8. – 30. Juni 2014
Neukaledonien – Cook Islands – Tahiti
8. – 30. Juni 2014
Neukaledonien – Cook Islands – Tahiti
6./7., 14., 23., 30. Juni 2014
5. – 8. Juni: Nach fast drei Monaten gesundheitsbedingter Zwangspause in der Schweiz war es endlich so weit, ich konnte die Weiterreise meiner Weltreise in Angriff nehmen. Meine Geduld hing wirklich nur noch an einem seidenen Faden. Aber eben, die Gesundheit geht schliesslich vor. Auch wenn ich mich sehr freute über den Weiterflug, so brauchte es – das muss ich an dieser Stelle zugeben – eine gewisse Überwindung. Schliesslich begleitet mich trotz allem eine gewisse Unsicherheit wegen meiner Gesundheit. Es tönt vielleicht für gewisse etwas komisch, aber es ist, wie es ist. So durfte ich die grösste Passagiermaschine der Welt, ein Airbus A380 der Singapore Airlines in Zürich besteigen. Wow, ist das ein Gefühl, wenn man da drinsitzt. Man merkt fast nicht, wenn dieser Riesenvogel abhebt. Nach über 12 Stunden landete ich in Singapur, dann durch den Transit und gleich weiter nach Auckland, ein fast 10 Stunden Flug. Müde, aber total happy landete ich bei den Kiwis. Ich wurde bereits gewarnt, dass dann die Einreise in Neuseeland nicht die einfachste ist. Ja, das kann man wohl sagen. Fast eine Stunde musste ich anstehen, bis ich die Immigration überschreiten konnte. Das ist noch die einfachere Sache. Oh mein Gott, ich sehe offenbar wirklich anders als im Pass aus. Schon wieder musste ich mich rechtfertigen, wieso ich jetzt meine Haare doch anders trage als noch im Pass. Und ja, auch ich bin etwas in die Jahre gekommen, wenn auch ich den Eindruck habe, dass ich erst in den letzten drei Monaten um Jahre älter geworden bin. Es geht weiter mit dem Gepäck. Kommt ja nicht auf die Idee, irgend etwas zum Essen nach Neuseeland oder ein Staubkorn zu importieren. Da muss man alles angeben. So musste ich auch meine Trekkingschuhe deklarieren, schliesslich könnte es Dreck an den Schuhen haben. Diese musste ich auch auspacken und zeigen. „Good boy, that’s very good“ brummelte der Zollbeamte, als ich ihm meine saubere Sohle zeigte. Ich konnte alles wieder einpacken, und nach einem weiteren Röntgen meines Gepäcks (zahlt das eigentlich auch die Krankenkasse?) 🙂 war auch ich definitiv in Neuseeland. Ach, du grüne Sch…, dieses Prozedere muss ich in den nächsten drei Wochen sage und schreibe vier Mal über mich ergehen lassen, da ich bei meinem Südsee-Inselhüpfen immer wieder über Neuseeland fliegen muss, mit jeweils einer Übernachtung in Auckland. Inzwischen schrieben die Geschichtsbücher mit der Zeitverschiebung bereits der 7. Juni, es war kurz nach Mitternacht. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass ich eine Lücke in meinem Leben habe, obwohl ich doch kein Flash in meinem „Grind“ hatte… So wartete ich auf den nächsten Bus, der mich ins Stadtzentrum von Auckland brachte. Mitten in der Nacht suchte ich das YMCA-Hostel auf. Eigentlich war es bereits geschlossen, aber ich klärte dies bereits im Vorfeld ab, dass dann der Security-Man mir die nötigen Schlüssel übergab. Das klappte vorzüglich. Sie meinten es sehr gut mit mir. Anstelle eines Mehrbettzimmers machten sie ein Upgrade in ein Einzelzimmer, wie herrlich. Der nächste Tag bestand aus Sightseeing der grössten Stadt Neuseelands. Es ist aber nicht die Hauptstadt… Per Schiff ging ich hinüber auf die Nordseite der Stadt, von wo man eine sehr schöne Sicht auf die Skyline geniessen kann. Noch schnell auf den einen „Hoger“, dann noch auf einen zweiten. Es fühlte sich wunderbar an, ich hatte den Eindruck, dass ich wieder an frühere Zeiten meiner Weltreise anknüpfen konnte. Vergessen ist die Zeit in China, wo ich nicht einmal mehr wusste, wie ich sitzen oder laufen sollte vor Schmerzen! Mein Auspuff funktioniert wieder, der Katalisator spuckt zwischendurch noch… Hauptsache, der Abgastest ist bestanden! 😉 Am darauffolgenden Tag bestieg ich den Bus Richtung Flughafen. Es wartete meine erste Südsee-Insel auf mich, Neukaledonien, vive la France avec ses départements d’Outre-mer…
Thema Flaggen: Wenn man nach Neuseeland oder Australien reist, sieht man die Nationalflaggen im Winde wehen. Aber, wo liegt genau der Unterschied der beiden Flaggen, die sich doch sehr ähnlich sehen? Die Flaggen lassen sich in zwei (Neuseeland), resp. drei (Australien) Bereiche, die sich auf dunkelblauem Hintergrund befinden, unterteilen: Der Union Jack, die Flagge der ehemaligen Kolonialmacht Grossbritannien, befindet sich in der vorderen oberen Ecke der beiden Flaggen. Die Benutzung des Union Jack symbolisiert die Verbundenheit zum Vereinigten Königreich und die Mitgliedschaft Neuseelands und Australiens im Commonwealth of Nations. Auf der rechten Seite der Flagge Neuseelands befinden sich auf blauem Grund vier fünfzackige und von einer jeweils 1 cm starken weissen Einfassung umrahmte rote Sterne. Diese stellen das Sternbild Kreuz des Südens dar, das Neuseelands Lage auf der Südhalbkugel zum Ausdruck bringen soll. Bei der Flagge von Australien steht links, unter dem Union Jack, ein grosser weisser, siebenstrahliger Stern, der Commonwealth Star genannt wird. Sechs Strahlen stehen für die ursprünglich sechs Bundesstaaten Australiens, der siebte für die Territorien. Die rechte Hälfte der Flagge zeigt eine Anordnung von fünf weiteren weissen, unterschiedlich grossen Sternen, die das Sternbild das Kreuz des Südens repräsentieren. Einer davon ist fünfstrahlig, die übrigen vier siebenstrahlig. Alles klar? Man merke: Der grosse Unterschied liegt darin, dass die Neuseeländer nur vier rote Sterne benötigen, um das Sternbild Kreuz des Südens darzustellen, die Australier hingegen benötigen deren fünf weisse. Wer noch weitere Flaggen mit dem Union Jack und/oder Sternen im Internet nachschauen möchte, kann das selbstverständlich tun. Zu empfehlen sind Cook-Inseln, Tuvalu oder Salomonen. Wenn ich wieder zurück in der Schweiz sein werde, gibt es dann einen Test!
6./7., 14., 23., 30. Juni 2014
Auckland
Hauptstadt: Wellington
Bevölkerung: 4.45 Mio.
Fläche: 269.652 km²
8. März – 4. Juni 2014
Liebe Freunde und Bekannte
Aus gesundheitlichen Gründen musste ich leider meine Weltreise unterbrechen. Ich musste mich in der Schweiz in ärztlicher Behandlung begeben und einen Abszess und eine Fistel im Darm in zwei Operationen entfernen, resp. spalten lassen. Der ganze Heilungsprozess nahm viel Zeit in Anspruch, und meine Geduld wurde arg strapaziert. Ich als Zappel-Philipp, das ging fast gar nicht, so drei Monate nichts machen. Aber eben, die Gesundheit geht vor. Nun geht es mir schon viel besser und ich habe endlich grünes Licht für die Weiterreise der Weltumrundung erhalten! Seit dem 5. Juni bin ich wieder unterwegs, die Südsee wartet auf mich. Somit werde ich bald meinen Blog aktualisieren können, in ein paar Tagen ist es soweit. Endlich!
An dieser Stelle möchte ich allen ganz herzlich für die Genesungs- und Aufmunterungswünsche danken, das hat gut getan und mich sehr gefreut. Und der mir überbrachte und zugesandte Schoggi hat sein Ziel nicht verfehlt. Die auf meiner bisherigen Reise verlorenen 8 Kilo sind wieder wett und der braune Lebensgeist ist gut angelegt. Hoffentlich kann ich von den süssen Zinsen und Zinseszinsen noch lange zehren und mag den Seejungfrauen in der Südsee nachschwimmen! 🙂
Bis bald und liebe Grüsse aus ganz weit weg.
Raymond / Rémi / Remo
21. Februar – 17. März 2014
21. – 27. Februar: Am Morgen packte ich meine letzten Sachen zusammen, um zum Bahnhof in Hongkong zu gehen. Ich war froh, dass ich dieses Loch von Unterkunft verlassen konnte, eigentlich hätte ich schon früher anders reagieren müssen, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer. Am Bahnhof nahm ich noch schnell ein Frühstück und schon bald fuhr der Zug nach China los. Meine erste Station in China war Guangzhou, früher als Kanton bekannt. Das ist eine zweistündige Zugfahrt von Hongkong entfernt. In Guangzhou mussten alle Passagiere die Immigration passieren. Die nette Dame am Schalter wollte mich jedoch nicht einreisen lassen. Ich sei nicht derjenige wie auf dem Pass. Ach so, wer war ich denn sonst? Nein, ich sehe nicht gleich wie auf dem Foto im Pass aus, meinte sie in Kantonesisch. Dafür gab es nur zwei Erklärungen: Entweder sah ich dermassen verschi… aus, und die letzten Tage hatten mich tatsächlich mitgenommen oder die Immigration-Beamtin ist schlichtweg ein Genie und hat doch gleich entdeckt, dass mit meinen Lockenwicklern im Jahr 2005, als ich den Pass ausstellen liess, etwas geändert wurde… 😉 Damals wickelte ich nämlich meine Haare jenen Weg ein, heute halt den anderen Weg…! Aber, dass sie das gleich gemerkt hat, Hut ab! 🙂 Nachdem ihre Vorgesetzte mich auch noch begutachtete, und ich genau so lächelte wie 2005 durfte auch ich noch nach China einreisen. Wie muss ich mir diesen Aufenthalt in China verdienen?! Auf den Philippinen lernte ich einen Chinesen aus Guangzhou kennen, der mir liebenswürdigerweise alles aufschrieb und Bilder per Email schickte, was ich alles machen sollte in seiner Heimatstadt. Er war immer noch auf den Philippinen, sonst hätte er mir die ganze Stadt gezeigt. So schrieb er mir ein chinesisches Restaurant auf, in welchem ich unbedingt, und wirklich unbedingt ein warmes Doppel-Shake mit Vanillegeschmack ausprobieren sollte, ich würde es über alles lieben! Also, ging ich dorthin. Kein Mensch sprach auch nur ein Wort Englisch. So zeigte ich auf meinem iPad die Spezialität. Oh, oh, oh! Dann wurde ich an einen Tisch mit Chinesen gesetzt. Da sass ich also, als wäre ich von einem anderen Planeten. Dann kam diese Spezialität. Es war ein warmer Pudding mit Vanillegeschmack. Doch, ich mochte es. Selbstverständlich musste ich davon ein Foto machen, um den Beweis dem Chinesen zu schicken. Das halbe Restaurant musste wegen mir lachen. Nun, gut, war mir doch Wurst, bin ja nicht alle Tage hier. Und wenn ihr dann mal ein Fondue in der Schweiz fotografiert, dann lache ich dann auch… 😉 So schaute ich mir die paar Sehenswürdigkeiten von Guangzhou an. Es war gar nicht so übel dort. Aber das Wetter… Es war grau in grau, als Abwechslung kommt ein wenig Nebel auf… So ist es halt. Anstelle von 13 Stunden Zugfahrt, entschloss ich mich, per Flugzeug nach Guilin zu fliegen, ich fühlte mich immer noch nicht so gut. Guilin ist bekannt für den Li Fluss, der sich zwischen die lieblichen Hügel, die aussehen wie der Zuckerhut in Rio, schlängelt. Muss diese Landschaft schön sein, wenn es sonnig ist… Auch hier nichts neues vom Wetter, grau, einfach grau. Aber dieses Grau gab dem ganzen einen mystischen Touch. Von Guilin flog ich dann weiter nach Chongqing. Wer noch nie in China war, kennt diese Stadt kaum. Ist ja auch unbedeutend mit gerade mal 29 Millionen Einwohnern. Irgendwo müssen ja diese 1,4 Milliarden Chinesen leben. Ich ging nach Chongqing, weil ich eine Flussfahrt auf dem Yangtze-Fluss machen wollte. Also buchte ich bei einem chinesischen Reisebüro eine Flussfahrt. Wie diese rausgekommen ist, erfährt ihr im nächsten Bericht.
Thema Bevölkerung: China hat mit 1,35 Mrd. die weltweit grösste Bevölkerung. Es ist eigentlich schon wahnsinnig, ein System aufzubauen, dass diese grosse Anzahl Einwohner im Griff hat. China verfolgt ja immer noch die Ein-Kind-Politik, wonach ein verheiratetes Paar ein Kind haben darf, sonst bezahlt man eine Kindessteuer, wenn man mehr als ein Kind hat. Offenbar soll diese Politik gelockert werden, aber nur in bestimmten Fällen. Indien folgt mit 1,1 Mrd. Einwohnern. Wie viele es tatsächlich sind, weiss wohl niemand so richtig. In Europa hat Russland am meisten Einwohner mit 112 Mio. Als grösstes westeuropäisches Land gilt Deutschland mit einer Bevölkerung von 83 Mio. Die Schweiz hat 8,1 Mio. Einwohner. Bevölkerungsmässig das kleinste Land der Welt ist Vakistanstadt mit gerade mal 800 Einwohnern. Liechtenstein hat 36’000 und liegt damit knapp vor Monaco und San Marino.
20. Februar – 7. März 2014
Guangzhou – Guilin – Chongqing – Wuhan – Shanghai
Hauptstadt: Peking
Bevölkerung: 1.4 Mia.
Fläche: 9.571.302 km²
13. – 20. Februar 2014
13. – 20. Februar: In Cebu fuhr ich zum Flughafen und wartete auf meinen Flug nach Hongkong. Auf einmal eine Riesenunruhe, Presse und viel Flughafenpersonal kamen zum Gate. Es war mir dann nicht so recht, dass ich so viele Personen aufhorchen liess. Nun, gut, ab einem gewissen Status gehört dies zum Alltag… 😉 Ach so, das Ganze war gar nicht wegen diesem Würstchen, das einmal um die Welt reisen will… Dann landete der Flieger aus Hongkong, eine Aufregung. Und auf wen warteten all diese Leute? Es war David Beckham… Nun gut, dieser Mann hat Klasse, das muss man ihm lassen! Ich kann wenigstens sagen, dass ich ihn gesehen habe, und ich in denselben Flieger einstieg, wie er ausgestiegen ist… In Hongkong gelandet, muss man sich wieder neu orientieren, ein Mega-Flughafen. Noch selten habe ich eine so effiziente Immigration erlebt. Kein Anstehen, keine Fragen, welcome to Hongkong! Aber aufpassen: Da bekommt man ein kleines Zettelchen, das man auf keinen Fall verlieren darf, und das man bei der Ausreise wieder zurückgeben muss. Das Gepäck hatte es allerdings nicht sehr eilig. Mehr als eine Stunde musste ich darauf warten. Erste Amtshandlung nach der Landung in einem neuen Land, d.h. nebst den menschlichen Bedürfnissen, ist jeweils einen Bacomaten suchen. Gefunden, dann zur U-Bahn und ab in die Stadt. Zweimal musste ich umsteigen, das geht ja noch. Fast eine Stunde brauchte ich bis zu meiner Unterkunft. Das Haus ist gefunden, aber wo bitte ist die Unterkunft? Angeschrieben ist gar nichts. Vor dem Gebäude warten x Männer mit indischem Einschlag, die einem eine Unterkunft oder eine gefälschte Uhr andrehen möchten. Hello my friend! Ach ja, du bist es. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass wir mal auf der Schatzalp zusammen Ziegen gehütet haben. Oder war es vielleicht auf dem Sonnenberg? Ist ja auch Wurst. Also, all die Freunde, die ich auf der ganzen Welt habe… Es ist schon fast beängstigend. 😉 Wer schon mal in Hongkong war, weiss wie es mit den Unterkünften aussieht, entweder bezahlt man eine ganze Stange Geld für ein Hotelzimmer, oder man nimmt ein billigeres, dafür bekommt man ein Mikrozimmer. Im ganzen Gebäude hat es etwa 50 Guesthouses, wie diese genannt werden. Das sind Wohnungen, aus einer werden ca. 7 Zimmer gemacht. Es hat drei Lifte, da steht man zu Spitzenzeiten 15 Minuten an, bis man den Lift benutzen kann… Ein Bett, das eigentlich für zwei gedacht wäre, reichte gerade für mich. Ihr kennt mich ja. Als der liebe Gott die langen Beine verteilt hat, war ich nicht in den vorderen Reihen anzutreffen. Ich musste jedoch diagonal im Bett liegen, damit ich mich voll ausstrecken konnte. Das „Bad“ war etwa 70 cm x 90 cm, mit Toilette, Lavabo und Dusche, also nichts für Leute mit Platzangst. Ja, und dann war das Zimmer wieder heruntergekühlt und feucht. Wow, das übertraf noch den Bus auf den Philippinen. Ich schlief mit zwei Termodecken, den Paschmina-Schal musste ich mir um den Kopf binden, und das Schaumgummi-Kissen, der reine Horror. Nach der ersten Nacht hatte ich eine Nackensperre (Äckegstabi). Die Klimaanlage liess sich leider nicht umstellen, d.h. in der ersten Nacht. Die wissen auch wie man es macht, da muss man für den ganzen Aufenthalt bar bezahlen, bevor man überhaupt das Zimmer betreten kann. Als ich das Zimmer reservierte, hatte es ziemlich gute Kritiken, weshalb ich überhaupt buchte. Ich wäre sonst umgezogen. Es war für Hongkong Verhältnisse sonst nicht sehr warm, es sollte so um die 20 °C sein, das Thermometer zeigte gerade mal 8 °C an. In Hongkong war meine Priorität, ein Visum für China zu erhalten. Ja, diese Chinesen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Als ich mich auf meine Reise vorbereitet habe, hiess es, dass es kein Problem sei, in Hongkong ein China-Visum für 60 oder 90 Tage zu erhalten. Per 1. November 2013 wurden die Visa-Vorschriften jedoch verschärft, publiziert ein Tag vorher! Zuerst hiess es, man könne überhaupt keine Visas mehr für China ausserhalb des Wohnsitzstaates beantragen. Dem ist nicht so. Beantragen kann man es nach wie vor in Hongkong. Nur dauert es vier Arbeitstage bis man weiss, ob es klappt oder nicht. Am Tag nach meiner Ankunft ging ich sofort zu einem Visabüro. Das geht ganz zackig: Hello, den Pass bitte. Einfache oder Zweifacheinreise? Gut, Formular ausfüllen. Foto, danke. Kommen Sie am Mittwoch wieder vorbei… Ja, aber… Und Adieu! Kein Platz für Fragen! In der Zwischenzeit sprang ich von Links nach Rechts, um all meine Optionen vorzubereiten, falls es mit dem Visa klappt oder eben nicht. Falls ja, dann kann ich jedoch nur für 30 Tage nach China reisen, muss dann ausreisen, und könnte dann nochmals für 30 Tage einreisen. Eigentlich hätte ich geplant, dass ich 40 Tage in China bleibe. Das ist mir persönlich zu blöd und zu teuer, schnell aus- und wieder einzureisen. Ich werde aus klimatischen Gründen vom Süden Richtung Norden reisen. Das nächste Land, in das ich ausreisen könnte, ist Südkorea. Deshalb bleibe ich halt einen Monat in China und reise dann über Seoul nach Japan für ein paar Tage. Meinen bereits gebuchten Flug aus China musste ich auch wieder annullieren. Mir blieb im Verhältnis viel Zeit in Hongkong. Es ist eine grossartige Stadt, es gäbe auch hier so viel zu entdecken. Irgendwie tat mir die Luft in der Unterkunft nicht gut, ich wurde krank, hatte Schüttelfrost, Fieber und fühlte mich kraft- und saftlos. Aus diesem Grund konnte ich leider nicht halb so viel erledigen, wie ich wollte. Es tut mir auch Leid, dass ich nicht viele Emails beantwortet habe und ich meinen Blog auf diesen Bericht warten liess. Sorry. Aber jede Anstrengung war mir zuviel. Dann endlich eine gute Nachricht. Ich erhielt das China-Visum für 30 Tage. Also, noch schnell ein Zugticket kaufen, ein Hotel reservieren, und schon bald ging es weiter. Eigentlich wollte ich noch nach Macao für eine Casino-Session, um mein Reise-Budget wieder ins Lot zu bringen. 🙂 Aber wie gesagt, mir war alles zu viel. Wer war ich? Ich kannte mich selber nicht mehr, aber es ging einfach nicht. Irgendwie lief in Hongkong alles gegen mich, oder so empfand ich es zumindest, ich lief auf dem Zahnfleisch. Das Wetter war in den 9 Tagen auch nicht berauschend, kalt und feucht, bis auf einen Tag. So, damit ist die Jammerstunde vorüber… 🙁 Diejenigen, die bereits einmal in Hongkong waren, erkennen sicherlich die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Am Freitag, 21. Februar ging es dann weiter nach China.
Thema Exklave oder Überseegebiete: Hongkong war ja lange eine britische Kronkolonie, oder ein britisches Überseegebiet, bevor es 1997 vertraglich wieder zurück an China ging. Die Briten besetzten Hongkong 1841, welches in einem Vertrag von 1843 geregelt wurde. Es war vermutlich das bekannteste Überseegebiet der Neuwelt. Macao war ja auch ein Überseegebiet, jedoch unter portugiesischer Herrschaft bis 1999. Heute bilden diese zwei Städte eine Sonderverwaltungszone (SAR) innerhalb Chinas, die eine grosse Autonomie geniessen. Es ist absurd, aber die Chinesen benötigen ein Visa, wenn sie in diese SAR einreisen wollen. Wir können ohne Visa nach Hongkong und Macau einreisen… Aber es gibt heute immer noch relativ viele Überseegebiete. Unter britischer Krone sind die wichtigsten (nicht vollständig): Gibraltar, Falklandinseln, Bermuda, britische Jungferninseln, Anguila, Kaimaninseln. Unter Frankreich stehen: Martinique, Guadeloupe, St. Martin, La Réunion, Neukaledonien und französisch Polynesien. Aber auch in der Schweiz haben wir zwei Enklaven (aus der Sicht der Schweiz), resp. zwei Exklaven aus der Sicht ausländischer Staaten: Das deutsche Dorf Büsingen am Hochrhein und das italienische Campione d’Italia.
13. – 20. Februar 2014
Bevölkerung: 7.1 Mio.
Fläche: 1085 km²
24. Januar – 13. Februar 2014
4. – 12. Februar: Von der Kälte in die Kälte, auch wenn es draussen 30° C warm ist. Wie geht das? Wie bereits erwähnt, der Nachtbus von den Reisterrassen nach Manila war wieder ein Kühlschrank und der Flug auf die Insel Palawan war auch sehr heruntergekühlt. Nun, man kann es sehen wie man will, entweder bin ich ein cooler oder heisser Typ! 😉 Nein, nein, das war jetzt nur der Witz des Tages… In Palawan angekommen, wartete bereits der Hotelbus auf uns. Es war nur eine kurze Fahrt ins nahe gelegene Hotel. Endlich konnten wir uns wieder etwas aufwärmen. Dort besuchten wir am nächsten Tag den unter UNESCO-Weltkulturerbe stehende unterirische Fluss. Mit dem Bus geht es an die Westküste von Palawan, von dort mit einem Boot an die sonst unzugängliche Stelle, dann läuft man einen kurzen Weg bis man wieder in ein anderes Boot steigt, um in die gehemnisvollen Grotten hinein zu fahren. Das ganze Flusssystem ist 21 km lang, der normale Tourist darf den ersten Kilometer hineinfahren, ausgerüstet wie ein Expeditionsteilnehmer (siehe Foto). Es ist wirklich sehr schön und eindrücklich. Und all die Inseln drum herum, einfach wunderprächtig. Dann fuhren wir wieder zurück ins Hotel. Palawan ist berühmt für seine Perlen. Aber wo kann man denn diese überhaupt kaufen? Ich habe keinen einzigen Laden gesehen… Wenn man als Tourist einen Ausflug macht, dann kommen die „wilden“ Verkäufer und bieten einem Perlenketten und Ohrringe an. Da muss man aufpassen, sonst kriegt man Perlen aus der Kategorie 2. – 5. Klasse. Ich denke, die schönsten Perlen gehen eh in den Export. Am nächsten Tag haben wir einen Inselhüpf-Ausflug in der sogenannten Honda-Bay gebucht, schliesslich wollten wir auch wieder mal baden gehen. Da fährt man mit dem Boot von Insel zu Insel, es war herrlich. Das Wasser hat hier eine Qualität, zumindest optisch, ein Traum. Und auch die Strände sind sehr schön. Dieses Gebiet ist offenbar auch sehr unter den Tauchern bekannt für die schönen Riffe. Ausgerüstet mit Schnorchel und Badeschuhen machten wir ebenfalls bei einem Riff Halt, um die Unterwasserwelt etwas bestaunen zu können. Die Fische zeigten sich nur spärlich, nun gut, vor mir würde ich auch wegschwimmen. 😉 Das Wasser war für mich fast zu sanft, glatt wie ein Spiegel, dabei liebe ich doch die Wellen so… Macht nichts, Spass hat es alleweil gemacht. Ja, dann war bereits wieder Schluss mit Palawan, die nächste Insel wartete auf uns. Wir flogen zuerst nach Cebu, das ist relativ zentral gelegen auf den Philippinen. Dort sprangen wir schnell in ein Taxi, um an den Hafen zu fahren, um die nächste Fähre nach Bohol zu nehmen. Leider hat es um etwa fünf Minuten nicht geklappt, der Verkehr machte uns einen Strich durch die Rechnung. Dann warteten wir halt auf die nächste Fähre. In Bohol angekommen, ging der Kampf um ein Taxi los. X Taxifahrer buhlen um ihr bestes. Da muss man ein wenig Geduld haben, nicht gleich den ersten nehmen. Je weiter man läuft, je billiger wird es in der Regel. Nach einer halben Stunde kamen wir in unserem Hotel an, weit und breit war nicht sehr viel los. Offenbar habe ich ein Flair, Hotels zu buchen, die weit vom Schuss sind… 😉 Machte nichts, es war dafür ein sehr gutes Hotel mit einem sehr guten Restaurant. Bohol ist eine der Inseln, die im letzten Jahr ziemlich stark von den Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei uns hörte man vor allem wegen dem Taifun Haiyan vom 14. November 2013 viel. Dieser schlug hauptsächlich auf der Nachbarinsel Leyte zu. Jedoch grösseren Schaden auf Bohol verursachte das Erdbeben vom 15. Oktober im letzten Jahr. Da sah man viele Kirchen, die zu spanischen Kolonialzeiten gebaut wurden, am Boden zerstört, oder zumindest halb zerstört, aber auch Strassen und andere Bauten wurden teilweise stark beschädigt. Es tat einem Weh, dies zu sehen, aber eben, gegen Naturkatastrophen kann man nichts machen. Auf der Inseltour besuchten wir zuerst ein paar Koboldäffchen (Tarsier), das sind die kleinen Äffchen mit den grossen Augen, die sich an den Baumästen festhalten als würde gleich die Welt untergehen (siehe Foto). Dann waren die Chocolate Hills an der Reihe. Ja, als Schweizer muss man doch fast die Chocolate Hills besuchen… Aber weit und breit kein Schoggi! Mit etwas Wehmut betrachtete ich diese Hügel, und meine Gedanken waren bei meinen Zuhause gelassenen Lindor-Kugeln. 🙂 Oh, sorry, ich bin ja auf den Philippinen. Diese für mich lustigen Hügel liegen sanft in der Landschaft und werden deshalb Chocolate Hills genannt, weil im Sommer alles trocken ist und die Hügel dann mit brauner oder abgestorbener Flora bewachsen sind. Eine gute Aussicht hat man, wenn man 214 Treppen auf einen Aussichtspunkt macht. Bonjour Alex, ja ich weiss, du magst mich nur deshalb! 😉 Dann stand noch eine Flussfahrt auf dem Programm. Es war sehr schön, obwohl es geregnet hat wie aus Kübeln… Der letzte Tag auf Bohol verbrachten wir am Strand, um unsere Füsse etwas zu lüften. Dann ging es bereits wieder zurück nach Manila, wo Alex am folgenden Tag Richtung Schweiz abflog. Ich hatte noch ein kurzes Intermezzo in Cebu, bevor auch ich die Philippinen verliess. Ja, die Philippinen haben mir sehr gut gefallen. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Land, es gibt so viel zu sehen auf den verschiedenen Inseln. Die Leute sind auch sehr nett, wenn sie einem nicht gerade bestehlen. 🙁 Eines vermisse ich aber auch nicht: Die Taxifahrer. Das sind Schlitzohren sondergleichen. Da wird man fast immer über den Tisch gezogen. Sie versuchen oft, einen Fixpreis abzumachen, da fahren sie besser als wenn sie den Taxometer einstellen. Ich bin mehr als einmal wieder vor der Abfahrt aus dem Taxi gestiegen… Es ist auch vorgekommen, dass wenn man zahlt und nicht gerade das richtige Wechselgeld parat hat, die Taxifahrer das Geld nehmen und einfach abfahren, und Tschüss! Und mein Wechselgeld?! Kann ja als Spende bei der nächsten Steuererklärung abgezogen werden… 😉 Es war auch schön, Besuch aus der Schweiz zu haben, Merci Alex… Und da ich keinen Gebrauch von „Mietobjekten“ gemacht habe, konnte ich ohne grosse Worte diesen Inselstaat Richtung Hongkong verlassen… 🙂
Philippinen: Die Philippinen sind eine präsidentielle Demokratie, oder sollte es wenigstens sein. Die Philippinen wurden erst 1946 unabhängig, nachdem sie über 40 Jahre in amerikanischen Händen waren. Viele von uns mögen sich sicher noch an den Präsidenten Ferdinand Marcos erinnern, wenn nicht an ihn, dann an seine Frau Imelda. Sie war ja berühmt für ihre Schuhsammlung, welche mehr als 500 Paare beinhaltete. Ferdinand Marcos war von 1965 bis 1986 Präsident. Dies ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, er war Diktator. Es ist ja auch bekannt, dass er das Geld, das er seinem Volk gestohlen hatte, im Ausland anlegte, u.a. in der Schweiz. Von der Schweiz erhielten die Philippinen den beschlagnahmten Betrag von ca. CHF 570 Mio. wieder zurück. Im ganzen liess Marcos weit über eine Milliarde verschwinden. Er soll ja im Exil in den USA verstorben sein. Die Philippinen verweigerten allerdings, dass er sein offizielles Grab im für verstorbene Präsidenten vorgesehenen Park begraben wurde. Er soll ja tiefgefroren sein und auf einem Familiengrundstück auf den Philippinen somit gut erhalten bleiben. Ja, dann hoffen wir auf keinen Stromausfall auf den Philippinen!
30. Januar – 3. Februar: Am frühen Morgen machte ich mich in Angeles City auf den Weg zur Busstation, d.h. ich musste ein Tricycle nehmen. Dies ist ein Töff mit einem Seitenwagen, andere Taxis in Angeles City findet man praktisch nicht. Ich fand dies eine lustige Erfahrung, der Verkehr war am frühen Morgen auch noch nicht so schlimm. Mit dem Bus ging es also zurück nach Manila, wo ich um 13 Uhr Alex, meine frühere Arbeitskollegin bei der Stadt Biel am Flughafen in Manila abholte. Sie kommt mich für 12 Tage besuchen. Es ist doch immer schön, wenn man Besuch aus der Heimat hat. In Manila darf man nur als Passagier in den Flughafen gehen, wie in Indien. Also, musste ich draussen warten, es hatte jedoch zwei Ausgänge, 150 m voneinander entfernt. Nach Murphy’s Law kam sie natürlich beim anderen Ausgang heraus, als bei dem ich wartete. Wir haben uns dann doch noch gefunden. Alex war nicht wirklich zu beneiden, hatte ich doch ein sportliches Programm für uns vorbereitet. Sie war schon fast 24 Stunden unterwegs bis Manila, und ich hatte Tickets für den Nachtbus in den Norden zu den Reisplantagen gekauft, was sie bereits zum voraus wusste. Dennoch hatte ich in Manila ein Hotelzimmer reserviert, um doch noch schnell eine Dusche und einen Power-Nap zu nehmen, bevor wir mit dem Bus losfuhren. Die Transportmittel auf den Philippinen sind immer dermassen heruntergekühlt, da muss man immer mit langen Hosen und einer Jacke reisen, sonst friert es einem an den Hintern… 🙂 Dieser Bus brach jedoch alle Rekorde was die Kälte betrifft. Ich nahm noch zusätzlich meinen Pashmina-Schal von Indien hervor und hüllte mich so gut es ging darin ein. Die Einheimischen hatten ihre Kappen an, das war ein Bild in diesem Bus. Nun, das Positive ist, dass man in dieser Kälte gut konserviert bleibt, also keine Sorgen mit Falten im Gesicht… 😉 Und endlich weiss ich, wie sich gefrorenes Gemüse im Tiefkühler fühlen muss, konnte ich doch eine Schnupperlehre machen. Durchgefroren kamen wir in Banaue an. Dort war es ebenfalls nicht sehr warm, und wir mussten noch die nächsten Busse abwarten, bis ein gewisser Francesco ankommen sollte. Nachdem wir über 1 1/2 Stunden vergebens auf ihn warteten, wurden wir in unsere Unterkunft gefahren, welche sich am A.. der Welt befand. Dort hatten wir ein Zimmer reserviert. Welch Überraschung, es war ein Cottage auf Stelzen. Als wir todmüde dort die Türe aufmachten, schauten wir aus der Wäsche, als wäre gleich der Weltuntergang! Eine Matratze und zwei Badetücher erwarteten uns, und es war immer noch kalt! Nun gut, wir legten uns zuerst einmal hin, um etwas zu schlafen, oder jedenfalls versuchten wir es. Ach ja, da war noch Francesco, der Italiener. Er kam mit dem Töff, dreckig von oben bis unten, die nassen und dreckigen Strassen liessen nichts anderes zu. Wie kann man nur hier mit einem Töff unterwegs sein?! Wir mussten trotz Mitleid schmunzeln… Am nächsten Tag buchten wir den ersten Ausflug zu den Reisterrassen. Ohne Führer geht da gar nichts, sonst verläuft man sich. Es war wirklich schön, und am Ende des Tales nahmen wir ein Bad in den Hotsprings, eine Wanne mit warmen Wasser. Um uns tummelten viele einheimische Kinder. Danach liefen wir zurück zum Auto, das uns wieder zur Unterkunft brachte. Der nächste Tag bescherte uns eine Wanderung zum Dorf Batad, das ebenfalls mitten in den Reiseterrassen liegt. Wir mussten einen sehr steilen Weg hinunter laufen und wussten, dass es den gleichen Weg wieder zurück ging… Ich glaube, Alex hätte mich am liebsten ins Niemandsland verbannt. 😉 Nun, wir haben es auch noch geschafft! Der letzte Tag war Ruhetag, bevor es wieder mit dem Nachtbus zurück nach Manila ging. Das hiess konkret, unsere „Winterausrüstung“ montieren für die Fahrt. Der Bus war zügig unterwegs, er kam zwei Stunden vor der geplanten Ankunftszeit an, um 3 Uhr morgens. Um die Zeit bis zu unserem Weiterflug auf die Insel Palawan zu überbrücken, gingen wir in ein McDonalds und wärmten uns auf. Wie ihr sehen könnt, hat auch diese Restaurant-Kette ihre guten Seiten. Please, two McFire!
Thema Reis: Wenn man schon mitten im Reis war, dann gehört diesem Grundnahrungsmittel auch ein Thema. Die Kulturreispflanze kann bis zu 30 Halme ausbilden. Sie werden 50 bis 160 cm hoch und tragen je eine schmale überhängende Rispe, an der 80 bis 100 einblütige Ährchen (Reiskörner) sitzen können. Eine Pflanze kann damit fast 3000 Früchte tragen. Die Frucht besteht wie bei allen Getreiden aus Keimling, Mehlkörper, Aleuronschicht, Samenschale und Fruchtwand. Der Reis wird in verschiedenen Methoden angebaut: Trockenreis, Streusaatverfahren, Reisterrassen- und Nassreisanbau, wobei der letzt genannte 80% der Welternte ausmacht. Bei diesem Verfahren benötigt man für ein Kilogramm Reis zwischen 3000 und 5000 Liter Wasser! Übrigens wird in der Schweiz in der Magadinoebene der am nördlichsten angebaute Reis der Welt produziert. Der weltgrösste Reisproduzent ist China, vor Indien und Indonesien, die Philippinen folgen auf Platz 8. Für mehr als 50% der Weltbevölkerung ist der Reis das Grundnahrungsmittel, in Asien sind es rund 80%. E Guete, und übrigens, ins Curryreis gehören keine Früchte!
24. – 29. Januar: Am Morgen lief ich zur nahegelegenen Busstation, um den nächsten Bus zum Flughafen zu nehmen. Es waren somit meine letzten Stunden in Malaysia, ein für mich sehr schönes Land, das ich bereisen durfte. Kaum bei der Busstation angekommen regnete es bereits wieder, aber ich hatte ja Glück und kam noch vor dem Regen an. Ich buchte einen direkten Flug nach Manila mit Zest Air. Erst im Nachhinein habe ich die zum Teil vernichtenden Bewertungen über diese Airline gelesen… Aber alles hat bei mir prima geklappt. Die Landung war schon etwas hart, mich hat es fast aus dem Sitzgurt gerissen. In Manila kommt man bei einem der vier Terminals heraus und steht sozusagen auf der Strasse. Dann darf man ein Taxi nehmen. Etwas anderes existiert nicht, kein offizieller Bus, keine Bahn, einfach nur Taxis. Es stellt sich immer die Frage, um welchen Preis man als Ausländer wieder mal übers Ohr gehauen wird, wenn man in die Stadt fährt. Aber das gehört hier auf den Philippinen zur Tagesordnung! Ja, dann die Verkehrssituation in Manila… Mein Gott, Erinnerungen an Delhi kamen wieder auf. Da steht man einfach im Verkehr. Es waren eigentlich nur 15 Kilometer in mein Hostel, aber wir brauchten ca. 1 1/4 Std. Ich hauste mitten in einem guten Viertel, aber es wurde schon bald dunkel und so ging ich nicht allzu weit weg. Am nächsten Tag musste ich unbedingt Tickets für zwei Busfahrten kaufen und sonst noch ein paar Unklarheiten mit gebuchten Flügen klären. Dann blieb noch etwas Zeit, um die paar wenigen Sehenswürdigkeiten in Manila anzuschauen, wobei es auch schöne Sachen hat. Aber da tauchen wieder Strassenverkäufer auf, die einem ganz verschiedene Artikel andrehen wollen. So ein Gespräch hört sich etwa so an: Hello, möchtest du eine Uhr kaufen? Nein, Danke. Aber ich gebe dir einen guten Preis. Nein, meine Uhr funktioniert noch. Möchtest du ein iPhone kaufen? Nein, Danke, mein Handy funktioniert noch. Möchtest du ein iPad kaufen? Nein, Danke, mein iPad funktioniert noch. Viagra, Viagra! Nein, Danke, mein… Was hat er jetzt verkaufen wollen? No, thanks, it is still working… 🙂 Mit zwei Chinesen, die im gleichen Zimmer wie ich im Hostel übernachteten, bin ich am nächsten Tag noch ein paar Sachen anschauen gegangen, unter anderem den berühmten Sonnenuntergang über der Manila Bay. Es war wieder mal ein Bilderbuch-Sonnenuntergang, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Am nächsten Morgen dann wieder ein Taxi, um zur Busstation zu fahren. Wie gesagt, die Preise der Taxis variieren immer. So fuhr ich mit dem Bus nach Angeles City. Von dort aus wollte ich unbedingt den Mount Pinatubo besichtigen, ein Vulkan. Angeles City? Schon mal gehört? Dies ist eine ehemalige US-Militärbasis… Ich versuche in jedem Ort die positiven Sachen zu sehen, aber bei Angeles City muss ich eine Ausnahme machen. Wenn ihr Zugriff zum Internet und Zeit habt, diesen Ort zu googlen, dann macht das mal. Die Bilder sagen schon alles aus… Nicht weniger als 10’000 Prostituierte arbeiten dort, die Dunkelziffer ist um einiges höher. Nun könnt ihr euch vorstellen, was hier abgeht. Das Durchschnittsalter der (weissen) Männer liegt vermutlich zwischen 60 und 70 Jahren, die meisten laufen mit einem gemieteten „Bibeli“, kaum 20 Jahre alt, herum. Wenn man sich auf der Strasse aufhält, dann wird einem die Schwester, die Cousine, ja manchmal sogar die Mutter zur Miete angeboten. Es ist echt abstossend. Nun, gut, ich bin ja wegen dem Mt. Pinatubo hierher gekommen. So wollte ich gleich eine Tour dorthin buchen, alleine darf man da nicht rauf. Also, habe ich mal Geld eingepackt und den nächsten Kleinbus bestiegen. Beim Aussteigen lag mein Portmonnaie auf dem Sitz, erleichtert mit praktisch allen Noten, umgerechnet CHF 160! Nein, nicht schon wieder! In meiner Buchhaltung hat das Konto „Entwicklungshilfe“ das Budget bereits überschritten… Schlussendlich habe ich meinen Ausflug doch noch buchen können für am nächsten Tag. Um 5 Uhr morgens wurde ich bei meiner Unterkunft abgeholt. Auf dem Weg haben wir einen Amerikaner mit seinem Anhängsel aufgegabelt, sowie eine Barbesitzerin. Das Anhängsel hatte rote Hotpants und ein pinkes knappes Shirt an, die ideale Bekleidung, um einen Vulkan zu besteigen. Die Barbesitzerin war zur abgemachten Zeit noch nicht parat, vermutlich musste sie noch zuerst die gewohnte Arbeitsposition wechseln… 😉 Vor 7 Uhr muss man beim Eingang des Parks sein, nachher lassen sie keine Leute mehr rein. Es reichte gerade noch. Wir bestiegen einen Jeep, der uns durch ein Flussbett fuhr, ca. 1 1/4 Std. Da ist die philippinische Massage auch gleich inbegriffen! Danach liefen wir los. Kaum losgelaufen, wurde mir eine Cousine des Anhängels als Begleiterin angeboten, wenn wir dann wieder zurück in der Stadt sind. Ach was, die Cousine ist Fremden(ver)führerin, das ist ja wieder mal interessant! 🙂 Zurück zur Hauptsache, dem Mt. Pinatubo. Der Weg ist sehr schön zu laufen, und oben angekommen, erwartete uns eine atemberaubende Aussicht. Der Kratersee ist wirklich wunderschön, der Vulkan immer noch aktiv. Die letzte Eruption datiert im Jahre 1991, eine gewaltige Angelegenheit. Die Höhe des Berges verkürzte sich um knapp 300 m auf nun 1486 m. Damals kamen über 800 Leute ums Leben. Es wurden jedoch über 30’000 Personen im Gebiet evakuiert. Der Ausflug hat sich absolut gelohnt, auch wenn mir der Ausgangspunkt nicht gefallen hat. In Angeles City verbrachte ich noch eine Nacht länger, bevor ich wieder zurück nach Manila fuhr.
Thema Insel: Die Philippinen bilden ein richtiggehender Inselstaat mit 7107 Inseln. Was wird genau als Insel bezeichnet? Hier die Definition: Eine Insel ist eine in einem Meer oder Binnengewässer liegende, auch bei Flut über den Wasserspiegel hinausragende Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben, jedoch kein Kontinent ist. Deshalb ist nach Definition Australien keine Insel (für mich nicht wirklich logisch)! In Kanada beispielsweise wird eine Insel erst dann als Insel bezeichnet, wenn darauf ein Baum wächst. Auf der ganzen Welt gibt es 47 Inselstaaten. Flächenmässig ist der grösste Inselstaat Indonesien. Die Philippinen sind an fünfter Stelle. Der grösste Inselstaat in Europa ist Grossbritannien, gefolgt von Island und Irland. Die grössten Inseln der Welt: 1. Grönland mit 2,2 Mio. km2 (gehört zu Dänemark), 2. Papua-Neuguina mit 786’000 km2 und 3. Borneo mit 743’000 km2.
24. Januar – 13. Februar 2014
Manila – Luzon – Palawan – Bohol – Cebu
Hauptstadt: Manila
Bevölkerung: 92.4 Mio.
Fläche: 299.764 km²