16. – 26. September 2013
Viktoria-Wasserfälle (Zimbabwe) – Chobe Nationalpark (Botswana) – Krüger Nationalpark (Südafrika)
23. – 26. September: Am Montag ging es überpünktlich um 6 Uhr auf die Fahrt von Jo’burg zum Krüger-Nationalpark, ein Evergreen in Südafrika. Der Krüger-Nationalpark hat die ungefähre Grösse von Wales, den Niederlanden oder Israel. Und in diesem Nationalpark sind die Big Five zu finden. Diese Tiere sind der Löwe (wie könnte es auch anders sein), Büffel, Leopard, Elefant und das Nashorn. Wie bereits in einem anderen Bericht geschrieben, ist es am schwierigsten einen Leoparden zu finden. Dieses Tier ist sehr scheu und hat jeweils sein eigenes Territorium, das es auch verteidigt. Deshalb ist es auch nicht in einer Herde oder Familie – wie die Löwen oder Elefanten – zu finden, sondern ist ein Einzelgänger. Wir hatten ja bereits das Glück eine Mutter mit ihrem Jungen im Chobe-Nationalpark zu sehen. Von Jo’burg fuhren wir also Richtung Osten über eine Panorama-Route bis kurz von den Krüger-Park, wo wir in einem Camp wohnen. Wiederum bin ich alleine in einem Zelt, d.h. vor allem mehr Platz. Am Nachmittag besuchten wir eine Tierauffangstation, war interessant. In der Nacht hört man verschiedene Spezien. Grillen, Brüllende Löwen von weitem, undefinierbare Geräusche und Geschnarchel im Zelt nebenan! Am nächsten Tag wurden wir um 4.30 Uhr geweckt, um bei Öffnung des Krüger-Nationalparks parat zu sein. Bis 14.30 Uhr fuhren wir umher, sahen wiederum viele Tiere. Nach kurzem Stop im Camp ging es bereits weiter zu einem Night Game Drive (Nacht-Wildtier-Fahrt). Von weitem sieht man in der Nacht jeweils Augen leuchten, und bis man ganz nah ist, weiss man nie was auf einem wartet. War ganz cool! Hier in Südafrika wird es relativ früh dunkel, gegenwärtig um ca. 18.15 Uhr. Nächster Tag, gleiches Prozedere: 4.30 Uhr Tagwache. Danach fuhren wir nochmals in den Krüger-Nationalpark, um in einen anderen Teil des Nationalparks Tiere zu finden. Selbstverständlich sahen wir welche, aber ich glaube sie haben gerade ihr Salär erhalten und waren damit beschäftigt, dieses zu vergraben. Wir sahen nämlich nicht sehr viele… Noch eine Nacht im Zelt, jupi, dann wieder ein normales Bett unter dem Kopf. Ich und Campen, irgendwie verstehen wir uns beide nicht so… Dennoch ist es einmalig, diesen wundervollen Kontinent so erleben zu dürfen. Ich habe ja noch zwei Camping-Safaris vor mir. Bevor wir zurück nach Jo’burg fuhren, machten wir einen Halt beim Blyde-River-Canyon, der drittgrösste Canyon der Welt. Diese Aussicht, einfach wow! Danach gab es noch eine Führung in den Echo Caves, ganz schöne Grotten. Also, ich muss schon sagen, das südliche Afrika ist eine Reise wert. Morgen geht es mit dem Bus Richtung Drakensberge, auf geht’s zu neuen Erlebnissen.
19. – 22. September: Am Morgen sind wir zur Safari-Lodge in Viktoria-Falls gefahren, von wo man einen herrlichen Ausblick auf ein Wasserloch in der Gegend hat. Es kamen nicht so viele Tiere vorbei, dennoch war es einen Besuch wert. Am späteren Nachmittag machten wir einen Ausflug auf dem Zambesi-Fluss, eine Sunset-Cruise. Normalerweise sollte man ziemlich viele Tiere sehen, aber offenbar war es den meisten Tieren auch zu heiss. Dennoch sahen wir vom Boot aus Elefanten, verschiedene Vögel, ein Krokodil und Nilpferde. Ich wurde an einen Tisch mit zwei älteren Ladies und einen englischen Sir gesetzt. Es war noch lustig. Die Dame neben mir meinte, dass sie schon gut zu mir schauen würde und trichterte mir mindestens drei Mal ein, dass ich mich regelmässig zu Hause melden soll, wenn ich doch so lange unterwegs sei. Ja, Mami, verstanden! Nachdem die Sonne das Guetnacht-Gschichtli fertig hörte, zeigte sie sich im schönsten Pyjama. Einmalig dieser Anblick über dem Zambesi. Während der Fahrt haben wir Snacks und sämtliche Drinks umsonst bekommen. Die Gläser wurden gut gefüllt, der Wein bis zuoberst vom Glas, TIA. Meine Sitznachbarin lud mich dann schon mal zu ihr nach Vancouver ein. Allzu schade, dass meine Weltreise nicht nach Kanada führt… Ich glaube noch eine Stunde Sunset-Cruise, und sie hätte mir den Code ihres Bankkontos verraten! 😉 Sie stellte auch fest, dass jedes weitere Weinglas besser schmecken würde. Als Snacks gab es u.a. Krokodil-Schwanz zum probieren, schmeckt wie Poulet. Zum Abendessen gingen wir zu Mama Africa, ein sehr gutes Restaurant vor Ort. Dort versuchte ich Kudu-Fleisch, the Hunter’s day pot. Für meine Beisserli war es etwas zäh. Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Botswana zurück, zum Chobe-Nationalpark, ein weiteres Highlight dieser Reise. Dieser Nationalpark ist berühmt für die Vielfalt der Tiere. Man bekommt fast alles unter die Lupe, ausser Nashörner. Und wir wurden nicht enttäuscht. In einem 4 x 4 Geländewagen fuhren wir mit einem Guide umher. Die Frage ist jeweils, ob man einen Leopard zu Gesicht bekommt. Hey, und tatsächlich sahen wir eine Leoparden-Mutter mit ihrem Jungen auf einem Baum am Fressen. Die Leoparden tragen ihre Beute jeweils auf einen Baum und fressen diese dort. Die Beute kann bis 100 kg wiegen! Als weiteres neues Tier sahen wir Löwen. Es ist wirklich eine spannende Reise im südlichen Afrika, TIA. Am nächsten Tag nahmen wir die Rückreise nach Jozi, wie Jo’burg auch genannt wird, in Angriff. 700 km durch Botswana, aber es gibt immer etwas zu sehen. Wir übernachteten nochmals im Süden von Botswana, bevor wir die Grenze nach Südafrika passierten. In Jo’burg angekommen, wusste jedoch niemand etwas über unsere Übernachtung, TIA. Nun, es gibt immer eine Lösung. Ich hatte sogar Zeit eine Waschmaschine zu machen. Morgen geht es um 6 Uhr weiter Richtung Krüger-Nationalpark. Ich freue mich aufs nächste Abenteuer.
Thema Bevölkerung: Als Beispiel nehme ich Botswana. Dieses Land ist gut eineinhalb Mal so gross wie Deutschland, hat aber gerade mal 2,1 Mio. Einwohner. Die Lebenserwartung war 1991 bei 63 Jahren. Infolge der AIDS-Epidemie beträgt sie heute nur noch 31 Jahre, verrückt und macht einem nachdenklich. Dabei wäre Afrika so ein reicher Kontinent und jeder könnte genügend Essen und medizinische Grundversorgung erhalten, wäre dieser Reichtum gleichmässig verteilt, und nicht auf ein paar korrupte Köpfe.
16. – 19. September: Am 16. September sollte ich um 5 Uhr Morgens abgeholt werden. Soweit so gut. Um 5 Uhr kam mein Gastvater und sagte, dass er ein Telefonruf erhielt, wonach ich erst um 6 Uhr abgeholt werde. Nun, this is Africa (TIA; merkt euch diese Abkürzung, sie wird bestimmt noch mehrmals erwähnt). Also, wartete ich halt, ist ja auch nicht weiter schlimm, obwohl ich gerne noch ein wenig länger geschlafen hätte. Oh Wunder, um 5.30 Uhr wartete dann der Kleinbus bereits auf mich. Nachdem wir noch andere Gäste in Jo’burg aufgeladen haben, im ganzen sind wir 5 Gäste, ein amerikanisches Ehepaar, ein Deutscher, eine Niederländerin und meine Wenigkeit, sind wir Richtung Norden gefahren zur Grenze nach Botswana. Es sollte eine lange Fahrt werden, 900 km waren geplant. Nachdem wir Geld gewechselt und die ersten Einkäufe getätigt haben, sind wir in unsere Unterkunft gefahren, Elephant Sands hiess sie. Ein vielversprechender Name habe ich gedacht, und wir wurden nicht enttäuscht. So bekam ich die ersten freilebenden Elefanten in meinem Leben zu Gesicht, gerade mal 6 Meter von mir entfernt. Wir errichteten unser Camp. Ich und Zelten, die meisten von euch wissen, was mir dies bedeutet. Ich habe während der ersten sieben Tagen ein eigenes Zelt, mit viel Platz. Am nächsten Morgen sind wir ganz in den Norden von Botswana gefahren. Auf dem Weg bekamen wir gleich neben der Schnellstrasse Giraffen, Elefanten, Warzenschweine, Paviane und verschiedene Vögel zu sehen. Im Länderdreieck von Botswana, Sambia und Zimbabwe passierten wir die Grenze ins letzt erwähnte Land. Ein Visum mehr im Pass und USD 45 weniger im Portmonnaie, das gleicht sich doch wieder aus. Noch eine Stunde Fahrt und wir erreichten die Viktoria-Wasserfälle, ein Naturschauspiel, ein Traum, einfach wow! Ich hoffe, dass die Bilder auch entsprechend rüber kommen. Am nächsten Tag sind wir über die Grenze nach Sambia gefahren, wo wir einen Ausflug zu den Viktoria-Wasserfällen auf der sambischen Seite gebucht haben. An der Grenze übergab ich meinen Pass mit dem Geld fürs Visum. Nach etwa 15 Minuten meinte die Zollbeamtin, dass ich noch gar nicht bezahlt hätte, TIA (auch schon gehört, oder?). Schlussendlich hat es dann doch noch geklappt, wenigstens für mich, nicht jedoch mit der Gehaltsaufbesserung für die Zollbeamtin. Spray Boat Trip hiess der Ausflug. Ich dachte, dass wir einen Bootstrip unten zu den Wasserfällen machen würden. Schliesslich gingen wir nach einem abenteuerlichen Abstieg zum Zambesi-River, der über die Viktoria-Wasserfälle stürzt, mit Gummibooten unter den Wasserfall auf der sambischen Seite und badeten dort. Es war ein herrliches Gefühl. Am Abend gingen wir nochmals zu den Viktoria-Wasserfällen auf der Zimbabwe Seite eine geführte Moonlight-Tour machen. So sahen wir unter dem (Fast-) Vollmond einen Regenbogen zwischen den Gischtwolken, sehr cool. Heute geht es noch auf dem Zambesi auf eine Sunset Cruise, von wo man aus verschiedene Tiere sehen kann, bin gespannt. Unser Guide heisst David, ein ganz netter Kerl, kocht sehr gut. Wir wissen jeweils nicht immer genau, wann wir wo sein sollten, aber irgendwie klappt es doch noch, TIA.
Thema Viktoria-Wasserfälle: gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe; wenn der Zambesi Fluss Hochwasser führt, dann erstreckt sich der Wasserfall über eine Breite von ca. 1700 m, wobei der Grossteil auf die Seite von Zimbabwe fällt. Wasserfall-Höhe: 110 m. Zur Zeit wenig Wasser, und gerade deshalb sehenswert, weil die Wassergischt nicht allzu gross ist.