USA

1. – 22. Juli 2014

8. – 13. Juli 2014: Unsere „Zelte“ schlugen wir im Ort Mexican Hat auf, den Namen bekam dieser Ort wegen einer Steinskulptur, die wie ein mexikanischer Hut aussieht. Das Bett war weit weniger gefährlich als noch bei Jim. Dort brauchte ich als Bonsai fast ein Trampolin, um ins Bett steigen zu können, so hoch war es. 🙂 Und wenn man aus dem Bett fiel, dann hätte man glatt das Genick brechen können. Mexican Hat ist ein Kaff sondergleichen, ausgestattet mit einer Tankstelle und etwa vier Motels. Dort laufen gewisse Leute mit einer Knarre im Halfter herum, das sieht schon komisch aus, aber schliesslich befinden wir uns ja im wilden Westen. Old Shatterhand und Winnetou können also auch nicht mehr weit weg sein, so kommt es einem auf jeden Fall vor, wenn man durch diese Gegend fährt. Als Spezialität zum Essen gibt es „swinging Steaks“, also schwingende Steaks über dem Grill. Es schmeckte vorzüglich, also nur das Steak, die frisch gewärmten Bohnen aus der Büchse eher weniger. Wir fuhren immer noch weiter ostwärts, es warteten die nächsten Nationalparks auf uns. Namentlich war dies der Arches NP, ein sehr schöner Park, wo die Natur Bogen und Brücken in das Gestein schmiedete. Der nächste Park war der Goblin State Park. Der gefiel mir ganz gut, mal komplett was anderes. Die Stein- und Erdformationen sahen aus, als wären wir bei den Schlümpfen zu Besuch, so wie Pilzhäuser. Weiter ging es zum Capital Reef NP, der mir ein wenig wie eine Zusammenfassung der bereits besuchten Parks vorkam. Nun fuhren wir wieder Richtung Westen. Der nächste Höhepunkt stand vor uns, der Bryce Canyon NP. Oh je, aber der liebe Gott trank am Morgen viel zu viel Kaffee, und so musste er den ganzen Nachmittag Wasser lassen. Es regnete und regnete, der liebe Gott spielte zwischendurch auch auf der Kegelbahn, denn es donnerte und blitzte um uns herum. Am nächsten Morgen lachte aber die Sonne wieder, und so fuhren wir nochmals schnell in den Bryce Canyon, um doch noch ein Foto mit den prachtvollen Farben des Canyons abzudrücken. Beeilung bitte, wir sind mit Hurry up Travel unterwegs, der Zion NP wartet auf uns. Der wird ja als Geheimtipp gehandelt. Nun gut, er ist schön, da gibt es nichts zu rütteln, aber ich fand die anderen Parks schöner. Oder war ich bereits allzu sehr verwöhnt worden mit den anderen Parks? Wir liessen es uns nicht nehmen, an den meisten Orten eine Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Es war zum Teil sehr heiss, so um die 40° C. Der letzte Park vor Las Vegas war das Valley of Fire, natürlich auch sehr sehenswert. Dort konnten wir mal mitfühlen wie es einer Bratwurst geht, wenn sie auf den Grill gelegt wird. Nein, in meinem nächsten Leben will ich keine Bratwurst sein, viel zu heiss… Dann fuhren wir also auf den weltberühmten Strip von Las Vegas ein, und wir gewannen wieder eine Stunde Zeit, die es zwischen den Bundesstaaten Utah und Nevada gibt. Ja, diese Stadt ist schon etwas besonderes, da glitzert und leuchtet es, was das Zeug hält und das 24 Stunden lang. Kleopatra zwinkerte mit ihren Augen, wir liessen uns blenden und stiegen im Caeser’s Palace ab. Das ist eines von vielen Themenhotels in dieser Stadt der unbeschränkten Möglichkeiten, dort geht es um das römische Reich. Dieses Hotel hat gerade mal 3’960 Zimmer, ist noch nichts neben den 7’128 Zimmern im Venetian Hotel gleich um die Ecke, übrigens das grösste Hotel der Welt. Jedes Hotel hat zudem ein Casino im Erdgeschoss, da klimpert es 24 Stunden. Show hier, Show da, Show überall. Wir gingen ins Monte Carlo Hotel und sahen uns die Blue Man Group an, eine fantastische Show, wenn man Spezialeffekte mag. Das Shoppen durfte natürlich auch nicht fehlen. Butler, ja bitte, hier ist eine Tasche zum Tragen, und hier auch noch eine, und gleich kommt die nächste. Butler, hallo Butler… Wie bitte? Träumen darf man ja, der Butler bin in der Realität ich und musste natürlich die Taschen selber tragen… 😉 Ach ja, dann stand noch eine Mission auf der Traktandenliste, nämlich den Jackpot im Casino knacken. So gingen Patrick und ich an einen elektronischen Roulettetisch, nachdem wir an den einarmigen Banditen keinen Erfolg verbuchen konnten. Der Automat frass unsere Dollarnoten ganz gierig. Wir entwickelten eine Strategie, setzten immer auf die zwei gleichen Zahlen, die geraden und ungeraden Zahlen, dann wieder auf rot oder schwarz. Aber unser Einsatz schwand und schwand bis auf 2 Dollar von Patrick. Der Mindesteinsatz war jedoch 3 Dollar, Patrick zahlte den einen Dollar drauf und buchte alles auf eine bisher gesetzte Zahl, welche jedoch ein Geheimnis bleibt. Und der Herrgott stellte sein Hörgerät auf volle Lautstärke, denn er erhörte uns und siehe da, er warf die Kugel auf die berüchtigte Zahl, Volltreffer! Patrick liess sich den gesamten Gewinn gleich per Coupon auszahlen. Nun gut, ich hatte noch 10 Dollar in der Hosentasche, steckte diese in den Automaten und spielte weiter, oder meinte es zumindest. Da kam die andere Zahl, auf die wir jeweils tippten, aber offenbar hatte ich entweder nicht rechtzeitig oder stark genug auf die andere Zahl gedrückt. Somit kein Gewinn, vorerst. Dann entschied ich mich auf eine andere Zahl zu tippen. Nun hatte der Herr im Himmel auch mit mir Mitleid und liess die Kugel auf meine Zahl fallen. Jupi! Auch ich liess mir den Gewinn gleich per Coupon auszahlen. Schlussendlich schaute für mich eine schwarze Null raus, besser als ein Verlust. Am Abend gingen wir etwas Essen und Trinken. Ich nahm einen Eistee, der jedoch in den USA normalerweise nicht gesüsst ist. Eine sehr nette Serviererin fragte mich, ob ich Zucker haben möchte. Ja gerne. Nun gut, ich weiss nicht, ob sie eventuell dachte, dass ich bereits dritte Zähne hätte, welche nicht mehr so gut hafteten. Lieber mit Zucker alles anheften als mit Kukident, war das Motto. Sie brachte mir sage und schreibe 13 Zuckerbeutelchen an den Tisch. Schon nur beim Anschauen des Zuckers fielen mir fast die Füllungen aus den Zähnen, au weja. Den Beweis des Zuckers könnt ihr auf einem Foto im Blog sehen. Es leben meine Beisserchen! 😉

Thema Nationalparks in den Vereinigten Staaten: In den USA gibt es 59 offizielle Nationalparks, welche zusammen eine Gesamtfläche von 210’000 km2 haben. Der mit Abstand meist besuchte Nationalpark ist der Great-Smoky-Mountains-Nationalpark im Grenzgebiet von North Carolina und Tennessee mit über 9,2 Mio. Besuchern pro Jahr. Zum Vergleich hier zwei andere bekannte Nationalparks: Grand Canyon in Arizona mit 4,2 Mio. Besuchern oder der Everglades-Nationalpark in Florida mit einer Besucherzahl von 1,2 Mio. Der am wenigsten besuchte Nationalpark ist der Nationalpark von Amerikanisch-Samoa im Pazifik mit nicht einmal 2’000 Besuchern pro Jahr. Flächenmässig der grösste Nationalpark ist der Wrangell-St. Elias-Nationalpark in Alaska mit 44’313 km2, also etwas grösser als die Schweiz. Der kleinste ist der Hot-Springs-Nationalpark in Arkansas mit gerade mal 20 km2. Als Vergleich hier noch der Schweizer Nationalpark in Graubünden: Dieser ist 170 km2 gross, feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag und ist übrigens auch sehr empfehlenswert zum Besuchen.

 

30. Juni – 7. Juli 2014: Von Tahiti flog ich nun das letzte Mal nach Neuseeland. Inzwischen war es das vierte Mal, dass ich in das Land der Kiwis einreisen durfte. Schon fast wichtiger als mein Pass bei der Einreise waren wie immer meine Trekkingschuhe, welche den Test einmal mehr mit Bravur bestanden. Auch diesmal verlor ich wegen der Datumsgrenze einen Tag und kam sehr spät in Auckland an. Am nächsten Tag hatte ich noch einen halben Tag zur Verfügung, um in der grössten Stadt Neuseelands herum zu irren. Es ist ja schon fast unglaublich, aber ich traf doch mitten in der Stadt einen Neuseeländer, dem ich bereits in der Unterkunft in Neukaledonien über den Weg lief. Das war ja wirklich Zufall. Gegen den späteren Nachmittag fuhr ich zum Flughafen, wo ich nochmals ein Merino-T-Shirt kaufte in dem Laden, wo bereits vor drei Wochen die japanische Verkäuferin alles über die Schweiz wissen wollte. Sie war diesmal nicht da, aber offenbar hat sie ihren Arbeitskolleginnen von mir erzählt. Oh, you are the Swiss, who travels around the world?! Yes… Oh, so nice to meet you! Ach mein Gott, es ist mir dann jeweils nicht so recht, wenn ich bereits bekannt bin, aber eben… Ich musste oder durfte meine Story von A bis Z nochmals erzählen, bevor ich den pumpenvollen Flieger nach L.A. bestieg. Somit liess ich Ozeanien hinter mir, und ein neuer Kontinent wartete auf mich, Amerika!! Warten ist das nächste Stichwort. An der US-Immigration braucht es wirklich Geduld. Ein Mädchen vor mir musste sich doch gleich übergeben, welcher Empfang. Nachdem der Zollbeamte die obligaten Fragen stellte und meine Fingerabdrücke scannte, musste ich mal mein Gepäck suchen. Es kam mir fast vor wie an Ostern, aber den Hasen habe ich auch noch gefunden. Nach über zwei Stunden stand ich also am Flughafen von L.A. Ein waghalsiger und mutiger junger Mann beschloss, mit mir zusammen die nächsten fünf Wochen herumzureisen. Es war und ist natürlich immer noch Patrick, mein Nachbar aus Biel. Meine Mutter nennt uns die Jungs vom 5. Stock! Ich freute mich, dass ich für die nächste Zeit einen „Reise-Kumpel“ haben werde. Waghalsig und mutig? Nun ja, offenbar hat Patrick noch nichts von „Hurry up Travel by Raymond“ gehört, zum Glück… 🙂 Ich habe diesen Titel von anderen Leuten erhalten, welche bereits einmal mit mir unterwegs waren. Programm vom Morgen bis Abend, Pause ja, nur für Notfälle und um wieder zu Kräften zu kommen! Eine gute Kollegin hat mir nach gemeinsamen Ferien mal gefragt, ob sie nun die Rekrutenschule bestanden habe. Inzwischen ist sie zum Leutnant befördert worden… 😉 Ich wartete am entsprechenden Terminal auf Patrick, verpasste ihn jedoch prompt in der Menge der Leute. Aber wozu hat man heute Handys? Eben für solche Fälle. Schnell buchten wir einen Shuttle-Van, der uns in unsere Unterkunft brachte, nach Hollywood. Ja, klar, wir wollten ja schliesslich herausfinden, wo es dann mal unser Stern auf dem Walk of Fame zu bestaunen gibt. 🙂 Wir besuchten die Hauptsehenwürdigkeiten von L.A., Hollywood, Santa Monica und Venice Beach sowie die Universal-Studios, bevor wir unser Mietauto in Empfang nahmen. Die meisten Leute wissen es bereits, in den USA geht ohne Auto gar nichts. Patrick und ich tüftelten eine West-USA-Reise aus, die viele National Parks beinhaltete. Der erste Nationalpark war der Joshua NP. Den Namen hat dieser von den sich dort einmalig befindenden Joshua-Bäumen erhalten. Weiter ging es am 4. Juli nach Lake Havasu City, vorher noch nie gehört. Das Datum erwähne ich, weil es dem amerikanischen Nationalfeiertag entspricht. Nichts ahnend gingen wir am Abend auf eine kleine Spritzfahrt an den Lake Havasu. Wir wussten von Nichts, dass dort die Post abging. Ein solches Bild hatte ich in meinem Leben noch nie gesehen. Da ist ein Fluss, die Ufer bestehend aus Sandbänken, und dann reiht sich ein Boot nach dem andern, jedes Boot mit Musikboxen ausgestattet, aus denen die verschiedensten Musikrichtungen tönten, mal leise, mal laut, mal noch lauter. Die Stimmung war ausgelassen, viele badeten noch im Fluss und See. Nicht wenige Frauen und Männer trugen ein USA-Bikini, resp. USA-Shorts. Aber auch ein Nationalfeiertag geht mal zu Ende. Am nächsten Tag stand ein Highlight auf dem Programm, der Grand Canyon. Er ist schlichtweg DER Nationalpark in den USA. Ob es auch der schönste ist, das lasse ich offen, schliesslich ist es Geschmacksache. Schaut doch einfach die Fotos im Blog an, ihr könnt euch selber ein Bild von den Nationalparks machen. Er war für mich sehr beeindruckend, vor allem die Grösse des Parks bleibt mir in Erinnerung. Es folgte der Antelope Reserve Park und das Monument Valley. Mein Fotoapparat lief auf Hochtouren im Antelope Reserve Park, diese Farben, einfach WOW! Eine Story bleibt noch. In Page übernachteten wir in einem Bed & Breakfast, die Inhaber hiessen Jim und Verda Geiger. Diese Unterkunft ist berühmt für das Morgenessen, resp. die Pancakes, die Jim jeden Morgen zubereitet. Sie sind einfach gut, so oder so, schliesslich wird dies auch mindestens 10 Mal erwähnt, wenn man eintrifft. Die Unterkunft ist auch bekannt dafür, dass dort sehr familiäres Ambiente herrscht. Als wir ankamen, empfing uns Jim, der uns mit Infos a go-go zudeckte. Es war, als hätten wir Radio USA West angestellt, das lief und lief. Unsere Köpfe wurden immer breiter und breiter, und ich hatte schon Bedenken, dass wir gar nicht aus dem Haus kommen würden. Wir brachten auch ausländische Münzen mit, die Jim sammelt, und wir befolgten den Anfahrtsweg, den er uns noch per Email zugestellt hatte. Wir seien „good teens“, meinte er. Er zeigte uns Fotoalben von all seinen Gästen, von denen er jeweils ein Foto macht. Ja, und wir könnten noch Ausflüge bei ihm buchen und wir sollten doch ins beste Restaurant Essen gehen, das aber heute geschlossen sei und dann sollten wir noch dieses und jenes anschauen gehen, und ach ja, die Prospekte seien eigentlich kostenpflichtig, obwohl es gratis darauf stand, und wir sollten dann unbedingt… Ja, und nun müssen wir gehen, lieber Jim, „Hurry up Travel“ muss schliesslich auch seinen Verpflichtungen nachkommen… 😉 Und endlich konnten wir auf eine andere Radiofrequenz umschalten!

Thema Bundesstaaten in den USA: Wie viele Bundesstaaten gibt es nun wirklich in den USA? Sind es immer noch 50, oder doch 51 oder 52? Hier die Auflösung: Offiziell gibt es immer noch 50 Bundesstaaten in den USA. Mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776 von Grossbritannien bildeten sich die ersten 13 Bundesstaaten. Die letzten Bundesstaaten, welche von den USA aufgenommen wurden, waren Hawaii und Alaska im Jahre 1959. Keine Bundesstaaten sind Washington D.C. und Puerto Rico, welche jedoch als aussichtsreiche Kandidaten für einen Bundesstaat gelten. Der mit Abstand grösste Bundesstaat auf die Fläche bezogen ist Alaska mit 1,72 Mio. km2, der kleinste ist Rhode Island mit 4002 km2. Falls es Washington D.C. einmal schaffen wird, wird dann dieser Bundesstaat der kleinste sein, mit gerade mal 177 km2. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat ist Kalifornien mit knapp 38 Mio. Einwohnern, gefolgt von Texas und New York. Am wenigsten Leute leben in Wyoming mit nicht einmal 600’000 Einwohnern. Jeder Bundesstaat ist auf der Flagge der USA mit einem weissen Stern auf blauem Hintergrund vertreten. Die Flagge besteht zudem aus 7 roten und 6 weissen Streifen, welche zusammen die 13 Gründer-Bundesstaaten repräsentieren. Die Flagge wird auch Stars and Stripes genannt (Sterne und Streifen), offiziell heisst sie The Star-Spangled Banner (Sternenbanner).