Neuseeland / Auckland

6./7., 14., 23., 30. Juni 2014

 

5. – 8. Juni: Nach fast drei Monaten gesundheitsbedingter Zwangspause in der Schweiz war es endlich so weit, ich konnte die Weiterreise meiner Weltreise in Angriff nehmen. Meine Geduld hing wirklich nur noch an einem seidenen Faden. Aber eben, die Gesundheit geht schliesslich vor. Auch wenn ich mich sehr freute über den Weiterflug, so brauchte es – das muss ich an dieser Stelle zugeben – eine gewisse Überwindung. Schliesslich begleitet mich trotz allem eine gewisse Unsicherheit wegen meiner Gesundheit. Es tönt vielleicht für gewisse etwas komisch, aber es ist, wie es ist. So durfte ich die grösste Passagiermaschine der Welt, ein Airbus A380 der Singapore Airlines in Zürich besteigen. Wow, ist das ein Gefühl, wenn man da drinsitzt. Man merkt fast nicht, wenn dieser Riesenvogel abhebt. Nach über 12 Stunden landete ich in Singapur, dann durch den Transit und gleich weiter nach Auckland, ein fast 10 Stunden Flug. Müde, aber total happy landete ich bei den Kiwis. Ich wurde bereits gewarnt, dass dann die Einreise in Neuseeland nicht die einfachste ist. Ja, das kann man wohl sagen. Fast eine Stunde musste ich anstehen, bis ich die Immigration überschreiten konnte. Das ist noch die einfachere Sache. Oh mein Gott, ich sehe offenbar wirklich anders als im Pass aus. Schon wieder musste ich mich rechtfertigen, wieso ich jetzt meine Haare doch anders trage als noch im Pass. Und ja, auch ich bin etwas in die Jahre gekommen, wenn auch ich den Eindruck habe, dass ich erst in den letzten drei Monaten um Jahre älter geworden bin. Es geht weiter mit dem Gepäck. Kommt ja nicht auf die Idee, irgend etwas zum Essen nach Neuseeland oder ein Staubkorn zu importieren. Da muss man alles angeben. So musste ich auch meine Trekkingschuhe deklarieren, schliesslich könnte es Dreck an den Schuhen haben. Diese musste ich auch auspacken und zeigen. „Good boy, that’s very good“ brummelte der Zollbeamte, als ich ihm meine saubere Sohle zeigte. Ich konnte alles wieder einpacken, und nach einem weiteren Röntgen meines Gepäcks (zahlt das eigentlich auch die Krankenkasse?) 🙂 war auch ich definitiv in Neuseeland. Ach, du grüne Sch…, dieses Prozedere muss ich in den nächsten drei Wochen sage und schreibe vier Mal über mich ergehen lassen, da ich bei meinem Südsee-Inselhüpfen immer wieder über Neuseeland fliegen muss, mit jeweils einer Übernachtung in Auckland. Inzwischen schrieben die Geschichtsbücher mit der Zeitverschiebung bereits der 7. Juni, es war kurz nach Mitternacht. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich eine Lücke in meinem Leben habe, obwohl ich doch kein Flash in meinem „Grind“ hatte… So wartete ich auf den nächsten Bus, der mich ins Stadtzentrum von Auckland brachte. Mitten in der Nacht suchte ich das YMCA-Hostel auf. Eigentlich war es bereits geschlossen, aber ich klärte dies bereits im Vorfeld ab, dass dann der Security-Man mir die nötigen Schlüssel übergab. Das klappte vorzüglich. Sie meinten es sehr gut mit mir. Anstelle eines Mehrbettzimmers machten sie ein Upgrade in ein Einzelzimmer, wie herrlich. Der nächste Tag bestand aus Sightseeing der grössten Stadt Neuseelands. Es ist aber nicht die Hauptstadt… Per Schiff ging ich hinüber auf die Nordseite der Stadt, von wo man eine sehr schöne Sicht auf die Skyline geniessen kann. Noch schnell auf den einen „Hoger“, dann noch auf einen zweiten. Es fühlte sich wunderbar an, ich hatte den Eindruck, dass ich wieder an frühere Zeiten meiner Weltreise anknüpfen konnte. Vergessen ist die Zeit in China, wo ich nicht einmal mehr wusste, wie ich sitzen oder laufen sollte vor Schmerzen! Mein Auspuff funktioniert wieder, der Katalisator spuckt zwischendurch noch… Hauptsache, der Abgastest ist bestanden! 😉 Am darauffolgenden Tag bestieg ich den Bus Richtung Flughafen. Es wartete meine erste Südsee-Insel auf mich, Neukaledonien, vive la France avec ses départements d’Outre-mer…

Thema Flaggen: Wenn man nach Neuseeland oder Australien reist, sieht man die Nationalflaggen im Winde wehen. Aber, wo liegt genau der Unterschied der beiden Flaggen, die sich doch sehr ähnlich sehen? Die Flaggen lassen sich in zwei (Neuseeland), resp. drei (Australien) Bereiche, die sich auf dunkelblauem Hintergrund befinden, unterteilen: Der Union Jack, die Flagge der ehemaligen Kolonialmacht Grossbritannien, befindet sich in der vorderen oberen Ecke der beiden Flaggen. Die Benutzung des Union Jack symbolisiert die Verbundenheit zum Vereinigten Königreich und die Mitgliedschaft Neuseelands und Australiens im Commonwealth of Nations. Auf der rechten Seite der Flagge Neuseelands befinden sich auf blauem Grund vier fünfzackige und von einer jeweils 1 cm starken weissen Einfassung umrahmte rote Sterne. Diese stellen das Sternbild Kreuz des Südens dar, das Neuseelands Lage auf der Südhalbkugel zum Ausdruck bringen soll. Bei der Flagge von Australien steht links, unter dem Union Jack, ein grosser weisser, siebenstrahliger Stern, der Commonwealth Star genannt wird. Sechs Strahlen stehen für die ursprünglich sechs Bundesstaaten Australiens, der siebte für die Territorien. Die rechte Hälfte der Flagge zeigt eine Anordnung von fünf weiteren weissen, unterschiedlich grossen Sternen, die das Sternbild das Kreuz des Südens repräsentieren. Einer davon ist fünfstrahlig, die übrigen vier siebenstrahlig. Alles klar? Man merke: Der grosse Unterschied liegt darin, dass die Neuseeländer nur vier rote Sterne benötigen, um das Sternbild Kreuz des Südens darzustellen, die Australier hingegen benötigen deren fünf weisse. Wer noch weitere Flaggen mit dem Union Jack und/oder Sternen im Internet nachschauen möchte, kann das selbstverständlich tun. Zu empfehlen sind Cook-Inseln, Tuvalu oder Salomonen. Wenn ich wieder zurück in der Schweiz sein werde, gibt es dann einen Test!