Ecuador

7. – 22. August 2014

18. – 22. August 2014: Eigentlich war ich auf dem Flug von den Galapagos-Inseln nach Quito gebucht, der jedoch eine Zwischenlandung in Guayaquil machte. Da ich sowieso nach Guayaquil wollte, fragte ich am Flughafen, ob es möglich wäre, mich nur bis Guayaquil einzuchecken. Kein Problem, auf der Bordkarte stehe zwar Quito, aber ich könne gut in Guayaquil aussteigen, sie mache ein Label fürs Gepäck nur nach Guayaquil. Das hat dann auch geklappt. Fragt mich jetzt bloss nicht, wie die Fluggesellschaft eine Kontrolle haben will, wer jetzt überhaupt auf welcher Strecke an Bord ist… 🙂 Guayaquil ist die grösste Stadt in Ecuador mit über zwei Millionen Einwohnern und ist die Wirtschaftsmetropole des Landes. Sie hat bis anhin als gefährlichste Stadt Ecuadors gegolten. Ich habe mir ein Einzelzimmer in einem Hostel gegönnt, so nach einer Woche Schlafen im Sarg auf dem Schiff auf den Galapagos-Inseln… Herrlich wieder einmal kreuz und quer und diagonal im Bett liegen zu können. Das Hostel war perfekt gelegen im Stadtzentrum, alles war zu Fuss zu erreichen. Das Hostel wird von ehemaligen Flight Attendants geführt, welche natürlich sehr gut Englisch sprachen. Sie haben mir gleich eine Karte der Stadt in die Hand gedrückt und die ganze Umgebung erklärt. Zudem war das Stadtzentrum auch sicher, die Polizeipräsenz war aber auch entsprechend. Guayaquil hat mir sehr gut gefallen, ich musste allerdings wieder mal einen Stadtrundgang à la Hurry-up-Travel machen, damit ich fast alles ansehen konnte. Am nächsten Mittag stieg ich in einen Mini-Van, um nach Cuenca zu fahren. Der Mini-Van braucht drei Stunden, der normale Bus vier oder fünf Stunden, je nach Route. Von Meereshöhe ging es auf 2500 m.ü.M. In Cuenca angekommen, fragte mich eine aufblondierte Einheimische, ob ich ins gleiche Taxi steigen möchte, sie fahre auch ins Stadtzentrum. Ja, warum nicht. Es war kein offizielles Taxi, aber der Fahrer war ein älterer Papa, der mit ein paar Fahrten seine Pension aufbessert. Die blondierte Dame stieg bei ihrem Haus aus, bezahlte den üblichen Betrag von USD 1.50 und weiter ging’s. Bei der Unterkunft verlangte der Papa für mich den doppelten Preis, wie könnte es auch anders sein. Ich weiss nicht, wie oft ich mich schon auf meiner Weltreise über die Taxifahrer aufgeregt habe und noch aufregen werde. Das sind einfach Gauner, aber was soll’s? Es geht mir in erster Linie nicht um den Betrag als solches, aber ums Prinzip. Weshalb muss ich immer mehr bezahlen als alle anderen, obwohl ich doch auch fast wie ein Einheimischer aussehe? 🙂 So leiste ich halt auf diese Art und Weise Entwicklungshilfe! 🙁 Cuenca ist für mich die schönste Stadt in Ecuador, der historische Teil der Stadt steht ebenfalls unter UNESCO-Weltkulturerbe und ist im kolonialen Stil gebaut. Ich hauste bei einem älteren Ehepaar, die waren ja sowas von nett. Herzlich willkommen in der Familie… Sie haben mir natürlich auch alles auf einem Plan erklärt und eingezeichnet. Ja, Cuenca war es tatsächlich Wert, einen Stop einzulegen. Dann ging es wieder zurück nach Quito. Ich habe mich für die Luxus-Version für USD 60 entschieden, mit dem Flieger die Strecke zu absolvieren, d.h. 50 Minuten Flug anstelle von 10 Stunden Busfahrt. In Quito ging ich wieder in die gleiche Unterkunft wie als ich das erste Mal ankam, da ich ein paar Sachen dort deponierte. Am nächsten Tag war es bereits Zeit, um sich von Ecuador zu verabschieden, es folgte die Weiterreise nach Bolivien. Am Flughafen in Quito war Geduld angesagt. Vor mir standen bloss sechs Personen beim Check-In, aber es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis ich an der Reihe war. Ich weiss auch nicht, was da los war. Jeder Passagier vor mir verursachte irgendein Problem, sie mussten wieder weg, kamen dann wieder, sassen auf der Waage und warteten, oder ein Vorgesetzter musste kommen. Da hatte ich noch Glück, bei mir ging alles reibungslos, bis, ja bis ich in eine Polizeikontrolle nach dem Sicherheitscheck kam. Halt, wo kommen Sie her und wo gehen Sie hin? Was arbeiten Sie? Kommen Sie mit, ich will Ihre Tasche genauer ansehen. Dann musste ich alles auspacken. Meine Rettung waren zwei kleine Schweine, kaum zu glauben… Wie den das? Ich habe das Spiel Schweinerei mitgenommen. Für diejenigen, die es nicht kennen, geht es darum, dass man zwei kleine Schweinchen würfelt, und je nach Position der Schweinchen gibt es Punkte. Alles andere war nicht mehr interessant. Ich musste dem Polizisten das ganze Spiel erklären, und das auf Spanisch. Dann wollte er eine Runde Schweinerei spielen. Der war ganz begeistert von diesem Spiel, sowas habe er noch nie gesehen, das sei ganz originell. Wie das Spiel denn auf Spanisch heisse. Ach, Porqueria, denke ich. Aber aufgepasst, die Schweinchen dürfen sich nicht berühren, sonst gibt es eine Mierda! Am Schluss stand das halbe Polizeicorps um mich und den Schweinchen und grinste. Ich konnte dann wieder alles zusammen packen und gehen. Vielen Dank den Schweinen, ihr habt gut gegrunzt, und ich kann mich dann nach meiner Weltreise doch noch als Knecht bei einem Bauer bewerben! 🙂

Thema US-Dollar: Der US-Dollar begleitet mich nun schon fast seit einem Jahr auf meiner Weltreise. Grund genug, sich dieser Währung zu widmen. Der US-Doller ist zweifelsfrei die meistverbreitete Währung der Welt. Auf meiner bisherigen Reise war der USD die offizielle Landeswährung in Zimbabwe, natürlich in den USA, in Panama und jetzt in Ecuador. Weitere Länder oder Gebiete haben ihn als Landeswährung: Bonaire, die Britischen Jungferninseln, El Salvador, Liberia, die Marshallinseln, Mikronesien, Osttimor, Palau, Saba, Sint Eustatius und die Turks- und Caicosinseln. Der Name stammt von United States Doller, oder eben abgekürzt USD. Aufgrund der grünen Farbgestaltung der Banknoten wird der Dollar umgangssprachlich auch als „Greenback“ bezeichnet. Der USD verzeichnet einen Anteil von über 50 % an internationalen Finanztransaktionen und ist somit die weltweit meistgehandelte Währung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Britische Pfund, die damalige Leitwährung, weitgehend vom USD an den Finanzmärkten abgelöst. Einige Rohstoffe werden auf dem Weltmarkt nur in USD gehandelt, so das Erdöl. Noten gibt es in der Stückelung 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100. Der USD wird in 100 Cents unterteilt. Münzen gibt es wie folgt, die in Klammern geschriebenen Bezeichnungen sind die Namen der Münzen: 1 Cent (Penny), 5 Cents (Nickel), 10 Cents (Dime), 25 Cents (Quarter), 50 Cents (Half) und 1 Dollar (Buck). Nach dem zweiten Weltkrieg war ein USD 4,3 CHF Wert, den Tiefststand erreichte er vor genau drei Jahren als er gerade noch 72,5 Rappen Wert war. Heute ist er rund 92 Rappen Wert. Also, liebe Kinder, auf geht’s in ein US-Dollar-Land!

 

7. – 18. August 2014: Ja, Panama ging schnell vorbei, die Zeit rast an einem nur so vorbei. Ab in ein Taxi, und ein letztes Mal musste ich mir das Gejammer eines Taxifahrers anhören, wie es fast unrentabel ist, an den Flughafen zu fahren. Jeder Taxifahrer verlangt einen anderen Zuschlag, wenn man die Schnellstrasse an den Flughafen nimmt. Wenn man sie darauf anspricht, weshalb der Kollege einen tieferen Ansatz wählt, dann ist auf einmal Ruhe. Ich denke, am Zuschlag verdienen sie am meisten… Ab in den Flieger, um an mein nächstes Ziel zu gelangen, Ecuador. Dieses Land wollte ich schon lange mal besuchen, vor allem wegen den Galapagos-Inseln. In Quito auf 2850 m.ü.M. bin ich gelandet. Mit dem Taxi braucht man rund eine Stunde bis man in der Stadt ist. Auf geht’s auf eine Stadtrundfahrt. Quito ist eine schmucke Stadt, vor allem die Altstadt ist sehenswert, sie steht unter UNESCO-Weltkulturerbe. Am nächsten Morgen fuhr ich an den Busbahnhof, um ein Ticket nach Banos zu kaufen. Das schien ganz schön gefragt zu sein, vor dem Mittag waren bereits alle Tickets ausverkauft. Aber um 12 Uhr hatte es noch freie Plätze, kein Problem. Neben mir sass ein Kanadier, er fragte mich, ob ich Englisch oder Französisch spreche. Mais très bien, aber ich musste zuerst das linke Ohr zum rechten und umgekehrt wechseln, dann noch schnell das Trommelfell ausklopfen, und auch ich verstand seinen Québec-Akzent. 🙂 Nach gut drei Stunden Busfahrt kam ich in Banos an. Banos ist ein Wallfahrtsort, am Wochenende hat es immer viele Ecuadorianer, die dorthin gehen. Ansonsten kann man viele Sport-Aktivitäten machen. Am nächsten Morgen ging ich in ein Kaffee um zu frühstücken. Auf einmal ging der Feueralarm los. Der Chef kam mit einem Stück Karton vorbei und wedelte den Rauch weg, den meine Rühreier verursachten. Und schon ist das Problem gelöst… 🙂 Ich entschied mich, verschiedene Wasserfälle zu besuchen. Da es regnete, nahm ich den Bus. Die Wasserfälle waren wirklich schön. Als wir zurück im Ort waren, wollte die Sonne doch noch schnell vorbei zu schauen. Dies ermutigte mich, noch auf eine Wanderung zu gehen. Allerdings musste ich meine Hintern hervor nehmen, damit ich noch vor Sonnenuntergang wieder zurück war. Bei Banos liegt der noch aktive Vulkan Tungurahua. Nur eine Woche vorher spuckte er Asche und Lava in die Luft. Man muss sich auch immer vorher erkundigen, wo man hin muss, sollte der Vulkan in Ausbruch geraten. Ich ging immer weiter und weiter, leider sah ich vom Vulkan nicht sehr viel. Ich entschied mich dann umzukehren, schliesslich wollte ich kein beklopter Tourist sein, den man in der Dunkelheit suchen gehen muss. Es war Samstag-Abend, die Stadt war einmal mehr sehr besucht, jede Stunde wird in der Kathedrale eine Messe abgehalten. Vor der Kathedrale lief eine Party auf vollen Touren, der Bass liess die halbe Stadt beben. Das war ein Bild, auf der einen Seite die Kathedrale, davor eine Party-Szene. Am nächsten Morgen bestieg ich den Bus nach Quito, damit ich dann parat war für meinen Galapagos-Ausflug. Ich buchte eine Woche Galapagos auf einem 12-plätzigem Boot. Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Das Prozere um auf die Galapagos-Inseln zu fliegen, ist wie folgt: Am Flughafen muss man zuerst bei einem separaten Schalter der Galapagos-Behörden eine Einreisekarte für USD 10 kaufen gehen. Dann wird das Gepäck geröntgt und versiegelt, schliesslich wird das Gepäck eingecheckt. Bei Ankunft auf den Galapagos-Inseln muss man als erstes die Eintrittsgebühr für den Nationalpark von USD 100 bezahlen, dann bekommt man die Einreisegenehmigung und schliesslich darf man das Gepäck entgegen nehmen, nachdem der Drogenhund alle Gepäckstücke abgeschnüffelt hat. Bienvenido! Ab ging’s aufs Boot. Ich durfte eine Mikrokabine mit einer Holländerin teilen. Die Kabine war so klein, dass wir nicht zusammen in der Kabine stehen konnten, schlicht unmöglich. Wir mussten uns immer absprechen, wer nun zuerst in die Kabine steht und aufs Klo geht. Wir verstanden uns gut, so war es überhaupt kein Problem. Das Bett war ein Stockbett und kam mir wie ein Sarg vor. Ja nicht bewegen, sonst fällt man aus dem Bett, aber wohin?! Mit dem Boot steuerten wir verschiedene Inseln an, wo wir einerseits Landausflüge machten und andererseits ging es jeden Tag auf mindestens eine Schnorchelexpedition. Es war wunderschön, vor allem die Unterwasserwelt gefiel mir sehr gut. Wir sahen natürlich sehr viele Seelöwen, das sind ja echt lustige Tiere. Das Essen auf dem Schiff schmeckte vorzüglich. Der Zeitplan entsprach voll und ganz Hurry-up-Travel. Zwischen 6 und 7 Uhr gab es jeweils das Morgenessen und der ganze Tag war vollgeplant. Geschlafen habe ich nicht sehr viel, es schaukelte doch recht auf dem Boot. Wir hatten auch einen Reiseführer, der uns durch die Galapagos-Inseln begleitete. Allerdings verstanden wir nicht immer, was er uns mitteilen wollte, seine englischen Sätze hörten immer mittendrin auf. Auf dem Schiff waren eine ecuadorianische Familie, eine Deutsche, eine Israelin, drei Holländer, zwei Kanadierinnen und meine Wenigkeit. Es war eine lustige Truppe. Jedenfalls kann ich dieses Inselparadies sehr empfehlen, vorausgesetzt man hat nicht Platzangst in der engen Bootskabine, wobei man natürlich auch ein Luxusboot buchen kann. Von denen gibt es relativ viele und auf einmal flackerten für eine ganz kurze Zeit nochmals meine Gedanken der Millionärin auf… 😉

Thema Äquator: Da ich nun sozusagen auf dem Äquator sitze, ist dieses Mal das Thema gegeben. Der Äquator der Erde ist der auf ihrer Oberfläche angenommene Grosskreis, auf dessen Ebene (die Äquatorebene) die Erdachse senkrecht steht. Die Erdoberfläche wird von ihm in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt, woher der lat. Name „Gleichmacher“ stammt. Er ist Bezugskreis für die parallelen Kleinkreise, die zur Bemassung der Erde in Nord-Süd-Richtung mit Hilfe von Breitenkreisen verwendet werden. Er selbst hat die geographische Breite 0°. Der Schnitt der Äquatorebene der Erde mit der um die Erde gedachten Himmelskugel ist der Himmelsäquator. Die Länge des Äquatorkreises ist 40’075 km. Der Erdäquator durchquert die Kontinente Afrika, Asien (Indonesien) und Amerika (Südamerika) und die Ozeane. Inselstaaten mit Inseln beidseits des Äquators sind die Malediven im Indischen Ozean und im Pazifischen Ozean Mikronesien und einige weitere Inselgruppen. Zwei Staaten nehmen in ihrem Namen Bezug auf den Äquator: Ecuador (Buenos Dias!) und Äquatorialguinea. Beidseits des Äquators befindet sich die Klimazone der Tropen. Durch den während des ganzen Jahres hohen Sonnenstand am Äquator ist die Einstrahlung hoch und nahezu gleich bleibend. Die Folgen sind eine nahezu konstant bleibende Wolkenbildung und ein entsprechend konstantes Niederschlagsniveau.