schreibe rund 3/4 Stunden, da es ziemlich Verkehr hatte. Wenn man drüben ist, muss man sein Gepäck nehmen und bei der malaysischen Immigration anstehen. System? Was ist das genau? Etwa der neue Brotaufstrich von der Migros? 🙂 Auf jeden Fall kennt man das hier in Südostasien nicht wirklich. Zu hunderten, ja zu tausenden pro Tag strömen Einreisende in das Gebäude vom malaysischen Zoll, von links, rechts, hinten, vorne, einfach von überall kommen die Leute mit ihrem Gepäck, und das bei über 30° C und einer ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit. Aber irgendeinmal ist man auch dran, um einen Stempel im Pass reicher, und die blauen Zehen kriegt man auch umsonst, schliesslich muss man ja irgendwo hinstehen und sein Gepäck deponieren… Dann muss man seinen Bus wieder suchen, dieser muss umparkiert werden. Nach insgesamt über drei Stunden war ich in Malaysia! Dabei wurde mir dann mitgeteilt, dass der Bus nur 20 Minuten an der Grenze auf einem wartet, sonst fährt er weiter. Nun bei einem solchen Chaos spielt die Zeit auch nicht mehr so eine grosse Rolle, und der Bus wartete auf alle Passagiere. Nach etwa drei weiteren Stunden kam ich in Malacca an, meine erste Station in Malaysia. Diese Stadt steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Es hat einen wirklich schönen historischen Stadtkern, ansonsten ist diese Stadt nichts besonderes. Speziell sind die Rikschas dort, kitschiger könnten sie nicht sein. Jedes ist mit Teddys, Hello-Kitty-Katzen oder sonstigem Klimbim geschmückt, am Abend strahlen sie mit dem Stern von Bethlehem um die Wette, und jedes hat eine Riesen-Stereoanlage, wohl das teuerste an der Rikscha. Man hat das Gefühl die Rikschas kommen hüpfend daher, so laut wird die Musik abgespielt. Die fahren einem in der ganzen Stadt umher. Ich machte noch eine Flussfahrt, die war ganz nett, vor allem kann man auch am ganzen Ufer entlang schlendern. Die Besitzerin des einfachen Hotels, wo ich hauste, war sehr nett und fuhr mich am Morgen vom 30.12. zum Busbahnhof, wo ich in einen Bus nach Kuala Lumpur einstieg. Unterwegs gab es einen Knall, aber eher einen diskreten. Meine erste Reaktion war der Griff zu meinen Schuhbändeln, das kenne ich ja aus Südafrika. Nein, diesmal brauchte es meine Schuhbändel nicht, der Reifen war alle. So fuhren wir zur nächsten Tankstelle, die zum Glück nicht weit weg war. Auf einmal eine Diskussion, ich verstand nur KL (steht für Kuala Lumpur), da sich meine malaysischen Sprachkenntnisse in Grenzen hielten… Ich fragte nach, der Fahrer deutete auf einen anderen Bus, ich solle doch in diesen einsteigen, da dieser auch nach Kuala Lumpur fahre. Noch schnell mein Gepäck nehmen, rein in den nächsten Bus, und weiter ging’s. Auf einmal hielt der Bus irgendwo. Ich hatte keine Ahnung wo ich war. Ich ging dann mal in ein modernes Gebäude, es hatte auch ein paar Schienen etwas weiter entfernt. Bei der Info teilte man mir mit, dass ich nun mit dem Zug nach Kuala Lumpur fahren könne. Sir, hier noch eine Karte, wo Sie umsteigen müssen. Dankeschön, mache ich doch! Es dauerte rund eine halbe Stunde, dann war auch ich in KL. Vom Stadtzentrum noch in einen Monorailzug und schon war ich beim Hotel. Dort habe ich mit Michu abgemacht, der ja auch auf einer Weltreise ist. Ich freute mich wirklich, Michu wieder mal zu sehen. Da wir also zusammen über die Silvestertage waren, buchten wir ein Zimmer in einem 5*-Schuppen, man gönnt sich ja sonst nichts. In Asien sind die Preise auch entsprechend humaner, und so lag dies gerade noch im Budget… 😉 Wir konnten uns natürlich über unsere Erfahrungen austauschen und einfach die Zeit zusammen geniessen. Wir erkundeten die Stadt gemeinsam, am Silvester gingen wir zu den berühmten Petronas-Towers, wo es eine Riesen-Party mit Feuerwerk gab. Während mehr als drei Stunden wurde auch ein Wasserspiel organisiert, wirklich sehr beeindruckend. Es strömten immer mehr Leute auf das Gelände, mir war auf einmal nicht mehr so wohl. Ein Gedränge, ich hoffte einfach, dass hier keine Panik ausbrechen würde. Aber es geschah zum Glück nichts. Michu hatte leider mit den Tücken seines Magens zu kämpfen, weshalb er etwas auf Sparflamme war. Es tat mir wirklich Leid für ihn, aber eben, da kann man nichts machen. Nach vier Tagen war dieses Gastspiel bereits zu Ende, ich fuhr Richtung Dschungel, Michu reiste nach Australien weiter. Adieu, Michu bis in 9 Monaten wieder! Es war wirklich toll, einen Freund auf der Reise zu treffen.

Thema Öl: Malaysia ist bei uns nicht sehr bekannt. Was weiss man schon darüber? Diejenigen, die den Sport verfolgen, wissen, dass es jährlich ein Formel 1-Rennen in Malaysia gibt. Die grösste Öl- und Gas-Förderungsfirma heisst Petronas. Dies ist die Abkürzung von Petroliam National Berhad. Die Firma befindet sich in Staatsbesitz und gehört zu den 500 grössten Unternehmen der Welt. Die bauten auch die bekannten Petronas-Towers, die ihr auf meinen Bildern sehen könnt. Es liegt auf der Hand, dass der Hauptsitz sich dort befindet. Diese Firma war ja auch der erste Partner von unserem Formel 1-Team, dem Petronas-Sauber-Team, wenn ihr euch noch erinnern mögt, von 1997 bis 2009. Die Firma betreibt auch Tankstellen im Land, im Moment gegen 900. Ein Liter Benzin kostet hier gerade mal umgerechnet 60 Rappen… Von solchen Preisen können wir in Europa nur träumen.

Malaysia

27. Dezember 2013 – 24. Januar 2014

Melakka – Kuala Lumpur – Taman Negara – Cameron Highlands – Ipoh – Langkawi – Penang – Kota Kinabalu (Borneo)

Hauptstadt: Kuala Lumpur

Bevölkerung: 28.34 Mio.

Fläche: 329.758 km²

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Singapur

23. – 27. Dezember 2013

23. – 27. Dezember: Frühzeitig liess ich mich an den Flughafen von Delhi fahren. Man weiss ja nie, wie lange das ganze Prozedere dauert an den indischen Flughäfen. Diesmal war ich positiv überrascht, alles ging reibungslos, ausser dass ein paar Inder einmal mehr bei der Sicherheitskontrolle drängelten, von hinten einem non-stop in die Beine stiessen oder einfach zuvorderst bei der Warteschlange hinliefen. Nun gut, im indischen Wortschatz existiert das Wort Anstand gar nicht! Es ging sogleich weiter so. Im Flieger hat eine Dame etwa 5 Handgepäckstücke mitgenommen und diese überall in die Gepäckfächer verstaut und den Gang blockiert. Die nachfolgenden Passagiere fluchten und drängelten. Erst nach etwa 5 Minuten sah ich, dass ich in der gleichen Reihe sass wie diese Dame. Ja, und das war erst der Anfang. Sie meckerte die ganze Zeit herum, wollte schon was zum Trinken bevor wir in der Luft waren. Der Sitz war auch nicht recht, und sowieso war alles nicht in Ordnung. Wohlwissend, wir flogen Singapore Airlines, eine wirklich Top-Airline. Einmal in der Luft verteilten die Flight Attendants die bestellen Spezialmenüs. Und warum bekommt dann die Dame ihr Essen nicht auch schon jetzt und muss warten? Und endlich kam unsere Reihe dran. Ich bestellte ein internationales Menü. Die Flight Attendant verwechselte offenbar das Essen und gab mir ein indisches Lammgericht. Die meisten von euch wissen, dass ich kein Lammfleisch esse, weshalb ich mir erlaubte, der Flugbegleiterin die Mahlzeit zurück zu geben. Au weja, das hätte ich lieber sein lassen. Von der netten Damen wurde ich zusammengestaucht, was mir einfalle, das sei schliesslich ein indisches Essen und könne es wenigstens meinem Sitznachbar weitergeben. Freut mich, Madame, Sie kennen zu lernen… Was sie nicht wissen konnte, war, dass sie just in diesem Moment mit ihrer Aussage den berühmten Tropfen zu viel ins volle Fass goss, der dieses zum Überlaufen brachte. Ich bin ja wirklich ein friedliebender Mensch und schon gar nicht aggressiv, aber am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie ihre Morgenklatsche bereits erhalten habe. Ich wies sie dann mal zurecht, dass sie das erstens nichts angehe, zweitens der Gentlemen neben mir ein vegetarisches Essen bestellt hatte, und drittens, dass sie dieses Essen gerne haben könne, schliesslich sei dies ein indisches Essen. Offenbar haben meine Worte ihre Wirkung nicht verfehlt, auf einmal war Ruhe, Ruhe während dem ganzen Flug, welche Wohltat! Sie ass übrigens ihre in Alufolie eingepackten und selber mitgebrachten Sandwichs… Es gibt übrigens ein Föteli, das diese Situation symbolisch nicht besser beschreiben könnte… 😉 In Singapur fuhr ich zu meinem gebuchten Hostel, das ziemlich zentral lag. Am nächsten Morgen machte ich erst einmal eine Stadtrundfahrt, um mich ein wenig zu orientieren. Die Wetterprognosen waren nicht umwerfend, Regenwolken irrten umher. So entschloss ich mich, in den empfohlenen botanischen Garten zu gehen, wo es auch den weltgrössten Orchideen-Garten zu bestaunen gab. Auf den Bildern könnt ihr gerne die schönen Orchideen anschauen. Singapur ist eine echte Weltstadt, und welch Unterschied zu Indien! Die Stadt gefiel mir sehr gut, wobei sie noch schöner wird, sobald Dunkelheit einbricht, wie ihr auf den Fotos erkennen könnt. Und ich konnte mich frei bewegen wie ein Vogel, wie herrlich. Am nächsten Morgen ging ich aufs Riesenrad, um die Stadt von oben zu besichtigen. Beim Anstehen schupste mich jemand von hinten ein paar Mal ins Bein. Als ich mich umdrehte, stand eine in einen Sari gewickelte Frau…, nice to meet you Madam… 😉 Am Abend gibt es bei der Marina Bay eine Laser-Show, bei den sogenannten Supertrees eine Licht- und Musikshow, alles umsonst. Das liess ich mir nicht nehmen, es lohnte sich. Am dritten Tag in Singapur ging ich auf die Insel Sentosa. Dies ist eine Vergnügungsinsel. Für jeden wird etwas geboten, vom Aquapark, über die Universalstudios, Casino, Musical bis hin zu echten Badestränden, alles ist vorhanden. So kann man ohne weiteres seine freie Zeit dort verbringen so lange man will. Ach ja, es war noch Weihnachten, das habe ich beinahe vergessen. Um ehrlich zu sein, kam bei mir nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Dennoch habe ich an alle euch gedacht. Um noch etwas näher bei euch zu sein, ging ich ins Marché (Schweizer Restaurantkette) – möget mir dies verzeihen – und ass eine wirklich feine Rösti mit Spiegelei. Ich habe auch verschiedene Weihnachtsbäume bildlich eingefangen. Die Besitzerin des Hostels sagte mir bei Ankunft, dass wenn es regnet, man einfach ins nächste Shoppingcenter gehen soll… Singapur ist ein einziges Shoppingparadies. Das ist wirklich unglaublich, da steht ein Einkaufszentrum nach dem anderen. Mein Shopping beschränkte sich aufs Eye-Shopping… Und schon bald verliess ich diesen Insel- und Stadtstaat Richtung Malaysia.

Thema Strafe in Singapur: Wie ihr alle wisst, hat Singapur den Ruf der saubersten und ordentlichsten Stadt der Welt. Aber wie sieht es aus, wenn man dagegen verstösst? Vandalismus und Graffiti können Geldstrafen sowie auch Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben. Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 verboten. Die Einfuhr von Kaugummi ist verboten, ausgenommen solcher zum medizinischen Gebrauch. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Weitere Beispiele gefällig? Bitte schön: Singapur ist das einzige Land der Welt, in das Zigaretten nicht duty free eingeführt werden dürfen. Die Geldstrafe für die Einfuhr einer Stange Zigaretten beträgt das zehnfache des Preises innerhalb Singapurs (derzeit 110 SGD, folglich 1100 SGD, also rund 800 CHF). Selbst wenn man eine angebrochene Schachtel mit sich trägt, darf diese maximal 17 Zigaretten beinhalten. Nun, kümmert mich persönlich nicht gross, da ich ja Nichtraucher bin… 🙂 Oder, hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen (z. B. mit einer neonleuchtenden Weste und der Aufschrift „ORDER FOR corrective work“ den Strand säubern) werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen. Wer nach Singapur reist, hat gefälligst zu parieren!

 

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